Limburger LaiInnen werden die Kirche retten
„JederR ist in der Taufe zum Priester, Propheten und König, zur Priesterin, Prophetin und Königin gesalbt!“ Von Lutz Deister.

Sie werden derzeit von 120 Pfarrern betreut. Von ihnen ist ein Drittel älter als sechzig Jahre.
Seit dem letzten Jahr sind alle Pfarreien der Diözese in 89 sogenannte „Pastorale Räume“ zusammengefaßt, die von einem priesterlichen Leiter geführt werden.
Es ist absehbar, daß jeder Priester in einigen Jahren jeweils einen Pastoralen Raum mit durchschnittlich vier Pfarreien betreuen muß.
Trotz dieses eklatanten Priestermangels handhabte der inzwischen resignierte Bischof Franz Kamphaus die Aufnahme von Priestern aus anderen Diözesen nur sehr restriktiv.
Als der Erzbischof von Krakau anbot, ihm zehn junge polnische Priester zu überstellen, lehnte Bischof Kamphaus ab. Seine fadenscheinige Begründung: Die polnischen Priester würden nicht in das Bistum Limburg passen.
Einige überlastete Priester aus dem Bistum waren über diese Absage empört.
Noch dramatischer als der Priestermangel ist der Schrumpfungsprozeß in den Gemeinden.
Aus dem bischöflichen Visitationsbericht für den Bistumsbezirk Limburg – ein weitgehend ländlich strukturierter Raum – ergibt sich, daß die Katholikenzahl dort in den letzten zehn Jahren um 5,5 Prozent gesunken ist – bei einer um vier Prozent gewachsenen Bevölkerung.
Dramatisch ist die Abnahme der Gottesdienstbesucher um fast 30 Prozent.
Taufen gingen um 25 Prozent und Trauungen um 40 Prozent zurück.
Als Reaktion auf diese „dramatische Entwicklung“ empfahl Bischof Kamphaus neben einigen bewahrenden Elementen den Weg der pastoralen Modernisierung weiterzuschreiten.
Wie diese Modernisierung aussehen könnte, haben zwanzig Synodalmitglieder bei einer Studienfahrt nach Frankreich studieren können.
Unter der Leitung von Frau Dr. Hadwig Müller von ‘Missio Aachen’ bekam die Gruppe in den französischen Diözesen Auxerre und Poitiers „Lust zu Veränderungen“ – wie Frau Müller in ihrer Präsentation vor Synodalen darlegte.
Frau Müller interpretiert den Niedergang der Kirche in den beiden französischen Bistümern – wie bei Modernisten gewohnt – als Chance zu Neuem und Besserem:
„Interessiert am Neuen, das sich in dem radikalen Wandel von Gesellschaft und Kirche ankündigt und damit schöpferisch befähigt werden, in der ‘Ex-Kulturierung des Katholizismus’ eine Chance zu erkennen.“
Nach solchem Geraune ist man nicht überrascht, daß die Missio-Frau den angeblichen „Pastoralen Aufbruch“ im Bistum Poitiers als postmodern-progressives Vorbild für deutsche Diözesen empfiehlt.
Die kirchlichen Gemeinschaften nähmen ihren „Ausgang von den Initiationssakramenten“:
„JederR ist in der Taufe zum Priester, Propheten und König, zur Priesterin, Prophetin und Königin gesalbt!“
Auf dieser theologischen Basis würden die „christlichen Gemeinden, in Verantwortung für die Mission, versehen mit Ämtern für ihren Dienst, die Kirche“ aufbauen.
Für die Ortsgemeinden gelte:
„Gemeinschaft leben ohne Priesterzentrierung“, durch „bischöflich beauftragte LaiInnen“ (sic!) in einer „équipe d’animation des base“ geführt.
Es leidet nicht nur der Inhalt, sondern auch die deutsche Sprache:
„VerantwortlicheR für Verkündigung beziehungsweise Liturgie und Diakonie wird benannt, VerantwortlicheR für Pastoral und Finanzen gewählt.“
Die katholische Ortsgemeinde wird von besagtem Animationsteam „geleitet“ und von einem Priester „begleitet“.
Der Bischof von Poitiers, Mons. Albert Rouet, zeigte sich gegenüber diesen synodalen Ab-, Auf-, Um- und Durchbrüchen mit Schlips und Aufgeschlossenheit.
Auch der Bischof von Limburg zeigte sich an der synodalen Mitwirkung von Laien interessiert. Doch soweit wie in Frankreich ist man auf dem synodalen Weg noch nicht gekommen.
Zwar zählt der ehemalige Präsident der Limburger Diözesanversammlung, Dr. Hans-Peter Röther, die Limburger „Synodalordnung zu den fortschrittlichsten in ganz Deutschland“. Dennoch sind im Bistum Limburg noch keine LaiInnen als Priesterinnen, Prophetinnen und Königinnen gesalbt worden.
Von 1996 bis 2003 kämpfte Röther während seiner Amtszeit mit feinen und unfeinen Mitteln „um den Erhalt und den Ausbau unserer progressiven Ordnung“, bei der die Laien einen „Auftrag zur gleichberechtigten Mitarbeit“ hätten.
