Die Liturgiereform war und ist ein großer Gewinn für die Kirche. Das glaubt ein kürzlich emeritierter deutscher Diözesanbischof: „Eine Reform der Reform brauchen wir nicht.“
(kreuz.net, Speyer) „Was eine Veränderung der amtlichen liturgischen Formen angeht, sehe ich bei uns
keinen großen Handlungsbedarf.“
Das erklärte der am 10. Februar emeritierte Bischof von Speyer, Mons.
Anton Schlembach (75), vor der katholischen Zeitung ‘Tagespost’:
Es sei möglich, daß „das eine oder
andere“ verbessert werden könne.
Doch insgesamt sei er der festen Überzeugung, „daß die Liturgiereform
ein großer Gewinn für die Kirche war und ist.“
Leider gebe es liturgische Eigenmächtigkeiten und Mißbrauch:
„Es gab auch schwerwiegende ideologische Irrtümer.“
So sei zum Beispiel nach der Liturgiereform die
Entsakralisierung sogar als theologischer Fortschritt verkauft worden. „Das hat großen Schaden angerichtet.“
Schöne Altäre seien aus den Kirchen entfernt worden, weil man gemeint habe, daß das im Sinne des Konzils
sei.
Doch heute bedaure man das und erkenne die Fehlentwicklungen deutlicher als noch vor 25 Jahren:
„Ich denke, wir sind auf einem guten Weg zu einer echten Erneuerung und Vertiefung der Liturgie.“
Lieder,
die zu Beginn der Reformen verpönt waren, würden jetzt wieder gesungen. Es gebe wieder Messen, die –
zumindest in Teilen – in lateinischer Sprache gefeiert würden:
„Eine Reform der Reform brauchen wir
meines Erachtens nicht.“
Dagegen sei eine Verlebendigung und Verschönerung in der Tat notwendig:
„Würde
die jetzt allgemein geltende Eucharistiefeier bisweilen in lateinischer Sprache gehalten, würde wohl
die Forderung nach der so genannten tridentinischen Messe verstummen.“
Email-Adressen der Empfänger
24 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Liturgisches Paradies? Kann auch kaum glauben, dass es ein deutschsprachiges Bistum geben soll, in dem
-wie der Priesteramtskandidat Gregorius Magnus behauptet- keine Priester geben soll, die „selbstgestrickte“
Messtexte verwenden. Bei der Durchsicht der von Gregorius Magnus verfassten Beiträge wurde dann deutlich,
dass er aus dem Bistum Eichstätt zu stammen scheint. Dass die Lage dort besser sein mag als in manchen
anderen Bistümern, glaube ich gern. Aber eine so grossartige Lobeshymne wie sie Gregorius Magnus anstimmt,
ist sicher auch in der Diözese von St. Willibald übertrieben!
Gregorius m. Außerdem: Kann man beweisen, dass ein Priester in der AM auch immer das gelesen hat, was
im MR steht?????? Wenn für die Abkürzungen AM und MR Antiqua Missaund Missale Romanumstehen sollen,
dann kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, daß Sie die Frage ernst gemeint haben. Was ist theoretisch
nicht alles möglich. Das hieße, der Priester müßte vorbereitete Zettel im Meßbuch liegen haben (in
welcher Sprache auch immer) oder er müßte aus dem Stehgreif ob seiner fantastischen Lateinkenntnisse
aus dem Stehgreif formulieren können. Ersteres würde sehr schnell bemerkt werden, im zweiten Fall wäre
die Wahrscheinlichkeit so groß wie wenn im NOM eine als Priester verkleidete Nonne oder Femnistin regelmäßig
und unbemerkt feiern würde. Lieber „Gregor der Große“, Nennen Sie doch mal Ihr liturgisch absolut intaktes
Bistum mit Namen, um recherchieren und Ihnen vielleicht Ihnen dann mit Namen, Tag und Uhrzeit den Priester
nennen zu können, der sich um die liturgische Ordnung nicht kümmert oder gekümmert hat.
