Die Alte Messe in der Landessprache und am Volksaltar
Ein wichtiger Vertreter der Piusbruderschaft kann sich vorstellen, daß die Alte Messe – für den Anfang – in der Landessprache und am Volksaltar eingeführt wird.
Aus der französischen DVD zur Erlernung der Alten Messe
(kreuz.net) Ein entsprechender Vorschlag stammt vom Pressesprecher des französischen Distriktes der Priesterbruderschaft
St. Pius X., Pater Patrick de La Roque.
Der Kontext seiner Aussage ist eine DVD-Aktion zur Erlernung
der Alten Messe.
Die Piusbruderschaft sendet französischsprachigen Priestern seit Anfang Dezember eine
solche DVD. Diese erklärt Schritt für Schritt, wie der Alte Ritus zelebriert wird. Eine ähnliche Aktion
läuft im deutschen Sprachraum bereits seit August 2006.
In einem Beibrief zur französischen DVD heißt
es, daß die Alte Messe auch in der jeweiligen Landessprache und am Volksaltar gefeiert werden könne.
Ein Facsimile des Schreibens wurde Ende Januar im traditionalistischen ‘Forum catholique’ veröffentlicht.
Pater de La Roque begründet seinen Vorschlag mit dem Meßbuch von 1965. Dieses Meßbuch wurde zweispaltig –
auf Latein und in Landessprache – publiziert.
Allerdings habe bereits die Einführung zum Meßbuch von
1962 gegebenenfalls eine Zelebration mit Gesicht zum Volk vorgesehen.
Falls Benedikt XVI. die Alte Messe
allgemein erlauben werde, hält Pater de La Roque deren schrittweise Einführung in den Pfarreien für
möglich. Mit einem solchen Vorgehen würde ein Pfarrer seine Gläubigen nicht vor den Kopf stoßen.
Verständnis für den Vorschlag
Ein traditionalistischer Weblog weist mit Bezug auf den Brief von Pater
de La Roque darauf hin, daß der Gründer der Piusbruderschaft, Erzbischof Marcel Lefebvre († 1991), eine
französische Alte Messe einer Neuen Messe auf Latein vorgezogen hätte.
Mitte Februar kommentierte auch
der Generalobere der Ecclesia-Dei-Gemeinschaft ‘Institut vom Guten Hirten’, Pater Philip Laguerie, den
innovativen Vorschlag auf seiner Homepage.
Der Priester wurde im August 2004 von der Piusbruderschaft
ausgeschlossen.
Pater de la Roque zählt der Ausgeschlossene nach wie vor und für immer zu seinen Freunden.
Dennoch kritisiert er dessen Idee von der Alten Messe auf Französisch und am Volksaltar als „dumm, unpassend,
hanebüchen und skandalös“.
Gleichzeitig bemüht sich Pater Laguerie, den Vorschlag zu verstehen. Dieser
solle offenbar einen Weg aufzeigen, wie die Alten Messe ohne Aufstand in den Pfarreien eingeführt werden
könnte.
Somit wäre der erste Schritt zur Überwindung der Neuen Messe am Volksaltar eine französische
Alte Messe am Volksaltar.
Auf sie würde die französische Alte Messe am Hochaltar folgen – oder die
lateinische Alte Messe am Volksaltar.
Endgültiges Ziel wäre die lateinische Alte Messe am Hochaltar.
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Versus populum: möglich, aber nicht ästhetisch Bekanntlich rechnet auch der alte Ritus servandus mit
der Möglichkeit, dass versus populum zelebriert wird (von da stammt offenbar die Bezeichnung). Ästhetisch
ist es aber nicht. Denn der Priester wechselt öfter die Seite: rechts, links, Mitte. Zudem liest er auch
die Schriftlesungen vom Altar aus und verdoppelt (durch leises Rezitieren) sämtliche Stücke, die andere
vortragen. All das ist schon bei der mit der Gemeinde gleichgerichteten Zelebration nicht einsichtig.
Doch versus populum wirkt es lächerlich.
Vierungsaltäre Diesen Fall gibt es in der Tat. Doch hat man oft in solchen historischen Kirchen z.B.
Kathedralen seit alters her einen Hochaltar undzusätzlich Altar in der Vierung oder vor dem Chorgitter.
