09:50:20 | Freitag, 9. März 2007
Die europäische Kultur und ihre Künste sind eine Frucht der Alten Messe. Für einen deutschen Dirigenten ist es unfaßbar, wie unsensibel die Kirche mit diesem einzigartigen Zeugnis ihrer Geschichte umgeht.

Messe am Aschermittwoch im US-Seminar der Priesterbruderschaft St. Petrus
© Petrusbruderschaft(kreuz.net) Am Mittwoch widmete die ‘Süddeutsche Zeitung’ der Alten Messe eine ganze Seite.
Zwei bekannte
Verteidiger der Alten Messe – der Frankfurter Schriftsteller Martin Mosebach und der emeritierte Münchener
Philosophieprofessor Robert Spaemann – verfaßten dazu eigene Texte.
Mosebach schrieb über den Meßritus.
Spaemann verfaßte seinen Beitrag zum Auftrag Christi „Tut dies zu meinem Gedächtnis“.
Auch kirchenferne
Kulturschaffende unterstützen vor der ‘Süddeutschen’ die Alte Messe.
Sinnliches GesamtkunstwerkDer
Dirigent und Komponist Hans Zender (70) hofft auf einen liturgischen Neuanfang unter Benedikt XVI. Die
Kirche habe sich mit ihrer „sogenannten Liturgiereform“ vor mehr als dreißig Jahren in einen „suizidalen
Prozeß“ verstrickt. Dieser werde von Kulturmenschen „beklommen“ verfolgt.
Schriftsteller Durs Grünbein
Die
neue Messe erinnerte ihn an die protestantischen Gottesdienste seiner Kindheit.
Die überlieferte Liturgie
erachtet Zender als Gesamtkunstwerk. Es habe die europäische Kultur und ihre Künste nicht nur geprägt,
sondern erst hervorgebracht.
Für den Musiker ist es unfaßbar, wie unsensibel die Katholische Kirche
mit diesem einzigartigen Zeugnis ihrer Geschichte umgeht.
„Es müßte gelingen, durch einen Rekonstruktionsprozeß
die alte Liturgie in ihrer reinen Form wieder sinnlich erlebbar zu machen und kontinuierlich zu pflegen.“
WankelmütigDie deutsche Schriftstellerin Ulla Hahn (60) – die mit dem SPD-Politiker Klaus von Dohnanyi
verheiratet ist – sprach sich gegen eine Ächtung des „vorkonziliaren“ Ritus aus.
Die Form der Messe
sei eine Frage des Geschmacks und nicht des Glaubens.
Deshalb solle sie nicht länger an eine spezielle
Erlaubnis der Bischöfe gebunden sein. Frau Hahn plädiert dafür, die Entscheidung dem Pfarrer und seinen
Gläubigen zu überlassen.
Die Schriftstellerin ist den deutschen Traditionalisten zumindest seit Ende
Januar ein Begriff.
Damals
dementierte sie, ein
Manifest für die Wiederzulassung der Alten Messe unterzeichnet
zu haben.
Vergleich der KonfessionenDer Berliner Schriftsteller Durs Grünbein (44) definiert die Messe
als „Gedächtnisfeier des Kreuzopfers“. Grünbein ist ein selbsterklärter Neuheide.
Die Messe sollte –
„soviel leuchtet mir ein“ – eine möglichst festliche, undurchschaubare Veranstaltung sein: „mit einem
Wort: numinos“.
Nur in den orthodoxen Gemeinschaften habe ihn die Meßfeier „überzeugt“ – wovon, verrät
der Ungläubige nicht.
„Der byzantinische Ritus mit seinem sonoren Prunk, seiner Patriarchenschwere und
Unnahbarkeit, war in dieser Hinsicht das größte Erlebnis.“
Das Wenige, das Grünbein nach eigenen Angaben
bei einem Aufenthalt in Rußland davon gesehen, gehört und gerochen hat, sei der unheilschwangeren Szene
des Abendmahls näher gekommen als jede wortreiche Beschwörung.
Als Beispiele nennt Grünbein die Weihrauchwölkchen,
die tiefe Baßstimme des Vorsängers und die nach innen gewendeten Zeremonien des bärtigen Priesters.
Den Alten Ritus kennt Grünbein nicht.
Doch vor zwei Jahren nahm er in Italien das letzte Mal an einer
katholischen Messe teil.
Sie erinnerte ihn an die protestantischen Gottesdienste seiner Kindheit.
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#22
Mathias Wagener 13:56:10 | Donnerstag, 15. März 2007
#19
makakema 00:15:01 | Samstag, 10. März 2007
#17
makakema 23:33:47 | Freitag, 9. März 2007
#15
Hoffnung 21:51:38 | Freitag, 9. März 2007
#14
nonnobisdomine 20:18:07 | Freitag, 9. März 2007
#13
franziskus 19:23:03 | Freitag, 9. März 2007
#12
Aurelius 18:45:00 | Freitag, 9. März 2007
#8
cum te 13:09:16 | Freitag, 9. März 2007
#7
Tridentinus 11:29:57 | Freitag, 9. März 2007
#6
Pünktchen 10:50:02 | Freitag, 9. März 2007
#5
r.ruhrgebietler 10:44:41 | Freitag, 9. März 2007
#3
Pünktchen 10:02:05 | Freitag, 9. März 2007
#2
M. Kirschbaum 09:58:46 | Freitag, 9. März 2007
#1
Gotthard 09:53:52 | Freitag, 9. März 2007