„Mit brennender Sorge“
Ein unterschlagenes Jubiläum
Vor siebzig Jahren veröffentlichte Papst Pius XI. ein heldenhaftes, glasklares Dokument von eindeutigem Inhalt. Heute wird es ignoriert oder kleingeredet.
Papst Pius XI.
Papst Pius XI.
(kreuz.net) Vor siebzig Jahren schrieb Papst Pius XI. († 1939) seine große Enzyklika „Mit brennender Sorge“. Er richtete sich darin gegen das nationalsozialistische Regime.

Das Rundschreiben trägt das Datum vom 14. März 1937.

Es befaßt sich mit der Situation der Kirche im nationalsozialistischen Kirchenkampf.

Die Enzyklika stellte eine Besonderheit dar, weil sie nicht wie üblich in lateinischer, sondern in deutscher Sprache verfaßt ist.

Vier Jahre vorher versuchte der Vatikan noch vergeblich, die kirchlichen Freiräume mittels eines Reichskonkordates mit den Nationalsozialisten zu retten.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Bischöfe auf eine schroffe Ablehnung der Nationalsozialisten gesetzt.

Katholische Mitglieder der ‘Nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei’ wurden von den Sakramenten ausgeschlossen und wurden nicht kirchlich beerdigt.

Doch am 30. Januar 1933 wurden die Nationalsozialisten nach ihrem Wahlsieg zur Regierungspartei. Die Kirche versuchte im Reichskonkordat, mit dem neuen Regime einen Modus vivendi zu finden.

Doch die in Artikel 31 des Konkordats garantierte Betätigungsfreiheit der katholischen Organisationen wurde von Hitler ignoriert.

Der nationalsozialistische Kirchenkampf ging weiter.

Die päpstliche Diplomatie protestierte zunächst unter Nuntius Eugenio Pacelli, dem späteren Papst Pius XII., zahllose Male und ergebnislos bei den deutschen Stellen.

Als sich der Konflikt zwischen Regime und Kirche verschärfte, entschloß sich Papst Pius XI. auf Drängen der deutschen Bischöfe zu einem Hirtenbrief.

Im Januar 1937 wurde der Münchner Kardinal Michael von Faulhaber († 1952) mit der Ausarbeitung eines Entwurfs beauftragt.

Sein Text wurde vom ehemaligen Nuntius in Deutschland, der inzwischen im Vatikan zum Kardinalstaatssekretär aufgestiegen war, erweiterte und in seiner Kritik am Nationalsozialismus verschärft.

Am 12. März wurde die Enzyklika heimlich nach Deutschland gebracht und dem Apostolischen Nuntius in Berlin, Mons. Cesare Orsenigo, übergeben.

Der Text mußte im Untergrund vervielfältigt und an die Pfarreien weitergegeben werde.

Zum Teil wurden Vervielfältigungen mit Schreibmaschine oder handschriftlich angefertigt.

Die Enzyklika besteht aus zehn Hauptteilen.

In ihr wirft der Papst der deutschen Reichsregierung unter anderem eine „grundsätzliche Feindschaft gegen Christus und seine Kirche“ vor.

Die Politik der Reichsregierung wird als Machenschaft bezeichnet, „die von Anfang an kein anderes Ziel kannten als den Vernichtungskampf“.

Jene, die meinten, ein Treuebekenntnis zum Staat und ein inneres Festhalten an der Kirche mit einem Kirchenaustritt verbinden zu können, bezeichnet der Papst als Verräter an ihren Taufgelübden.

Im Abschnitt über die Sittenlehre stellt der Papst klar, daß die sittliche Ordnung durch die Gebote Gottes festgelegt und kein Produkt der Zeit oder Menschenmeinungen ist.

Im siebten Teil werden Grundrechte wie Religionsfreiheit, Erziehungsfreiheit und Schulwahlrecht der Eltern gefordert.

An die Priester und Ordensleute gerichtet äußert der Papst den Wunsch nach Standhaftigkeit beim „Dienst an der Wahrheit“ und Anerkennung derer, die für ihren Glauben bis in den Tod gehen.

Im Schlußteil erklärt Pius XI., daß jedes Wort auf der „Waage der Wahrheit“ abgewogen sei.