Weil der Hochaltar einfach zu weit entfernt war, um dort Messen für das Volk zu feiern, bedurfte es eines
zusätzlichen Altares. Vor allem dann, wenn die Kathedtale oder Stiftskirche gleichzeitig Pfarrkirche
war.Der Hochaltar diente den feierlichen Messen des Kapitels. Hier ging es mir aber nur darum, dass auch
die Zelebration des Alten Ritus „versus populum“ möglich ist!
„Volksaltar“ Natürlich kann man das, ja in gewissen Fällen wird man es sogar müssen, wenn der Hochaltar
nicht mehr vorhanden ist oder in einer neueren Kirche nie bestand. Oder in einer älteren Kirche nie bestand.
Altäre in der Vierung sind keine Erfindung des Konzils oder nachkonziliarer Reformen.
Alter Ritus versus populum oder am Volksaltar? Frage: Kann man nicht auch am Volksaltar mit dem Rücken
zur Gemeinde zelebrieren ? Ich meine, ich hätte das mal bei der Petrusbruderschaft gesehen. Natürlich
kann man das, ja in gewissen Fällen wird man es sogar müssen, wenn der Hochaltar nicht mehr vorhanden
ist oder in einer neueren Kirche nie bestand. Dennoch eignen sich natürlich nicht alle Volksaltäre zum
Feiern der Alten Messe. Manche Volksaltäre stehen zum Beispiel so nahe an den Stufen, dass sich davor
ein zelebrant kaum aufhalten kann. Auch ein gar zu kleiner oder zum Beispiel runder Altar (gibt es!) erschwert
oder verunmöglicht die Feier der Alten Messe. Man kann die Alte Messe übrigens nicht nur an einem Volksaltar
versus deum feiern sondern sogar an einem freistehenden Altar „versus populum“. das Tridentinische Messbuch
(nicht erst die Rubriken von 1962) hat eine eigene Rubrik für den Fall, dass der Altar freistehend ist
und der der Zelebrant zum Volk schauen muss, um Richtung Osten zu zelebrieren. Die Zelebration Richtung
Osten steht jedoch im Vordergrund, die Wendung zum Volke hin ist gewissermassen zufällig oder akzidentiell.
In diesem Fall -so die Rubrik- entfällt die Wendung des Zelebranten zum Volk, wenn er es zum Gebet einlädt
(z.B. „Dominus vobiscum“ vor den Orationen und vor dem Segen), da er ja schon zum Volk gewandt steht.
Vergleiche auch die Messe in St. Peter in Rom vor dem Konzil am Papstaltar. Allerdings standen auf dem
Altar massive Leuchter und ein gewaltiges Kruzifix, so dass man kaum etwas sah.
@monti Kann man nicht auch am Volksaltar mit dem Rücken zur Gemeinde zelebrieren ? Ich meine, ich hätte
das mal bei der Petrusbruderschaft gesehen. Natürlich kann man das. Ich habe es auch schon einmal miterlebt,
ebenfalls bei der FSSP, in Süddeutschland.