Dem Präsidenten schwebte eine „dialogisch-partnerschaftliche Kirche“ vor, bei der die Laien-Gremien auf allen Ebenen und in gleicher Augenhöhe mit den Amtsträgern „gemeinsame Entscheidungen“ fällen sollten.
Schon bei seinem Amtsantritt im Jahre 1996 erklärte Röther, daß die Pfarrgemeinderäte „die Ideen und gemeinsam als richtig erkannten Ziele nicht an der Reaktion des Pfarrers oder der Hauptamtlichen messen“ könnten.
Auch auf Bistumsebene sollte sich der Bischof „mutig“ für eine „dialogische Bistumsleitung“ einsetzen.
Der SPD-Politiker Röther wollte auch auf der weltkirchlichen Ebene dem „Papst und der Kurie in Rom wirkliche Kollegialität in der Leitung der Gesamtkirche“ lehren:
„Es soll nicht ein totalitäres System Entscheidungen treffen, sondern ich wünsche mir einen gemeinsamen, partnerschaftlichen Prozeß.“
Begründung? – „Schließlich weht der Heilige Geist, wo er will. Ich sehe nicht ein, warum er nur bei Amtsträgern wehen soll.“
Zum Kreuzfest 2002 erklärte Röther in der Limburger Kirchenzeitung, daß die gegenwärtige Struktur der Kirche ein „autoritäres Regime“ nach der „Praxis diktatorischer Staaten“ sei. Dieses vertrete „absolutistische Rechtsansprüche“ und sei letztlich ein „totalitäres System“.
Die römischen Vorgaben bei der Ernennung von Bischöfen, der Besetzung theologischer Lehrstühle oder bei der Entscheidung über die Schwangerschafts-Konfliktberatung seien unerträgliche Einmischungen in die Belange und Rechte der Ortskirche.
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Montag, 5. März 2007 00:07
Jeanne d’Arc: Gynophobie
Juchu, hier zeigt sich mal wieder die Frauenfeindlichkeit und das seltsame Frauenbild, was manche Römisch-Katholiken
so haben. „Juchu“ deshalb, weil ich diese Gemeinschaft vor vielen Jahren aus politischen Gründen verlassen
habe. Das war eine gute Entscheidung. Als einigermaßen selbstbewusste und intelligente Frau (wahrscheinlich
bin ich durch diese Eigenschaften im konservativen Sinne schon wieder „unweiblich“) wäre es inkonsequent,
Kirchensteuer zu zahlen – frau gräbt sich ja selbst das Wasser ab, siehe die „Gebärmaschinen“-Beleidigung.
Doch keine Angst, Ihr Konservativen: da die Leitungsposititionen der Kirche von Männern besetzt sind, die ein ebenso merkwürdiges Frauenbild haben, wird alles beim Alten bleiben: Männer unter sich.
Das häufig merkwürdig verklemmte Verhältnis zu Frauen, dass ich bei vielen Klerikern erlebt habe, hängt vielleicht damit zusammen, dass die Mutterbindung zu eng war? Wenn Mutti nicht arbeitet, fixiert sie sich halt auf ihren lieben Sohn …
Doch keine Angst, Ihr Konservativen: da die Leitungsposititionen der Kirche von Männern besetzt sind, die ein ebenso merkwürdiges Frauenbild haben, wird alles beim Alten bleiben: Männer unter sich.
Das häufig merkwürdig verklemmte Verhältnis zu Frauen, dass ich bei vielen Klerikern erlebt habe, hängt vielleicht damit zusammen, dass die Mutterbindung zu eng war? Wenn Mutti nicht arbeitet, fixiert sie sich halt auf ihren lieben Sohn …
Samstag, 3. März 2007 11:08
Krak des Chevaliers: Liebe Regina 1961…
Es geht bei der Predigt nicht um die „Weitergabe von Informationen“, wie Sie schreiben, sondern um die
Stärkung des Glaubens an den Heiland Jesus Christus. Als solches ist die Predigt eine Aufgabe des Hirten,
also des Priesters, der diese Aufgabe ebenso ernst nehmen muss, wie die Feier der Liturgie im Gesamten.
Das Glaubenszeugnis der Laien hat seinen Platz nicht am Ambo oder auf der Kanzel, sondern in der Familie,
in der Schule und am Arbeitsplatz. Es kann durchaus auch sein, dass Laien in gottesdienstähnlichen Versammlungen
Glaubenszeugnisse abgeben, etwa im Rahmen von Glaubenstreffen wie dem WJT oder der „Freude am Glauben“;
in der Messe jedoch ist die Predigt dem Priester reserviert, gehört zu seinen ureigensten Aufgaben. Immer
wieder mache ich – leider – auch die Erfahrung, dass Laien „Zeugnisse“ abgeben, etwa im der Kommunionvorbereitung,
die keine lebendige Beziehung zur Eucharistie haben. Das ist dann wenig hilfreich, ja, kann sich zerstörerisch
auswirken.