Weder möchte die Kirche schweigend mitschuldig werden noch durch unnötige Strenge den Konflikt verschärfen.

Am 21. März 1937 wurde die Enzyklika in allen katholischen Gemeinden verlesen.

Die Publikation des päpstlichen Rundschreibens kam der Kirche teuer zu stehen.

Die Nationalsozialisten wurden von der Verlesung der Enzyklika zwar überrascht. Doch sie reagierten schnell.

In der Karwoche kam es zu ersten Hausdurchsuchungen und Verhaftungen.

Druckereien, die an der Verbreitung der Enzyklika beteiligt gewesen waren, wurden enteignet.

Bereits im Mai 1937 verhafteten die Nationalsozialisten weit über Tausend Priester und Ordensleute.

300 von ihnen wurden später ins Konzentrationslager Dachau verbracht.

Schließlich wurden die katholischen Verbände verboten und der Religionsunterricht an den Schulen untersagt.
      
13 Lesermeinungen
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#13   Крокодил   11:13:04 | Donnerstag, 15. März 2007
„Herumgestocher in einer Nazi-Vergangenheit“???
Wieder ein christlicher Judenhasser, der die Lektion nicht lernen will! Diesmal ein lutherischer. Aber wir kennen ja den Antisemiten Luther!
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#12   Lutheraner   11:03:57 | Donnerstag, 15. März 2007
Sind wir noch zu retten?
Dieses mit lauter Halbwahrheiten und politisch korrekter Heuchelei gespickte Herumgestocher in einer Nazi-Vergangenheit, die so niemals stattgefunden hat, war immer ein gesamtgesellschaftliches Problem und ist über die Jahre zu einer gefährlichen, weil selbstzerstörerischen Lüge geworden.
Dahinter stecken häßliche Interessen ausserhalb des eigenen Bereichs, die man kennt, sich aber unterwirft, weil man traumatisiert ist und sein Tun sonst selber nicht mehr ertragen könnte.
Ein monströses Mahnmal und eine verbrecherische Gesetzgebung, die auffordert, entlastendes Material zu verleugnen und ein Bekenntnis kollektiver Schuld abzulegen, steht nicht nur der Verfassung diametral entgegen, sondern ist zur kollektiven Zwangshandlung mutiert, die einen in Schimpf und Schande gebracht hat.
Gleich einem Alkoholikern läßt man die bessere Erkenntnis im Dunkeln, taumelt von Niederlage zu Niederlage, kaum mehr fähig, sich zu erholen, weil man mit Filmrissen zu kämpfen hat und an Realitätsverlust leidet, fürchtet man nichts so sehr wie das Tageslicht, weil man dann seine selbstgewählte Schande erkennen müßte.
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#11   Aurelius   10:50:46 | Donnerstag, 15. März 2007
@ ‘‘Pater’’ Lingen
Man vergesse nicht, dass unter meinen katholischen Domains –
Haben Sie eigentlich nichts besseres als Ihr eigenes, dickes, fettes EGO im Kopf oder warum nutzen Sie jeden Gelegenheit, für sich selber und die ach so ungerechte Behandlung, welche Ihnen angeblich widerfahren ist, Werbung zu machen?
Hier geht es um einen wahrhaftig großen Papst der römisch-katholischen Kirche. Besudeln Sie bitte nicht den Thread mit Ihren Profilneurosen…
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#10   Pater Lingen   21:42:44 | Mittwoch, 14. März 2007
Wider das Vergessen
Man vergesse nicht, dass unter meinen katholischen Domains – neben zahlreichen anderen lehramtlichen Texten – auch selbige Enzyklika veröffentlich war.
Die „offizielle römisch-katholische Kirche“ konnte das nicht ertragen und „klagte meine Domains frei“.
Danach gab es dort eben keine Enzyklika mehr, aber – quasi als politisch korrektes Gegenprogramm – massenweise Fäkal- und Sodomiepornos.
Dagegen hatten die V2ler nichts einzuwenden.
Ein – bei den V2lern wohl nicht ganz unwillkommener – Nebeneffekt der V2-konformen Inhalte: Ich wurde an verschiedenen Stellen im Internet als Pornohändler diffamiert, und in einem Forum wurde ich wegen „Verbreitung von Pornographie“ gleich ganz gesperrt.