@Marcell Haha… Hast du das schon einem Russen erwähnt?! Natürlich ist es leicht zu verstehen, wenn
man sich daran gewöhnt hat. Selbstverständlich hast Du Recht. Deswegen gilt dasselbe auch für das Latein,
erst recht dann, wenn die Gläubigen romanische Sprachen sprechen, wie Französich, Italienisch, Spanisch
und Rumänisch. Also, wozu der Zinnober? Das Proprium der Messe, welches man jeden Sonntag hört und singt,
zumal mit der Gregorianik, geht einem doch in Fleisch und Blut über. Deswegen verstehen auch einfache
Gläubige das Paternoster, auch Deutsche. Alles eine Frage der Gewöhnung und des guten Willens. Das Gloria
kann ich nur auf Latein auswendig. Aber wie ich schon anderer Stelle sagte, diese Diskussion ist müßig: www.kreuz.net/article.4859.html
ein Denkmal für den alten Daimler, den Benz und auch für Tochter Mercedes die leute hatten es damals
noch gut: da baute der alte daimler + der benz + auch andere einfach einen motor an eine pferdekutsche +
los ging es. wenn unterwegs der motor ausging, dann ging man zur nächsten apotheke + kaufte irgend etwas
geistiges + das vehicel fuhr weiter. und da so ein teil ja auch einen namen brauchte + gerade eine tochter
geboren war mit namen mercedes: nun ja die erfolgsgeschichte ist ja allgemein bekannt. nun stellen wir
uns einmal vor, die zeit der geflügelten silberpfeile ist vorbei (ich könnte heute noch wer weiß was
hergeben für einen feueroten 300 mit flügeltüren)da reißt man hier eine verkleidung ab + dort, die
ledersitze weichen wieder harten holzbänken, die stoßdämpfer sind längst blattfedern gewichen usw.:
der preis steigt aber immer weiter + schon bald kostet so ein mistkarren ohne jeden luxus mehr als vor
jahren ein begeisterungsfähiger flügeltürer, gerade aber deswegen lieben die konsumenten diese kutsche:
wo bekommt man schon für soviel geld sowenig fahrzeug??? man hat mittlerweile sogar zwei räder entfernt,
sodaß die familie hinten tragen muß! da stellt jemand in aussicht: die ganze mistkarrenschiebrerei hat
ein ende: für gleiches geld ist wieder so ein prachtauto a la flügeltürer zu haben und zwar ohne umwege:
sofort!!! wer will da denn noch den umweg: zuerst polster hier + eisenbeschlagene holzräder dort + aber
vorerst noch ohne motor? wer will freiwillig so bescheuert sein? ich nicht! also her mit dem einzig wahren
flügelflitzer!!
Nur mal so ne Frage Kann man nicht auch am Volksaltar mit dem Rücken zur Gemeinde zelebrieren ? Ich meine,
ich hätte das mal bei der Petrusbruderschaft gesehen.
Landessprache Landessprachliche Übersetzungen der Missalien hat es übrigens schon viel früher gegeben.
Ich hab da mal im Archiv für Liturgiewissenschaft etwas drüber gelesen, müsste den Aufsatz noch mal
heraussuchen.
marcel: Liturgiesprache Das Kirchenslavische entspricht in der Tat dem Altbulgarischen, ist jedoch, wie
mich mein verstorbener Vater wissen ließ, der beide Sprachen beherrscht hat, dem modernen Russischen
ähnlicher, als dem heutigen Bulgarischen. Die Bulgaren sind übrigens ihrer Herkunft nach ein slavisiertes
Turkvolk. In den Ostkirchen wird zwar grundsätzlich die Landessprache benutzt, jedoch häufig nicht die
moderne Hochsprache, sondern eine ältere, im Grieschischen z. B. das Koinä. Die Verständlichkeit entspricht
mitunter der Möglichkeit, das Lateinische mit dem heutigen Italenischen zu verstehen. Wir sollten – im
Westen – nicht Landessprache und Latein gegeneinander ausspielen, sondern beide Mögllichkeiten nebeneinander
bestehen lassen. Wie wir aus dem christlichen Osten wissen, besteht freilich beim Gebrauch der Landessprache
das Problem einer gelegentlichen Überarbeitung der Liturgiesprache, weil sich die Bedeutung des Vokabulars
oder das Sprachbewußtsein ändert. Erst jüngst haben wir in liturgische Texten im Rahmen der Frauenemazipation
das Wort „Brüder“ durch „Brüder und Schwesern“ oder anderweitig geschlechtsneutral geändert. Eine entsprechende
Änderng der lateinischen Texte ist zumindest mir bisher nicht bekannt geworden.
@Murx „denn Kirchenslawisch ist ein alt-bulgarischer Dialekt, der eben so ohne weiteres auch nicht von
Russen verstanden wird.“ Haha… Hast du das schon einem Russen erwähnt?! Natürlich ist es leicht zu
verstehen, wenn man sich daran gewöhnt hat. Auch in den katholischen orientalischen Riten werden doch
lebendige Sprachen benutzt, zBsp. in Ungarn den Ungarisch. Damit würde ich aber doch nicht sagen, dass
die Messe auf Volkssprache gelesen werden soll…
Alte Messe In der Erlöser-Pfarre in Köln-Rath wurde seit Einweihung der Kirche (einschließlich der
Einweihungsliturgie durch Weihbischof Ferche) im März 1954 so gut wie immer mit dem Gesicht zum Volk
zelebriert.
besser als Alte Messe … … in neuer Sprache finde ich Algermissens Weg, erst die Neue Messe in alter
Sprache. Auch wenn er vielleicht nicht merkt, für was er sich da einsetzt.
