Evolution
Ein falsches Spiel
Wenn die Evolutionstheorie kritisiert wird, reagiert der Evolutions-Ideologe Ulrich Kutschera aus Kassel mit dem Ruf nach einem Diskussionsverbot. Von Christian L. Schutzer.
Ein wesentlicher Schritt der Evolutionstheorie: Wassertiere gehen an Land
Ein wesentlicher Schritt der Evolutionstheorie: Wassertiere gehen an Land
(kreuz.net) Die Bionik ist eine neue wissenschaftliche Disziplin.

Der Name ist aus den Worten „Biologie“ und „Technik“ zusammengesetzt.

Die Bionik erforscht Konstruktionen und Verfahrensweisen biologischer Systeme. Ihr Ziel ist, sich von diesen im Hinblick auf neue technische Umsetzungen inspirieren zu lassen.

Leonardo da Vinci († 1519), der den Vogelflug analysierte, um eine Flugmaschine herzustellen, gilt als Vater der Bionik.

In Deutschland wurde das erste Bionik-Patent 1920 für einen „Neuen Streuer“ nach dem Vorbild der Kapsel der Mohnblume erteilt.

Mit einer Vielzahl von Untergliederungen gilt die Bionik als Forschungsfeld der Zukunft.

Wenn man bedenkt, daß die Gesamtkomplexität einer Hausfliege größer ist als die der gesamten deutschen Volkswirtschaft und außerdem äußerst störungsarm abläuft, zeigt sich hier das Lernpotential der Zukunft.

Ein Forschungsobjekt der Bionik sind zum Beispiel Insektenflügel.

Bienen erzeugen an heißen Sommertagen bis zu 7.200 Flügelschlägen pro Minute für die Abkühlung des Binnenklimas im Bienenstock, um die notwendige Bruttemperatur von 35 Grad zu erreichen.

Diesen extremen Belastungen müssen die Aufhängung, der Antrieb und das Material der Flügel gewachsen sein.

Auch in ihrer Konstruktion sind die Insektenflügel unglaubliche aerodynamische Meisterwerke.

Die glasklaren Flügel bestehen aus dem Zauberstoff Chitin. Das ist eine Eiweiß-Zucker-Verbindung. Das Material ist superleicht, kratzfest, wasser- und schmutzabstoßend, korrosionsfrei und sehr elastisch.

Chitin ist der Traumstoff jedes Flugzeugkonstrukteurs.

Mit den Chitin-Materialeigenschaften würde ein Quadratmeter Flugzeug-Tragfläche nur noch drei Gramm wiegen.

Weitere technische Eigenschaften tragen zur Festigkeit der Bienenflügel bei. Eine Wellen-Struktur erhöht die Stabilität. Ein dichtes Netz stützender Adern versteift die Flügel.

Bei den Libellen teilt das Adernetz die Flügel in viele Hundert ungleiche Felder auf.

An einer Stelle an der Vorderseite der Flügel ist ein Feld dunkel und verdickt. Das ist das sogenannte Pterostigma – eine Art Ballasteinlage zur Vermeidung von Vibrationen bei hohem Flügelschlag.

Mit dem Problem des „Flatterns“ bei hohen Geschwindigkeiten und Luftwirbeln haben auch die frühen Flugzeugbauer ihre Erfahrungen gemacht – bis sie ebenfalls an bestimmten Stellen Ballasteinlagen installierten.

Die Natur löste das gleiche Problem schon einige Millionen Jahre vor ihnen.

Allerdings kann die Gewichtsverstärkung jeweils nur an exakt einer einzigen Stelle der vier Flügel ihre Wirkung entfalten, sonst wird das Flattern verstärkt.

Solche Phänomene bereiten der Evolutionsbiologie viel Kopfzerbrechen. Sie muß davon ausgehen, daß sich alles durch Zufall entwickelt hat.

Demnach hätte eine synchrone Trefferquote in riesigen Zeiträumen und Milliarden von Generationen durch Billionen Zufallsmutationen und anschließender Auslese das richtige Pterostigma-Feld getroffen.

Doch für solche komplexe Konstruktionen sind der blinde Zufall oder die Anpassung an die Luftbedingungen keine hinreichende Erklärung.

Wissenschaftlich belegt – gar empirisch nachgewiesen – sind solche Zufallstheorien schon gar nicht.

