Benedikt XVI.
Der liebe Gott und seine Fehler
Zum Abschluß der diesjährigen Exerzitien der Römischen Kurie kritisierte der Papst die Theologie der Haushälterin seines Exerzitienpredigers Kardinal Giacomo Biffi.
Rechts: Giacomo Kardinal Biffi.
Rechts: Giacomo Kardinal Biffi.
(kreuz.net, Vatikan) Während der vergangenen Einkehrtage der Römischen Kurie zitierte der päpstliche Exerzitienprediger, Giacomo Kardinal Biffi (78), auch Frau Sandra – seine kürzlich verstorbene, langjährige Haushälterin.

Kardinal Biffi ist der emeritierte Erzbischof von Bologna in Mittelitalien.

Mit einem nicht in seinem Manuskript enthaltenen Zusatz erwähnte der Kardinal einen häufigen Ausspruch von Frau Sandra:

„Der liebe Gott mag seine Fehler haben, aber in diesem Fall hat er seine Sache wirklich gut gemacht!“

Kardinal Biffi zitierte diese Ausdrucksweise – jenseits der formal zweifellos unakzeptablen Aussage – als Beispiel einer „Theologie mit Substanz“.

Gott besitze gewiß keine Fehler – erklärte der Kardinal. Aber der Satz bezeuge eine beeindruckende „Vertrautheit mit dem lieben Gott, der wie ein Familienangehöriger behandelt“ werde.

Doch am vergangenen Samstag morgen – am Ende der Exerzitien – kritisierte der Papst die „kühne Theologie“ der Haushälterin des Kardinals auf freundschaftliche Weise.

Benedikt XVI. dankte dem Kardinal und meinte am Ende seiner frei gehaltenen Ansprache:

„Ich möchte ihnen schließlich für ihren Realitätssinn, für ihren Humor und für ihre konkreten Worte danken – bis hin zur etwas kühnen Theologie ihrer Haushälterin.

Ich würde es nicht wagen, die Aussage, daß »der liebe Gott seine Fehler hat« dem Urteil der Glaubenskongregation zu unterwerfen. Aber auf jeden Fall haben wir viel gelernt.“

Der Kardinal erwähnte während seiner Exerzitienvorträge verschiedentlich Aussprüche seiner Haushälterin.

So sagte Frau Sandra einmal nach einer frei gehaltenen Rede des Kardinals: „Eminenz, auch wenn sie wild drauflos geredet haben, haben sie gut gesprochen.“

Ein anderes Mal informierte sie den Kardinal über ein Telefonat des Rektors einer Universität:

„Eminenz, der Rektor mammiferus“ – sie wollte „magnificus“ sagen – „hat angerufen.“
      
9 Lesermeinungen
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#9   Lutheraner   13:51:30 | Samstag, 14. April 2007
Netter Schwank
Erinnert irgendwie an Pater Brown? Absicht?
In „Er kann’s nicht lassen“ kritisierte die treue Haushälterin Mrs. Smith allerdings den Pater und nicht den lieben Gott. Der Pater nämlich hatte gesagt: „Hübsch häßlich haben Sie’s hier.“, worauf sie erwiederte: „Da sehen Sie mal, was Sie angerichtet haben. Sie machen noch die schöne alte Ruine kaputt.“
Oder war das doch eine verkappte Ohnsorg-Aufführung? Dann heißt es: üben, üben, üben!
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#8   Mathias Wagener   18:58:55 | Sonntag, 11. März 2007
Der liebe Gott und seine Fehler
Benedikt XVI und seine Fehler scheint mir eher als Thema gegeben zu sein. Etwas mehr ernst können wir sicher erwarten. Zuviekl Konzilianz in alle Richtungen wirkt eher fehl am Platze.
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#7   Blade †   14:15:49 | Freitag, 9. März 2007
Ist es wirklich richtig immer dem Papst die Schuld zu geben?
Schon seid einigen Jahrzehnten wird immer auf irgeneinem Kotholischem Würdenträger herumgehakt. Egal aus welche Kreisen, hauptsache man wird seinen Frust an der Kirche mal richtig los. Dem letzten Papst wurde der Dialog z.B. vorgewurfen und nun hat auch Benedikt seine feinde in unseren konservativen Kreisen. Gibt es eigentlich mal ein Papst der etwas richtig machen könnte?? Außerdem sollte man aus Erfurcht nicht Papa Razzi sagen sonder doch bei „ Eure Heiligkeit“ bleiben.
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#6   Malachias †   20:30:48 | Dienstag, 6. März 2007
Katholisch?
Ich würde es nicht wagen, die Aussage, daß »der liebe Gott seine Fehler hat« dem Urteil der Glaubenskongregation zu unterwerfen. Aber auf jeden Fall haben wir viel gelernt.“
Typisch Ratzinger! So hätte das jederzeit auch ein Jude oder ein Protestant formulieren können…! :-S
Fragt sich: Was will Papa Razzi denn nun konkret gelernt haben…? ?:)
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#5   Benedikt   12:53:15 | Dienstag, 6. März 2007
Sache
„Der liebe Gott mag seine Fehler haben, aber in diesem Fall hat er seine Sache wirklich gut gemacht!“
In diesem Fall? Welchen meint dies Haushälterin da?
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#4   Gotthard   21:03:29 | Montag, 5. März 2007
Humor
Der Kardinal hatte wirklich tolle Bilder seiner Haushälterin verwendet – und der Papst hat toll darauf reagiert und sehr sehr viel Humor gezeigt!
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#3   Genoveva   17:32:23 | Montag, 5. März 2007
@Typ: Genauer kann man das Problem
auf kreuz.net nicht auf den Punkt bringen. :)3
Du hast nur den Beitrag von Daniel Stöhr vergessen:
„Macht eigentlich nichts, der Kerl ist sowieso nicht gültig geweiht“ :-D
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#2   Typ   15:24:06 | Montag, 5. März 2007
Großartig
Möchte mal wissen, zu was für einer Hetzjagd hier aufgerufen würde (inkl. Fuldaer Mahnwachen, Forderungen an den Papst, doch endlich einzuschreiten, Hinweisen, dass der Papst ja ohnehin ein modernistischer Schwachkopf sei, und natürlich dem üblichen „2200 Bischöfe auf dem Vaticanum II waren ein Haufen glaubenshassender Verbrecher“-Gezeter), wenn exakt derselbe Satz von einem Kaplan bei einer Faschingsmesse fiele…
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#1   Sulpicius   14:25:18 | Montag, 5. März 2007
Biffi muß mit!
leckerer Snack, herzhafter Snack …
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