Werter Karl Murx, die slavischen Sprachen im 9. Jh. standen einander näher als sich heute das Niederdeutsche
und das Hochdeutsche stehen. Wie sonst hätten die Mährer (Westslaven) die kirchlichen Bücher verstehen
können, die Kyrill und Method auf der Grundlage des Altbulgarischen aus dem Griechischen ins Slawische
übersetzten? Aber lassen Sie uns von diesen Details weg und zur eigentlichen Frage zurückkommen. Tatsache
ist, daß die Päpste, vor allem Nikolaus I. und Hadrian II., den Gebrauch der Volkssprache in der Liturgie
billigten (nachzulesen auch in der Enzyklika Slavorum Apostoli www.vatican.net/…rum-apostoli_ge.html
Papst Johannes Pauls II.). Ich bestreite nicht die Berechtigung des Lateins, bin im Gegenteil für eine
Rückkehr des Lateinischen in die Liturgie. Ich erinnere aber an die grundsätzliche Berechtigung der
Volkssprache. Beides, Latein und Nationalsprache, kann gleichzeitig und sich ergänzend gebraucht werden.
#26 Spätmerker 19:57:57 | Donnerstag, 15. März 2007
Das Problem ist auch dogmatischer Art Die Übersetzung der Liturgie in eine Vielzahl von Volksprachen
schafft dogmatisch relevante Probleme. Ich z.B. würde noch nicht einmal das Credo aus dem alten Schott
liturgisch verwenden, weil da die Rede davon ist, daß der Sohn „eines Wesens mit dem Vater“sei und nicht
„ein Wesen mit dem Vater“. Auch zwei Karotten sind eines Wesens, aber sie sind eben nicht ein Wesen. Aber
Vater und Sohn sind ein Wesen, welches die innergöttlichen Relationen enhält, die mit dem Wesen Gottes
identisch sind. Das Problem wurde explizit erwähnt im Falle des NOM in französicher Sprache von Jacques
Maritain. Dort steht leider „de la même nature“ und nicht „consubstantiel au Père“. Jacques Maritain
sprach offen aus, daß das häretisch sei. Das ist nur ein Beispiel.
#25 Karl Murx 19:35:01 | Donnerstag, 15. März 2007
Sie wurde eben nicht von allen verstanden Wohl aber in der Gegend, als das was bis vor kurzem Juogoslawien
aber auch Bulgarien war. Es geht aber eben nicht nur ums Verstehen, denn in meiner Sprache kann ich ja
immer beten. Selbstredend schaffen eine Vielzahl von Sprachen auch Entfremdungen, weil sie eben nur kleine
Gruppen verbinden, was tendenziell zunimmt, je mehr man auf sprachliche Unterschiede eingeht. Das Kirchenslawische
schaffte eben nicht nur eine Barriere zum Westen, auch im Osten ist sie fühlbar. Und der Nationalismus
der Ukrainer, die jetzt vermehrt ihre eigene Sprache einsetzen schafft eine neue Barriere. Das eine ist
die Möglichkeit privat und in außerliturgischer Weise mit anderen in seiner Sprache zu beten, das andere
ist der Kult der Kirche, der eben übernational ist. So gesehen war der Einwand von damals berechtigt.
