14:18:53 | Freitag, 23. Februar 2007
Die Knospen des „Neuen Pfingsten“ treiben auch im vormals Heiligen Land Tirol immer exotischere Blüten. Von Andreas Thaler.

Mons. Egger bei der Einweihung einer Turnhalle
(kreuz.net, Brixen) Die Philosophisch-Theologische Hochschule Brixen organisiert ab März 2007 eine Vortragsreihe.
Thema: „Der Wahrheitsbegriff in den asiatischen Religionen“.
Es wäre zweifellos fast noch interessanter
gewesen, über das Begreifen der Wahrheit in der eigenen Religion zu brüten. Denn diesbezüglich herrscht –
nicht nur in Tirol – keine geringe Ungewißheit.
Doch man zieht es sicherheitshalber vor, über den fernen
„Wahrheitsbegriff“ in Konfuzianismus, Taoismus, Hinduismus und Buddhismus zu sprechen.
So wünscht es
sich die Leitung der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Brixen.
Der Wahrheitsbegriff soll von
der Expertin Frau Dr. Snejezana Zoric begriffen werden.
Sie will den Seminaristen und Laientheologen
durch einen „gegenwartsorientierten Beitrag“ im Sommersemester die nötige orientalische Würze vermitteln.
Über Wahrheitsbegriffe kann man lange philosophieren.
Ich hoffe, daß die Vortragende auch Gelegenheit
findet, vom Begriff zur Sache fortzuschreiten.
So gibt es in den genannten Religionen zahlreiche inhaltliche
Widersprüche zum Christentum.
Darum wäre es höchst interessant, etwas über die Wahrheit in den asiatischen
Religionen zu erfahren.
Wenn sich verschiedene Parteien zur gleichen Sache unter dem gleichen – religiösen –
Gesichtspunkt widersprechen, dann kann nur eine davon die Wahrheit vertreten.
Man darf bestimmt davon
ausgehen, daß an der Brixner Hochschule die Gewißheit vorherrscht, daß die wahre Religion das Christentum-
genauer: der Katholizismus – ist.
Will man diese Wahrheit in Brixen unter den Scheffel stellen?
Neben
der sogenannten „wissenschaftlichen Einführung in die Frage nach dem Wahrheitsbegriff in den asiatischen
Religionen“, bemühen sich die Organisatoren auch um die Errichtung eines interreligiösen Institutes.
Dabei handelt es sich nicht um ferne Pläne eines Hochschuldekans, der die Zeichen der Zeit und die Situation
der Kirche verkennt.
Vielmehr verkündete das Presseamt der Diözese Bozen-Brixen am 14. Februar 2007
fröhlich:
„Auf Wunsch des Bischofs wurde zur Errichtung dieses Zentrums eine Arbeitsgruppe bestellt,
die sich bereits um dessen Ausbau bemüht.“
Der Segen von oben – von Diözesanbischof Mons. Wilhelm Egger –
scheint somit nicht zu fehlen. Ihm liegt die Förderung des interreligiösen Dialoges offenbar auch am
Herzen.
War es eine andere Welt – oder gar eine andere Kirche und ein anderes Evangelium – als der frühere
Fürsterzbischof von Brixen, Mons. Vinzenz Gasser, im Jahre 1876 durch die Errichtung evangelischer Gemeinden
in Innsbruck und Meran so schwer getroffen wurde, daß er dem Papst seinen Rücktritt anbot?
Ob der Fürsterzbischof
angesichts des interreligiösen Übereifers in Brixen seinem Nachfolger in Sachen Handtuch werfen zum
Vorbild werden könnte?
Als Alternative könnte man dem Bischof und Neutestamentler, Mons. Wilhelm Egger,
im Sinne von Johannes 14,6 – „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ – ein alternatives Institut
empfehlen.
In unserer verwirrten Zeit wäre es in der Tat ein bahnbrechendes Unternehmen, der Welt und
der Kirche mit Mut zu zeigen, wo die Wahrheit sich in Wahrheit befindet.
Es hat sich bestimmt schon im
Bischofshaus herumgesprochen, daß der Glaube an Christus auch bei den Südtirolern arg am Schwinden ist.
Dafür brauchte es ein Institut, das besser heute als morgen seine Arbeit aufnehmen würde.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#7
Frasim 23:48:21 | Freitag, 23. Februar 2007
#6
Gotthard 22:56:04 | Freitag, 23. Februar 2007