16:06:34 | Dienstag, 20. Februar 2007
„Es geht um Liebe, Zuneigung und Lust“ – so einfach ist das. Wer am Schluß die Scherben zusammenwischt, bleibt unklar. Von Mag. Thomas Lintner.

Der „Lovebus“ fährt seit Jänner durch Niederösterreich
(kreuz.net) Im 1.400-Seelen-Dorf Krummnußbaum in Niederösterreich wurde Ende Januar 2007 das sogenannte
„Jugend- Aufklärungsprojekt Lovetour“ präsentiert.
Dabei traten zwei Landesrätinnen der christdemokratischen
ÖVP und ein Landesrat der sozialdemokratischen SPÖ gemeinsam auf.
Das Projekt richtet sich an Schüler
im Alter von 12 bis 16 Jahren.
Es sei „maßgeschneidert, kostenlos, anonym, niederschwellig und freiwillig“.
In Zukunft wird es den 590 niederösterreichischen Schulen, wo etwa 50.000 Schüler der anvisierten Altersklasse
unterrichtet werden, angeboten.
Jährliche Kosten: 200.000 Euro. Das Projekt wird von acht sogenannten
„Sexualpädagogen“ geleitet.
Zwei von ihnen sind jeweils in einem knallroten Autobus unterwegs.
Sie
bemühen sich, in „Workshops“ bis zu zwölf Teilnehmern in die „Reifung der sexuellen Entwicklung, die
Stärkung der Körperwahrnehmung und des Selbstbewußtseins“ einzuweihen.
Sex und Aufklärung dürften
keine Tabuthemen sein – verkündete eine ÖVP-Landesrätin in Krummnußbaum. Es gehe nicht um Förderung
von Sexualität, sondern um sensible Aufklärung.
Was steckt hinter dieser „sensiblen Aufklärung“?
Schon der Gründungsgedanke der Initiative zeigt die Sackgasse: Teennagerschwangerschaften sollen durch
eine verstärkte Verhütungspropaganda bekämpft werden.
Die Botschaft lautet: „Tut es – aber mit Verhütungsmitteln“.
Da es keine sichere Verhütung gibt, impliziert diese Strategie vermehrte Teenagerschwangerschaften und
somit Teenagerabtreibungen.
An letztere werden sich die jungen Mädchen ein paar Jahrzehnte später wieder
erinnern, wenn sie an Brustkrebs leiden – eine häufige Spätfolge nach Abtreibungen.
Ich kenne eine
Frau, die regelmäßig ihre Freundin zu einer Selbsthilfegruppe krebskranker Frauen brachte. Sie sagte
mir über die Teilnehmerinnen:
„Alle haben sie abgetrieben. Der Unterschied zwischen den Frauen war nur,
daß es solche gab, die einen Zusammenhang mit ihrer Abtreibung sahen und andere, die ihn leugneten.“
Das „Lovetour“-Projekt hausiert mit Slogans wie „Berühren und Verführen“.
Daß die Vereinigung zwischen
Mann und Frau in die Ehe gehört, weiß das Projekt nicht. Darum muß es auch vor Geschlechtskrankheiten
warnen.
Die natürliche Empfängnisregelung wird auf der „Lovetour“-Webseite in einer völlig überholten
Form dargestellt.
Hinweise auf weiterführende Literatur oder auf das Institut für Natürliche Empfängnisregelung
des österreichischen Arztes Josef Rötzer gibt es nicht.
Knaus-Ogino wird als mögliche Methode erwähnt,
obwohl sie seit Jahrzehnten veraltet ist und schon lange nicht mehr gelehrt wird.
Im Zusammenhang mit
der Schwangerschaft heißt es, daß man „keinesfalls zum Schwangerschaftsabbruch“ aufrufen will. Es sei
aber „dennoch“ wichtig, über diese angeblich „häufig tabuisierte Wahlmöglichkeit“ zu informieren.
Man will den Kursteilnehmern offensichtlich die Scheu vor der Abtreibung nehmen.
Zum Thema der sogenannten
„sexuellen Orientierung“ heißt es, daß es neben „heterosexuell liebenden“ Menschen „gleichwertig – bei
uns Menschen wie auch bei vielen Tierarten“ angeblich die sogenannte Bisexualität und Homosexualität
gebe.
Wörtlich: „Egal, ob du hetero-, homo- oder bisexuell fühlst, eines verbindet alle diese sexuellen
Ausrichtungen: Es geht um Liebe, Zuneigung und Lust.“
Erwähnt wird, daß unter dem Nationalsozialismus
tausende „Lesben“, „Schwule“ und „Bisexuelle“ ermordet worden seien und diese aufgrund weiter gültiger
„Nazi-Paragraphen“ noch bis in die 1970er Jahre in österreichische Gefängnisse eingesperrt worden seien.
So einfach ist das: Wer heute gegen Homosexualität ist, ist natürlich ein Neo-Nationalsozialist.
Entsprechend
werden die umstrittenen ‘Homosexuelle Initiativen’ von Linz und Wien als „Beratungsstellen“ bei Homosexualität
empfohlen. Ein „Lovetour-Sexualpädagoge“ ist auch als Homo-Sexualberater für die sogenannte „RosaLila
Villa Wien“ tätig.
Schon 2004 empfahl besagter Linzer Homo-Aktivist Homo-Paarungen, nicht auf das Homo-Konkubinat
zu warten, sondern sich zu „trauen“, die Hochzeit ohne „Formalakt“ zu feiern und so sich selbst die „Würde“
zurückzugeben.
Im übrigen beweist er auf seiner Webseite, daß er ein eingefleischter Feind der Kirche
und des Christentums ist.
Zum Thema Selbstbefriedigung heißt es bei „Lovetour“: „Egal, ob Single oder
in einer Beziehung, ob alt oder jung, so lange keine Gegenstände dabei verwendet werden, mit denen man
sich verletzen kann, ist Selbstbefriedigung immer okay!“
Noch weniger „okay“ als dieser Ratschlag sind
die Linkhinweise auf sogenannte „First Love Ambulanzen“ bei frühen Sexualkontakten von Minderjährigen
und bei Schwangerschaften.
In Wien und Oberösterreich sind diese Stellen dafür bekannt, den Jugendlichen
hinter dem Rücken der Eltern Verhütungsmittel und Abtreibungsmöglichkeiten unterzujubeln.
Die oberösterreichische
„Lovetour“-Webseite verlinkt auch auf ‘first-love.at’. Dort kommt man über je einen weiteren Link zu
Pornographie, Seitensprung, „One night stand“ und privaten Sexkontakten.
Von Ehe, Familie, Kinder haben,
Keuschheit, Zurückhaltung, Verantwortungsbewußtsein weiß „Lovetour“ eigentlich nichts.
Am allerwenigsten
erfahren die Schüler von Liebe. Die Tatsache, daß sich eine Mehrheit von ihnen nach der Vermittlung
von Werten wie Treue, Ehe und Familie sehnt, spielt keine Rolle.
„Lovetour“ dreht sich vor allem um den
sogenannten „Sex“.
Doch es gibt Alternativen. Abgesehen von der zentralen elterlichen Aufklärung bemüht
sich zum Beispiel
TeenStar um eine an Reinheit und Ehe orientierte Sexualerziehung.
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