Zu neugierig, um im Koma zu sein
Frau Terri Schiavo erlitt vor Jahren bei einem körperlichen Zusammenbruch einen schweren Hirnschaden. Seitdem muß sie künstlich ernährt werden. Ihr Ehemann und Rechtsvertreter möchte sie verhungern lassen. Die Eltern von Terri widersetzen sich ihm vor Gericht. Eine Rechtsanwältin, welche die Patientin kürzlich besuchte, war über die junge Frau mehr als erstaunt.
(kreuz.net, Florida) Die US-Amerikanerin Terri Schiavo zeigt sich, entgegen den Behauptungen ihres Ehemanns,
neugierig, kommunikativ und lebendig. Eine überraschte Rechtsanwältin berichtet über ihren Besuch bei
Frau Schiavo am Weihnachtsabend.Wegen einer Eßstörung erlitt die US-Amerikanerin Terri Schiavo, geborene Schindler, 1990 im Alter von 26 Jahren einen Zusammenbruch. Der Kollaps hatte einen schweren Hirnschaden zur Folge. Seitdem liegt Frau Schiavo in einem Pflegeheim im US-Bundesstaat Florida. Bisher hat Frau Schiavo überlebt, weil sie über eine Magensonde künstlich ernährt wird. Auf andere lebensrettende Maßnahmen ist sie nicht angewiesen.
Ihr Ehemann, Michael Schiavo, möchte „das Leiden von Terri abkürzen“ und sie verhungern lassen. Schon lange lebt er mit einer anderen Frau im Konkubinat und hat mit dieser Kinder gezeugt. Aber nach US-amerikanischem Recht ist er immer noch der Rechtsvertreter seiner bettlägrigen Frau.
Gegenwärtig streiten die Eltern von Frau Schiavo, Robert und Mary Schindler, vor dem Obersten Gerichtshof des US-Bundesstaates Florida. Sie wollen verhindern, daß die Magensonde, die ihre Tochter ernährt, herausgenommen und Terri dem Hungertod überlassen wird.
Am vergangenen Weihnachtstag wurde Frau Schiavo von Dr. Barbara Weller besucht. Frau Weller ist eine der Rechtsanwälte, die für Terri Schiavo arbeiten. Dr. Weller sah Frau Schiavo zum ersten Mal.
Frau Dr. Weller erzählt:
Vergangene Weihnachten besuchte ich Terri Schiavo mit ihren Eltern, ihrer Schwester und ihrer Nichte. Wir waren etwa 45 Minuten bei ihr. Es war um die Mittagszeit.
Als ich mich entschloß, Terri zu besuchen, wußte ich nicht, was mich erwartet. Ich rechnete damit, daß die Familie aus Liebe zu ihrer Tochter und Schwester Dinge in die Reaktionen der Patientin hineininterpretieren würde, die andere Menschen nicht so deuten könnten.
Die Medien und der entfremdete Ehemann erklären, daß sich Terri in einem komatösen Zustand befindet. Sie behaupten, daß ihre Handlungen plan- und sinnlos seien.
Ich bin selbst Mutter und Großmutter und ich kann mir gut vorstellen, daß Eltern sich ein bestimmtes Verhalten einbilden, das in Wahrheit nicht existiert. Ich war darum fest entschlossen, meinen Besuch so objektiv wie möglich zu bewerten und nicht enttäuscht zu sein, ganz gleich, was ich sehen oder erfahren würde.
Umsomehr war ich über das, was ich sah, überrascht, nachdem ich das kleine Zimmer von Terri betreten hatte. Terri lebt im ersten Stock des Hauses und hat eine schöne Aussicht auf die Gartenanlage des Heimes.
Nachdem ich in den Raum eingetreten war, hatte ich das Gefühl, daß Terri sehr koordiniert und bewußt handelte. Ich hatte sogar den Eindruck, daß sie angesichts der Präsenz von Fremden in ihrem Zimmer ausgesprochen neugierig war.
Terris Familie trat auf sie zu, um sie zu begrüßen. Kaum hörte Terri die Stimme ihrer Mutter, neigte sie den Kopf in jene Richtung. Es war mir klar, daß sie die Stimmen im Raum erkannte. Als ihre Mutter zu reden begann, änderte sich Terris Verhalten vollständig.
Ich erwartete ein starres, gelblich-graues Gesicht. Als ich auf Terri zuging, um sie zu grüßen, bemerkte ich entgegen meiner Erwartung, wie schön sie war.
Ich war berührt zu sehen, daß Terri mit den verschiedenen Familienmitgliedern unterschiedlich kommunizierte. Niemals hätte ich gedacht, daß sie so aktiv, neugierig und koordiniert handeln würde. Sie betrachtete die Leute sehr genau und trat mit ihnen in Kontakt.
