Kirchenmusik
Der Erfolg liegt in der Einfachheit
Der Schnulzenblödler Mickie Krause hat in einem Interview auch das Erfolgsrezept des neuen geistlichen Liedes aufgedeckt. Er muß es wissen. Video.
(kreuz.net) Mickie Krause (32) ist ein deutscher Sänger und Unterhalter.

Seit 1999 tritt er regelmäßig auf der Mittelmeerinsel Mallorca auf und erscheint auch in der deutschen Hitparade.

Vergangenen September sprach er mit der katholischen Webseite Catholicism Wow über Glaube, Kirche und seinen Beitrag zum neuen geistlichen Kirchenlied.

Wie er auf die Idee gekommen sei, „Laudato si“ zu einem Partyhit zu machen – wird Krause im Interview gefragt.

Das Lied kenne er noch aus seiner Pfadfinderzeit: „Dort haben wir den Song allabendlich am Lagerfeuer gesungen und immer wieder neue Strophen erfunden.“

Einmal habe er das Lied spontan bei einem Auftritt a capella angestimmt: „Ich war überwältigt, wie viele Leute den Song kennen.“

Das Lied sei bei Jung und Alt bekannt und besitze einen sehr eingängigen Refrain: „Einfacher gesagt ist der Song ein »Gute Laune Song«, und die will ich ja verbreiten.“

‘Youtube’: Mickie Krause – Laudato Si

Krause machte früher im Jugendliturgiekreis mit: „Aber keine Angst, Titel wie »Kleines Senfkorn Hoffnung« oder »Die Sache Jesu braucht Begeisterte« werde ich textlich nicht verändern.“

In der Vergangenheit hat sich Krause mit recht unzimperlichen Texten wie „Zeig doch mal die Möpse“ hervorgetan. Doch das sei vor sechs Jahren gewesen – kontert der Sänger: „Auch ich habe ein Recht auf Veränderung!“

Die Krause’sche Version von „Laudato si“ enthält Passagen wie „Sei gepriesen für zwei- und dreimal Niesen“ oder „Sei gepriesen für Poldi und für Schweini“.

Diesen Text habe er mit einem Kumpel, der keine Kirchensteuer zahlt, am Strand geschrieben: „Innerhalb weniger Minuten war der Song fertig!“

Der Erfolg liege in der Einfachheit: „Und für Poldi und Schweini müssen wir ja wohl wirklich danken.“

Ab und zu helfe es auch mal, einen zu trinken, um eine gute Idee auszuarbeiten.

Die Änderung von „Du bist wunderbar, Herr“ zu „Du bist wunderbar, yeah!“ erklärt Krause damit, daß er sich vom Original entfernen wollte: „Für mich ist der Song, wie ich ihn singe, ein reiner Partysong“.

Er wolle sich nicht beim Herrn für Wodka und Barcadi bedanken: „Obwohl es meiner Ansicht nach völlig legitim ist, dem Herrn dafür zu danken.“

Allerdings habe er keine Absicht, blasphemisch zu erscheinen. Aus diesem Grund sei der Bezug zum Herrn komplett entfallen.

Auf die Frage, ob er Kirchensteuer zahle, antwortet Krause:

„Ja, ich bin so doof! Ich zahle Kirchensteuer, weil ich es für sinnvoll halte, die Organisation Kirche zu unterstützen.“

Kirche könne ohne Kirchensteuer nicht funktionieren: „Deshalb zahle ich Kirchensteuer.“

Die Kirche spiele für ihn „natürlich“ eine Rolle, „allerdings nicht mehr eine so große wie beispielsweise in den 80er Jahren, als ich zum Beispiel regelmäßig nach Taizé gefahren bin oder an der Organisation von Jugendgottesdiensten in meinem Dorf mitgewirkt habe“.

Er habe schon relativ früh zu Gott gefunden und sei froh darüber, nicht immer wieder nach ihm suchen zu müssen:

„Ich habe auch nicht den Glauben an die Kirche verloren, denn dann hätte ich meine Kinder nicht taufen lassen und würde mir von der Kirchensteuer ein schickes Auto kaufen.“

„Wenn ich Gott brauche, ist er für mich da – aber Gott sei Dank brauche ich ihn kaum.“

Gott beschütze ihn und seine Familie ganz hervorragend.

Die Kirche benötige nachahmenswerte Persönlichkeiten: „Damit meine ich nicht Helden, wohl aber Vorbilder im täglichen Umgang miteinander“.

Es seien Menschen notwendig, die Kirche machen, Kirche bewegen und verändern: „Deshalb habe ich früher jahrelang Jugendarbeit gemacht und kann behaupten, Kirche bewegt zu haben.“

Wer Kirche verändern wolle, müsse Mitanpacken und nicht darauf warten, daß andere dieses erledigten: „Ich möchte aber auch erwähnen, daß es viele tolle Leute in der Kirche gibt. Unser Pastor zum Beispiel ist der absolute Hammer.“

Er gehöre zu den Priestern, die es verstünden, ihre Gemeinde zu begeistern:

„Mit ihm werde ich übrigens bei der Taufe meiner dritten Tochter Laudato si singen, allerdings dann die Originalstrophen“.

Ein Wort zu Krauses Kritikern aus den Reihen der Kirche:

„Verschwendet nicht Eure Zeit, mich und meine Songs zu kritisieren oder gar zu verachten. Ich bewege mit meinen Songs und auch mit Laudato si häufig mehr als manch eingeschlafener und von mir bezahlter Kirchenmensch.“

Er verstehe es, daß Publikum zu unterhalten und manchmal auch zu begeistern:

„Meine Botschaft lautet »Feiern«. Und das Feiern hat die Kirche ziemlich verlernt.“
      
6 Lesermeinungen
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#6   Benedikt   21:19:47 | Donnerstag, 1. März 2007
Frommes Lied?
Das Lied „Laudato si“ ist in der Regel kaum zum Anhören. In den 90ern sehr beliebt, wurde es derart totgenudelt, dass die Gemeinde mittlerweile zu einer stark leiernden Interpretation übergegangen ist.
Die Musik ist zudem äußerst langweilig und weder sakral noch in sonstiger Weise erhebend.
Bemerkenswert ist lediglich, dass bei Laudato si das Vorhandensein einer fremden Sprache mit einem mal egal ist, ganz im Gegenteil zu älterem Liedgut. Nichtmal die ansonsten obligatorische Übersetzung wird bei Laudato si mitgeliefert. Dasselbe gilt für Lieder aus Taizé. Sehr aufschlussreich.
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#5   Che Guevara   20:28:38 | Donnerstag, 1. März 2007
cooles Lied
Ihr pessimisten,
jetzt freut euch doch mal das fromme Lieder wieder im Kommen sind!
Warum sollen fromme Lieder nicht auch gute Stimmung machen?
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#4   Evelin   20:17:43 | Donnerstag, 1. März 2007
Ich finds grindig…
fast scheußlich.
Der Gatte der Evelin
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#3   Sulpicius   16:06:37 | Donnerstag, 1. März 2007
In fortgeschrittenem Stadium noch besser…:
www.youtube.com/watch?v=M_jIJenDSd0
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#2   thaumaturgos   15:53:27 | Donnerstag, 1. März 2007
sub specie aeternitatis
ist das nicht nur aktuell sondern geradezu brandheiss :-)
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#1   Sirilo   14:54:49 | Donnerstag, 1. März 2007
„Vergangenen September sprach er mit der Website…“
…d.h., Kreuz.net bringt hier brandheiße Neuigkeiten!!!
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