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Samstag, 24. Februar 2007 08:58
kreuzmeldungen
Schlafen statt beten + Päpstliche Professur + Exkommuniziert oder nicht? + Das gleiche Argument + Ein schlechter Jude
Schlafen statt beten

Vatikan. Vorgestern traf Papst Benedikt XVI. die Pfarrer der Diözese Rom. In seiner Ansprache zitierte er den heiligen Augustinus, der über sich sagte, daß er seinem Leben des Gebets und der Betrachtung entrissen worden sei, um sich seiner Sendung als Bischof zu widmen. Ihm sei nur die Nacht zum Gebet geblieben. „Ich gestehe meine Schwäche ein“ – so Benedikt XVI. – „in der Nacht kann ich nicht beten, da möchte ich schlafen“. Dennoch brauche es Zeit für den Herrn.

Päpstliche Professur

Deutschland. Gestern gaben der Bischof von Regensburg, Mons. Gerhard Ludwig Müller, und der Rektor der Universität Regensburg, Professor Alf Zimmer, die Errichtung eines Papst-Benedikt-Lehrstuhls bekannt. Träger des Stiftungslehrstuhls für die Erforschung des Lebenswerkes von Papst Benedikt XVI. ist die Diözese Regensburg. Die Personalkosten werden voraussichtlich 180.000 Euro pro Jahr betragen.

Exkommuniziert oder nicht?

Deutschland. Am kommenden Sonntag findet in der altrituellen Gemeinde St. Martin in Köllerbach im Bistum Trier eine Rekonzilisationsfeier mit der Diözese statt. Der kirchenrechtliche Status der dort ansässigen Gläubigen und ihres Priesters wird durch den Eintritt des Priesters in das Berliner ‘Institut St. Philipp Neri’ geregelt. In einer Pressemeldung des Bistums heißt es dazu, daß die Gemeinde und ihr Priester zuerst ein Versprechen abgeben müßten und danach die Lossprechung von der Exkommunikation erfolge. Das Versprechen fordert unter anderem die Anerkennung der Lehre des Zweiten Vatikanums. Auf der Homepage des ‘Instituts St. Philipp Neri’ findet sich der Hinweis, daß damit nicht gesagt sei, daß diese Menschen vorher exkommuniziert gewesen wären.

Das gleiche Argument

Deutschland. Ein Geschwisterpaar aus Sachsen will vor dem Bundesverfassungsgericht gegen das Inzest-Verbot klagen. Das erklären Patrick S. und Susan K. gegenüber der Tageszeitung ‘Dresdner Neueste Nachrichten’. Paragraph 173 des Strafgesetzbuchs ahndet die sexuelle Unzucht unter erwachsenen Geschwistern mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe. Der Paragraph beschneide das Grundrecht auf sexuelle Selbstbestimmung, sowie auf freie Gestaltung des Familienlebens, so das – ursprünglich für die Förderung der Homo-Ideologie erfundene – Argument der Geschwister, die gemeinsam bereits vier Kinder gezeugt haben.

