Abgrundtiefes Mißtrauen
In einer Pfarrei im Bistum Mainz sind Pfarrer und Pfarrei aneinandergeraten.

Die Stadt gehört zur Diözese Mainz und befindet sich in Südhessen.
Am 28. Februar sprach die lokale Tageszeitung ‘Südhessen Morgen’ von einer „verfahrenen Situation“ zwischen Teilen der Pfarrei und dem Pfarrer.
St. Aposteln wird gegenwärtig in einer Pfarrgruppe mit der Gemeinde St. Marien zusammengeführt.
Den Gläubigen ist klar, daß das für den Pfarrer von St. Marien, Hw. Ronald Givens, keine leichte Aufgabe ist.

Bereits Ende Januar gerieten Pfarrer und Gläubige aneinander. In einem Gottesdienst kritisierte Pfarrer Givens Gruppierungen wie Katholische Arbeitnehmerbewegung, Kolpingsfamilie oder Frauenbund, weil sie bei einer Podiumsdiskussion über Ladenöffnungszeiten nicht anwesend gewesen waren.
Zu den Angegriffenen zählte damals auch die CDU, welche die Vorwürfe als „sachlich unbegründet und in der Form unangemessen“ zurückwies.
Die Christdemokraten seien nicht über die Veranstaltung informiert gewesen. Vor einer öffentlichen Äußerung hätte sich die Partei vom Pfarrer ein klärendes Gespräch gewünscht.
Pfarrer Givens sieht das anders. Er habe in der Kirche lediglich darauf hingewiesen, daß die Verantwortlichen in dieser wichtigen Frage Stellung beziehen sollten. Überdies sei der Termin öffentlich bekannt gewesen.
Weitere Konfliktpunkte traten bei der Pfarrgemeinderatssitzung am 17. Februar zutage.
Das erste Thema: Alkoholprobleme im Jugendzeltlager St. Aposteln.
Pfarrer Givens und sein Diakon Roberto Medovic verlangten von Leitung und Küchenteam des Jugendzeltlagers ultimativ und vertraglich eine schriftliche Verpflichtung, bei der Freizeit auf harte Alkoholika zu verzichten.
Das Vertragswerk ließen Pfarrer und Diakon von einem Rechtsanwalt überprüfen.
Die Maßnahme erfolgte nicht grundlos. In der Vergangenheit gab es diesbezüglich verschiedentlich Probleme.
Katholische Jugend und Küchenpersonal stimmen inhaltlich zu, fühlten sich aber zu Unrecht angegriffen und unter Druck gesetzt.
Sie bemängelten eine „mangelnde Gesprächsbereitschaft“. Pfarrer und Diakon pochten auf ihre Verantwortung und ließen durchblicken, daß sie den Beteuerungen der Betroffenen keinen Glauben schenkten.
Schon im folgenden Tagesordnungspunkt kam der nächste Konflikt ans Licht: Der Liturgie-Ausschuß von St. Aposteln erklärte seine Auflösung.
Das Gremium begründete seinen Entscheid damit, daß Pfarrer Givens seine Teilnahme an den Sitzungen aufgekündigt habe. Damit sei eine weitere Arbeit nicht möglich.
Der Pfarrer begründete seine „vorübergehende“ Absenz mit Terminschwierigkeiten. Darum werde er von einem anderen Hauptamtlichen im Ausschuß vertreten.
Kritiker des Pfarrers glauben, daß die Auflösung des Liturgie-Ausschusses mit einem Gespräch in Güte zu verhindern gewesen wäre.
Jetzt mehrten sich die Stimmen, die eine neutrale Streitschlichtung fordern.
Der ‘Südhessen Morgen’ zitiert den Brief eines Mitglieds des Pfarrgemeinderats. Dieser bittet alle Beteiligten nachzudenken, statt „Öl ins Feuer“ zu gießen.
Bei einigen Personen herrsche ein „abgrundtiefes Mißtrauen“ gegenüber Pfarrer und Diakon.
Der Autor wünscht sich, daß es uns in Zukunft gelinge, bei Diskussionen klar zwischen der Sache und dem Beziehungskonflikt zu unterscheiden.
Vor allem mit Blick auf das Thema Alkohol im Zeltlager betont der Schreiber:
„Mit »Und damit Basta«-Strategien ist noch nie in der Erwachsenen- und Jugendarbeit etwas Positives erreicht worden.“
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Samstag, 10. März 2007 20:36
Hyazinth: Benedikt
Der Priester ist der kirchenverwaltung „unterworfen“, aber auch nicht in liturgischen Dingen. Der Beschluß des PFGR kann ihm gänzlich egal sein, ist nicht bindend!