Doch, Karl Murx, es paßt genau… … denn kirchenslavisch war zur Zeit der hll. Slavenapostel eine lebendige
Sprache, die von allen Slaven verstanden wurde. Der hl. Kyrill schuf auf der Grundlage des südostbulgarischen
Dialekts der Gegend von Saloniki die (alt)slavische Literatursprache, die man, da die meisten Texte damals
vor allem sakral waren, in der deutschen Slavistik des 19. Jh.s als altkirchenslavisch bezeichnete. Die
slavischen Sprachen begannen sich damals erst aus dem Gemeinslavischen zu herauszudifferenzieren. Worauf
es hier ankommt ist, daß der Gebrauch der Volkssprachen von der Kirche, nämlich Papst Hadrian II. und
seinen Nachfolgern, schon damals gutgeheißen wurde – entgegen dem Widerstand vor allem der lateinischsprachigen
deutschen Bischöfe, die ihre Mission in Böhmen, Mähren und Pannonien gefährdet sahen. Später wurde
Kirchenslavisch auch bei den Slaven zu einer mehr oder weniger toten Sprache und durch die einzelnen nationalen
Volkssprachen ersetzt, in Rußland erst im 18. Jahrhundert. Wie man sich denken kann, begann der Streit
dann nun von neuem: sollte man weiterhin in Kirchenslavisch zelebrieren oder in der Nationalsprache? Heute
tut man dort beides, und zwar gemischt in derselben Liturgie.
#23 Karl Murx 18:37:35 | Donnerstag, 15. März 2007
Paßt nicht ganz: denn Kirchenslawisch ist ein alt-bulgarischer Dialekt, der eben so ohne weiteres auch
nicht von Russen verstanden wird. Trotz allem ist die tote Sprache Kirchenslawisch ein kulturelles Bindeglied
zwischen den slawischen Byzantinern, was nicht der Fall wäre, wenn inzwischen jedes slawische Volk seine
eigene Liturgiesprache hätte. Im Falle Ukrainer fängt ja auch so genau diese Entfremdung an. @Atha:
Schick mir deine E-Mail. Ich scanne die Zeilen ein und du bekommst den Text von de Vries zur Firmung.
Zur Dreisprachen-Häresie. Aus der Vita Cyrilli: Als er [der hl. Kyrill] in Venedig war, versammelten
sich die lateinischen Bischöfe, Priester und Mönche gegen ihn, gleich Raben gegen einen Falken, und
sie erhoben die Dreisprachenhäresie und sagten: „Mann, erkläre uns, wieso hast du jetzt den Slawen eine
Schrift geschaffen und lehrst sie darin, die kein anderer zuvor erfunden hat, kein Apostel, kein Papst
in Rom, kein Gregor der Theologe, kein Hieronymus, kein Augustinus? Wir kennen nur drei Sprachen, in denen
in der Schrift Gott zu lobpreisen sich geziemt: in Hebräisch, Griechisch und Latein.“ Der Philosoph antwortete
ihnen: „Fällt der Regen von Gott etwa nicht gleichmäßig auf alle? Oder scheint die Sonne nicht ebenso
auf alle? Und atmen wir etwa nicht alle gleichermaßen an der Luft? Wieso schämt ihr euch denn nicht,
daß ihr nur drei Sprachen bedenkt, und allen übrigen Völkern und Stämmen gebietet ihr, blind und taub
zu sein? Sagt mir, die ihr Gott für machtlos haltet, daß er solches nicht schenken könne, oder für
neidisch, daß er nicht schenken wolle? Wir aber kennen viele Völker, die der Schrift kundig sind und
Gottes Herrlichkeit lobpreisen, jegliches in seiner Sprache. Bekanntermaßen sind es diese: Armenier,
Perser, Abasger, Iberer, Sugder, Goten, Awaren, Tursier, Chasaren, Araber, Ägypter, Syrer und viele andere.
Wenn ihr daraus nichts begreift, so erkennt wenigstens den Richter aus der Schrift. Denn David ruft aus
und sagt: Singet dem Herrn, alle Welt. Singet, seid fröhlich und lobet!“
#21 Karl Murx 17:58:19 | Donnerstag, 15. März 2007
@Atha: Bei Lazo handelte es sich nicht um einen Notfall Und Du hast behauptet, daß jeder Priester, der
einfach schon meint, er habe die Vollmacht, sie damit auch wirklich habe. Entschuldigung, aber wenn ein
potentieller Empfänger 1 Jahr warten kann, bis ein Bischof kommt, ist das kein Notfall. Das was du ansprichst,
ist hier nicht Thema. Den griechisch-katholischen Priestern wurde die Genehmigung ausdrücklich vom Papst
erteilt und gilt nur für ihre Stammgebiete. Für alles weitere sind neue Genehmigungen erforderlich gewesen.
