Pfadfinderkrise in Österreich? P. Hönisch stellt klar
Die von den „Servi Jesu et Mariae“ (SJM) geführten Pfadfindergruppen in Österreich sind nach wie vor zu einer Zusammenarbeit mit der österreichischen Bundesführung bereit. Eine Stellungnahme von P. Andreas Hönisch SJM.

1. Mag. Leitner behauptet, die Verbindung der KPE-Österreich [Katholische Pfadfinderschaft Europas] zur SJM [Servi Jesu et Mariae] sei die Ursache ihrer geringen Ausbreitung. Wie groß unser Pfadfinderbund ohne die SJM wäre, ist und bleibt reine Spekulation. Faktum dagegen ist: Seit die SJM in der KPE-Österreich tätig ist, hat sich die Anzahl der Gruppen ungefähr verdoppelt.
2. Die von Mag. Leitner genannte negative Erwähnung von KPE/SJM durch das Sektenreferat der Erzdiözese Wien mag vielleicht existieren, ist uns aber nicht bekannt. Woher das Sektenreferat ihre Informationen bezog, entzieht sich unserer Kenntnis: Nie gab es von dieser Stelle uns gegenüber die Anfrage nach einem klärenden Gespräch.
Dazu kommt: Die einzige existierende KPE-Gruppe der Erzdiözese Wien (für die also das Sektenreferat zuständig ist) wird nicht von der SJM, sondern von Mag. Leitner geführt.
3. Mag. Leitner spricht davon, eine Zusammenarbeit mit SJM-Mitgliedern sei unmöglich gewesen. Dagegen beweisen z.B. die regelmäßig gemeinsam ausgetragenen „Meutenralleys“ (=Wettkämpfe der jungen Pfadfinder) das Gegenteil. Frater Felix Häfele OSB (zurückgetretener Bundesfeldmeister, der sich in seiner Kritik Mag. Leitner anschließt) hat selber mit seiner Gruppe – und mit großer Begeisterung(!) – an einem von uns organisierten Lager teilgenommen.
Dennoch sei zugegeben: Hier wäre noch ein Mehr möglich gewesen. Der Grund der wenigen gemeinsamen Aktivitäten lag aber offensichtlich nicht in inhaltlichen Unstimmigkeiten, sondern war schlicht und einfach eine Frage des „Management“: Da die SJM von Österreich aus nach wie vor auch viele deutsche Pfadfindergruppen betreut, liegt es nahe, größere Unternehmungen zusammen mit deutschen Gruppen zu planen – was übrigens ja ganz der Idee einer europäischen Pfadfinderschaft entspricht.
4. Mag. Leitner erwähnt eine Wiener Gruppe, welche durch eine angeblich „negative Behandlung“ von seiten der SJM von einem Beitritt zur KPE abgeschreckt wurde.
Tatsache ist: Unter Teilnahme der besagten Wiener Gruppe wurde von der SJM ein großes Wiener Stadtspiel organisiert, zu dem wir alle österreichischen KPE-Gruppen einluden. Leider nahmen die von der Bundesführung geführten Gruppen nicht daran teil (vgl. Thema Zusammenarbeit!), sonst hätte man sich vom friedlichen Verlauf der Aktion überzeugen können.
Bei dieser Gelegenheit bestätigte und verteidigte der Leiter der Wiener Gruppe offen seine Mitgliedschaft bei der Freimaurerei, was unsererseits verständlicherweise zur Irritation führte. Um auf die damit entstehende Problematik hinzuweisen, ließen wir der entsprechenden Person die aktuelle Erklärung der Glaubenskongregation zur Freimaurerei zukommen („…Die Gläubigen, die freimaurerischen Vereinigungen angehören, befinden sich also im Stand der schweren Sünde und können nicht die heilige Kommunion empfangen…“ Erklärung vom 26.11.1983). Man mag dies als „negative Behandlung“ bezeichnen – aber zählt das Weitergeben von unbekannten Informationen nicht auch zu den Werken der Barmherzigkeit?
5. Was Mag. Leitner mit „Engführung“ des „religiösen Programms“ meint, ist uns unklar. Spielt er auf unseren päpstlichen Auftrag an, die Hl. Messe im „neuen“ und im „alten“ Ritus zu feiern? (Was aber eher als „Erweiterung“ statt als „Engführung“ zu bezeichnen wäre!) Oder geht es um unsere Auffassung, ein Pfadfinderbund solle sogenannte – von der Kirche noch nicht anerkannte – Marienerscheinungsorte nicht offiziell propagieren? Beides rechtfertigt nicht den Vorwurf einer „religiösen Engführung“. Sollte jedoch jemand tatsächlich nicht-katholische Elemente in unserer Arbeit feststellen, sind wir für jeden konstruktiven Hinweis dankbar.