Meiner Meinung nach, ist Frau Schiavo nicht im Koma, nicht einmal annähernd. Als ich Terri sah, dachte ich mir, daß sie das Weihnachtsfest nicht in ihrem Zimmer, sondern am Weihnachtstisch mit ihrer Familie verbringen sollte.
Weiterlesen:
Mittwoch, 26. Januar 2005 15:33
Bruno-Maria Schulz: nicht spontan antworten!
Es gibt viele Dinge in unserem Sein, über die wir erst nach sehr langer Gewissenserforschung uns äußern
sollten und dann nur ausnehmend vorsichtig – niemals spontan.
Dinge, die wir selbst, weil uns die Erfahrung fehlt, weder beurteilen, noch einfühlend nachvollziehen können.
Vorschnelle Meinungen wären zu 99% falsch.
Keiner von uns weiß, ob dieser Mensch leben möchte, Sterben herbeisehnt, die Entscheidung gewaltsam herbeigeführt sehen möchte – auf neue Chance wartet, oder was immer.
Ich spreche da sehr aus eigener Erfahrung. Ich weiß zudem, dass auf diesem Board ein tiefgläubiger Mensch ist, der vermutlich als einziger aus Tausend Gläubigen, dazu etwas Authentisches sagen könnte (was er nicht tun wird, weil Streit über Themen die nur zwischen Gott und dem Menschen entschieden werden können, sinnlos ist).
Als mein vermutlich an Mord verstorbener Sohn an Maschinen lag, bat ich die Ärzte dringendst, die Maschinen abzustellen. Als meine Mutter im Koma künstlich ernährt wurde, bat ich den Arzt, das einzustellen.
Meine Mutter erholte sich vollkommen und war dankbar zu leben – starb lange danach heiter und fröhlich. Mein Sohn verstarb, wobei ich nicht wusste, ob er nicht bereits Tage zuvor vor Gott stand.
Abschließend sage ich weder so noch so, denn wir wissen es nicht.
Natürlich sind da grundlegende Dinge ohne jede Zweifel; nämlich, dass wir uns nicht als Herr über Leben und Tod aufspielen können und dass das Leben des Menschen unantastbar ist. Das Problem dabei ist, dass wie nicht abschließend sagen können was richtig ist – den Menschen unerträglich leiden zu lassen, zu entscheiden ob jemand bereits vor Gott steht, den Dingen natürlichen Lauf lassen ohne einzugreifen – oder eben eingreifen, was ebenso falsch sein kann, wie nicht eingreifen.
Wir alle sollten in innigem Gebet und nach Gewissen handeln.
Bruno-Maria Schulz
Dinge, die wir selbst, weil uns die Erfahrung fehlt, weder beurteilen, noch einfühlend nachvollziehen können.
Vorschnelle Meinungen wären zu 99% falsch.
Keiner von uns weiß, ob dieser Mensch leben möchte, Sterben herbeisehnt, die Entscheidung gewaltsam herbeigeführt sehen möchte – auf neue Chance wartet, oder was immer.
Ich spreche da sehr aus eigener Erfahrung. Ich weiß zudem, dass auf diesem Board ein tiefgläubiger Mensch ist, der vermutlich als einziger aus Tausend Gläubigen, dazu etwas Authentisches sagen könnte (was er nicht tun wird, weil Streit über Themen die nur zwischen Gott und dem Menschen entschieden werden können, sinnlos ist).
Als mein vermutlich an Mord verstorbener Sohn an Maschinen lag, bat ich die Ärzte dringendst, die Maschinen abzustellen. Als meine Mutter im Koma künstlich ernährt wurde, bat ich den Arzt, das einzustellen.
Meine Mutter erholte sich vollkommen und war dankbar zu leben – starb lange danach heiter und fröhlich. Mein Sohn verstarb, wobei ich nicht wusste, ob er nicht bereits Tage zuvor vor Gott stand.
Abschließend sage ich weder so noch so, denn wir wissen es nicht.
Natürlich sind da grundlegende Dinge ohne jede Zweifel; nämlich, dass wir uns nicht als Herr über Leben und Tod aufspielen können und dass das Leben des Menschen unantastbar ist. Das Problem dabei ist, dass wie nicht abschließend sagen können was richtig ist – den Menschen unerträglich leiden zu lassen, zu entscheiden ob jemand bereits vor Gott steht, den Dingen natürlichen Lauf lassen ohne einzugreifen – oder eben eingreifen, was ebenso falsch sein kann, wie nicht eingreifen.
Wir alle sollten in innigem Gebet und nach Gewissen handeln.
Bruno-Maria Schulz
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