Aus diesem Grunde solltest du den genauen Wortlaut des Hl. Offiziums aus dem Jahre 1859 zitieren. Der
Aufsatz von Wilhelm de Vries SJ, den ich auf den Knien habe, sagt ausdrücklich: „Die von schism. Priestern
gefirmten sind absolut wiederzufirmen, wenn es sich um Gegenden handelt, in denen den katholischen orientalischen
Priestern die die Vollmacht zu firmen ausdrücklich entzogen wurde, sonst können sie bedingungsweise
wiedergefirmt werden, wenn sie dies wünschen. Die bedingungsweise Wiederfirmung ist vorgeschrieben, wenn
der von schism. Priestern gefirmte eine heilige Weihe empfangen soll.“ De Vries beruft sich Benedikt XIV
(1.6.1742) und fügt an, daß alle weiteren Erlasse aus den Jahren 1872, 1879, 1885, 1886 das bestätigen.
Zum ersten Mal erging der Erlass 1595. Seite 407, W.de Vries, Die Haltung des Hl. Stuhles gegenüber der
getrennten Hierarchie im Nahen Osten zur Zeit der Unionen, in: Zeitschrift für katholische Theologie
80 (1958) 378-409 Kann ich kopieren. Alle Erlasse mit Referenz bei de Vries
#20 Athanasius 17:32:01 | Donnerstag, 15. März 2007
@Murx In the Greek Church, confirmation is given by simple priests without special delegation, and their
ministration is accepted by the Western Church as valid. Sacrament of Confirmation. www.newadvent.org/cathen/04215b.htm
Im Notfall darf ein Priester immer firmen. Wenn ein Priester glaubt er ist Bischof geweiht und firmt in
diesem Zustand, wie Sie ja behaupten, ist die Firmung wegen oben als gültig anzusehen. Orthodoxe Priester
haben auch keine Fakultäten, deren Firmungen werden aber als gültig anerkannt. Donald Attwater, A Catholic
Dictionary, Third Edition, published in 1958, with the imprimatur of Bishop George Craven, Vicar Capitular
of Westminster: JURISDICTION OF DISSIDENT CLERGY. Absolution given by priests of the dissident Eastern
churches to their people is not invalidated by lack of jurisdiction. (…) no mention being made of invalidity.
The reunion with the Orthodox and other churches effected by the Council of Florence has never been officially
repudiated by the Holy See, which presumably has not withdrawn the jurisdiction then conferred (cf., Confirmation).
„CONFIRMATION, THE SACRAMENT OF“: In the Eastern rites a priest is the ordinary minister of Confirmation;
not by common law (according the the claim of the dissidents), but by delegation from the Holy See. In
1859 the Holy Office declared Confirmation by dissident priests valid (except where the privilege has
been expressly withdrawn).
#19 Sturmscharen 17:24:13 | Donnerstag, 15. März 2007
Nicht richtig Die Alte Messe ist für die Lateinische Sprache und den Hochaltar konzipiert, aber es stimmt
schon, dass man lieber in eine Alte Messe in Deutsch am Tisch gehen sollte, als in eine Neue in Latein
und am Hochaltar. Der Ritus ist das wichtigste. Gelobt sei Jesus Christus
#18 Karl Murx 17:03:37 | Donnerstag, 15. März 2007
Wie bitte? Zur Firmung. Bischof Lazo wurde im „vorkonziliaren“ Ritus zum Priester geweiht. Ein Priester
der rechtens glaubt die Firmvollmacht zu haben, sie aber nicht mehr hat, firmt dennoch gültig. In Todesgefahr
ja auch. Wo soll denn der Quatsch herstammen? Aber das könntest du ja Bischof Tissier erzählen.
