Was soll ein Ehebrecher über eheliche Treue sagen?
Der Erzbischof von Köln kann sich keinen Ehebrecher als Vorsitzenden der bayerischen Christlichsozialen vorstellen. Der gegenwärtige Landwirtschafsminister gehöre eher zum Arzt – nicht auf den Sessel eines Parteichefs.

Der Kirchenfürst sprach mit der Kölner Boulevardzeitung ‘Express’.
Seehofer ist gegenwärtig deutscher Landwirtschaftsminister. Er ist mit Ehefrau Karin (48) verheiratet und hat drei Kinder (20, 18, 15).
Mitte Januar berichtete die deutsche Boulevardzeitung ‘Bild’, daß eine 32jährige Konkubine von Seehofer im fünften Monat schwanger sei.
Wenn der Bericht wahr ist, dann hat der Kölner Kardinal moralische Vorbehalte gegen eine Wahl von Seehofer zum CSU-Vorsitzenden.

Die Vermittlung von Werten durch die Politik erfordere ein vorbildliches persönliches Verhalten der Politiker. Ein Politiker als Person des öffentlichen Lebens müsse sich gegebenenfalls auch nach seinem persönlichen Lebensstil beurteilen lassen.
Wenn ein Politiker permanent „ein Desaster nach dem anderen“ in seiner Familie erlebt, heiße es gemeinhin: „Blendet das Private aus! In der Politik geht es um etwas ganz anderes.“
Darauf erwidert Kardinal Meisner: „Haben wir es denn bei ihm mit zwei verschiedenen Menschen zu tun? Oder ist er eine gespaltene Persönlichkeit? Dann ist er schizophren und gehört zum Arzt, aber nicht auf einen Ministersessel.“
Wenn man über Wertevermittlung rede, müsse man an das private Leben öffentlicher Personen besondere Ansprüche stellen dürfen.
„Was soll denn ein mehrfach geschiedener Politiker über eheliche Treue sagen?“
„Da lachen doch alle.“
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Mittwoch, 21. Februar 2007 22:59
Jörg Guttenberger, Köln: Genovefa: Werte, Seehofer
Werte, die gegen die Gebote des Herrn ausgespielt werden, sind Unwerte! Gerne gebe ich aber zu, daß das
Wort „Wert“ heute weitgehend in einem verflachenden Sinn gebraucht wird.
Seehofers Informationsverhalten wäre in Ordnung, wenn er nicht für eine christliche Partei anträte und dort auch noch Vorsitzender werden wollte!
Die Öffentlichkeit hat einen Anspruch darauf, zu wissen, wie es ein solcher Kandidat mit seinem Christentum hält! Zwar ist richtig, ein Fehltritt besagt noch nichts über seine Grundeinstellung zum Gebot des Herrn. Aber gerade deswegen wäre nun eine entsprechende Erklärung dringend erforderlich. Die Öffentlichkeit hat einen Anspruch darauf, zu wissen, ob ein Kandidat sich zu diesem Zweck nur ein christliches Mäntelchen umhängt und sonst für 68er Ideen steht, oder ob er öffentlich und privat rückhaltslos christliche Grundhaltung vertritt!
Für einen Christen gibt es keine zweigeteilte Persönlichkeit: entweder er ist immer Christ oder nie! Das u. a. unterscheidet uns ja gerade positiv von den Vertretern von Ideologien.
Seehofers Informationsverhalten wäre in Ordnung, wenn er nicht für eine christliche Partei anträte und dort auch noch Vorsitzender werden wollte!
Die Öffentlichkeit hat einen Anspruch darauf, zu wissen, wie es ein solcher Kandidat mit seinem Christentum hält! Zwar ist richtig, ein Fehltritt besagt noch nichts über seine Grundeinstellung zum Gebot des Herrn. Aber gerade deswegen wäre nun eine entsprechende Erklärung dringend erforderlich. Die Öffentlichkeit hat einen Anspruch darauf, zu wissen, ob ein Kandidat sich zu diesem Zweck nur ein christliches Mäntelchen umhängt und sonst für 68er Ideen steht, oder ob er öffentlich und privat rückhaltslos christliche Grundhaltung vertritt!
Für einen Christen gibt es keine zweigeteilte Persönlichkeit: entweder er ist immer Christ oder nie! Das u. a. unterscheidet uns ja gerade positiv von den Vertretern von Ideologien.
