Priester suspendiert
Die Oase verfehlt und verdurstet
Dem katholischen Priester ist die Identität genommen worden. Daß er für die Messe lebt, hat er schon lange vergessen. Der jüngste Fall.
Installationsmesse von Sauer als Pfarrer der Seelsorgeeinheit Volkers, erster Fastensonntag 2005
Installationsmesse von Sauer als Pfarrer der Seelsorgeeinheit Volkers, erster Fastensonntag 2005
(kreuz.net, Würzburg) Der Bischof von Würzburg, Mons. Friedhelm Hofmann, hat am Freitag einen Priester suspendiert.

Das gab das Bistum Würzburg heute Sonntag bekannt.

Der betroffene Kleriker, Guido Sauer (53), bat selber um die Entbindung vom Priesteramt.

Sauer war Pfarrer der Seelsorgeeinheit Volkers und geistlicher Leiter im diözesanen Bildungshaus Volkersberg, das sich auf dem Gebiet seiner ehemaligen Gemeinde befindet.

Die Seelsorgeeinheit Volkers liegt an der bayerischen Rhön
Die Seelsorgeeinheit Volkers liegt an der bayerischen Rhön
Die Ortschaft Volkers befindet sich am südlichen Ende des Gebirgszugs Rhön – 60 Kilometer nördlich von Würzburg.

Sauer erklärte, daß sein Entschluß zum Abschied vom Priestertum über Jahre hinweg gereift sei.

Als Grund nannte er die zunehmende Belastung durch die derzeitigen Bedingungen des Priesterberufs. Besonders schwierig war für ihn offenbar eine „einseitige Konzentration auf liturgische Aufgaben“.

Die Suspendierung setze seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit und sein hauptberufliches Engagement als Priester nicht außer Kraft – betonte Sauer.

Der Weg des Christen verlange ein „authentisches Leben“: „Das beinhaltet auch die Anerkennung der eigenen Grenzen.“

Die Zukunft des suspendierten Priesters ist noch nicht geklärt.

Die Diözese Würzburg dankte Sauer für seinen langjährigen Dienst in der Seelsorge.

Priesterleben

Guido Sauer empfing am 27. Juni 1981 im Kiliansdom in Würzburg die Priesterweihe.

Seine letzte Stelle am Volkersberg nahm er erst in der Fastenzeit 2005 an.

In seiner damaligen Predigt zum Amtsantritt sprach er vom Neubeginn: „In einer Wüste überleben kann nur, wer die Oase findet, wer nach Wasser gräbt.“

Sauer bemühte sich schon in seiner früheren Pfarrei, die „Eigenverantwortlichkeit“ der Gläubigen zu fördern. Als Beispiel nannte er die Ausbildung und Begleitung von Wortgottesdienstleitern.

Der Ex-Priester zählt Lesen, moderne Kunst, Wandern und Radfahren zu seinen Hobbys.

2005 nannte er der Lokalpresse als Lieblingsautor den portugiesischen Nobelpreisträger, José Saramago.
      