CIC 1983 can. 846$1 „Was soll schon gegen ein selbst- oder fremdformuliertes Tages- und Schlussgebet einzuwenden
sein? … ich denke mal nichts!“ Ach Gotthard, schauen sie mal in den CIC 1983 unter can. 846 $1 nach.
Der kirchliche Gesetzgeber sieht das offenbar ganz anders. Interessanterweise übrigens im nachkonziliaren
Kirchenrecht! Es gibt übrigens nur ganz wenige Priester, die überhaupt in der Lage sind, Orationen selbst
zu formulieren. Die kann man an einer Hand abzählen. Neben hervorragenden theologischen Kenntnissen muss
man nämlich auch ein sehr gutes Gefühl für die Sprache besitzen. Und man muß die Stilgesetze der Gattung
„Oration“ souverän beherrschen. Glauben Sie mir, ich weiß wovon ich rede. Ich denke, für 95% der Kleriker
ist die eigenständige Formulierung einer Oration, von einem Hochgebet ganz zu schweigen, eine ziemliche
Überforderung. Auch deswegen ist es absolut sinnvoll, auf das Missale zurückzugreifen. Stilblüten sollte
man in der Liturgie vermeiden!
#20 Gotthard 01:21:56 | Dienstag, 20. Februar 2007
selbstgestrickt Was soll schon gegen ein selbst- oder fremdformuliertes Tages- und Schlussgebet einzuwenden
sein? … ich denke mal nichts! Der geforderte Einsatz einer Kommunion-Patene ist ein Witz … habe diese
seit 50 jahren nicht erlebt. Katholische Priester sind in ihren Gemeinden zum Heil der Menschen, während
sich Pius-Leute während ihres normalen Schuldienstes im Ausland aufhalten.
Gregorius Magnus Der Priesteramtskandidat Gregorius magnus behauptet: Und ich kenne in meinem Heimatbistum
keinen Priester, der irgendwelches selbstgestricktes Zeug verwendet! Und das spricht scho mal für sich,
wenn in einem ganzen Bistum alles nach Plan läuft!! Dann wird es sich wohl kaum um ein deutschsprachiges
Bistum handeln, wo grobe Verstösse gegen die liturgische Ordnung an der Tagesordnung sind oder Gregorius
Magnus kennt die kirchliche Realität nicht oder hat die rosarote Brille auf. Aus welchem Bistum stammen
Sie denn?
Dr. Christoph Heger: antiquus v. vetus Nun ich dachte, das sei aus dem Gegensatzpaar „NOM“ gegenüber
„AOM“ klar: Antiquus Ordo Missae, alte Meßordnung. Dachte ich mir fast schon. Allerdings, so glaube ich,
wäre VOM („Vetus Ordo Missae“) hier angemessener. „antiquus“ gebraucht man (nach North & Hillard) für
Dinge, welche in vergangenen Zeiten existierten, „vetus“ hingegen für Dinge, welche lange existierten
(oder existieren). Ich meine auch schon einmal den Begriff „vetus ordo“ als Gegensatz zu „novus ordo“
irgendwo gelesen zu haben.
@ Heggi Als Theologiestudent auf das Priesteramt kenne ich diese Dokumente sehr gut. Doch wird hier auf
Kreuz.net immer wieder alles über einen Kamm geschoren! Das Verhältnis von guten und schlechten Priestern
ist immer noch auf der Seite der guten. Und ich kenne in meinem Heimatbistum keinen Priester, der irgendwelches
selbstgestricktes Zeug verwendet! Und das spricht scho mal für sich, wenn in einem ganzen Bistum alles
nach Plan läuft!! Außerdem: Kann man beweisen, dass ein Priester in der AM auch immer das gelesn hat,
was im MR steht??????
@Aurelius Was ist „AOM“? Nun ich dachte, das sei aus dem Gegensatzpaar „NOM“ gegenüber „AOM“ klar: Antiquus
Ordo Missae, alte Meßordnung. MfG Christoph Heger
Gibt’s eigentlich auch „Fußfinger“? Oder was sollen „Handfinger“ sein? „Handfingerkommunion“…heftig,
heftig… Sind „Handfinger“ was Böses? Na ja, vielleicht bimmer noch besser als vom Priester wie ein
Säugling gefüttert zu werden und die „Handfinger“ des Priesters abzuschlabbern…
Greogorius m. Sie leben offensichtlich auf einem anderen Stern oder Sie verdrängen die liturgische Wirklichkeit
in unseren Kirchen. Warum ist denn die Liturgieinstruktion Redemptionis sakramentum erlassen worden? Die
Antwort können Sie sich selbst geben.