Die Frage lautet: Wie kann die Entwicklung so vollendeter Konstruktionsformen wie Insektenflügel erklärt werden?

An zwei Schulen in der Universitätsstadt Gießen sind solche Fragen gestellt und Zweifel an der Erklärungsgüte der Evolutionsbiologie aufgekommen – im Biologieunterricht.

Diese Schulen wurden im vergangenen September vom Fernsehsender ‘Arte’ ins Visier genommen.

Einer der Interviewpartner von ‘Arte’ war der Kasseler Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera. Es entstand der Film „Von Göttern und Designern. Ein Glaubenskrieg erreicht Europa“.

Der Film brachte die bekannte mediale Empörungsmaschine in Gang: Kreationismus im hessischen Biologie-Unterricht – Kreationisten in ganz Deutschland auf dem Vormarsch.

Die hessische Kultusministerin Karin Wolf – ehemals Lehrerin für Deutsch und evangelische Religionslehre – erklärte nach einer schulamtlichen Untersuchung des Falles, daß die Evolutionstheorie grundsätzlich im Fach Biologie und die Schöpfungstheorie im Religionsunterricht behandelt werden sollten.

Darüber hinaus halte sie es für sinnvoll, fächerübergreifende und fächerverbindende Fragen aufzuwerfen sowie „gelegentlich zu schauen, ob es Gegensätze oder Konvergenzen gibt“.

Es gehöre zur christlich-humanistischen Kultur, die Grenzen naturwissenschaftlicher Erklärungsmuster für das Weltverständnis aufzuzeigen, insbesondere in der Phase der Orientierungssuche bei Jugendlichen.

Auf diese gemäßigte Stellungnahme der Ministerin reagierte Kutschera mit einem Aufschrei. In einem Empörungsbrief warf er die ganze Wucht des materialistischen Biologismus in die Wagschale, wobei er das Ganze mit elf hochkarätigen Biologiedoktoren und Biologieprofessoren dekorierte.

Mit religiösem Eifer protestierte Kutschera gegen eine angeblich „diskriminierende Sonderbehandlung der Evolutionsbiologie als ‘infragstellungswürdig’“ (sic!).

Er forderte eine strikte Einhaltung und Überwachung eines „rein wissenschaftlichen“ Biologieunterrichtes.

Jegliche Infragestellung evolutionsbiologischer Theorien würde in den Religions- und Philosophieunterricht gehören.

Patrick Bahners von der ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’ nannte Kutscheras rüden Rundumschlag „das verschleierte Weltbild zu Kassel“:

„Als ob Gymnasiasten noch nicht enthüllt werden dürfte, daß auch die Wissenschaft ein Weltbild ist, um dessen moralische und metaphysische Implikationen die Menschheit streitet.“

Offenbar will Kutschera auch verhindern, daß über die moralischen und politischen Implikationen des Darwinismus debattiert wird.

Der Professor spielt ein falsches Spiel, wenn er für die Schule eine angeblich rein wissenschaftliche und wertfreie Biologie propagiert.

Diese will er als Beirat der antichristlichen und hochideologischen Giordano-Bruno-Stiftung zur Basis einer „evolutionär-humanistischen Ethik/Politik“ machen.

Dabei bleibt die Frage offen, wie aus einer wertfreien Biologie evolutionär-humanistische Werte abgeleitet werden können.

Bildquelle: Die Webseite ‘worth1000.com’ veranstaltet Wettbewerbe für Photoshop-Talente
      
