Ketzer vor Verurteilung
Ein neu-alter Härektiker
Ein bekannter Jesuitenpater und Befreiungstheologe soll noch diese Woche als Ketzer verurteilt werden. Er hat mit seinen Theorien vor allem Jesus Christus beleidigt.
Jesuitenpater Jon Sobrino
Jesuitenpater Jon Sobrino
(kreuz.net, Vatikan) Der Präfekt der Glaubenskongregation, William Kardinal Levada, will den ursprünglich aus dem spanischen Baskenland stammenden Jesuitenpater Jon Sobrino (68) am Donnerstag als Häretiker verurteilen.

Das berichtete die spanische Tageszeitung ‘El Mundo’ am Freitag.

Biographische Daten

Der bekannte sogenannte Befreiungstheologe wirkt seit 1957 in El Salvador in Mittelamerika. Pater Sobrino promovierte an der Jesuitenhochschule St. Georgen in Frankfurt am Main.

Für seine angeblichen Verdienste in der Befreiungstheologie erhielt er unter anderem den Menschenrechtspreis der Universität Graz (1992) und die Ehrendoktorwürde der Universität Münster (1998).

Pater Sobrino lehrte an der von ihm mitbegründeten katholischen Universität José Simeón Cañas in San Salvador – der Hauptstadt von El Salvador.

Er war Berater des 1980 ermordeten Erzbischofs von San Salvador, Mons. Oscar Romero.

Das Verfahren zieht sich

Der Jesuit soll verurteilt werden, weil er die Lehre von der Gottheit Christi verdunkelt.

Das Verfahren gegen den Jesuiten läuft bereits seit 2001. Es wurde vom damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, Joseph Kardinal Ratzinger eingeleitet.

Der Generalobere der Jesuiten, Pater Peter-Hans Kolvenbach, soll Pater Sobrino zugesichert haben, ihn unabhängig vom Urteil der Glaubenskongregation zu unterstützen.

Das ist offenbar auch ein Grund, warum Pater Sobrino die Bitte der Glaubenskongregation abgelehnt hat, seine Theorien von einem „göttlichen Gewissen“ des sogenannten, im 19. Jahrhundert erfundenen „historischen Jesus“ zu korrigieren.

Zum laufenden Verfahren der Glaubenskongregation gab sich Pater Sobrino stets gelassen. Noch vor einem Jahr erklärte er in München, daß ihm die Angelegenheit keinen Kummer bereite: „Theologen sollen fröhliche Leute sein.“

Durchgesickerte Notifikation

Die Notifikation gegen den Pater will die Glaubenskongregation angeblich am Donnerstag veröffentlichen.

Gleichzeitig soll dem Jesuiten untersagt werden, zu unterrichten, Vorträge zu halten und Bücher zu verfassen.

Die deutsche Tageszeitung ‘Süddeutsche’ behauptet in ihrer heutigen Ausgabe, die erklärende Note, welche die Verurteilung begründet und erst am Donnerstag bekannt werden sollte, bereits in Händen zu halten.

In der Note wird dem Pater – nach der Diktion der ‘Süddeutschen’ – vorgeworfen, „zu stark“ zwischen der göttlichen und menschlichen Natur Jesu zu unterscheiden.

Das Blatt weiß ferner, daß mit der Notifikation offenbar „keine Sanktionen“ verbunden sind.

Die Glaubenskongregation wolle aber klarstellen, daß theologische Reflexion kein anderes Fundament haben könne als den Glauben der Kirche.

Pater Sobrino habe – vor allem in seinem Buch „Jesus, der Befreier“ – gefährliche und verwirrende Thesen verbreitet.

Die Notifikation verurteile auch die Aussage des Paters, daß die Gottheit Christi angeblich das Produkt einer späteren theologischen Reflexion gewesen sei.
      
