Piusbruderschaft
Das fehlende Bindeglied
Der Neuen Messe fehlen die Wurzeln. Das durfte ein US-Benediktinerabt Dank der Piusbruderschaft erkennen. Erst der überlieferte Ritus hat ihm gezeigt, was die Messe ist.
Abt Zielinski referiert bei einer Konferenz der Piusbruderschaft in Paris
Abt Zielinski referiert bei einer Konferenz der Piusbruderschaft in Paris
(kreuz.net, Pecos) Die Alte Messe könne nicht als abgeschafft betrachtet werden.

Das erklärte der Abt des Klosters der Olivetaner-Benediktiner in Pecos, Dom Christopher Zielinski.

Dom Zielinski äußerte sich in einem Interview für die Homepage seines Klosters.

Pecos befindet sich im US-Bundesstaat Neu Mexiko.

Die Olivetaner sind seit 1960 Mitglieder der internationalen Benediktinischen Konföderation.

Das Kloster in Pecos wird von rund zwanzig Mönchen und Frauen bewohnt, die gemeinsam arbeiten, beten und essen. Als Volksaltar in der Kapelle des Klosters dient ein Wohnzimmertisch mit Glasplatte.

Abt Zielinski lebte früher in einem italienischen Kloster und engagierte sich in interreligiösen Gesprächen.

Olivetaner-Benediktiner in Pecos
Das Olivetanerkloster Unsere Liebe Frau von Guadalupe in Pecos im US-Bundesstaat Neu Mexiko steht unter der Leitung von Abt Christopher Zielinski.In der Kapelle des Klosters dient ein Wohnzimmertisch als Volksaltar.Das Kloster in Pecos wird von rund zwanzig Mönchen und Frauen bewohnt, die gemeinsam arbeiten, beten und essen.

Die Alte Messe bezeichnet Abt Zielinski im Interview als „lebendigen Schatz der Kirche“. Sie gebe den Standard der Anbetung, des Mysteriums und der Katechese vor.

Die Neue Messe müsse sich in diese Richtung bewegen. „Mit anderen Worten: die tridentinische Messe ist das Missing Link.“

Solange er nicht wiederentdeckt sei, werde die Neue Messe nicht dem organischen Wachstum der Liturgie entsprechen.

Deshalb wünscht sich der Abt eine neue liturgische Bewegung. Sie soll der Liturgie ihren sakramentalen und übernatürlichen Charakter zurückgeben.

Das traditionalistische Schaf

Der Abt stellt ferner die Frage, ob das von Papst Johannes Paul II. eingeführte Indult und die Errichtung der Päpstlichen Kommission ‘Ecclesia Dei’ der Gerechtigkeit und der Barmherzigkeit entsprächen.

Unglücklicherweise würden einige Bischöfe das Indult „nicht immer“ gewähren. Die Bedingungen für dessen praktische Umsetzung würden oft sehr schwierig oder gar unmöglich gemacht.

Zur Frage, ob der Heilige Vater sein Pontifikat zugunsten der Traditionalisten riskieren solle, erinnert Abt Zielinsky an das Gleichnis vom Guten Hirten.

Der Gute Hirte habe die 99 Schafe verlassen, um das eine zu suchen.

Der Abt findet es interessant, daß manche Bischöfe von den Traditionalisten als von einem „Tropfen im Ozean“ sprechen. Doch er weist darauf hin, daß die Freigabe der Messe nicht nur eine Antwort der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit an die Traditionalisten, sondern an die ganze Kirche wäre:

„Wir dürfen niemals glauben, daß ein Motu Proprio nur für die Lefebvristen geschrieben würde.“

Der Benediktinerabt über die Piusbruderschaft

Der Abt spricht im Interview auch über seine Beziehung zur Priesterbruderschaft St. Pius X. Den Generaloberen der Piusbruderschaft, Bischof Bernard Fellay, kennt er seit mehr als fünf Jahren.

Bei einem jüngsten Kongreß der lefebristischen Initiative ‘Si Si No No’ in Paris hielt der Abt auch einen Vortrag. Er sprach über seine Erfahrungen mit der Alten Messe und wie sie ihm half, den Opfercharakter der Messe zu entdecken.

Die Piusbruderschaft habe ihm Freundschaft und Vertrauen entgegengebracht. Er habe auch Einblick in die Sorgen und Nöte der Bruderschaft erhalten – aber auch in ihre tiefe Liebe zur Kirche und zum Heiligen Vater.