15 Lesermeinungen
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#15   Peter-Pan   20:06:40 | Samstag, 17. März 2007
@obelix
Sehe das ganz ähnlich.
Ich meine, wenn ich diese Fundamentalisten gegen Harry Potter wettern höre, kann ich immer nur den Kopf schütteln.
Weil das nämlich dieselben Leute sind, die es moralisch für absolut vertretbar halten, ihre Kinder damit zu konfrontieren, wie beispielsweise Moses Gotteslästerer zu Tode steinigt oder ähnliches.
Verbietet euch ruhig selbst ihr Gottesfürchtigen!
MFG Raphael
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#14   obelix †   19:46:34 | Samstag, 17. März 2007
Und was geruhen unser Oberzensor noch zu verbieten?
Johann Gambolputty: Meine Meinung:Irrwitzige Theorien im Biologieunterricht sollten verboten werden und nicht das Wort Gottes in der Bibel!!
Vielleicht gewaltverherrlichende Darstellungen, die auch Kindern zugänglich sind?
Dann werde ich als erstes das Generalverbot der Bibel bei der Zensurbehörde durchsetzen!
Was da an Mord und Totschlag, (und Vergewaltigung und Ehebruch, denken Sie an Onan) verherrlicht wird, bis hin zum Völkermord, geht auf keine Kuhhaut und ist Kindern schlechterdings nicht zuzumuten.
Oder sind Sie dafür, dass die Geschichte König Davids mit Urias Weib ungefiltert auf die Kleinen niederprasselt?
Dieser angebliche Vorfahre von Jesus ist bei Gott nicht als leuchtendes Beispiel zu verwenden. Höchstens als abschreckendes.
Zum zweiten muss natürlich die Zensur die Bibel im naturwissenschaftlichen Unterricht komplett verbieten. Was da an offensichtlichen Fehlern geboten wird ist haarsträubend.
So verbieten die Zensoren ihre eigenen Bücher, cool!
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#13   Peter-Pan   18:47:18 | Samstag, 17. März 2007
@hann Gambolputty
Das Wort Gottes ist die irrwitzigste aller Theorien!
MFG Raphael
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#12   Johann Gambolputty   17:58:11 | Samstag, 17. März 2007
Meine Meinung:
Irrwitzige Theorien im Biologieunterricht sollten verboten werden und nicht das Wort Gottes in der Bibel!!
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#11   HeinrichvonOfterdingen   14:29:48 | Samstag, 17. März 2007
Das alte Lied.
Der Professor spielt ein falsches Spiel, wenn er für die Schule eine angeblich rein wissenschaftliche und wertfreie Biologie propagiert. Dabei bleibt die Frage offen, wie aus einer wertfreien Biologie evolutionär-humanistische Werte abgeleitet werden können.
Diese Frage kann als geklärt angesehen werden: Die Rassenkunde war ein erster Versuch einer rein wissenschaftlichen und wertfreien Biologie mit abgeleiteter evolutionär-humanistischer Philosophie und politischer Umsetzung. Diese findet allerdings heute zurecht keine allzugroße Anerkennung mehr (Abtreibungsbefürworter zählen hier zu den ewig gestrigen). Ein weiterer Versuch einer wertfreien Wissenschaft, der wissenschaftliche Sozialismus, stellte sich final auch philosophisch nur mehr als Heilsbotschaft ewig Gestriger heraus. Auch die humanistische Umsetzung war final doch etwas inhuman. Also Zeit wieder mal was neues zu erfinden. Der Mensch läßt halt keine noch so geringe Chance aus um dem Herrgott zu entgehen. Aber sie entgehen nur der Gnade, Gott entgehen sie nicht.
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#10   Fragender   00:29:58 | Samstag, 17. März 2007
@vir fortis
Danke für diese Worte der Nächstenliebe!
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#9   Ydefix   21:07:58 | Freitag, 16. März 2007
@Lutheraner:
War Adam für die Verfluchung der Schöpfung verantwortlich oder ist die Schöpfung vov vornherein verflucht ? Warum wir sie dann als „sehr gut“ bezeichnet ?
Es ist aber wohl ein denkbarer Ansatz, dass Schöpfung durch Evolution mit dem Sturz Satans zu tun hat.
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#8   VirFortis   19:26:41 | Freitag, 16. März 2007
irgendwie
witzig dass zum Thread ausgerechnet ein Photo von Herrn Kutschea auf seinem letzjährigen Badeurlaub auf Kreta verwendet wurde…
gratulation Redaktion…
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#7   Lutheraner   19:18:45 | Freitag, 16. März 2007
Bibel und Darwin – kein Widerspruch!