Mittwoch, 21. Februar 2007 11:54
HeinrichvonOfterdingen: Mensch,
ist da immer noch kein Ende! Es handelt sich wohl um einen kleinen Formfehler. Seehofer hat seine Ehe nicht rechtzeitig in Rom scheiden (bzw. annullieren, so der dortige euphemistische Wortgebrauch) lassen. Vielleicht war er aber auch noch gar nicht kirchlich verheiratet, hat also noch alle Optionen offen. Wer weiß das? Und nun hat er eine gut katholische Juristin entdeckt und will endlich mit ihr eine christliche Ehe schließen und da kommen diese moralinsauren Bösredner daher.
Mittwoch, 21. Februar 2007 11:37
Lorenz: Gerade hier gefunden…
…in einem Akt oberster Hirtensorge hat uns unser geliebter Papst dieses Wort geschenkt: „Die Sünde ist nicht in den anderen – in Institutionen oder wichtigen Funktionsträgern –, sondern bei sich selber zu suchen. Dadurch wächst die Tugend der Demut.“ Wer die Unschuld sucht, braucht in dieser Welt nicht zu fahnden.
Dienstag, 20. Februar 2007 10:20
Genoveva: @Jörg: Sie verbiegen die Tatsachen …
Host Seehofer hat seinen Fehltritt weder öffentlich bedauert noch öffentlich gerechtfertigt. Er hat
sich schlicht geweigert, diese Angelegenheit öffentlich zu diskutieren. Das ist völlig korrekt und angemessen.
Niemand hat das Recht, hieraus zu folgern, daß er sein Verhalten als richtig ansieht.
Ihnen sollte bekannt sein, daß Sündigen keineswegs identisch ist mit der Ablehnung der Gebote Gottes – diesen Schluß ziehen Sie aber offensichtlich.
Meine Polemik gegen den Begriff „Werte“ haben Sie nicht verstanden. „Wert“ ist in der allgemeinen Wahrnehmung ein soziologischer Begriff, der typische Slogan lautet: „Wir müssen zu einem Wertekonsens kommen“. Die Güter der christlichen Moral sind aber nichts, was wir im Konsens definieren, sondern sie sind uns vorgegeben.
Sie können diesen unsauberen Gebrauch des Begriffs „Werte“ allenthalben feststellen. „Toleranz“, „Gleichheit“ sind solche typischen Werte in unserer Gesellschaft. Das ist zunächst ja nichts Negatives, sie haben allerdings die fatale Tendenz, gegen die christlichen Gebote ausgespielt zu werden. Daher habe ich starke Aversionen gegen die Übernahme dieses Neusprech.
Die von Ihnen angesprochenen „geistlichen Werte“ sind übrigens ein schönes Beispiel: Das letzte Ziel des geistlichen Lebens ist Gott, das höchste Gut des Menschen. Setzen Sie hier „Wert“ ein und alles wird flach.
Ihnen sollte bekannt sein, daß Sündigen keineswegs identisch ist mit der Ablehnung der Gebote Gottes – diesen Schluß ziehen Sie aber offensichtlich.
Meine Polemik gegen den Begriff „Werte“ haben Sie nicht verstanden. „Wert“ ist in der allgemeinen Wahrnehmung ein soziologischer Begriff, der typische Slogan lautet: „Wir müssen zu einem Wertekonsens kommen“. Die Güter der christlichen Moral sind aber nichts, was wir im Konsens definieren, sondern sie sind uns vorgegeben.
Sie können diesen unsauberen Gebrauch des Begriffs „Werte“ allenthalben feststellen. „Toleranz“, „Gleichheit“ sind solche typischen Werte in unserer Gesellschaft. Das ist zunächst ja nichts Negatives, sie haben allerdings die fatale Tendenz, gegen die christlichen Gebote ausgespielt zu werden. Daher habe ich starke Aversionen gegen die Übernahme dieses Neusprech.
Die von Ihnen angesprochenen „geistlichen Werte“ sind übrigens ein schönes Beispiel: Das letzte Ziel des geistlichen Lebens ist Gott, das höchste Gut des Menschen. Setzen Sie hier „Wert“ ein und alles wird flach.
Sonntag, 18. Februar 2007 22:45
Jörg Guttenberger, Köln: Genoveva: Werte
„Werte werden an der Börse gehandelt“ Finden Sie nicht ein wenig arg oberflächlich? Noch nie etwas von
geistigen Werten gehört?