Ein schlechter Jude

Österreich. Der Wiener orthodoxe Oberrabbiner Moishe Arye Friedman hat die Wiener Talmud-Thora-Schule geklagt, weil deren Leitung seine vier schulpflichtigen Kinder ausgeschlossen hat. Die Begründung: Rabbiner Friedman nahm an der internationalen Holocaust-Konferenz in Teheran teil. Der Rabbiner ist ein Kritiker des jüdischen Nationalismus sowie des Militarismus und der weltlichen Verfaßtheit des Staates Israel. Als weiteren Grund für die Sippenhaft erklärte die Schule auch, daß Friedman angeblich den Sabbat gebrochen habe. Der Rabbiner hatte an einem Samstag in Berlin eine Rede gehalten.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 65 Lesermeinungen:
Mittwoch, 30. Januar 2008 20:22
Lorenz: @Omnes
Auf Ihre Frage nach Schriftzitaten zu meiner These, dass Jesus der Gewalt, die ihm widerfährt, als solcher keine Besonderheit zuspricht, kann ich dies nur indirekt belegende Passagen nennen. Da ist zunächst Lk 11, 49-51. Ich denke, Jesus weiß um die strukturelle Gemeinsamkeit seines Leidens mit dem Leid der Propheten (man denke hier auch an seinen Selbstvergleich mit dem Jonaszeichen, Lk 11, 29f.) Bei Joh 8,44 heisst es, Satan ist Mörder von Anfang an und an einer anderen Stelle (sinngemäß), dass geoffenbart wird, was verborgen ist vom Anbeginn der Welt. Wenn Jesus seinem Leiden als solchem zuviel Besonderheit zuspräche, würde das Offenbarungswirken der alttestamentlichen Texte und ihrer Gewaltdarstellungen möglicherweise verdunkelt. Wir sollten akzeptieren, dass die christliche Offenbarung eine jüdisch-christliche ist. Die zentrale Besonderheit an der Passion des Herrn scheint mir die Reaktion der Menschen auf das Gesehene, das Emmausereignis und das Wirken des Heiligen Geistes in der Geschichte des Gedächtnisses der Kreuzigung.
Dienstag, 27. Februar 2007 16:03
Lorenz: Lieber Omnes,
eigentlich hatte ich auf Ihre (bestaunenswerte)Schriftgelehrtheit gehofft, werde nun aber heute Abend selbst nach einer Fundstelle suchen. Bis dahin
Dienstag, 27. Februar 2007 15:28
Dem Kreuzigungsereignis als solchem spricht Cristus selbst jede Singularität ab. Er warnt uns sogar davor, alles falsch zu verstehen und zu meinen, dass die Kreuzigung das größte oder grausamste Menschheitsverbrechen sei.
Können Sie das auch mit Schriftzitaten belegen?
Dienstag, 27. Februar 2007 13:50
Lorenz: Einzigartigkeit,
Lieber Omnes,

vielleicht wäre es noch erhellender statt von Einzigartigkeit von Endgültigkeit zu sprechen. Das, was Sie Christus-Ereignis nennen, beendet allen Zweifel über die Wahrheit, das Gott die Liebe ist. Dem Kreuzigungsereignis als solchem spricht Cristus selbst jede Singularität ab. Er warnt uns sogar davor, alles falsch zu verstehen und zu meinen, dass die Kreuzigung das größte oder grausamste Menschheitsverbrechen sei. Wir sollten es um des rechten Verständnisses willen vermeiden, hier christlicher zu sein als Christus oder evangelischer als die Evangelien.
Dienstag, 27. Februar 2007 13:19
Omnes haereses interemisti †: @Alanus: Es geht letztlich um die Einzigartigkeit des Christusereignisses…
Die in der Heiligen Schrift anzutreffenden (Hoheits-)Titel für Jesus wie „Rabbi“, „Prophet“, „Messias“, „Gottessohn“ sind als Versuche zu werten, die Einzigartigkeit der Person und des Erlösungswerks Jesu Christi ins Wort zu bringen wie auch die zeitlich späteren Glaubensformeln, Dogmen und Lehren der Kirche über Jesus Christus als solche Versuche anzusehen sind.
Was von uns gefordert ist, ist diese Einzigartigkeit anzuerkennen und sie für unser Leben und das Heil der Welt fruchtbar zu machen…!
Montag, 26. Februar 2007 22:56
Alanus ab Insulis: @ Lorenz: Wir haben da eben
zwei unterschiedliche Ansätze.
Ich gehe von der ältesten Quelle über Jesus aus (MkEv) und versuche, von diesen die weitere Entwicklung der Aussagen über Jesus in den anderen Evangelien und der späteren Dogmatik zu bewerten. Und da das MkEv auch schon einige Jahrzehnte vom historischen Ereignis entfernt ist, wird schon bei Mk einiges „hinzugekommen“ sein.
Sie hingegen gehen vom kath. Glauben aus mit allem drum und dran und versuchen, diesen mit den Quellen zu harmonisieren und sind auch bereit, manches unklar zu lassen („Mysterium“).

Nun gut, suum cuique. Ich freue mich aber, daß Sie offensichtlich einer der wenigen hier sind, der zu einer Glaubensauffassung gefunden hat (oder immer hatte), die weitab ist von Fanatismus und Militanz.
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