18:12:45 | Mittwoch, 12. Januar 2005
Liturgie einmal anders. „Trau dich und feiere!“
Eine US-amerikanische Pfarrei begeht das Fest der Heiligen drei Könige auf eine neue Weise. Der betagte Pfarrer John Clay packt die Gelegenheit beim Schopf und sucht den Weg der Liebe zu den homosexuellen Brüdern und Schwestern zu vertiefen.
(kreuz.net, St. Paul/USA) In der Kirche des Heiligen Stanislaus in St. Paul, einer Stadt im US-amerikanischen
Bundesstaat Minnesota im Norden der USA, benütze Pfarrer John Clay (78) die Epiphanie-Messe dieses Jahres,
um Homosexuellen und ihren Angehörigen Hilfe und Unterstützung anzubieten. Das englische Motto der Messe
war: „Come out and celebrate“ – Trau dich und feiere!
Rund 150 Menschen folgten der Einladung des Pfarrers
und kamen, um „jene zu lieben, die nicht wie wir sind“. Der Priester bat die Anwesenden, innerlich nachzuvollziehen,
was es bedeute, einer gesellschaftlichen Gruppe zuzugehören, die angeblich von der Mehrheit der Bevölkerung
angegriffen und sogar gehaßt werde.
Das ganze Thema habe nichts mit liberal oder konservativ zu tun,
meinte Pfarrer Clay: „Ich glaube nicht, daß sich die Liberalen und die Konservativen jemals einigen werden.
Doch wir sind zu einem tieferen Weg berufen, zum Weg der Liebe. Wir müssen uns von der Angst und vom
Haß trennen.“
Vor der Spendung der Heiligen Kommunion wurden in einem gesungenen Gebet die Namen duzender
Homosexueller Gott anempfohlen. Die Anwesenden zeigten sich berührt und meinten, es habe in der ganzen
Stadt St. Paul noch nie eine vergleichbare Messe gegeben.
„So lange die Messen auf eine liebende und
pastorale Weise gefeiert werden und im Rahmen der Lehre der Kirche bleiben – und das scheint hier der
Fall gewesen zu sein – sehe ich kein Problem“, meinte ein Sprecher der Erzdiözese St. Paul und Minneapolis.
Im Anschluß an die Messe organisierte die Pfarrei in der Kirche einen „höflichen und geistvollen“ Austausch.
Der folgende Text diente als Einladung zur Messe:Trau dich und feiere!So wie viele von euch haben
auch wir geliebte Familienangehörige und Freunde, die homosexuell oder lesbisch sind. Wir sind in der
katholischen Tradition aufgewachsen. So wie viele von euch – unabhängig der Religion, der ihr euch zugehörig
fühlt – sind wir angesichts von Nachrichten über einige unserer Kirchenvorsteher verwirrt. Diese verkünden,
daß unsere homosexuellen Brüder und Schwestern nach der Lehre Jesu „objektiv gestört“ und „innerlich
zum Bösen geneigt“ seien.
Im Geist der Lehre Jesu, daß „wir einander lieben sollen“, wird die Kirche
des Heiligen Stanislaus in St. Paul ihre liebenden Arme den Familien und Freunden öffnen, die einer sexuellen
Minderheit helfen. Das ist ein Weg, um die alle einschließende Lehre Jesu aktiv zu leben. Die Messe wird
das Thema „Trau dich und feiere“ haben. Anschließend laden wir zu einem gemütlichen Kaffee in der Kirche
ein.
Der Erzbischof von St. Paul und Minneapolis, John Henry Flynn (71), lehrte vor seiner Ernennung
zum Bischof Moraltheologie und war damals für seine konservativen Positionen bekannt. Als Bischof ist
er dagegen konsequent einen liberalen Weg gegangen. Vor Weihnachten geriet er in die Schlagzeilen, weil
er die Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi aus seiner Diözese verwies.
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#6
Pelagius 13:26:01 | Freitag, 14. Januar 2005
#5
FioreGraz 06:41:15 | Donnerstag, 13. Januar 2005
#4
sttn 02:30:05 | Donnerstag, 13. Januar 2005
#3
dilettantus in interrete 23:58:16 | Mittwoch, 12. Januar 2005
#2
Pelagius 22:40:33 | Mittwoch, 12. Januar 2005
#1
bonifatius 20:23:46 | Mittwoch, 12. Januar 2005