Aussagen der Lefebvristen würden manchen als hart erscheinen und riefen deshalb Leiden hervor: „Aber was sie über die Liturgie und die Theologie sagen, darf nicht übersehen oder abgetan werden.“

Der Abt bedauert, daß es leider auch in höchsten kirchlichen Kreisen keine genaue Kenntnis der Piusbruderschaft gibt.

Er sei zum Beispiel selber überrascht gewesen, in den Häusern der Bruderschaft Fotos von Papst Benedikt XVI. zu sehen.

Die Freigabe der Alten Messe erachtet der Abt als ersten Schritt für eine Aussöhnung mit der Piusbruderschaft. Doch darüber hinaus stelle die Bruderschaft entscheidende theologische und liturgische Fragen.

Es gehe bei der Versöhnung nicht um eine Frage der Choreographie sondern um wesentliche Glaubensfragen.
      
13 Lesermeinungen
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#13   Rudolfus   01:42:32 | Freitag, 17. August 2007
@Tridentinus / Die Hierarchieverwaltung der Priesterlichen Bruderschaft St. Pius’ X.
Herzlichen Dank für die äußerst interessante Ausführung über die Hierarchieverwaltung in der Fraternitas sacerdotalis Sancti Pii X.
Was die reguläre Kirchenhierarchie betrifft,
so ist zu bedenken,
daß ein Irrlehrer, der ein einziges Dogma leugnet,
z.B., als Modernist (vgl. Enzyklika Pascendi dominici gregis, 1907),
automatisch aus der Kirche ausgeschlossen ist,
und nicht mehr zur Kirche gehört,
und damit auch kein Hierarch der Kirche mehr ist,
sondern nur mehr ein Amtsanmaßer ist:
Die meisten deutschen und französischen Bischofsstühle sind damit mit Amtsanmaßern besetzt,
und deshalb bistumsbischofslos.
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#12   Tridentinus   09:40:09 | Mittwoch, 28. Februar 2007
Eine Bischofsweihe ohne Mandatum Apostolicum
ist ein schismatischer Akt in dem Sinn, dass sie die Grundlage der Errichtung einer parallelen Jurisdiktionshierarchie sein kann und in der Regel wird.
Das hat Lefebvre nicht intendiert, aber es gibt einzelne, gewichtige Beispiele, wo sich das doch ansatzweise manifestiert. Besonders, wenn die FSSPX de facto ein internes Ehegericht hat, Priester unter Verletzung der kanonischen Normen des alten wie des geltenden CIC aus der Bruderschaft ausstösst und auch liturgisch, wenn der Thron benutzt wird, der nur Diözesanbischöfen in der eigenen Diözese bzw. Metropoliten, päpstlichen Legaten und Kardinälen (diesen in der eigenen Titelkirche und überall ausserhalb Roms) zusteht. Weihbischöfe dürfen nur das Faldistorium verwenden.
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#11   möchtegern-kathole   20:00:09 | Dienstag, 27. Februar 2007
Danke@Credo
das hat er schon kapiert, aber er leugnet es jetzt halt gegen besseres Wissen. Das ist die eigentlich Lüge. Halten wir es weiterhin diesen Leuten vor, dass sie lügen o^/
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#10   Credo   16:04:45 | Dienstag, 27. Februar 2007
@ landorganist
zum X-ten mal
ein schimatischer Akt ist noch kein Schisma
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#9   landorganist   15:36:47 | Dienstag, 27. Februar 2007
@Krak u. Co
Gegen eure vergeblichen und andauernden Rechtfertigungsversuche steht ein eindeutiges päpstl. Wort, dass keinen Spielraum für irgendwelche Interpretationen lässt:
„1. Die Kirche Gottes hat mit großer Betrübnis von der unrechtmäßigen Bischofsweihe Kenntnis genommen, die Erzbischof Marcel Lefebvre am vergangenen 30. Juni (1988) vorgenommen hat…
3. Die Tat als solche war Ungehorsam gegenüber dem Römischen Papst in einer sehr ernsten und für die Einheit der Kirche höchst bedeutsamen Sache, wie es die Weihe von Bischöfen ist, mit der die apostolische Suksession sakramental weitergegeben wird. Darum stellt dieser Ungehorsam, der eine wirkliche Ablehnung des Römischen Primats in sich schließt, einen schismatischen Akt(3) dar. Da sie diesen Akt trotz des offiziellen Monitums vollzogen, das ihnen durch den Kardinalpräfekten der Kongregation für die Bischöfe am vergangenen 17. Juni übermittelt wurde, sind Msgr. Lefebvre und die Priester Bernard Fellay, Bernard Tissier de Mallerais, Richard Williamson und Alfonso de Galarreta der schweren Strafe der Exkommunikation verfallen, wie die kirchliche Disziplin vorsieht(4)“. (Motu Proprio Joh. Paul II). Voller Wortlaut siehe hier. www.vatican.va/…ecclesia-dei_ge.html