#17 Athanasius 16:44:56 | Donnerstag, 15. März 2007
@Karl Murx Wenn Sie hier auch noch die Priesterweihe im revidierten Paul VI.-Ritus anzweifeln, werden
Sie wirklich lächerlich. Die Form dort ist genau der Form des Leoninischen Sacramentarium gleich. Wer
diese Form anzweifelt – im neuen Priesterweiheritus wird ja auch ausdrücklich Kreuzesopfererneuerung
erwähnt in der Admonitio – ist lächerlich. Dann ist am Ende die ganze (unsere heilige Mutter die) römische
Kirche ohne gültige Priester und Bischöfe. Dann können Sie direkt zu den Ostschismatikern Byzantiums
abwandern. Der Vorschlag van P. De la Rocque ist liturgisch-historisch verantwortlich und gut implementierbar
in den konziliaren Pfarreien. In den Niederlanden wurden 1949 auch Kirchen mit der Apse zum Westen gebaut,
wobei dann der Altar und Priester zum Osten gerichtet wurden. Auch „zum Volke hin“. Natürlich hat man
dabei das Ostdrehen des Volkes wie in den San Sebastiano-Katakomben und den Papstmessen vor 1965 vergessen,
diese Hl. Messen waren aber weder ungültig noch illegitim. Wie gesagt, den Byzantinischen Katholiken
Ungarns wurde 1722 offiziell zugestanden die Ungarische VOlkssprache zu verwenden. Volkssprache ist an
sich kein großes Problem, auch wenn es nicht gerade optimal ist und das Latein und das Griechische mit
dem Hebräischen viel besser sind. @Karl Murx: Zur Firmung. Bischof Lazo wurde im „vorkonziliaren“ Ritus
zum Priester geweiht. Ein Priester der rechtens glaubt die Firmvollmacht zu haben, sie aber nicht mehr
hat, firmt dennoch gültig. In Todesgefahr ja auch.
@Maledica – Sie… scheinen sich bestens auszukennen, was RICHTIG ist in der lateinischen Liturgie! Und
kommt dabei so ein Murx bei heraus? tz tz tz Es soll aber auch die hlg. tried. Messe geben, wo die von
Ihnen monierten Elemente unverkürzt zelebriert werden (selbst das die hlg. Messe zelebriert wird haben
Sie richtig erkannt!) tz tz tz
Plan… Gleichzeitig bemüht sich Pater Laguerie, den Vorschlag zu verstehen. Dieser solle offenbar einen
Weg aufzeigen, wie die Alten Messe ohne Aufstand in den Pfarreien eingeführt werden könnte. Und diesbezüglich
ist das gar kein so dummer Plan.
Antwort auf die Stimme Hallo, mein wirklicher Name läutet Marcell, ich schreibe aus Ungarn. Entschuldigung
wegen meines Deutschen. Der Name Marcell ist aber wahr.
Sektengehabe O man sieht es jetzt auch bei den Piushanseln, wie bei den Protestanten. Da macht jeder,
was er will, so wies gerade in den Kram paßt. Da gibt man gerne die Zelebrationsrichtung auf und die
Liturgiesprache ist auch nicht so wichtig. Na wieso regt sich dann die Piusgeschwisterschaft so auf, daß
1969 das Stufengebet gestrichen wurde und so paar Gebete und Gesten, daß ist doch anscheinend eh alles
nicht so wichtig
Staunen Man muss sich nur wundern über den Vorschlag aus Frankreich. Und nicht minder darüber, daß
noch kein Gewitter von Seiten der hier postenden Freunde der Piusbruderschaft losgebrochen ist. Der Pater
scheint die Zelebrationsrichtung für ein primär geographisches Problem zu halten. Und wer bitte soll
legitime volkssprachige Meßtexte verantworten? Das könnte letztlich nur Rom. Aber würde man sich denn
auch an Rom wenden? Und wäre eine volkssprachige Alte Messe überhaupt zu wünschen?
#10 Karl Murx 15:16:38 | Donnerstag, 15. März 2007
Müßte man eigentlich Cottard fragen Nein, er wurde nicht nachgeweiht, weil der Erzbischof wohl kaum
seine eigenen Weihen anzweifeln würde. Das ist aber ein rein psychologischer Grund. Er nahm den lateinischen
Text. Warum Pater Mader nachgeweiht worden war, aber Goesche damals nicht, wo doch beiden vorher ein und
derselbe Konzilsbischof die Hände aufgelegt hatte, bleibt ein Rätsel der FSSPX. Man sieht, wie willkürlich
das ganze ist und damit auch lächerlich. Als Bischof Lazo einst zur FSSPX gestoßen war, hatte ihn Pater
Morgan als Distriktoberer weder weihen noch firmen lassen. Dann kam Couture und beraumte Firmungen an.