Von Anschuldigungen, die strafrechtliche Konsequenzen gegen SJM-Mitglieder nach sich ziehen, ist nichts bekannt. Jedes etwaige Mißverständnis tut uns leid.
6. Mag. Leitners Darstellung erweckt den Eindruck, eine Intrige unsererseits gegenüber der Bundesführung der KPE-Österreich hätte zum Bruch geführt. Hierzu sei angemerkt, daß die Bundesführung vor kurzem mit den Stimmen der SJM-Mitbrüder, die in der KPE arbeiten, gewählt wurde. Ein Umsturzversuch von Seiten der SJM entbehrt also jeglicher Grundlage. Dagegen versuchte die Bundesführung ihrerseits, die von uns betreuten Gruppen ohne Rechtsgrundlage und ohne unsere Zustimmung aus der KPE-Österreich zu drängen, was sich z.B. darin äußerte, daß in der Bundeszeitschrift mitgeteilt wurde, unsere Gruppen seien ab sofort in Deutschland zu registrieren.
7. Wir bedauern zutiefst die vorgefallenen Ereignisse, vor allem deren Veröffentlichung, welche in keiner Weise dem Frieden dient. Von unserer Seite besteht jedoch nach wie vor die Bereitschaft, nicht nur zu einem „versöhnten Nebeneinander“, sondern auch zum „geeinten Miteinander“.
Mit freundlichem Gruß,
für die SJM
P. Andreas Hönisch SJM
Der aus Schlesien stammende Pater Andreas Hönisch (75) ist ein ehemaliger Jesuitenpater und Japanmissionar. Nach seinem Ausscheiden aus der Gesellschaft Jesu gründete er die blühende Ordensgemeinschaft der „Servi Jesu et Mariae“ – auf Deutsch: „Diener Jesu und Mariae“. Der junge Orden hat seinen Hauptsitz im niederösterreichischen Blindenmarkt, einer Ortschaft zwischen Linz und St. Pölten. Der Orden ist seit 1994 päpstlichen Rechts, das heißt, er untersteht direkt dem Heiligen Stuhl und nicht dem Ortsbischof.
Weiterlesen:
Dienstag, 11. Januar 2005 11:03
Dolfus: Begriff „katholische Sekte“ ist ein Qualitätssiegel
Danke der Amtskirche für ihre Sektenreferenten und auch der wohlwollenden Berichterstattung durch die
einschlägige Medien, säkular wie auch kirchlich.
Katholische Sekten sind ja heutzutage vieles: die KPE, die SJM, die Legionäre Christi, das Opus, die Piusbruderschaft, das Neokatechumenat … für die Konzilskirche angeblich alles böse Konzilshasser … was übrigens völlig inkorrekt ist. So kann man von Piusbrüdern Bedenken über die Katholizität der anderen genannten „Sekten“ hören, weil sie die Neue Messe feiern und keine Bedenken gegen das Pastoralkonzil hegen … aber so tief wollen die modernistischen Sektenreferenten auch nicht gehen … denn schließlich muß es ein präzises Schlagwort sein, um die Laien abzuschrecken, das weiß man ja seit Dr. Joseph Goebbels (immerhin ja auch aus gut katholischem rheinländischen Elternhaus).
Auch von den protestantischen US-Sekten könnte man in puncto Glaubens- und Missionseifer will lernen. (Aber Konzilskatholiken sollen ja nicht mehr missionieren.)
Insofern ist das Prädikat „katholische Sekte“ tatsächlich ein Gütesiegel. Danke nochmals an die Amtskirche für diese gute Einführung!
Katholische Sekten sind ja heutzutage vieles: die KPE, die SJM, die Legionäre Christi, das Opus, die Piusbruderschaft, das Neokatechumenat … für die Konzilskirche angeblich alles böse Konzilshasser … was übrigens völlig inkorrekt ist. So kann man von Piusbrüdern Bedenken über die Katholizität der anderen genannten „Sekten“ hören, weil sie die Neue Messe feiern und keine Bedenken gegen das Pastoralkonzil hegen … aber so tief wollen die modernistischen Sektenreferenten auch nicht gehen … denn schließlich muß es ein präzises Schlagwort sein, um die Laien abzuschrecken, das weiß man ja seit Dr. Joseph Goebbels (immerhin ja auch aus gut katholischem rheinländischen Elternhaus).
