09:16:01 | Montag, 12. Februar 2007
Protestantische Kulturschaffende warnen vor einem „Zerfleddern der bestehenden Gottesdienstformen“. Sie fürchten ein Abwandern zu den Katholiken.

Amtseinführung einer neuen Pfarrerin in einer bayerischen evangelischen Gemeinde
(kreuz.net, Berlin) Berliner Intellektuelle sorgen sich um die Liturgie der evangelischen Gemeinschaft.
Deshalb schrieben die Kulturschaffenden dem Vorsitzenden der ‘Evangelischen Kirche Deutschland’, Bischof
Wolfgang Huber, einen dreiseitigen Brief.
Das berichtete die Berliner Tageszeitung ‘Tagesspiegel’.
Verfasser
ist der ehemalige leitende Mitarbeiter im Umweltbundesamt, Jan Schmitt-Tegge.
20 weitere prominente Berliner
unterzeichneten den Text – darunter der Filmregisseur Wim Wenders, die frühere Theaterdirektorin Nele
Hertling, Kulturmanager Peter Raue, die Schauspielerin Jutta Lampe und der Publizist Michael S. Cullen.
Anlaß für das Schreiben waren frustrierende Erfahrungen mit den Weihnachtsgottesdiensten.
Albernheiten
statt WeihnachtsbotschaftAm Heiligen Abend haben die Unterzeichner „Musical statt Gottesdienst“ erlebt:
„Albernheiten statt Weihnachtsbotschaft, keine Predigt, nichts“.
Die Kirche müsse sich auf ihre Botschaft
und auf die Spiritualität besinnen und etwas gegen das „Zerfleddern der bestehenden Gottesdienstformen“
tun – fordern die Intellektuellen:
„Sitzt unsere Kirche nicht dem grandiosen Irrtum auf, man müsse nur
‘zeitgemäß’ sein, um die Gläubigen zu halten? Ist nicht das Gegenteil richtig?“
Es gebe nichts Zeitgemäßeres,
nichts Aktuelleres als die Botschaft der Bergpredigt – heißt es im Brief weiter:
„Sind die evangelische
Kirche und ihre ordinierten Vertreter nicht willens oder nicht mehr in der Lage, diese Botschaft zu vermitteln?“
Die Unterzeichner fragen ferner, wo der evangelische Bischof Huber die Menschen hinschicke, welche die
Weihnachtsbotschaft hören wollen und sich von ihrer Kirche Trost, Sinn und Inhalte erhoffen: „In das
Theater des Westens?“
Das Ende der Evangelischen?Die Kulturschaffenden vermissen die Stimme der evangelischen
Gemeinschaft auch in aktuellen Wertedebatten.
Ausgerechnet die Evangelischen, die den Werte-Konservatismus
im besten Sinne erfunden hätten, schlössen sich von dieser Debatte aus.
Wenn sich die beobachtete Entwicklung
fortsetze, würden immer mehr Menschen zum Katholizismus übertreten – befürchten die Unterzeichner des
Briefes.
Weiters kritisieren sie, daß sich die evangelische Gemeinschaft zu viele Gedanken um Strukturreformen,
die Zusammenlegung von Landeskirchen, Taufquoten oder Qualitätsmanagement mache. Das seien Formalien:
„Wo bleiben die Inhalte?“
Briefschreiber Schmitt-Tegge fragt sich, ob die evangelische Gemeinschaft unter
diesen Umständen noch lange Bestand haben kann.
Die Antwort von Bischof HuberDer protestantische Bischof
Huber antwortete in einem 14zeiligen Schreiben.
Schmitt-Tegge nannte die Antwort „mehr als dürftig“.
Huber erklärte in seiner Antwort allgemein, „den Klagen, die an mich gelangen, nachzugehen“.
Vor dem
‘Tagesspiegel’ beschwichtigte Huber, den Brief „sehr ernst“ genommen zu haben: „Es ist doch klar, daß
die Frage nach der Qualität von Gottesdiensten für mich zentral ist.“
Er habe aber so knapp geantwortet,
weil er schnell reagieren wollte.
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#9
No Comment 14:39:16 | Dienstag, 13. Februar 2007
#8
Ydefix 10:08:00 | Dienstag, 13. Februar 2007
#7
Seminarist 19:20:27 | Montag, 12. Februar 2007
#5
e.seif. 14:37:00 | Montag, 12. Februar 2007
#4
ttoni 11:44:12 | Montag, 12. Februar 2007
#2
Kurti 10:28:31 | Montag, 12. Februar 2007