Mgr Tissier de Mallerais forderte dann die diskrete Nachfirmung. Leider kam sein Brief mit einer von ihm
handgeschriebenen Zusatznotiz dann doch an die Öffentlichkeit. Seither scheut er Stellungnahmen zur Frage
der Weihen. Laut Angaben eines englischen Priesters (Morgan?) ist für ihn aber das Thema nicht vom Tisch.
Wohl aber für Schmidberger. Letzterer behauptet, daß nachweihen aus psychologischen Gründen zur Beruhigung
der Gemüter immer statthaft wären, ohne Beleg.
Kein Wunder! Ein traditionalistischer Weblog weist mit Bezug auf den Brief von Pater de La Roque darauf
hin, daß der Gründer der Piusbruderschaft, Erzbischof Marcel Lefebvre († 1991), eine französische Alte
Messe einer Neuen Messe auf Latein vorgezogen hätte. Da der Erzbischof den Abbé Cottard sogar im neuen
Weiheritus Pauls VI. geweiht hatte, ist das auch kein Wunder. Er hat sich eben erst schrittweise von vielen
Dingen losgewunden. Das ist nicht immer gelungen. Vieles bleibt widersprüchlich.
#5 Grzegorz I. 14:08:19 | Donnerstag, 15. März 2007
Traurig, Traurig… Es ist sehr traurig, dass in heutiger Zeit die Laien also die Gemeinde so viel zu
entscheiden haben. Was der Papst sagt, soll gemacht werden, schluss und aus!!! Es kann doch nicht sein
das der Vatikan bzw. der hl. Vater seine Entscheidungen von normalen Menschen also Laien die ehe nichts
wissen abhängig macht. Ist Jesus Christus in die Welt gekommen und hat die Leute gefragt, wie sie seine
Ansichten und Gesetzt finden??? Wohl kaum, denn Christus hat gesagt was getan werden muß bzw. sollte
um in den Himmel zu kommen. Er hat nicht verhandelt, er hat es einfach gemacht. Deswegen sollen sich die
Gemeinden nicht so viel herausnehmen. Am schlimmsten sind „Wir sind Kirche“!!! Diese Teufel haben nichts
anderes im Sinn, wie die Zerstörung der Kirche, und sowas nennt sich katholisch??? Jeder normale Mensch
muß das doch einsehen!!! Man hat dem Papst zu gehorchen, auch wenn man seine Entscheidungen nicht immer
gut findet, so hat man sich zu fügen. Deshalb kann es nur dort einen Aufstand geben, wo die Menschen
in Wirklichkeit keine richtigen Katholiken sind, sondern Teufel in menschlicher bzw. katholischer Gestalt.
Ich hoffe der Papst und die treuen Bischöfe sehen dies genauso, ich weiß es sie tuns!
Nochn Vorschlag Wenn die Gläubigen kein Latein hören wollen, den Priester unbedingt von vorne sehen
wollen und eh nicht gregorianisch singen können, dann wäre es doch das einfachste, man schmeisst die
Gläubigen aus der Messe raus. Der Priester zelebriert nur noch privatim, das verhindert auch Abweichungen
und Profilierungen, und die dummen Gläubigen sollen sich halt eine Rosenkranzandacht organisieren. Da
könnnen sie dann singen was und wie sie wollen, als Nichtgeweihte sind sie eh nur unnützer Ballast auf
dem Weg zur Heiligkeit.
Realist Dieser solle offenbar einen Weg aufzeigen, wie die Alten Messe ohne Aufstand in den Pfarreien
eingeführt werden könnte. wenigstens ist dieser Pius-Mann ein Realist. Er weiß, dass eine Rückkehr
zur Tradi-Liturgie in den Pfarrgemeinden einen Aufstand verursachen würde…
Für den Anfang ein guter Vorschlag Zumindest ist dieser Vorschlag interessanter als die Exhortation aus
Rom, die sich mit vielen Worten im Ästhetizismus verliert. Lateinischer Choral schön und gut, aber den
muss man auch singen können, Deutschland war schon immer Gesangbuchland. Die Jesuiten wußten das sehr
gut, deswegen wurde auch in Deutschland die BSM (Betsingmesse) eingeführt. Manche Gemeinde bringen was
Gregorianischen Choral angeht nur ein erbärmliches Gejaule hervor.