Linzer Mariendom
Auf der Suche nach Ziereremiten
Eine originelle Idee hat sich die Diözese Linz kürzlich einfallen lassen. Das ganze spielt sich sechzig Meter über dem Erdboden ab.
(kreuz.net, Linz) Die Diözese Linz ist auf der Suche nach Einsiedlern für ihre Mutterkirche, den Mariendom.

Anlaß dazu ist die Erwählung der oberösterreichischen Landeshauptstadt als Kulturhauptstadt Europas des Jahres 2009.

Dazu sollen 52 Leute jeweils eine Woche als Eremiten im Turm des Domes verbringen.

„Mit unserem Projekt wollen wir eine Alternative aufzeigen, wenn es in der Stadt vor lauter Kulturprojekten brodelt“ – zitiert die Tageszeitung ‘Oberösterreichische Nachrichten’ den Kulturbeauftragte der Diözese Linz, Hubert Nitsch:

„Diese urbanen Einsiedler sind Gegenpol und innerste Kulturträger zugleich.“

Die Ein-Wochen-Eremiten werden in der Turmstube im Mariendom einquartiert.

Das Zimmer ist neun Quadratmeter groß und befindet sich in einer Höhe von sechzig Metern. Es soll mit Wasserleitung, Toilette und Heizung versehen werden.

Eine Bibliothek von 25 religiösen, philosophischen und geisteswissenschaftlichen Werken wird zur Verfügung gestellt. Mobiltelefon, Computer oder eigene Literatur darf der Siebentage-Eremit nicht mitnehmen.

Auch für seelsorgerische Begleitung der Eremiten ist gesorgt.

Die Eremitenwoche beginnt jeweils am Freitag. Zuerst gibt es eine Stadtführung. Am Samstag abend geht es dann in die Turmstube, das Schweigen beginnt.

Geplant ist, daß die Eremiten nur zwei Mal pro Tag ihre Stube verlassen. Ein Mal um sich Essen und Getränke für den Tag zu holen und ein Mal, um sich mit Besuchern in der Krypta zu treffen.

Dort soll gemeinsam geschwiegen werden.

Es gibt in der Klause auch ein Eremiten-Tagebuch. Darin kann der jeweilige Einwohner seine Gedanken, Eindrücke und Empfindungen aufschreiben. Das Tagebuch bleibt auf dem Turm und wird nur von den Eremiten beschrieben und gelesen.

Voraussetzung für ein Eremiten-Dasein ist, daß jemand gesund ist und Treppen steigen kann.

Das Interesse ist offenbar schon jetzt so groß, daß die Diözese bereits überlegt, das Projekt auch nach 2009 fortzusetzen.
      
4 Lesermeinungen
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#4   Puchil2 †   23:07:03 | Dienstag, 13. März 2007
Großartige Idee
Die Tatsache, dass es bereits viele Kandidaten für dieses Projekt gibt, beweist doch, dass es viele Menschen gibt, die sich auf die Suche nach der Weisheit begeben wollen. Eine Woche in Schweigen – nur mit sich selbst konfrontiert – kann dabei sehr hilfreich sein .
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#3   Stimme aus dem Tradiland   10:02:19 | Dienstag, 13. März 2007
Eine Pseudoaktion und eine gefährliche Drohung
Die Aktion ist Pseudo und hat mit monastischer Frömmigkeit null zu tun. Die Kirche wird verschandelt und für pseudoreligiöse Blödeleien mißbraucht.
Auch für seelsorgerische Begleitung der Eremiten ist gesorgt.
Eine gefährliche Drohung, zumal es sich um die verkommene V2-NOM-Seelsorge handelt, die die Gläubigen von Christus wegführt. Finger weg von solchen Aktionen!
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#2   möchtegern-kathole   20:04:34 | Montag, 12. März 2007
Das ganze …
… ist eher ein Schau-Eremetieren denn ein christliches Tun.
Wenn, dann nicht in der kirche oder ihrem turm
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#1   wickerl   19:58:16 | Montag, 12. März 2007
Nicht originell
Ich finde das nicht originell ein Klo in den Turm des Mariendomes einzubauen, wo dann die Fäkalien hinunter in Richtung Tabernakel gespült werden. Was ist da dem Redakteur eingefallen?
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