13:40:12 | Freitag, 16. März 2007
Früher unterhielt man sich in der Kirche auf Lateinisch. Doch in den letzten vierzig Jahren hat sich unter Prälaten eine neue Sprache etabliert: das Vatikinesische.

Gemälde des Belgiers René Magritte († 1967)
(kreuz.net) Die vatikinesische Sprache kommt heute verschiedentlich zum Einsatz: in den römischen Dokumenten,
in den Texten der Bischöfe, im Unterricht der theologischen Fakultäten, in der Unterweisung der Katecheten.
Auf Vatikinesisch würde man das „Schmieren eines Honigbrotes“ so ausdrücken:
„Die hungrige Person,
die ihr je individuelles Brot bereitet, darf niemals als reiner Esser instrumentalisiert werden.
Er oder
Sie ist ein autonomes und authentisches Subjekt – offen für das Transzendente.
Die vertikale Ebene des
Brotes schafft den authentischen Raum für den Dialog, wo die Butter ihre pluralistische und facettenreiche
Identität ausdrücken kann.
Andererseits dürfen – wie das authentische Zweite Vatikanum lehrt – die
Zutaten einander nicht vorgezogen werden.
Die Butter und der Honig müssen ihre authentischen Identitäten
bewahren, während sie sich gegenseitig in einem authentischen Klima der Zusammenarbeit, der Solidarität
und des brüderlichen Dialoges mit ihren je eigenen, authentischen Werten bereichern.“Wer das lustig
findet, darf gerne darüber lachen.
Tragisch wird es, wenn ganze Bücher auf Vatikinesisch entschlüsselt
werden müssen.
Das Vatikinesische besitzt sehr ermüdende Eigenschaften. Es ist schwammig, unschlüssig,
abstrakt, wortreich, langatmig, blauäugig und inhaltsleer.
1. Schwammig: Im Angesicht drängender Probleme
vertiefen sich vatikinesische Dokumente sogleich in theologische Grundsatzfragen. Die Frage „Wer hat was
wann und wie zu tun?“ wird vertagt.
2. Unschlüssig: Das Vatikinesische bleibt in einer nebligen Grauzone.
Wichtige Aussagen werden sofort mit jeder Menge Hintertüren verwässert.
3. Abstrakt: Christus untermauerte
seine Lehre mit konkreten Beispielen. Vatikinesische Dokumente bemühen sich um eine größtmöglichste
Abstraktheit, um jede Klarheit zu vermeiden.
4. Wortreich und langatmig: Vatikinesische Dokumente reden
so lange, bis man am Schluß nicht mehr weiß, was überhaupt gesagt werden sollte.
5. Blauäugig. In
vatikinesischen Dokumenten sind negative Ausdrücke strengstens untersagt. Öffentliche Todsünden – selbst
von Priestern und Bischöfen – lassen sich nicht in Worte fassen. Sie müssen deshalb ignoriert oder beschönigt
werden.
Gesellschaftliche Winde, die der Kirche scharf ins Gesicht blasen, werden mit wohlklingenden
Leerformeln beschrieben, als ob sie für die Kirche verheißungsvoll und positiv wären: „Solidarität“,
„Dialog“, „Werte“, „Pluralismus“, „Inkulturation“.
6. Inhaltsleer. Vatikinesische Dokumente werden geschrieben,
um den Eindruck zu geben, daß man etwas gesagt hat, obwohl das Gegenteil geschieht. Es wird geredet,
um die Sache in Wahrheit zu verdrängen.
Es bleibt die abschließende Frage: Wie sollten der Vatikan
und die Prälaten denn reden?
Ein Hinweis kommt von einem Meister der Kommunikation: dem Teufel.
Einmal
beklagte sich eine besessene Frau beim Heiligen Pfarrer von Ars: „Warum predigest Du so einfach? Warum
predigst Du nicht hochtrabender, wie in den Städten? Oh, wie ich diese prächtigen Predigten liebe, die
niemanden stören.“
Die Idee für diesen Text stammt von der Homepage des Kanadiers Stefan Jetchick
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#24
cum te 14:49:43 | Mittwoch, 21. März 2007
#23
Udalricus 23:07:54 | Samstag, 17. März 2007
#22
Bodo † 00:46:37 | Samstag, 17. März 2007
#21
agmen 20:39:18 | Freitag, 16. März 2007
#20
Benedikt 20:31:00 | Freitag, 16. März 2007
#19
Romulus 19:34:27 | Freitag, 16. März 2007
#18
r.ruhrgebietler 18:27:48 | Freitag, 16. März 2007
#17
catharina 18:16:37 | Freitag, 16. März 2007
#16
Schüttel 17:35:12 | Freitag, 16. März 2007
#15
mrnka 17:31:10 | Freitag, 16. März 2007
#14
Mathias Wagener 17:05:43 | Freitag, 16. März 2007
#13
Pünktchen 16:04:46 | Freitag, 16. März 2007
#12
catharina 15:56:23 | Freitag, 16. März 2007
#11
santa rita 15:47:45 | Freitag, 16. März 2007
#10
Pünktchen 15:44:46 | Freitag, 16. März 2007
#9
agmen 15:29:26 | Freitag, 16. März 2007
#8
Hacki 15:19:40 | Freitag, 16. März 2007
#7
Krak des Chevaliers 15:02:50 | Freitag, 16. März 2007
#6
Gotthard 14:58:47 | Freitag, 16. März 2007
#5
Veritatis † 14:51:56 | Freitag, 16. März 2007
#4
st.georg 14:39:58 | Freitag, 16. März 2007
#3
Gunsenum 14:18:31 | Freitag, 16. März 2007
#2
mariokin 14:06:27 | Freitag, 16. März 2007
#1
ultimo 13:45:23 | Freitag, 16. März 2007