14:25:33 | Donnerstag, 1. März 2007
Der Schnulzenblödler Mickie Krause hat in einem Interview auch das Erfolgsrezept des neuen geistlichen Liedes aufgedeckt. Er muß es wissen. Video.
(kreuz.net) Mickie Krause (32) ist ein deutscher Sänger und Unterhalter.
Seit 1999 tritt er regelmäßig
auf der Mittelmeerinsel Mallorca auf und erscheint auch in der deutschen Hitparade.
Vergangenen September
sprach er mit der katholischen Webseite
Catholicism Wow über Glaube, Kirche und seinen Beitrag zum neuen
geistlichen Kirchenlied.
Wie er auf die Idee gekommen sei, „Laudato si“ zu einem Partyhit zu machen –
wird Krause im Interview gefragt.
Das Lied kenne er noch aus seiner Pfadfinderzeit: „Dort haben wir den
Song allabendlich am Lagerfeuer gesungen und immer wieder neue Strophen erfunden.“
Einmal habe er das
Lied spontan bei einem Auftritt a capella angestimmt: „Ich war überwältigt, wie viele Leute den Song
kennen.“
Das Lied sei bei Jung und Alt bekannt und besitze einen sehr eingängigen Refrain: „Einfacher
gesagt ist der Song ein »Gute Laune Song«, und die will ich ja verbreiten.“
‘Youtube’: Mickie Krause –
Laudato SiKrause machte früher im Jugendliturgiekreis mit: „Aber keine Angst, Titel wie »Kleines Senfkorn
Hoffnung« oder »Die Sache Jesu braucht Begeisterte« werde ich textlich nicht verändern.“
In der Vergangenheit
hat sich Krause mit recht unzimperlichen Texten wie „Zeig doch mal die Möpse“ hervorgetan. Doch das sei
vor sechs Jahren gewesen – kontert der Sänger: „Auch ich habe ein Recht auf Veränderung!“
Die Krause’sche
Version von „Laudato si“ enthält Passagen wie „Sei gepriesen für zwei- und dreimal Niesen“ oder „Sei
gepriesen für Poldi und für Schweini“.
Diesen Text habe er mit einem Kumpel, der keine Kirchensteuer
zahlt, am Strand geschrieben: „Innerhalb weniger Minuten war der Song fertig!“
Der Erfolg liege in der
Einfachheit: „Und für Poldi und Schweini müssen wir ja wohl wirklich danken.“
Ab und zu helfe es auch
mal, einen zu trinken, um eine gute Idee auszuarbeiten.
Die Änderung von „Du bist wunderbar, Herr“ zu
„Du bist wunderbar, yeah!“ erklärt Krause damit, daß er sich vom Original entfernen wollte: „Für mich
ist der Song, wie ich ihn singe, ein reiner Partysong“.
Er wolle sich nicht beim Herrn für Wodka und
Barcadi bedanken: „Obwohl es meiner Ansicht nach völlig legitim ist, dem Herrn dafür zu danken.“
Allerdings
habe er keine Absicht, blasphemisch zu erscheinen. Aus diesem Grund sei der Bezug zum Herrn komplett entfallen.
Auf die Frage, ob er Kirchensteuer zahle, antwortet Krause:
„Ja, ich bin so doof! Ich zahle Kirchensteuer,
weil ich es für sinnvoll halte, die Organisation Kirche zu unterstützen.“
Kirche könne ohne Kirchensteuer
nicht funktionieren: „Deshalb zahle ich Kirchensteuer.“
Die Kirche spiele für ihn „natürlich“ eine
Rolle, „allerdings nicht mehr eine so große wie beispielsweise in den 80er Jahren, als ich zum Beispiel
regelmäßig nach Taizé gefahren bin oder an der Organisation von Jugendgottesdiensten in meinem Dorf
mitgewirkt habe“.
Er habe schon relativ früh zu Gott gefunden und sei froh darüber, nicht immer wieder
nach ihm suchen zu müssen:
„Ich habe auch nicht den Glauben an die Kirche verloren, denn dann hätte
ich meine Kinder nicht taufen lassen und würde mir von der Kirchensteuer ein schickes Auto kaufen.“
„Wenn ich Gott brauche, ist er für mich da – aber Gott sei Dank brauche ich ihn kaum.“
Gott beschütze
ihn und seine Familie ganz hervorragend.
Die Kirche benötige nachahmenswerte Persönlichkeiten: „Damit
meine ich nicht Helden, wohl aber Vorbilder im täglichen Umgang miteinander“.
Es seien Menschen notwendig,
die Kirche machen, Kirche bewegen und verändern: „Deshalb habe ich früher jahrelang Jugendarbeit gemacht
und kann behaupten, Kirche bewegt zu haben.“
Wer Kirche verändern wolle, müsse Mitanpacken und nicht
darauf warten, daß andere dieses erledigten: „Ich möchte aber auch erwähnen, daß es viele tolle Leute
in der Kirche gibt. Unser Pastor zum Beispiel ist der absolute Hammer.“
Er gehöre zu den Priestern,
die es verstünden, ihre Gemeinde zu begeistern:
„Mit ihm werde ich übrigens bei der Taufe meiner dritten
Tochter Laudato si singen, allerdings dann die Originalstrophen“.
Ein Wort zu Krauses Kritikern aus den
Reihen der Kirche:
„Verschwendet nicht Eure Zeit, mich und meine Songs zu kritisieren oder gar zu verachten.
Ich bewege mit meinen Songs und auch mit Laudato si häufig mehr als manch eingeschlafener und von mir
bezahlter Kirchenmensch.“
Er verstehe es, daß Publikum zu unterhalten und manchmal auch zu begeistern:
„Meine Botschaft lautet »Feiern«. Und das Feiern hat die Kirche ziemlich verlernt.“
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