Sie schreiben, und da kann ich Ihnen nur zustimmen, dass nichts schlimmer ist, als Frauen, die sich eine Männerrolle aneignen. Schauen Sie sich die Frauen auf der Fotomeile an, dann haben Sie genau das vor Augen: Frauen, die krampfhaft versuchen, wie Männer zu wirken. Das kann nur zu einer schlechten Karikatur werden. All diese Frauen strahlen keine Wärme und keine echte Weiblichkeit aus. So stelle ich mir die Frauen der Bibel nicht vor, weder Sarah, noch Rebekka, Lea, Rachel und erst Recht nicht die Gottesmutter.
Sie schreiben, und da kann ich Ihnen nur zustimmen, dass nichts schlimmer ist, als Frauen, die sich eine Männerrolle aneignen. Schauen Sie sich die Frauen auf der Fotomeile an, dann haben Sie genau das vor Augen: Frauen, die krampfhaft versuchen, wie Männer zu wirken. Das kann nur zu einer schlechten Karikatur werden. All diese Frauen strahlen keine Wärme und keine echte Weiblichkeit aus. So stelle ich mir die Frauen der Bibel nicht vor, weder Sarah, noch Rebekka, Lea, Rachel und erst Recht nicht die Gottesmutter.
Samstag, 3. März 2007 10:57
Regina 1961: @ Krak
Lieber Krak,
mir geht es bei der Predigt speziell um den Inhalt. Und da kann eine Frau genauso wichtige Informationen geben wie ein Priester. Bei der Eucharistie ist es für mich etwas anderes. Obwohl diese Haltung meinerseits dann auch nicht stringent ist. Bin mir dieser Schwäche durchaus bewußt. Für mich gibt es nichts Schlimmeres als Frauen, die die Männerrolle übernehmen wollen. Aber mir stinkt auch die männliche Überheblichkeit, die einige Ihrer Geschlechtsgenossen an den Tag legen, wenn es um Frauenordination usw. geht.
Liebe Grüße Regina1961
mir geht es bei der Predigt speziell um den Inhalt. Und da kann eine Frau genauso wichtige Informationen geben wie ein Priester. Bei der Eucharistie ist es für mich etwas anderes. Obwohl diese Haltung meinerseits dann auch nicht stringent ist. Bin mir dieser Schwäche durchaus bewußt. Für mich gibt es nichts Schlimmeres als Frauen, die die Männerrolle übernehmen wollen. Aber mir stinkt auch die männliche Überheblichkeit, die einige Ihrer Geschlechtsgenossen an den Tag legen, wenn es um Frauenordination usw. geht.
Liebe Grüße Regina1961
Samstag, 3. März 2007 09:10
Krak des Chevaliers: Liebe Regina 1961…
wo gab es denn schon mal die Erlaubnis der Laienpredigt in der Messfeier? Mir ist eine solche Erlaubnis nicht bekannt. Wie vieles andere aber wurde es einfach gemacht. Und heute ist es so, dass trotz des Verbotes Laien predigen oder predigtähnliche Statements abgeben, obwohl ein oder gar mehrere Priester anwesend sind, die eine Predigt halten könnten. Aber die Mißachtung des Predigtverbotes für Laien ist nur Teil einer Entwicklung, die auf die Verdrängung des Priesters ausgerichtet sind. Ich habe vor wenigen Monaten in einem durchaus katholischen Land erleben müssen, wie plötzlich zum Lamm Gottes drei Damen in Albenähnlicher Gewandung am Altar auftauchten, sich wie selbstverständlich am Tabernakel zu schaffen machten und den Priester durch ihre zahlenmäßige Übermacht im wahrsten Sinne des Wortes verdrängten. Ich war wirklich geschockt obwohl ich schon einiges gewohnt bin. Ich erlebe auch immer wieder, dass Priester, die sich an die liturgische Ordnung halten und sich nicht auf selbstgebastelte „Liturgien“ einlassen wollen, mit Anfeindungen und Mobbing rechnen müssen. Bei all diesen Versuchen geht es darum, Liturgie gefügig und gefällig zu machen; die Gemeinde wird, ohne dass sie es merkt, zu Beifall spendendem Publikum, das bestenfalls noch weichgespülte Allerweltsbotschaften aus dem GD mit nach Hause bringt. Ich will nicht sagen, dass das flächendeckend geschieht, aber die Tendenz ist erkennbar.
Samstag, 3. März 2007 00:03
)ichthy’s: Schuhe auf dem Altar
Das Beste in der Fotostrecke sind bei Bild 3 die Schuhe auf dem Altar. Was soll den das! Kürbis gedeihe!
Freitag, 2. März 2007 23:34
Typ: @ nonnobis
Kleiner Tipp: Begriff „Wahrheit“. – Aber hier im Lesermeinungsbereich lasse ich mich mit Ihnen nicht auf
philosophische Diskussionen ein. Christus vincit.
Sehr richtig. Und der Wahrheit ist es egal, wer sie verkündet – also, wenn es der Wahrheit, die Christus ist, dient, soll auch ein Laie predigen. So einfach ist das.
Sehr richtig. Und der Wahrheit ist es egal, wer sie verkündet – also, wenn es der Wahrheit, die Christus ist, dient, soll auch ein Laie predigen. So einfach ist das.
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