[ « 231 232 233 234 235 » ]
Mittwoch, 14. Februar 2007 14:37
Der Hexenmeister von Schorndorf
Letzten Sonntag verschönerte der frühere Diakon im Rottenburger Dom die Heilige Messe mit männlicher Hexentunte, Geistern und Narrensamen. Von Annemarie Weck.
Die dämonischen Geister aus den Fastnachtszünften wurden eingeladen und stellten sich im Altarraum der Heilig-Geist-Kirche auf.
Die dämonischen Geister aus den Fastnachtszünften wurden eingeladen und stellten sich im Altarraum der Heilig-Geist-Kirche auf.
(kreuz.net, Schorndorf) Die Narren im Schwabenland durften sich am vergangenen Sonntag – trotz Abtreibungs- referendums in Portugal – eine Auszeit nehmen.

Dazu erschien der Teufel – von dem man sonst in katholischen Gottesdiensten wenig hört – höchstpersönlich in der katholischen Heilig-Geist-Pfarrei in Schorndorf – der Geburtstadt Gottlieb Daimlers († 1900).

Schorndorf befindet sich etwa 25 km östlich von Stuttgart.

Historisch bestand der Sinn der Fastnacht in der Vertreibung dämonischer Mächte.

In Schorndorf geschah das Gegenteil. Die dämonischen Geister aus den Fastnachtszünften wurden eingeladen und stellten sich im Altarraum der Heilig-Geist-Kirche auf.

Vikar Hw. Timo Weber – zuvor Diakon im Rottenburger Dom – hatte die Narren eigens aus der Bischofsstadt kommen lassen. In seiner Predigt entdeckte er Parallelen zwischen ihnen und den Seligpreisungen des Lukasevangeliums.

Er stellte bei dieser Gelegenheit auch die einzelnen Faschingsfiguren vor. Zu diesem Zweck präsentierten sich die Narren vor dem Volksaltar.

Folgende Fastnachtsfiguren hatte der Vikar – der selber Zunftmitglied ist – in die Messe eingeladen:

Den „teuflischen Ahland“ mit der „Saubolder“, seinen „finsteren Kumpanen Pompele“, eine männliche „Stadthexe“ und „Jägersleut’“.

Im Fastnachtsaufmarsch vor dem Altar befanden sich auch sogenannte „Narrensamen“ – als Narren verkleidete kleine Kinder.

Passend zu diesem Bild rief Hw. Weber der frommen Gemeinde zu: „Laßt uns Jesus Christus als Narren folgen“.

Der Vikar entdeckte sodann in den Narren ein Abbild des Handelns Jesu, der – etwa bei der Frage der Ehebrecherin – wie die Narren den Menschen den Spiegel vorgehalten habe.

Die Heilige Messe wurde folgerichtig nicht mit einem Salve Regina oder einer frommen Schnulze beendet.

Nein, zum ‘Ite missa est’ wurde der Rottenburger Narrenmarsch gespielt.

Der „teuflische Ahland“ und sein „finsterer Kumpane Pompele“ hüpften dazu schellend durch die Kirche.

„Gehet hin in Frieden“? – Gar nicht so einfach bei diesen äußeren Bedingungen.

Bis zum Ende der Heiligen Messe – nach Lumen Gentium 11 die „Quelle und der Höhepunkt des christlichen Lebens“ – blieb unklar, was mit dem närrischen Treiben während der Messe erreicht werden sollte.

Außenwerbung? Schorndorf gilt als eine der pietistischsten Städte in ganz Württemberg. Die Fastnacht interessiert hier sehr wenige.

Das bemerkte Vikar Weber während der Messe selber, als er das „mit Ausnahme unserer Hexen fast faschingsfreie Schorndorf“ beklagte.

