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Freitag, 9. März 2007 11:08
Aufgrund der Länge wurde es ziemlich langweilig
Bei der jüngsten Wiener Diskomesse gab es Probleme: Die Tonanlage war nicht in der Lage, das Geschrei und Gepfeiffe der Gläubigen zu übertönen. Außerdem fehlte vegetarisches Essen.
Am Sonntag konsekrierte Hw. Jansen stark bröselnde, eigens gebackene Brothostien.
Am Sonntag konsekrierte Hw. Jansen stark bröselnde, eigens gebackene Brothostien.
(kreuz.net, Wien) Letzten Sonntag abend veranstaltete die Wiener Rockmessen Vereinigung ‘finde kämpfe folge’ eine Diskomesse für Firmlinge.

Die Veranstaltung fand in der eigens gestalteten sogenannten Wiener Jugendkirche statt.

Die Homepage der Erzdiözese Wien ‘Stephanscom’ interpretierte den Anlaß als „feurigen Rock-Gottesdienst“.

Vorsteher der Messe war der Seelsorger der Jugendkirche, Hw. Gregor Jansen.

Bereits am Nachmittag versammelten sich 500 Firmlinge zu 35 Workshops in der Jugendkirche sowie in den umliegenden Pfarreien und Schulen. In den Gruppen arbeiteten sie zu den Themen Bibel, Spiritualität und Schöpfungsverantwortung.

Zum „feurigen Rock-Gottesdienst“ am Abend kamen weitere 1.000 Jugendliche.

Feurige Rock-MesseFeurige Rock-MesseKlicken Sie auf das Bild, um die Photomeile mit 9 Bildern zu starten.

Der Lärmpegel übertönt die Tonanlage
Die beiden Meßmoderatoren Sophie Anabit und Dennis Ley hatten mit der „Lebendigkeit“ der Firmkandidaten zu kämpfen – erklärte ein Koordinator der Diskomessen:

„Es war sicherlich einer der unruhigsten, aber auch einer der stimmungsvollsten Gottesdienste bisher.“

‘Stephanscom’ nennt auch den besonderen „Blickfang“ der Messe: große Feuerschalen.

Sie sollten die verschiedenen Eigenschaften Gottes symbolisieren: „Gott schenkt Leben, Liebe und Trost“ – betonte der Meßmoderator Ley.

Doch damit gebe sich Gott nicht zufrieden.

Hw. Jansen ist für seine liturgischen Experimente bekannt
Hw. Jansen ist für seine liturgischen Experimente bekannt
Er wolle, daß wir seinen Weg nachgehen und ebenfalls Leben, Liebe und Trost schenken.

An der Diskomesse investierten hundert Mitarbeiter – 90 Prozent ehrenamtlich – rund 5.000 Arbeitsstunden.

Im Jahr 2008 soll die Veranstaltung für doppelt so viele Teilnehmer ausgelegt werden.

Die nächste Diskomesse „iGod“ wird am 22. April erstmals ökumenisch ausgetragen.

Kommentare der Teilnehmer
Nach der Veranstaltung äußerten sich die angeblichen Gläubigen im Gästebuch der Homepage für die Diskomessen.

Der 14jährige Thomas fand die Messe „uuuuuuuuurrrrrrrrr geil!!!!“. Er schickte ein „großes Lob an euch alle!!!!!!!“

Die ungetaufte 19jährige Daniela fand die Messe „eigentlich“ sehr toll. Ihre Kritik am Tag für Firmlinge: Es gab kein vegetarisches Essen.

Der 50jährige Markus fand die Messe „großartig, toll vorbereitet und Super-stimmung!!“ Allerdings sei die „Kennenlernrunde“ am Beginn der Messe mühsam und langatmig gewesen.

Mehrere Teilnehmer kritisierten die Dauer der Veranstaltung. Einige Gruppen hätten die Messe vorzeitig verlassen, „weil es aufgrund der Länge ziemlich langweilig wurde“ – bedauert der 21jährige Gerfried.

Im Laufe der Messe hat der 19jährig Benji „unglaublich viel Platz“ bekommen.

Benji findet es traurig, daß niemand mehr während des Evangeliums aufsteht. Gleichzeitig werde bei den Liedern aufgesprungen und nach jedem Lied geklatscht und gepfiffen.

Doch seine Kritik richtet sich vor allem an die Technik. Es könne jedem passieren, daß das Lichtpult abstürze und der DVD-Player spinne.

Aber die pfeifende Tonanlage und die Bühne seien „unglaublich“ gewesen. Die Bühnenanordnung habe nur unnötige Kosten verursacht und „nichts gebracht“.

Rechtfertigung der Verantwortlichen
Es seien einfach zu viele Leute dagewesen – rechtfertigt Koordinator Stephan (24) eine angeblich „unterdimensionierte Tonanlage“.