23 Lesermeinungen
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#23   Bokrug †   00:05:05 | Donnerstag, 13. September 2007
Atropos gleich kosmischer Urmensch des AT gleich Christus-Logos
(518) Colpe 1961,213: »Der Gott schafft den Aion, der Aion den Kosmos, der Kosmos den Chronos, der Chronos das Werden (g4nesi’). Die o>s[a des Gottes ist sozusagen die sof[a; die des Aion die Identität (taut7th’); die des Kosmos die Ordnung; die des Chronos die Veränderung; die des Werdens das Leben und der Tod… Der Aion ist also in dem Gotte, der Kosmos im Aion, der Chronos im Kosmos, das Werden im Chronos. Der Aion befindet sich unbeweglich um Gott herum… der Aion ist unvergänglich… Der Aion schafft also kosmische Ordnung, indem er die Unsterblichkeit und die Dauer in die Materie hineinlegt.« (Corp.Herm. XI,2f) cf Jonas 1934,358ff zum Pleroma. Widengren 1969,478: Wenn Apk 1,8 Christus t/ vAlfa ka sht/ vW ist, ist dies Zurvanismus.
(519) Jonas 1934,146ff zum kosmischen Nihilismus, gnostischer Weltumwertung, Wendung zur Innensicht. AaO 156: Die Sterne, »die in der babylonischen siderischen Religion ebenso wie in der stoischen theologia physica Gegenstand höchster Verehrung waren, sind jetzt nichts anderes als die erbarmungslosen Verwalter des unentrinnbaren Bannes der Welt.« cf Jonas, Organismus und Freiheit. Ansätze zu einer philosophischen Biologie, Göttingen (Vandenhoeck) 1973,298ff zur gnostischen Entzweiung von Mensch und Welt, zur e marm4nh. Marcion nach Tertullian, Contra Marcionem I,14 sieht im ahrimanisch vom lasterhaften, dummen Demiurgen geschaffenen All »paupertina haec elementa«, diese kläglichen Elemente, »haec cellula creatoris«, diese kleine Zelle des Schöpfe…
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#22   HarroMeyer †   16:43:23 | Samstag, 17. März 2007
Also HvO
Der Name gibt zwar was her, aber die Sprüche darunter kann man klopfen, ohne je in ein Buch gesehen zu haben. Etwas Konkretes wäre schon besser. ;-)
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#21   HeinrichvonOfterdingen   15:59:55 | Samstag, 17. März 2007
Der HarroMeyer
ergeht sich in Verschwörungstheorien. Es ist schon erstaunlich, was den Menschen alles einfällt um nicht glauben zu müssen. Jedenfalls könnte Ihnen solcher Unsinn nicht passieren, wenn Sie sich besser informieren würden. Ich vermute, dass Sie deshalb so schlecht informiert sind.
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#20   HarroMeyer †   15:29:52 | Samstag, 17. März 2007
Gottes Mühlen mahlen langsam.
Das muss ja so kommen: Das rücksichtslose Vorgehen der röm.christl.Staatskirche gegen die Arianer war ja letztendlich geboren aus dem Sendungsbewusstsein eines Paulus und dem schlechten Gewissen dem übernommenen Mitraskult gegenüber -da brauchte man so was wie Jesus-. Da liess man lieber die Legionen über die Klinge springen, setzte Rom den Goten gegeüber aufs Spiel, als dass man das relig. Konstrukt in Zweifel zog, Zweifel, die damals wohl noch intensiver waren. Aber die Unterlagen seit 300 liegen im Vatikan!
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#19   Christian Hüller   19:04:19 | Dienstag, 13. März 2007
Der Arianismus und die Krise des Glaubens
Wer die Gottheit Christi innerlich ablehnt, wird über kurz und lang auch Schwierigkeiten mit der Sakramentalität und Heilsnotwendigkeit der Kirche haben, von der Gnadenlehre ganz zu schweigen.
Vieles steht hier in einem inneren, kausalen Zusammenhang, der auf die Schnelle nicht leicht zu erläutern ist.
Dass der Arianismus Jesus Christus als bloßen, meinetwegen besonders guten Weisheitslehrer und die offiziellen kirchliche Lehre gegenüber den reinen Monotheismen als Irrlehre erscheinen lässt, liegt auf der Hand.
Papst Benedikt würde auch unter diesem Gesichtspunkt gut daran tun, die Praktizierung der Alten Messe endlich zu erleichtern.
Der Rationalismus, den die Kirche schon immer verurteilt hat, muss hinweggefegt werden; es bedarf einer „Revolution von oben“.
Diese Weise des Denkens, mit dem Utilitarismus eng verbunden, hat schon viel zu viel Unheil angerichtet, als dass man sie weiter wuchern lassen dürfte.
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#18   Pünktchen   15:17:46 | Dienstag, 13. März 2007
Ja, lieber Christian, der Arianismus
ist und bleibt die größte Versuchung im kirchlichen Westen! (Und das trotz des „filioque“, das als Gegengift gegen den Arianismus gedacht war, aber ganz eigene Probleme mit sich brachte!)
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#17   Christian Hüller   15:13:27 | Dienstag, 13. März 2007
Der Uhrmachergott und der Gottmensch Jesus Christus
„Die Notifikation verurteile auch die Aussage des Paters, daß die Gottheit Christi angeblich das Produkt einer späteren theologischen Reflexion gewesen sei.“
Die Gottheit Jesu Christi zu akzeptieren fällt vielen getauften Christen schwer. Ein ferner Uhrmachergott, der die Menschen einfach nur „machen“ lässt, ist vielen im Grunde sympathischer, passt es doch besser in ihr rationalistisches Welt- und Menschenbild.