Charles Darwin begründet die natürliche Auslese mit dem „Kampf ums Dasein“. Das erzeugt den Selektionsdruck führt. Wo ist das Problem? Ich seh’ überhaupt nicht den Streitpunkt mit der Evolutionstheorie?
Blättern wir zurück an den Anfang der Christengeschichte. Da finden wir vier quälende Jahrhunderte der Christenverfolgung; das Christentum sollte über die Anhänger ausgerottet werden. Was ist das anderes als Selektionsdruck?
Es gibt keinen Konflikt zwischen Christentum und Darwinismus. Der ist ein künstlicher, erzeugt von Christenfeinden, um sie gegeneinander aufzuhetzen und vorzuführen!
In der Bibel geht es von der ersten bis zur letzten Seite um nichts anderes als den Daseinskampf! Die Christen sollten mit den Füßen auf den Boden kommen!
Wenn sie die selbst ernannten Darwinisten von dem Standpunkt unter die Lupe nähmen, würden sie schnell erkennen, daß das menschenfeindliche Heuchler sind! In Wahrheit hassen sie Darwin; sie benutzen ihn beliebig, immer nur, um anderen damit zu schaden!
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#6   obelix †   18:15:50 | Freitag, 16. März 2007
Nachdem der Artikel die Gegendarstellung zu Kutscheras Gegendarstellung zur FAZ ist hier der Link
…ww.evolutionslehrbuch.com/FAZ-Brief.pdf www.kreuz.net/ zu Kutscheras Gegendarstellung zur FAZ.
Man beachte die wieder einmal ausgesprochen hohe Aktualität des kreuz.net-Artikels.
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#5   methusalix †   17:55:43 | Freitag, 16. März 2007
Die biblische Schöpfungsgeschichte darf nicht in den Bio-Unterricht!
Und deswegen diese Aufregung? Geil!
Für alle, die mal wissen wollen, wie sich die Evolutionsbiologie seit Darwin und Wallace verändert hat:
…ww.evolutionslehrbuch.com/…-Themoderntheory.pdf
Vorsicht! Wissenschaft kann Ihren Glauben in Gefahr bringen und Sie abhängig von der Erlangung neuer Erkenntnisse und neuen Wissens machen!
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#4   Tridentinus   16:51:32 | Freitag, 16. März 2007
@nonnobisdomine
Natürlich bereits unter Marx. Ende Januar! Und in der Situation hatten die Köllerbacher Pfr. Schoonbroodt und Pfr. Siegel ihre Kirche angeboten. War menschlich korrekter, aber theologisch und kanonistisch natürlich zweifelhaft, wenn man sich einen Monat später mit dem Ordinariat „versöhnt“. Trotzdem war auch das Köllerbacher Angebot zu kurzfristig. Pfr. Schoonbroodt hat dann in seiner eigenen Kirche ein Requiem mit Aussegnung „in Abwesenheit des Leichnams“ gehalten. Dem Weihejahrgang des Verstorbenen ist es aber andererseits hoch anzurechnen, zumindest in Kleinblittersdorf vollzählig anwesend gewesen zu sein. Dass Adam ein Traditionalist war wissen die alle, inwiefern Nuancen wie Sedisvakanzthesentendenz durchdringen, weiss ich nicht. Adam war auch immer gut integriert, zB bei den Semestertreffen.
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#3   nonnobisdomine   16:35:46 | Freitag, 16. März 2007
@ Tridentinus
Wann war denn das, was Sie da schildern?
Schon unter Bischof Marx?
Wenn ja, dann ist dieser Bischof schon mit sehr großen Fragezeichen zu versehen, was einige andere seiner Aktivitäten bestätigen.
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#2   Tridentinus   15:54:29 | Freitag, 16. März 2007
Fortsetzung meiner Antwort an sacerdos helveticus
zum Artikel: Die Predigt von Köllerbach:
des Ordinariates. Mehr als ein Gerücht dieser Art war in Wigratzbad unbekannt. Und Aufträge erteilt man wohl kaum per Gerücht. Tatsächlich wurde der Verstorbene dann in Kleinblittersdorf – seiner Heimatpfarrei – von Pfr. Zimmer/Ordinaiat Trier im Neuen Ritus beerdigt. Auch die Eucharistie wurde natürlich im NOM gefeiert. Das ist taktlos vom Bistum Trier und pietätlos. Den Letzten Willen eines Menschen muss man zumindest soweit möglich achten. Die Lösung mit der FSSP wäre ein akzeptabler Kompromiss gewesen. Auch wären genug Diözesanpriester zur Verfügung gewesen, die den alten Ritus beherrschen und bereit gewesen wären, ihn für Pfr. Adam zu zelebrieren (etwa der Kreis der Trierer Indult-Zelebranten). Primitiv, anders vorzugehen. Hl. Eucharius – bitte für die Trierer Kirche!
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#1   Ydefix   15:50:59 | Freitag, 16. März 2007
Ja, der Prof. Kutschera
scheint wirklich missionarisch tätig zu sein: www.weloennig.de/…Verbotsversuche.html
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