Er korrigiert sich sogleich: „Es lag weniger an der Anzahl, vielmehr an der Lebendigkeit – man könnte auch sagen, an dem Lärmpegel – der Besucher.“

Doch das macht er niemandem zum Vorwurf. Beim nächsten Mal will er vorbereitet sein.

Inmitten des Chaos brach dem Meßkoordinator Florian auch noch die zentrale Kommunikationslinie mit der Bühnenkante zusammen:

„Ich habe während des Gottesdienstes fünf Funkgeräte verbraucht, weil eines nach dem anderen den Geist aufgegeben hat.“

Warum eine Messe?
Die Auswahl der Fotos auf der Homepage liefert ein ähnliches Bild wie die Kommentare im Gästebuch:

Die Eucharistiefeier ist im Trubel völlig untergegangen.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 40 Lesermeinungen:
Donnerstag, 15. März 2007 22:35
Dr.F.X.S.: Vom Gottesdienst zum EGODIENST
Das sind die tollen Früchte der Verblendung. Auffallend immer wieder diese Affinität zum Feuer und Feurigen. Wie weit ist es noch zur „Ökumene“ mit gewissen satanskultigen Kreisen? Optisch nur noch ein kleiner Schritt … Die Heavy-Metal-Konzerte haben unverkennbar kreativ Pate gestanden … Wacht auf Zeitgenossen! Schon rennt der Wahn ungehindert durch einstmals heilige Hallen, der Ego-Wahn, zu dem der HERR sagte: „Weiche … “
Donnerstag, 15. März 2007 17:26
Sturmscharen: Frechheit
Zu der Jugendkirche kann man nur ein Wort sagen: „Frechheit“.
So etwas ist nicht mehr Katholisch.

Gelobt sei Jesus Christus
Montag, 12. März 2007 11:28
sacerdos helveticus: Reminiscere
Ad Aurelium
Vielen Dank für Ihre Übersetzung des Introitus des 2. Fastensonntags Reminiscere.
Ihre grammatischen Erklärungen sind zutreffend.
Jedoch kann man „miseratio“ auch im Deutschen als Plural wiedergeben, wenn man den Begriff mit „Erbarmung“ übersetzt.
So übersetzt auch Romano Guardini in seinem sehr schönen „Deutschen Psalter“: „Deiner Erbarmungen sei gedenk o Herr, Deiner Gnaden, waltend von Urzeit her.“
Die zweite Hälfte des Verses gefällt mir jedoch weniger, da er ohne ersichtliche Notwendigkeit „misericordia“ mit „Gnaden“ wiedergibt, jedoch hat der Psalm in der Vulgatafassung anders als im Messbuch, das nicht immer bei Introitus u.ä. der Vulgata folgt in der zweiten Vershälfte „misericordiarum“ anstatt „misericordia“
Auch Morant hält sich in seiner deutschen Ausgabe des Breviarium Romanum hier weitgehend an Guardini.
In der deutschen älteren deutschen Brevierausgabe
von Stephan (Regensburg 1927) wird „miseratio“ mit „Hulderweis“ übersetzt: „Denk doch, o Herr, an deine Hulderweise, an die Erbarmungen, die du gezeigt in allen Zeiten.“
Hier werden beide lateinischen Plurale auch im deutschen mit Pluralen widergegeben: miserationes- Hulderweise, misericordiarum- Erbarmungen
Sonntag, 11. März 2007 16:17
Artois †: @Aurelius
Auf die Fürsprache des hl. Petrus herzlichen Dank!
Sonntag, 11. März 2007 01:51
Johann Gambolputty: Vegetarisches Essen
gehört überhaupt nicht zu solch einem Gottesdienst.
Wer hat sich denn da beschwert? Öko-Fuzzis?
Samstag, 10. März 2007 22:54
Aurelius: @Artois: Reminiscere
Reminiscere miserationum tuarum, Domine, et misericordiae tuae, quae a saecolo sunt…

So beginnt der Introitus des zweiten Fastensonntages (Ps. 24,6).

reminiscere ist der Imperativ, zweite Person: „erinnere dich“ oder „gedenke“. Der Infinitiv ist reminisci, die erste Singular Präsens Indikatiov Aktiv reminiscor. Es ist ein Verbum Deponentium ohne Perfekt.

Wie bei anderen Verben des Erinnerns, steht das, woran man sich erinnert im Genitiv: miserationum tuarum (Plural). miseratio heißt soviel wie „Bedauern“ oder „Mitgefühl“ und lässt sich im Deutschen gar nicht im Plural wiedergeben. misericordia heißt „Erbarmen“.

Also: „Gedenke deines Mitgefühls, Herr, und deines Erbarmens, die seit einer Ewigkeit sind.“

Mein Schott von 1958 übersetzt das etwas eleganter:

„Herr, denk an Deine Güte, Dein Erbarmen, die seit ewig währen;“
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