© Bild: www.schorndorfer-nachrichten.de/
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 39 Lesermeinungen:
Montag, 5. März 2007 11:11
nobb: fasnet schorndorf
… es ist schon sehr merkwürdig ( bericht schorndorf ) für was das internet inzwischen herhalten muss:
alle „intellektuell-europaweit-zurückgebliebenen“ mögen doch bitte in den usa bei sir „däbbelyoubush“ einen antrag auf einwanderung und übernahme in seine fundamentalistische glaubensbruderschaften stellen …
dort werden an fasnet dann sicher keine hexen verbrannt, dafür aber freie liberale ansichten … und das das ganze jahr über.
ein bisserl irakerfahrung würde den einen oder andern „gebetsbruder“ evtl davon abhalten seine unreflektierte meinung hier zu verbreiten.
letztendlich wird mit einem solchen forum der katholischen kirche – in der ich gerne bin – ein bärendienst erwiesen …
Samstag, 17. Februar 2007 14:13
JohannesD: @Sirilo
Ich bin ein Katholik auf der Suche nach der Wahrheit.
Und Die habe ich jetzt in Jesus Christus gefunden.
Freitag, 16. Februar 2007 21:42
freddie schenk: Im Gegensatz
zu kreuz.net hat so manche Kirchenzeitung Humor. In der neuesten Ausgabe des „Bonifatiusboten“ steht heute im „Wochenkalender“:

Sonntag
Fastnacht in den Kirchen:
In manchen Pfarreien kommen kinder verkleidet zur Messfeier. Eine Bitte an die jungen: Lasst die Schiesseisen zu Hause.


Alaaf und Helau!!!!!!!!!!!!!!!!!! Tusch. Humtata.
Freitag, 16. Februar 2007 16:29
Sirilo: @JohannesD – Gottesmutter
Könnten Sie bitte mal offenbaren, welcher Denomination Sie angehören? Katholisch sind Sie jedenfalls nicht. Für die katholische Kirche gilt, was 431 das Konzil von Ephesus verkündet hat: Maria ist „Theotokos“, also Gottesgebärerin. Sie hat den Gottmenschen Jesus Christus geboren, nicht nur den Menschen Jesus. Wer Maria den Titel „Muttergottes“ abspricht, reduziert Jesus auf seine menschliche Natur. Wenn ich mich recht erinnere, nennt man diese Irrlehre Arianismus. Sind Sie also ein (verspäteter) Arianer?
Freitag, 16. Februar 2007 15:05
Sozialkatholisch: JohannesD
Nein, ich habe meine Meinung nicht relativiert. Nur Gott in seiner hl. Dreifaltigkeit ist Gott und hl. Maria, die Gottesmutter ist „nur“ ein Mensch. Die hl. Jungfrau Maria glänzte gerade hier auf der Erde in Gehorsam und Demut gegenüber Gott und im Himmel wird sie Gott auch nichts zwingen können, aber Gott kann ihr fast nichts abschlagen.
Gerade in der von ihnen zitierte Bibelstelle „Weib, was mir und was dir?“ kann man die Größe Mariens erahnen, Jesus wollte den Leuten auf der Hochzeit von sich aus nicht zu mehr Wein verhelfen. Jesus hatte auch bis dahin noch keine größere öffentliche Wunder gewirkt. Die Fürsprache der Gottesmutter verhalf den Hochzeitsleuten zur helfenden Tat Jesu / Gottes.
Die Größe Mariens wird in so gut wie allen älteren christlichen Kirchen, die schon mehr als 1700 Jahre von Rom getrennt sind hochgehalten, so das man sagen kann das das Urchristentum, marianisch war.
Freitag, 16. Februar 2007 13:49
JohannesD: @Sozialkatholisch
Das Jesus Christus dem Willen seiner Mutter unterworfen seien soll ist natürlich eine Irrlehre, aber einen gewissen Einfluss auf ihren göttlichen Sohn wird Maria im Himmel schon haben.

Na das ist ja schon etwas, dass Sie Ihre Meinung relativeren.

Wie dem auch sei: Gott als Gott hat keine Mutter, und Jesus Christus als Gott hat keine Mutter, und die Braut des Hl. Geistes ist die Braut Jesu ist die Gemeinde Jesu.

Jesus hat sich von Seiten Marias zu seinen Erdenzeiten jede Einmischung in seine Geschäfte verbeten („Weib, was mir und was dir?“), so ist nicht anzunehmen, dass Er nun im Himmel eine andere Position vertritt. Das, was von Maria gesagt wird, hat keine biblische Grundlage, sondern sind Träume/Wünsche/Projektionen von Menschen, die das Wort Gottes nicht/nicht gut genug kennen oder kennen wollen.
Alle Lesermeinungen anzeigen 33 weitere Lesermeinungen
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.
Copyright © 2008 kreuz.net