Auch von den protestantischen US-Sekten könnte man in puncto Glaubens- und Missionseifer will lernen. (Aber Konzilskatholiken sollen ja nicht mehr missionieren.)
Insofern ist das Prädikat „katholische Sekte“ tatsächlich ein Gütesiegel. Danke nochmals an die Amtskirche für diese gute Einführung!
Montag, 10. Januar 2005 23:18
Pelagius: Traumjob „Sektenbeauftragte(r)“
Schade, daß noch kein – offizieller oder offiziöser – Bericht der/des Wiener Sektenbeauftragten vorliegt.
Mögen die kreuzfidelen Geheimbündler hier wieder einmal schneller sein als die Herrschaften von kath.net! Notfalls könnte man ja etwas erfinden, denn an die tragikomische Wirklichkeit wird es ohnehin nicht heranreichen!
Übrigens hat die KPE bei Sektenbeauftragten deutschsprachiger Diözesen ebenfalls keinen guten Ruf. Sonst müßte sie sich ja auch ernsthafte Sorgen machen, nicht wahr?
Abschließende Frage: „Sektenbeauftragte(r)“ – wie wird man das eigentlich? Funktioniert das so ähnlich wie bei „Ethikräten“ und ähnlichen wichtigen Ämtern? Muß doch ein hochinteressanter Job sein. Und dabei so wichtig!
Mögen die kreuzfidelen Geheimbündler hier wieder einmal schneller sein als die Herrschaften von kath.net! Notfalls könnte man ja etwas erfinden, denn an die tragikomische Wirklichkeit wird es ohnehin nicht heranreichen!
Übrigens hat die KPE bei Sektenbeauftragten deutschsprachiger Diözesen ebenfalls keinen guten Ruf. Sonst müßte sie sich ja auch ernsthafte Sorgen machen, nicht wahr?
Abschließende Frage: „Sektenbeauftragte(r)“ – wie wird man das eigentlich? Funktioniert das so ähnlich wie bei „Ethikräten“ und ähnlichen wichtigen Ämtern? Muß doch ein hochinteressanter Job sein. Und dabei so wichtig!
Montag, 10. Januar 2005 21:34
Ernst Rü. Dicker: Freimaurer bei einer katholischen Gruppe?
Ich unterstütze die klare Haltung von P. Hönisch gegenüber den Freimaurern. Das ist katholisches Bekennertum
und Kampf für die Sache Christi. Diesen Mut muß man heute viel zu oft leider auch im Klerus vermissen.
Omnia ad maiorem Dei gloriam, Ernst Rü. Dicker
Omnia ad maiorem Dei gloriam, Ernst Rü. Dicker
Montag, 10. Januar 2005 20:40
bonifatius: Pfadfinder
1. Was haben Mitglieder der Freimaurerei bei Katholischen Organisationen, insbesondere bei Katholischen
Jugendgruppen zu suchen?
2. Es ist für unsere Kirche sehr bitter, daß sie immer wieder zuläßt, einer Jugendorganisation, die ich als nicht nur sehr integer sondern auch als sehr beispielhaft in der Jugenderziehung kennengelernt habe, einen schlechten Ruf anzuhängen. Nur gut, daß Pater Hönisch so besonnen reagiert hat.
3. Es wäre interessant zu wissen, welche weitere Funktionen Herr Leitner im katholischen Milieu noch innehat. Hoffentlich keine! Wie kommt er überhaupt zu der Betreuerfunktion Katholischer Jugendgruppen? Sollte die Diözesanverwaltung in Wien hierfür zuständig sein wäre dies für sie wahrlich kein gutes Zeugnis!
2. Es ist für unsere Kirche sehr bitter, daß sie immer wieder zuläßt, einer Jugendorganisation, die ich als nicht nur sehr integer sondern auch als sehr beispielhaft in der Jugenderziehung kennengelernt habe, einen schlechten Ruf anzuhängen. Nur gut, daß Pater Hönisch so besonnen reagiert hat.
3. Es wäre interessant zu wissen, welche weitere Funktionen Herr Leitner im katholischen Milieu noch innehat. Hoffentlich keine! Wie kommt er überhaupt zu der Betreuerfunktion Katholischer Jugendgruppen? Sollte die Diözesanverwaltung in Wien hierfür zuständig sein wäre dies für sie wahrlich kein gutes Zeugnis!
Montag, 10. Januar 2005 14:07
Catholicus: Dank an Pater Hönisch
Diese klare, sachliche und faire Stellungnahme von P. Hönisch eröffnet den Weg für ein weiteres Miteinander aller Beteiligten. Beten wir, dass sich die Kräfte wieder auf die guten Ziele hin bündeln!
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