12 Lesermeinungen
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#12   Regina 1961   21:25:58 | Freitag, 16. Februar 2007
Kann denn Schwachsinn Sünde sein?
Vielen Dank Euch beiden, Gotthard und sani, daß Ihr „das Maul“ mal aufgemacht habt. Was dieser Ruhrpötter so alles von sich gibt, ist schlichtweg nicht mehr katholisch, schon gar nicht mehr christlich. Ich verstehe nicht, wo er seine Texte eigentlich her hat. Es sei denn, er verzapft in diesem Forum immer dieselben. Ihm scheint halt nicht mehr viel einzufallen. Geistlicher Fußpilz kann ich da nur sagen. Ich wünschte mir, daß er nur ein einziges Mal die Auswirkungen seiner Lehre am eigenen Leibe erfahren würde. Nur ein einziges Mal. Diese Lieblosigkeit, diesen Haß und diese Engstirnigkeit. Nur ein einziges Mal!!!
Ansonsten Liebe Grüße
Regina 1961
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#11   sani †   11:22:17 | Dienstag, 13. Februar 2007
Hallo, der mir unbekannte Gotthard
Unser Freund aus dem Ruhrpott ist auf einmal – gut wienerisch ausgedrückt – schmähstad, irgendwie schade, war recht lustig – aber vielleicht drückt er wieder die Copytaste :-D :-D
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#10   Gotthard   13:58:06 | Montag, 12. Februar 2007
@ruhrgebiet
mal wieder ins Fettnäpchen getappt??
in die von Dir aufgestellten Töpfe trete ich gerne … sie sind ziemlich leer.
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#9   sani †   11:33:22 | Montag, 12. Februar 2007
Was ein Pfarre so zu tun hat
– in 10 Jahren knapp € 700 000,- in Erhaltungsmaßnahmen umwälzen
– Sich mit dem Bundesdenkmalamt herumschlagen
– Permanent darauf achten, dass die gotische Einrichtung erhalten bleibt
– in der Schule unterrichten
– den oben angeführten Betrag tw. aus den Gemeindemitgliedern (1500 EW in zwei Pfarren) rausquetschen, Seitenweise Förderansuchen durchackern, mauscheln, intervenieren …
– Sich die Leiden von ehrenamtlichen Mitarbeitern anhören
– beschwichtigen, wenn wieder einmal etwas schmutziger geworden ist
– Predigten vorbereiten (mach ich auch)
– Brevierbeten
– meditieren
– vergeblich im Beichtstuhl sitzen
– 20000 km/Jahr im Auto beruflich verbringen (vom eigenen Gehalt bezahlen – gnadenhalber vom FA noch als Werbungskosten anerkannt)
– auch mal bei Bauarbeiten selbst die Hand anlegen
– bei diözesanen Arbeitskreisen die Zeit versch…
– sich bei Dekanatssitzungen langweilen/ärgern …
– …
Bitte, was ich sonst noch tu hat nicht unmittelbar mit dem Priester/Pfarrer- Sein zu tun, ist aber eventuell Zeugnis christlichen Lebens (weil nicht in bezahlt). Liebe Alleswisser in diesem Forum (welches ich mir als Unterhaltung zwischendurch reinziehe – weil die nächste Geisterbahn 160 km weit weg ist >:) ) seht doch ein, dass Priester auch Menschen sind, dass sie Geschwister und Eltern haben, dass sie gerade autentisch leben müssen, um glaubwürdige Zeuginnen und Zeugen für die Vielen in der Welt zu sein. Und dass da einer vielleicht nicht mehr kann, ist nur zu verständlich (dachte auch schon so
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#8   r.ruhrgebietler   08:47:20 | Montag, 12. Februar 2007
@Gotthard – mal wieder ins Fettnäpchen getappt??
Sonntag, 11. Februar 2007 21:27Gotthard:
Burn-Out soll es auch bei Priestern geben. Die Arbeit eines Priesters ist wahrscheinlich oft viel irdischer wie hier manchmal fromm überhöht dargestellt wird.
Zitat:ihr Auftrag ist:
Das Heilige Evangelium verkünden.
Die Heiligen zehn Gebote verkünden und lehren.
Und was tun so viele von ihnen? Sie dienen der Welt, sie dienen dem Menschen, aber nicht Gott. Sie erfüllen die Bitten der Menschen, aber was Gott ihnen aufgetragen hat, von dem wollen sie nichts mehr wissen.
Oh Mutter, wie furchtbar wird das Gericht einst für diese Priester sein, die solches tun. Sie reissen so viele Seelen mit ins Verderben. Statt, dass sie den Mut haben, den Tempel Gottes rein zu halten. Aus Feigheit oder aus eigenem Begehren lassen sie das zu und entheiligen so die Stätte Gottes.fatima.ch/Seiten/Seite100.htm
Deckt sich mit:
