12:07:01 | Montag, 19. Februar 2007
Die bischöflich unterstützte ‘Aktion Leben Österreich’ setzt ihre Energien ein, um Lebensschützer zu bekämpfen – und verteidigt die Fristenlösung. Von Dipl.Ing. Andreas Kirchmair.

Werbegraphik der ‘Aktion Leben Österreich’
(kreuz.net, Wien) In Sachen ‘Aktion Leben Österreich’ herrscht dringender Handlungsbedarf.
Die ‘Aktion’
bezeichnet sich als „Lebensschutzbewegung“.
Doch in den letzten Jahren hat sie immer wieder angeblich
„radikale Lebensschützer“ kritisiert.
Jüngst verunglimpfte die ‘Aktion Leben Österreich’ junge Lebensschützer
und bezeichnete sie sogar als „angriffslustige Demonstranten“.
Diese Polemiken sind mir nicht neu. Als
langjähriger ehemaliger Unterstützer der ‘Aktion Leben Österreich’ und
Delegierter des Steirischen
Diözesanrats habe ich Anfang 2004 die ‘Aktion Leben Steiermark’ in Graz kennengelernt, die als „Arbeitskreis
Umfassender Schutz des Lebens“ im Bischöflichen Ordinariat der Diözese Graz-Seckau verankert ist.
Bald
zog ich mich ernüchtert zurück. Meine Zeit als Ehrenamtlicher war mir zu schade, um an Kaffeekränzchen
teilzunehmen, wo gegen andere katholische Lebensschutz-Organisationen intrigiert und polemisiert wurde.
Eine ernsthafte Arbeit zugunsten brennender Lebenschutzthemen konnte ich bei der ‘Aktion Leben Steiermark’
nicht entdecken.
Daß sich die „kirchennahe“ und von der Kirche finanziell unterstützte ‘Aktion Leben
Österreich’ mit der schändlichen Fristenregelung arrangiert hat, ist schlimm genug.
Daß sich diese
Organisation immer wieder auf die Seite der Abtreibungsindustrie und ihrer Profiteure und gegen katholische
Lebensschützer stellt, mag ebenfalls folgelogisch sein.
Doch ich halte dieses Verhalten für unaufrichtig,
feig und heuchlerisch.
Ist der ‘Aktion Leben Österreich’ klar, wer angesichts der Massentötungen von
Kindern im Mutterleib in Wahrheit „radikal“ und „aggressiv“ ist?
• Abtreibungsärzte und deren Mitarbeiter,
die täglich rund 200 ungeborene Kinder in Österreich töten.
• Pharmaunternehmen, die frühabtreibende
„Pillen“ verkaufen und getötete ungeborene Kinder als Rohstoff für Biomedizin weiterverarbeiten
• Organisationen,
die seit Jahrzehnten für ein weltweites „Recht auf Abtreibung“ eintreten und für welche die Kinderabtreibung
ein großes Geschäft ist.
• die Weltorganisation der Kinderabtreiber, die im Jahr 2004 bei einem Wiener
Kongreß forderte, daß Ärzte gesetzlich zur Kinderabtreibung gezwungen werden sollen.
• Politiker,
welche die Tötung ungeborener Kinder in öffentlichen Krankenhäusern mit öffentlichen Steuermitteln
fördern – und zugleich die demographische Entwicklung bedauern.
• Juristen, die den ohnehin so schon
schwachen Lebensschutz ungeborener Kinder aus dem Strafrecht eliminieren und Schwangerschaft als Krankheit
definieren.
• Medien, die das Thema Kinderabtreibung und ihre Folgen mit allen Mitteln tabuisieren.
• Bischöfe, die ihren Priestern verbieten, vor Abtreibungskliniken zu beten, und die sich weigern,
sich wenigstens für ein menschenwürdiges Begräbnis der getöteten Kinder einzusetzen, damit sich nur
ja niemand aufregt.
• Männer, die schwangere Mütter teilweise mit Gewalt und ungehindert zu Abtreibungsstätten
schleppen.
Es ist heute politisch inkorrekt und persönlich riskant, sich mit dieser mächtigen Abtreibungslobby
anzulegen. Leichter ist es, auf ein paar „radikale Lebensschützer“ einzuhauen, die sich für die ungeborenen
Kinder einsetzen.
Man würde meinen, daß diese „radikalen Lebensschützer“ natürliche Verbündete einer
glaubwürdigen ‘Aktion Leben Österreich’ wären.
Was ist nur aus der ‘Aktion Leben Österreich’ geworden?
Warum hat sie sich so weit verirrt?
Daß es auch ganz anders geht, zeigt die ‘Aktion Leben Deutschland’.
Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, daß die Österreichische Bischofskonferenz die Aktivitäten
der ‘Aktion Leben Österreich’ immer noch mit Kirchensteuergeldern unterstützt.
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