@Gregorius magnus: Anders herum wird ein Schuh draus! Warum sollen Gläubige nicht im NOM katholische
Spiritualität erleben? Das ist doch überhaupt nicht die Frage. Vielmehr: Warum sollen Gläubige nicht
auch im AOM katholische Spiritualität erleben? Hier verläßt die Vatikanum-II-Lobredner ihre Begeisterung
für die Religionsfreiheit, hier reicht es nicht mal zu ganz normaler menschlicher Toleranz. MfG Christoph
Heger
Schlembach hat recht Zu diesem Artikel kann man nur hinzufügen, dass Bischof Schlembach richtig liegt!
Warum wird der NOM immer nieder gemacht und als Teufelswerk bezeichnet? Warum sollen Gläubige nicht im
NOM katholische Spiritualität erleben und diese dann auch weitergeben? Der NOM – in Latein oder Deutsch
zelebriert – ist IMMER das Heiligste Messopfer, das von Christus eingesetzt ist. Und somit steht auch
er in der Tradition der katholischen Kirche und wurde vom Heiligen Geist inspiriert.
Auch lateinisch nicht besser. Ein traditionell Römisch-katholischer Gläubige würde nicht in den Lateinischen
Novus Ordo gehen, wo weiterhin die Missbräuche Handfingerkommunion, Versus populum, Messdienerinnen und
„Kommunionhelfer“ vertreten bzw. praktiziert werden. Einmal das und zum anderen: Diese liturgische Courths-Mahlerei
ist auch auf lateinisch nicht erträglicher. MfG Christoph Heger
Mag er glauben „Würde die jetzt allgemein geltende Eucharistiefeier bisweilen in lateinischer Sprache
gehalten, würde wohl die Forderung nach der so genannten tridentinischen Messe verstummen.“ Das mag es
glauben. Das gibt es schon seit zwanzig Jahren aus den Munden der Bischöfe. Es ist nicht wahr. Ein traditionell
Römisch-katholischer Gläubige würde nicht in den Lateinischen Novus Ordo gehen, wo weiterhin die Missbräuche
Handfingerkommunion, Versus populum, Messdienerinnen und „Kommunionhelfer“ vertreten bzw. praktiziert
werden. Dieser Bischof glaubt wohl es geht bei der ‘tridentinischen’ (wahren) hl. Messe um etwas wie Nostalgie.
Nun, das ist es wirklich nicht und die meisten Gläubigen dort sind lange nach dem Konzil geboren worden.
Es geht um Wahrheit, Transzedenz, Disziplin, Gottesmysterium, Tradition. Das alles wird im Novus Ordo
heute praktisch zerstört oder wenigstens relativiert (cfr. General Instruction to the Roman Missal, Einleitung
zum römischen Messbuch, 1969.). Praktisch resultiert auch ein lateinischer Novus Ordo – der Gutausgebildete
Katholik wird es erkennen – in einem Angriff gegen die Glaubenswahrheiten des kath. Glaubens, vor allem
gegen Transsubstantiation, die Gottheit Jesu, Extra Ecclesiam nulla salus und die Hölle u.a.
#2 Fragezeichen 11:20:21 | Montag, 19. Februar 2007
Schade… … dass die Kirche für die Modernen nun auf dem Stand von 1970 (bzw. 1969) stehen bleiben
muss Wenn schon eine ständige Evolution der Liturgie etc. Triebkraft für die Reform dieser Jahre war,
kann man denn da – bei aller intellektuellen Redlichkeit – dabei stehen bleiben, oder wäre eine „Reform
der Reform“ nicht schon aus innerer Logik unabdingbar (egal, ob sich etwas bewährt oder nicht)?