Als ein rk. Priester hat er sich Jesus Christus bis in den Tod verschrieben und nicht dem PGR oder der Frauengemeinschaft, sonstigen charismatischen Bewegungen oder gar idiotischen Karnevalsveranstaltungen! Seine Heimat ist der Beichtstuhl! Seine Kleidung das Skapulier. Sein Gürtel der Rosenkranz. Seine Mutter die Jungfrau Maria! Sein Knappe im kampfe gg. den Satan ist der hlg. Erzengel Michael! Sein Banner ist Jesus Christus im allerheiligsten Altarsakrament und auf den Prozessionen! Er ist unermüdlich um die Seelenrettung seiner Gemeinde bemüht, Tag und Nacht!
DAS ist Wahrheit! Und jetzt träumen Sie schön V-II
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#7   Benedikt   23:43:13 | Sonntag, 11. Februar 2007
@ Ludovico
Was heißt hier schon „Beteiligung der Laien“ an den seelsorglichen Aufgaben? Weiß Herr Sauer nicht, daß manche Aufgaben eben nicht an Laien „delegiert“ werden können?
Beteiligen und Delegieren sind zwei paar Schuh.
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#6   Thaddäus   22:34:30 | Sonntag, 11. Februar 2007
„Dem katholischen Priester ist die Identität genommen worden“?
Die Widerlegung dieser Ausage steckt schon im zweiten Satz des Beitrages:
„Dass er für die Messe lebt, hat er schon lange vergessen.“
Eben.
„Dem“ katholischen Priester ist die Identität nicht genommen worden, nicht wenige Priester haben sich vielmehr selbst ihrer entledigt.
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#5   st.georg   21:47:56 | Sonntag, 11. Februar 2007
@gotthard
wohl kleines versehen ihrerseits : feiern soll ! es gibt priester, die bis zu 5 so-messen feiern – er soll ! täglich eine messe begehen…
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#4   Frasim   21:39:48 | Sonntag, 11. Februar 2007
@Gotthard
Die Kirche hat nicht ohne Grund verfügt, dass der Priester nur einmal pro Tag die hl. Messe feiern darf …
Warum ist dem so?
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#3   Gotthard   21:27:25 | Sonntag, 11. Februar 2007
@ludovico
Ist die Bitte um Entbindung vom Priesterberuf /-amt ein Grund zur Suspendierung?
Das ist identisch. Suspendierung meint Entbindung von den Aufgaben und Pflichten.
Burn-Out soll es auch bei Priestern geben. Die Arbeit eines Priesters ist wahrscheinlich oft viel irdischer wie hier manchmal fromm überhöht dargestellt wird.
Ich habe einmal bei einer Pfarrer-Einführung gehört, dass der Dechant sagte: liebe Gemeinde, dem neuen Pfarrer wird diese Gemeinde anvertraut – aber IHNEN wird dieser neue Pfarrer anvertraut. Sie haben eine Verantwortung für sein Wohl und Wehe, ja für sein Heil.
Die vielfältigen Aussagen von Klero-Faschisten in diesem Forum können Priestern in der Tat das Leben zur Hölle machen – und zur Aufgabe drängen.
Diesee Artikel ist wieder ein gutes Beispiel für meine Aussage. Niemand kennt diesen Pfarrer. Nichts wird über ihn berichtet, über seine Person und seine Arbeit, nichts über seine Gründe für den Amtsverzicht…
dieser Amtsverzicht wird allerdings als Ausgangspunkt für eine ungeheure Hetze genommen: „Daß er für die Messe lebt, hat er schon lange vergessen.“
Ein derber Schwachsinn!!!!!! Warum lebt er nicht für die Beichte oder die Krankensalbung? Auch in diesen Sakramenten handelt er an Christi statt!!!
Warum lebt er nicht für die Taufe oder die Beerdigung? Auch dort begegnet Christus den Menschen …
Die Kirche hat nicht ohne Grund verfügt, dass der Priester nur einmal pro Tag die hl. Messe feiern darf …
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#2   Rüdesheim   21:23:41 | Sonntag, 11. Februar 2007
Ludovico
Es ist immer schön, wenn man einen solchen Entschluss verurteilen kann, nicht wahr?
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#1   Ludovico   21:00:23 | Sonntag, 11. Februar 2007
Entbindung
Ist die Bitte um Entbindung vom Priesterberuf /-amt ein Grund zur Suspendierung?
Hat der Ex-Priester Sauer nicht verstanden, worum es in der Seelsorge geht? Was heißt hier schon „Beteiligung der Laien“ an den seelsorglichen Aufgaben? Weiß Herr Sauer nicht, daß manche Aufgaben eben nicht an Laien „delegiert“ werden können? Ist ein Grund, um Entbindung/Entpflichtung zu bitten?
Hier muß viel gebetet werden! Hätte Johannes Vianney nicht viel mehr um Entpflichtung bitten können? Aber Heroismus ist sicher nicht jedermanns Sache.
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