Donnerstag, 8. März 2007 19:43
Benedikt: @ hyazinth
Welcher „Liturgie-DURCHFALL“ hält sich heutzutage noch an seine Kompetenz
Sie haben natürlich repräsentative Studien zu diesem Thema.
Ich kenne die Gegebenheiten in meinem Ort und in den umgebenden Pfarreien. Und da ist es so, wie ich es sage. Außerdem kann man davon ausgehen, dass viele Pfarrer der Konzilsgeneration ganz ähnliche Vorstellung haben wir ihre Liturgieausschüsse.
Der Liturgieausschuss hat aber tatsächlich keine eigenen Kompetenzen. Hinsichtlich der Liturgie ist der Priester zuständig, hinsichtlich aller anderen Fragen ist er dem PGR unterworfen.
Sie haben natürlich repräsentative Studien zu diesem Thema.
Ich kenne die Gegebenheiten in meinem Ort und in den umgebenden Pfarreien. Und da ist es so, wie ich es sage. Außerdem kann man davon ausgehen, dass viele Pfarrer der Konzilsgeneration ganz ähnliche Vorstellung haben wir ihre Liturgieausschüsse.
Der Liturgieausschuss hat aber tatsächlich keine eigenen Kompetenzen. Hinsichtlich der Liturgie ist der Priester zuständig, hinsichtlich aller anderen Fragen ist er dem PGR unterworfen.
Donnerstag, 8. März 2007 16:56
Hyazinth: Benedikt
In Ihrer Blümchenwelt mit vielen Elfen und Zauberinnen mag das vielleicht so sein! Wachen Sie mal auf Mann! Welcher „Liturgie-DURCHFALL“ hält sich heutzutage noch an seine Kompetenz (die er meines erachtens garnicht besitzt). Mit häretisch habe ich die Wirkung gemeint. Aber wenn man liest, was da teilweise schwammig formuliert ist, wird einem die Intention mehr als klar!
Mittwoch, 7. März 2007 10:29
Maledica: Von der Redaktion entfernt
Dienstag, 6. März 2007 16:57
Benedikt: @ Hyazinth
Liturgie steht im Meßbuch
Äußerst einseitige Vorstellung von Liturgie. Liturgie ist nicht nur die Hl. Messe. Segensfeiern nach dem Benediktionale, Taufen, Firmungen, Stundengebet (als Dienst der Gemeinde unter Vorsitz des Priesters) etc. ist ebenfalls Liturgie. Im weiteren Sinne befassen sich die Ausschüsse zudem mit der Durchführung des Großen Gebets, sonstige Anbetungsstunden, Rosenkranz und so weiter und so fort. Der Liturgieausschuss legt so zB fest in welcher Reihenfolge die Gebetsintentionen am Tag des Gebets gehalten werden. Dies einen Pfarrer machen zu lassen, der sich um 6 Pfarreien mit 12.000 Katholiken zu kümmern hat erscheint mir äußerst abenteuerlich.
Selbstverständlich ist der Liturgieausschuss an die liturgischen Vorgaben gebunden und überschreitet seine Kompetenzen dort, wo er dem Pfarrer in seinen Aufgabengebiet unbefugt eingreifen will.
(im neuen häretisch, im alten katholisch)!
Diese Aussage ist häretisch.
Äußerst einseitige Vorstellung von Liturgie. Liturgie ist nicht nur die Hl. Messe. Segensfeiern nach dem Benediktionale, Taufen, Firmungen, Stundengebet (als Dienst der Gemeinde unter Vorsitz des Priesters) etc. ist ebenfalls Liturgie. Im weiteren Sinne befassen sich die Ausschüsse zudem mit der Durchführung des Großen Gebets, sonstige Anbetungsstunden, Rosenkranz und so weiter und so fort. Der Liturgieausschuss legt so zB fest in welcher Reihenfolge die Gebetsintentionen am Tag des Gebets gehalten werden. Dies einen Pfarrer machen zu lassen, der sich um 6 Pfarreien mit 12.000 Katholiken zu kümmern hat erscheint mir äußerst abenteuerlich.
Selbstverständlich ist der Liturgieausschuss an die liturgischen Vorgaben gebunden und überschreitet seine Kompetenzen dort, wo er dem Pfarrer in seinen Aufgabengebiet unbefugt eingreifen will.
(im neuen häretisch, im alten katholisch)!
Diese Aussage ist häretisch.
Dienstag, 6. März 2007 16:40
Hyazinth: Liturgieausschuß
Jeder vernünftige Priester würde Gott auf Knien danken, wenn sich sein Liturgieausschuß freiwllig auflösen würde. Kostet nur Zeit, ist unnötig wie ein Kropf. Liturgie steht im Meßbuch (im neuen häretisch, im alten katholisch)!
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