15:40:54 | Sonntag, 25. Februar 2007
Ein deutscher Erzbischof erzählte kürzlich vor Schülern von den unglaublichen Schrecken, die er in seiner Kindheit erleben mußte.

Erzbischof Robert Zollitsch von Freiburg
© Gugganij, GNU-Lizenz(kreuz.net) Der Erzbischof von Freiburg, Mons. Robert Zollitsch (68), war kürzlich zu Gast in der Alfred-Delp-Realschule
in Ubstadt im Landkreis Karlsruhe.
Dabei kam er auch auf seine Kindheit zu sprechen.
Das berichtet das
Freiburger Diözesanzeitung ‘Konradsblatt’ in seiner jüngsten Ausgabe.
„Gestatten Sie, daß ich etwas
persönlicher werde, was ich sonst selten tue“ – erklärte der Erzbischof vor den Schülern:
„Ich habe
selber als Kind mehrfach dem Tod in die Augen gesehen und unter einem menschenverachtenden System im Angesicht
des Todes gelebt“ – erzählte der Erzbischof, der 1938 im Ort Filipovo/Philipsdorf in der nordserbischen
Provinz Wojwodina geboren wurde.
Dort verbrachte er als Angehöriger der volksdeutschen Bevölkerungsgruppe
seine frühe Kindheit.

Gedenkstätte für die Opfer von Gakovo. Die Donauschwaben stammen von den Kolonisten ab, die im 18. Jahrhundert
von den Habsburgern in der pannonischen Ebene angesiedelt wurden. Das Lager Gakovo bestand vom März 1945
bis Januar 1948.
© www.tschonopl.deDoch im Herbst 1944 marschierten die Partisanen des kommunistischen Banditen,
Josip Broz Tito († 1980), ein.
Kaltblütig ermordeten sie 212 Männer des Dorfes. Unter den Toten war
auch der 16jährige Bruder von Erzbischof Zollitsch:
„Ich war damals sechs Jahre alt und erinnere mich
an viele Details“ – berichtet er.
„Ich höre die Schüsse heute noch, als wir aus unserem Dorf hinausgetrieben
wurden. In meinen Ohren klingen noch die bangen Fragen, das Weinen und die Verzweiflung der Mütter der
Ehefrauen, der Kinder.“
Am Ostersonntag 1945 wurde der sechsjährige Robert Zollitsch zusammen mit seiner
Großmutter und drei Cousinen in das kommunistische Vernichtungslager Gakovo eingeliefert.
Gakovo ist
ein Dorf, das sich ebenfalls in der Provinz Wojwodina befindet. Von März 1945 bis Januar 1948 bestand
dort ein Todeslager, in dem über 8000 Donauschwaben ermordet wurden.
Auch hier war der spätere Erzbischof
mit völlig willkürlicher Gewalt konfrontiert – mit der wahllosen Erschießung von Menschen. Er mußte
mit ansehen wie Tausende Kinder und alte Menschen jämmerlich verhungerten.
„Die Leichen wurden in die
Massengräber geworfen, bis diese voll waren, und dann mit Erde zugedeckt“ – so der Erzbischof.
Erzbischof
Zollitsch vermittelte seinen jugendlichen und erwachsenen Zuhörern in Ubstadt in zwei Sätzen, was er
aus seinen Erfahrungen im Vernichtungslager gelernt hat:
„Wer sich von der Angst lähmen läßt und resigniert,
geht unter.
Wer sich nicht kleinkriegen läßt, hat die Chance, durchzuhalten und zu überleben – vor
allem dann, wenn er weiß, wofür er lebt und wofür er eintritt.“

„Die Leichen wurden in die Massengräber geworfen, bis diese voll waren, und dann mit Erde zugedeckt“
© www.tschonopl.de
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Dr. Christoph Heger 11:06:10 | Montag, 18. Februar 2008
#27
Stimme aus Wien 20:25:59 | Montag, 26. Februar 2007
#26
kali 19:53:58 | Montag, 26. Februar 2007
#25
Lorenz 19:14:58 | Montag, 26. Februar 2007
#24
Isidor 15:50:09 | Montag, 26. Februar 2007
#23
kali 14:07:29 | Montag, 26. Februar 2007
#22
Stimme aus Wien 12:06:20 | Montag, 26. Februar 2007
#21
r.ruhrgebietler 11:26:47 | Montag, 26. Februar 2007
#20
Graf von Galen 22:56:42 | Sonntag, 25. Februar 2007
#19
möchtegern-kathole 22:45:24 | Sonntag, 25. Februar 2007
#18
Bruder Theophil 22:15:39 | Sonntag, 25. Februar 2007
#17
Gotthard 21:45:24 | Sonntag, 25. Februar 2007
#15
Rodolfo Panetta 20:37:52 | Sonntag, 25. Februar 2007
#14
Sirilo 19:16:54 | Sonntag, 25. Februar 2007
#13
Benedikt 18:20:53 | Sonntag, 25. Februar 2007
#12
Athanasius 17:45:49 | Sonntag, 25. Februar 2007
#11
Rainer Tobak 17:19:13 | Sonntag, 25. Februar 2007
#9
Krak des Chevaliers 16:49:03 | Sonntag, 25. Februar 2007
#8
Robert Ketelhohn 16:48:59 | Sonntag, 25. Februar 2007
#7
Lauschi 16:34:44 | Sonntag, 25. Februar 2007
#6
Lorenz 16:31:28 | Sonntag, 25. Februar 2007
#5
Lauschi 16:18:54 | Sonntag, 25. Februar 2007
#4
timpressum † 16:16:31 | Sonntag, 25. Februar 2007
#3
Lauschi 16:14:05 | Sonntag, 25. Februar 2007
#2
timpressum † 16:11:21 | Sonntag, 25. Februar 2007
#1
Lucie Fehr 16:03:32 | Sonntag, 25. Februar 2007