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#8   VirFortis   01:04:05 | Dienstag, 27. Februar 2007
–----
Der Modernismus ist zunächst ein philosophisches System, weshalb es eine erstrangige Aufgabe ist, dieses System aus seinen philosophischen Wurzeln zu begreifen. Je klarer die philosophischen Wurzeln gesehen werden, desto deutlicher wird auch der kontradiktorische Widerspruch zur katholischen philosophia perennis werden.
Theologie – Die katholische Theologie ist ganz und gar übernatürlich. Da der Modernismus letztlich diese Übernatur leugnet, muß er ein ganz anderes System entwickeln, das freilich sprachlich zunächst noch sehr an die katholische Theologie angelehnt war und sich erst allmählich in Gegensatz zur katholischen Sprechweise setzte. Hieraus ergibt sich ein weites Arbeitsfeld für den Katholiken, wenn er den Modernismus wirklich aufarbeiten will – und sich vor unbewußt eingenommenen modernistischen Positionen schützen will.
es in der derzeitigen geistigen Situation dennoch keinen treffenderen Begriff, um einen Katholiken wirklich prägnant zu kennzeichnen, als den des Antimodernisten. Denn je weiter der Modernismus in all seinen verschiedenen Spielarten sich in sämtliche Bereiche des Wissens und Lebens hinein ausweitete, desto öfter mußte sich der Katholik als Antimodernist erweisen, d.h. er mußte sich um seines Glaubens willen ausdrücklich gegen all diese Ausformungen des modernen, von der Wurzel her antichristlichen Geistes stellen. Darum dürfte es wohl derzeit keinen profilierteren Begriff für einen Katholiken geben – der Katholik ist ganz einfach Antimodernist! Somi
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#7   möchtegern-kathole   21:19:43 | Montag, 26. Februar 2007
@Krak
so zimmern sich die Feinde der Pius-Leute halt ihr Feindbild – und packen alles schlechte drauf was sie sich ausdenken können.Aaber dies hat auch seine gute Seite: da sich viele ihrer Gegner offen als Polemiker blosstellen. >:)
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#6   Krak des Chevaliers   19:21:04 | Montag, 26. Februar 2007
„schismatische“ Piusbruderschaft
Leider leider wird die Piusbruderschaft immer wieder als schismatisch bezeichnet, selbst von Leuten des OPUS DEI, die eigentlich besser informiert sein sollten. Es ist jedoch erwiesen und wurde in der jüngsten Vergangenheit auch immer wieder bestätigt, dass ein Schisma nicht vorliegt. Ich habe manchmal den Eindruck, dass bestimmte Leute in der „Amtskirche“ oder in den sog. neuen geistlichen Bewegungen wie z.B. OPUS DEI und natürlich auch dieser oder jener Bischof die Piusbruderschaft sehr schätzen – in ihrer Rolle als Feindbild, versteht sich. Dafür herzt man sich mit den wirklichen Schismatikern und Heretikern, den Protestanten nämlich, um so inniger. Das sind dann die „getrennten Brüder“ und Luther ist „gemeinsamer Kirchenlehrer“. Da kann ich nur den Kopf schütteln. :-S
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#5   Copertino   18:52:01 | Montag, 26. Februar 2007
@Che, Ihr Kommentar:
Das war jetzt der tiefsinnigste Beitrag des Tages, auf den die katholische Welt sehnlichst gewartet hat. :-S
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#4   möchtegern-kathole   18:51:33 | Montag, 26. Februar 2007
man wird sich eines Tages …
… wundern, wie man neugetippte Texte an Stelle dieser altehrwürdigen Messe setzen konnte.
Das ist so ähnlich, als würde jemand den Petersdom wegreissen, was modernes hinklotzen und sagen, das wäre jetzt genau so gut.
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#3   Che Guevara   18:38:38 | Montag, 26. Februar 2007
Aehnlichkeiten
Der Mann hat nicht verkennbare Ähnlichkeiten mit Golum.
nicht böse gemeint aber dennoch sehr auffällig!
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#2   Anton   15:20:59 | Montag, 26. Februar 2007
Ein Lichtblick
Hervorragender Artikel! Danke!
Es hängt jetzt alles vom Hl. Vater, vom Felsen Petri, ab.
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#1   r.ruhrgebietler   15:02:43 | Montag, 26. Februar 2007
und dies nur einer der ersten
die es erkannt haben! Weitere werden Gott-sei-Dank folgen! Besonders in Deutschland!
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