Seehofer hat durch Ehebruch in unverantwortlicher Form gegen menschliche Werte allgemein und christliche Werge insbesondere verstoßen. Wo soll das uneheliche Kind seine menschliche und familiäre Heimat finden? Patchwork ist kein ernstzunehmender Ersatz. Der Gesetzgeber hat lediglich für eine angemessene wirtschaftliche Grundlage Unehelicher gesorgt, zu allem anderen ist er überfordert.
Seehofer hat seinen Fehltritt, soweit bekannt, in keiner Weise bedauert oder sich von ihm öffentlich distanziert. Damit ist klar, er hält sein Verhalten für in Ordnung. Somit ist die öffentliche Kritik Meisners berechtigt.
Man kann einen Menschen nicht trennen in privat und öffentlich, sondern mß ihn in seiner Gesamtheit als ganzen Menschen sehen. Entweder er vertritt eine ernst zu nehmende Wertordnung, dann tut er es öffentlich und privat. Tut er es nur öffentlich, ist er ein Schauspieler in ungutem Sinn.
Wir dürfen von uns erwachsenen Menschen ein Verhalten erwarten, das wir jederzeit gegenüber jedem verantworten können! Andernfalls sind wir in unserer Eigenschaft als erwachsene Menschen nicht ernst zu nehmen. Ängstliche Vertuscherei gehört in den Kindergarten.
Seehofer hat durch Ehebruch in unverantwortlicher Form gegen menschliche Werte allgemein und christliche Werge insbesondere verstoßen. Wo soll das uneheliche Kind seine menschliche und familiäre Heimat finden? Patchwork ist kein ernstzunehmender Ersatz. Der Gesetzgeber hat lediglich für eine angemessene wirtschaftliche Grundlage Unehelicher gesorgt, zu allem anderen ist er überfordert.
Seehofer hat seinen Fehltritt, soweit bekannt, in keiner Weise bedauert oder sich von ihm öffentlich distanziert. Damit ist klar, er hält sein Verhalten für in Ordnung. Somit ist die öffentliche Kritik Meisners berechtigt.
Man kann einen Menschen nicht trennen in privat und öffentlich, sondern mß ihn in seiner Gesamtheit als ganzen Menschen sehen. Entweder er vertritt eine ernst zu nehmende Wertordnung, dann tut er es öffentlich und privat. Tut er es nur öffentlich, ist er ein Schauspieler in ungutem Sinn.
Wir dürfen von uns erwachsenen Menschen ein Verhalten erwarten, das wir jederzeit gegenüber jedem verantworten können! Andernfalls sind wir in unserer Eigenschaft als erwachsene Menschen nicht ernst zu nehmen. Ängstliche Vertuscherei gehört in den Kindergarten.
Samstag, 17. Februar 2007 16:35
Genoveva: Lieber Lorenz, ganz einer Meinung sind wir nicht
Ein Christ soll natürlich den Sünder zurechtweisen, darf ihn aber nicht verfolgen, schon gar nicht im
Sinne kollektiver Verfolgung.
Die Zurechtweisung des Sünders gehört nicht in die Öffentlichkeit. Es sei denn, die Sünde wäre eine solche, die selbst Öffentlichkeitscharakter hätte. Das ist hier aber nicht der Fall (auch nicht dadurch, daß dieser Sachverhalt aus der Privatsphäre in die Öffentlichkeit gezerrt worden ist).
Es ist sehr ärgerlich, daß der Kardinal sich an dieser Stelle in einen mit unsauberen Mitteln geführten politischen Machtkampf hat einspannen lassen. Das ist nicht nur nicht seine Aufgabe, sondern im Gegenteil: Das darf er nicht tun.
Die Zurechtweisung des Sünders gehört nicht in die Öffentlichkeit. Es sei denn, die Sünde wäre eine solche, die selbst Öffentlichkeitscharakter hätte. Das ist hier aber nicht der Fall (auch nicht dadurch, daß dieser Sachverhalt aus der Privatsphäre in die Öffentlichkeit gezerrt worden ist).
Es ist sehr ärgerlich, daß der Kardinal sich an dieser Stelle in einen mit unsauberen Mitteln geführten politischen Machtkampf hat einspannen lassen. Das ist nicht nur nicht seine Aufgabe, sondern im Gegenteil: Das darf er nicht tun.
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