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#9   Athanasius   18:17:34 | Mittwoch, 14. März 2007
Verurteilung des Antisemitismus – Klarstellung der Position zum Jüdischen Volke
Humani Generis Unitas www.bc.edu/…i_generis_unitas.htm – Verurteilung des Antisemitismus, Exkommunikation der Rassenideologen, Instruktion zum SChutz von verfolgten Juden.
Liebe zu den Juden, ohne Anbiederung zum Talmud und zur Verwerfung Jesu Christi. Liebe zu allen Nächsten.
Pius XI. war der einzig wirklich „Gute Papst“ (Papa Buono).
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#8   wickerl   16:42:08 | Mittwoch, 14. März 2007
Lachen ins Fäustchen
Die Kirchenoberen reden nicht gerne gegen das was man in Amerika die jüdsiche Lobby nennt, und sie lachen sich auch ins Fäustchen weil die Kritik an den Piuspäpsten deren ablehnende Haltung gegenüber dem 2. Vaticanum schwächt. Pius XII. hat man ja mit großer Wahrscheinlichkeit ermordet.
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#7   Pünktchen   12:40:05 | Mittwoch, 14. März 2007
Elendester Sünder
Diese Enzyklika gibt es! Sie heißt: „Evangelim vitae www.vatican.va/…s/DEU0073/_INDEX.HTM“ !
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#6   Aurelius   12:09:11 | Mittwoch, 14. März 2007
Mehr zum Thema der „verlorenen Enzyklika“
…mit Bildern des überschwemmten Roms und Papa Rattis finden sich hier www.youtube.com/watch?v=zoJcvhxonEI.
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#5   Elendester Sünder   11:38:50 | Mittwoch, 14. März 2007
Mit brennender Sorge
Wo bleibt die entsprechende Enzyklika für die heutige Zeit, die in vielem noch weitaus schlimmer geworden ist?
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#4   Stimme aus dem Tradiland   11:13:19 | Mittwoch, 14. März 2007
Eine schöne Enzyklika
Auch heute mit Gewinn zu lesen. Z.B. in Punkt 37.:
Gewissenhafte, ihrer erzieherischen Pflicht bewußte Eltern haben ein erstes und ursprüngliches Recht, die Erziehung der ihnen von Gott geschenkten Kinder im Geiste des wahren Glaubens und in Übereinstimmung mit seinen Grundsätzen und Vorschriften zu bestimmen.
Gesetze oder andere Maßnahmen, die diesen naturrechtlich gegebenen Elternwillen in Schulfragen ausschalten oder durch Drohung und Zwang unwirksam machen, stehen im Widerspruch zum Naturrecht und sind im tiefsten und letzten Kern unsittlich.
Diese Sätze muß man der heute herrschenden masonischen Demokratur entgegenhalten, wie der Fall Melissa Busekros überdeutlich zeigt! Ebenso der Fall der abgewiesenen Verfassungsgerichtshof-Beschwerde wegen Verletzung des Elternrechts auf Erziehung in Sachen „Sexualerziehung“!
Die geistige Vergewaltigung der heutigen Kinder und Jugendlichen ist – wie schon vor 70 Jahren – „mit brennender Sorge“ zu betrachten. Die schauerlichen grässlichen Früchte davon sehen wir nämlich täglich! Und sogar unsere Kinder will man zwingen mitzumachen und so zwangszusexualisieren!
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#3   Pünktchen   11:08:19 | Mittwoch, 14. März 2007
Pius XI:
Enzyklika „Mit brennender Sorge www.stjosef.at/…brennender_sorge.htm“. (Der Text)
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#2   Guiseppe   11:05:58 | Mittwoch, 14. März 2007
Pacelli 1933
„Die päpstliche Diplomatie protestierte zunächst unter Nuntius Eugenio Pacelli, dem späteren Papst Pius XII., zahllose Male und ergebnislos bei den deutschen Stellen.“
1933 war S.E. Pacelli bereits Kardinalstaatssekräter (wozu er schon 1929 ernannt wurde).
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#1   Schüttel   11:02:32 | Mittwoch, 14. März 2007
Wie steht es eigentlich um die
Heiligsprechungscausa des Achille Ratti – Pius XI.? Er wäre doch eher „dran“ als Pius XII., Paul VI. JP I und JP II …
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