Tipp 1: Der, von dem nichts Größeres gedacht werden kann, besitzt eben auch die Größe, einen Menschen ganz und gar anzunehmen, mit dessen Natur in eine unvermischte und ungetrennte Einheit zu treten.
Darin liegt das, worüber hinaus „nichts Größeres gedacht werden kann“: dass sich das qualtitativ Unendliche aus unbedingter und unendlicher Güte mit dem Endlichen einlässt.
Tipp 2: Die Welt kann und wird sich niemals selbst erlösen.
Schuld ist immer und vorrangig individuell zu suchen, nicht in irgendwelchen „Verhältnissen“; letztere sind meist nur gut für billige Entschuldigungen.
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#16   bonifatius   20:34:35 | Montag, 12. März 2007
Ein einfacher Christ weiß,
daß Jesus Christus Gott und Mensch zugeich ist. Wer dies nicht wahr haben will, steht außerhalb der Kirche.
Immer diese jesuiten, die die Hl. Dreifaltigkeit verdiskutieren wollen. Sie sind oder wollten immer eine Elite sein, nicht in der Bescheidenheit, sonder in der Gescheitheit, bei der man Christi Worte und die Verkündigung des Reiches Gottes durch ein theologhisches Sieb hinterfragen wollte. Welch ein Hochmut!!
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#15   thaumaturgos   19:14:29 | Montag, 12. März 2007
@cum te
Tecum LOL
:-)
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#14   sacerdos helveticus   17:26:47 | Montag, 12. März 2007
Abwarten!
Warten wir doch ab, was diese Woche geschieht.
Wenn die Notifikation der Glaubenslehre erscheint, wird sie auch nähere Angaben darüber enthalten, wo sich P. Sobrino von der kirchlichen Lehre entfernt hat.
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#13   Typ   17:04:59 | Montag, 12. März 2007
@ Sulpicius
Pater Sobrino promovierte an der Jesuitenhochschule St. Georgen in Frankfurt am Main.
Die Quelle aller Häresie.
Meine Güte, was für ein Schwachsinn.
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#12   Sirilo   17:00:36 | Montag, 12. März 2007
Immer noch gibt es keine Information
darüber, worin die Häresie des P. Sobrino besteht. (Unter „die Gottheit Christi verdunkeln“ kann ich mir nichts vorstellen.) Ist die Häresie so schlimm, daß man sie der Öffentlichkeit nicht mitteilen kann?
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#11   cum te   16:54:08 | Montag, 12. März 2007
ad vinis?
Eine Superpension an Weinkeller??
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#10   Alanus ab Insulis   16:53:20 | Montag, 12. März 2007
Wenn hier was „verwirrend“ ist
dann ist es dieser Artikel…
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#9   thaumaturgos   15:46:20 | Montag, 12. März 2007
das möchte ich auch
eine … supension ad vinis …
:-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-):-)
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#8   cum te   13:32:04 | Montag, 12. März 2007
@S. Sulpice
:-D Dann kann der Pater ja eine neue „Hochschule Junker Jörg“ gründen.
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#7   Sulpicius   12:58:52 | Montag, 12. März 2007
@Ja,ja
Pater Sobrino promovierte an der Jesuitenhochschule St. Georgen in Frankfurt am Main.
Die Quelle aller Häresie.
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#6   Hacki   11:37:40 | Montag, 12. März 2007
Vorsicht mit Verurteilung!
würde die Kirche tatsächlich alle Ihre Angestellten entlassen, welche die Gottheit Christi verdunkeln, wären auf einen Schlag 95% der Personalkosten eingespart.
Das gesparte Geld könnte man ja den Armen geben.
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#5   Sirilo   11:00:10 | Montag, 12. März 2007
Und worin…
besteht nun bitte die Häresie des P. Sobrino?
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#4   ottaviani   10:59:41 | Montag, 12. März 2007
sanktionen
währen schreib oder predigt verbot supension ad vinis
Interessant das vom guten Kardinal Levada wieder etwas zu hören ist er hat sich bis jetzt ja kaum bemerkbar gemacht
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#3   Tridentinus   10:19:37 | Montag, 12. März 2007
@stat crux
Die Möglichkeit der Verbrennung auf dem Scheiterhaufen wird aus ökologischen Erwägungen – damit verbundene Gefahr einer zusätzlichen Vergrösserung des Ozonlochs – nicht in Erwägung gezogen.
Dafür müsste der Pater wenigstens originell sein!
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#2   Pünktchen   10:16:42 | Montag, 12. März 2007
stat crux
+net hatte mit „keine Sanktionen“ kommentarlos nur die SZ zitiert! Tatsächlich ist eine Lehrverurteilung eines katholischen Theologen durch die Glaubenskongregation schon Sanktion genug, falls er sich überhaupt noch als „katholischer“ Theologe verstehen will. Wenn dies nicht der Fall ist, „erreichen“ ihn die Sanktionen nicht mehr!
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#1   stat crux   10:07:51 | Montag, 12. März 2007
Keine Sanktionen?
Wünscht kreuz.net die Hinrichtung des Jesuiten??
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