11:15:02 | Samstag, 10. März 2007
Interessierte Kreise sollten sich nicht darüber freuen, daß Kardinal Lehmann einen
Vergleich der palästinensischen Reservate mit dem ehemaligen Warschauer Ghetto bereut hat. Ein Kommentar.
(kreuz.net) Auch die andere Seite, die um das Drama des palästinensischen Völkerkerkers weiß, braucht
sich nicht über das Dementi des Kardinals zu ärgern.
Denn man muß wissen: Wenn ein katholischer Bischof
etwas sagt, geht es ihm meistens nicht darum, eine inhaltliche Aussage zu machen.
Bischöfliche Stellungnahmen
sind in der Regel keine Aussagen, sondern Sprachspiele.
„Sprachspiel“ meint hier: Spielen mit Sprache.
Es stimmt zwar, daß sich die deutschen Bischöfe bei ihrem Besuch im eingekesselten Ramallah kurzfristig
von einem gewissen Mitleid übermannen ließen.
Man muß ihnen verzeihen: Auch Bischöfe sind Menschen
mit spontanen Gefühlen.
Zugleich sind sie Bischöfe. Wie gute Politiker empfinden sie keine Hemmungen,
je nach Publikum heute das und morgen das Gegenteil zu sagen.
Denn beim zeitgemäßen bischöflichen
Reden geht es nicht um das gelegene oder ungelegene Verkünden der Wahrheit, sondern um die Erarbeitung
von Konsens im Rahmen des gerade herrschenden Konsens.
Es ist klar, daß es bei dieser Konsensfindung
vor allem um eine Anpassung an den Mächtigen und gesellschaftlich und kirchenpolitisch Starken geht.
Im Rahmen dieser Konsenstheorie haben die von den USA bewaffneten Hightech-Unterdrücker natürlich bessere
Karten als ausgehungerte Palästinenser mit selbergebastelten Tischbomben.
Darum ist es besser, bischöfliche
Aussagen keiner inhaltlichen, sondern einer politischen Beurteilung zu unterwerfen.
In diesem Sinn ist
auch der folgende Satz zu lesen, den Kardinal Lehmann anläßlich seiner Ansprache in der Jerusalemer
Gedenkstätte für die nationalsozialistische Judenvernichtung mit Bezug auf „alle Nationen“ der Welt
sagte:
„Niemand kann frei sein, der frei sein will vom Gedenken an die Shoa.“
Dieser Satz spricht dem
nationalsozialistischen Völkermord an den Juden eine geradezu heilsgeschichtlich-religiöse Bedeutung
zu.
Doch auch das bedeutet nicht viel.
Man braucht sich nur anzuschauen, wie Priester und Bischöfe
seit Jahrzehnten mit ihrer Religion umspringen.
Warum sollte ihnen die
Holocaust-Zivilreligion heiliger
sein?
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#16
wickerl 21:24:58 | Sonntag, 11. März 2007
#15
Krak des Chevaliers 17:14:28 | Sonntag, 11. März 2007
#14
Pater Lingen 14:54:46 | Sonntag, 11. März 2007
#13
Krak des Chevaliers 10:31:53 | Sonntag, 11. März 2007
#12
Sperling 01:08:42 | Sonntag, 11. März 2007
#11
Pater Lingen 21:22:11 | Samstag, 10. März 2007
#10
nonnobisdomine 20:06:06 | Samstag, 10. März 2007
#9
Raschal † 19:48:14 | Samstag, 10. März 2007
#8
nonnobisdomine 19:26:12 | Samstag, 10. März 2007
#7
Ydefix 18:51:16 | Samstag, 10. März 2007
#6
Kurti 18:34:21 | Samstag, 10. März 2007
#5
Genoveva 17:19:47 | Samstag, 10. März 2007
#4
Gunsenum 17:07:18 | Samstag, 10. März 2007
#3
nonnobisdomine 14:46:47 | Samstag, 10. März 2007
#2
Schüttel 13:14:14 | Samstag, 10. März 2007
#1
st.georg 11:29:16 | Samstag, 10. März 2007