11:08:01 | Freitag, 9. März 2007
Bei der jüngsten Wiener Diskomesse gab es Probleme: Die Tonanlage war nicht in der Lage, das Geschrei und Gepfeiffe der Gläubigen zu übertönen. Außerdem fehlte vegetarisches Essen.

Am Sonntag konsekrierte Hw. Jansen stark bröselnde, eigens gebackene Brothostien.
(kreuz.net, Wien) Letzten Sonntag abend veranstaltete die Wiener Rockmessen Vereinigung ‘
finde kämpfe
folge’ eine Diskomesse für Firmlinge.
Die Veranstaltung fand in der
eigens gestalteten sogenannten Wiener
Jugendkirche statt.
Die Homepage der Erzdiözese Wien ‘Stephanscom’ interpretierte den Anlaß als „feurigen
Rock-Gottesdienst“.
Vorsteher der Messe war der Seelsorger der Jugendkirche, Hw. Gregor Jansen.
Bereits
am Nachmittag versammelten sich 500 Firmlinge zu 35 Workshops in der Jugendkirche sowie in den umliegenden
Pfarreien und Schulen. In den Gruppen arbeiteten sie zu den Themen Bibel, Spiritualität und Schöpfungsverantwortung.
Zum „feurigen Rock-Gottesdienst“ am Abend kamen weitere 1.000 Jugendliche.
Feurige Rock-Messe

© Fabian
Kasper

© Peter Feigl

© Fabian Kasper

© Christoph Puhl

© Christoph Puhl

© Fabian Kasper

© Martin Geiger

©
Christoph Puhl
Der Lärmpegel übertönt die TonanlageDie beiden Meßmoderatoren Sophie Anabit und Dennis
Ley hatten mit der „Lebendigkeit“ der Firmkandidaten zu kämpfen – erklärte ein Koordinator der Diskomessen:
„Es war sicherlich einer der unruhigsten, aber auch einer der stimmungsvollsten Gottesdienste bisher.“
‘Stephanscom’ nennt auch den besonderen „Blickfang“ der Messe: große Feuerschalen.
Sie sollten die
verschiedenen Eigenschaften Gottes symbolisieren: „Gott schenkt Leben, Liebe und Trost“ – betonte der
Meßmoderator Ley.
Doch damit gebe sich Gott nicht zufrieden.

Hw. Jansen ist für seine liturgischen Experimente bekannt
Er wolle, daß wir seinen Weg nachgehen
und ebenfalls Leben, Liebe und Trost schenken.
An der Diskomesse investierten hundert Mitarbeiter – 90
Prozent ehrenamtlich – rund 5.000 Arbeitsstunden.
Im Jahr 2008 soll die Veranstaltung für doppelt so
viele Teilnehmer ausgelegt werden.
Die nächste Diskomesse „iGod“ wird am 22. April erstmals ökumenisch
ausgetragen.
Kommentare der TeilnehmerNach der Veranstaltung äußerten sich die angeblichen Gläubigen
im Gästebuch der Homepage für die Diskomessen.
Der 14jährige Thomas fand die Messe „uuuuuuuuurrrrrrrrr
geil!!!!“. Er schickte ein „großes Lob an euch alle!!!!!!!“
Die ungetaufte 19jährige Daniela fand die
Messe „eigentlich“ sehr toll. Ihre Kritik am Tag für Firmlinge: Es gab kein vegetarisches Essen.
Der
50jährige Markus fand die Messe „großartig, toll vorbereitet und Super-stimmung!!“ Allerdings sei die
„Kennenlernrunde“ am Beginn der Messe mühsam und langatmig gewesen.
Mehrere Teilnehmer kritisierten
die Dauer der Veranstaltung. Einige Gruppen hätten die Messe vorzeitig verlassen, „weil es aufgrund der
Länge ziemlich langweilig wurde“ – bedauert der 21jährige Gerfried.
Im Laufe der Messe hat der 19jährig
Benji „unglaublich viel Platz“ bekommen.
Benji findet es traurig, daß niemand mehr während des Evangeliums
aufsteht. Gleichzeitig werde bei den Liedern aufgesprungen und nach jedem Lied geklatscht und gepfiffen.
Doch seine Kritik richtet sich vor allem an die Technik. Es könne jedem passieren, daß das Lichtpult
abstürze und der DVD-Player spinne.
Aber die pfeifende Tonanlage und die Bühne seien „unglaublich“
gewesen. Die Bühnenanordnung habe nur unnötige Kosten verursacht und „nichts gebracht“.
Rechtfertigung
der VerantwortlichenEs seien einfach zu viele Leute dagewesen – rechtfertigt Koordinator Stephan (24)
eine angeblich „unterdimensionierte Tonanlage“.
Er korrigiert sich sogleich: „Es lag weniger an der Anzahl,
vielmehr an der Lebendigkeit – man könnte auch sagen, an dem Lärmpegel – der Besucher.“
Doch das macht
er niemandem zum Vorwurf. Beim nächsten Mal will er vorbereitet sein.
Inmitten des Chaos brach dem Meßkoordinator
Florian auch noch die zentrale Kommunikationslinie mit der Bühnenkante zusammen:
„Ich habe während
des Gottesdienstes fünf Funkgeräte verbraucht, weil eines nach dem anderen den Geist aufgegeben hat.“
Warum eine Messe?Die Auswahl der Fotos auf der Homepage liefert ein ähnliches Bild wie die Kommentare
im Gästebuch:
Die Eucharistiefeier ist im Trubel völlig untergegangen.
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Kurti 19:58:11 | Samstag, 10. März 2007
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PX33 20:35:52 | Freitag, 9. März 2007
#8
Geist 12:46:27 | Freitag, 9. März 2007