Levada zu ‘Donum Vitae’
Mehr als eine fromme Erklärung?
Die Glaubenskongregation hat einen Brief geschrieben, um die Verfilzung zwischen der Kirche und einem umstrittenen Verein in Deutschland zu beenden.
William Kardinal Levada
William Kardinal Levada
(kreuz.net, Vatikan) Der Präfekt der Päpstlichen Glaubenskongregation, William Kardinal Levada, hat gesprochen.

Er forderte die deutschen Bischöfe vor kurzem auf, jede Zusammenarbeit zwischen Katholiken und ‘Donum Vitae’ zu unterbinden.

Das berichtete die katholische Zeitung ‘Tagespost’ mit Berufung auf einen Brief des Kardinal an die deutschen Bischöfe.

Der Verein ‘Donum vitae’ wurde im September 1999 gegen den Willen der deutschen Bischöfe gegründet. Er berät schwangere Mütter, die ihr Kind töten wollen, und stellt ihnen auf Wunsch Beratungsbestätigungen aus, die in Deutschland für die Tötung ungeborener Kinder vom Staat verlangt werden.

Im vergangenen Juni hatten die Bischöfe – auf Druck der Glaubenskongregation – erklärt, daß eine Mitarbeit bei ‘Donum Vitae’ mit einer kirchlichen Tätigkeit unvereinbar sei.

Zugleich weigerte sich ein Bischof nach dem anderen, die Worte ihrer Erklärung in die Praxis umzusetzen.

Sogar Joachim Kardinal Meisner von Köln – verbal und nach außen einer der schärfsten Kritiker von ‘Donum Vitae’ – wollte auf seine Worte keine Taten folgen lassen.

Jetzt hat der Präfekt der Glaubenskongregation die säumigen Bischöfe offenbar erneut zum Handeln aufgefordert.

Sie sollten durchsetzen, daß die Gläubigen – vor allem jene, die in kirchlichen Organisationen und Räten tätig sind – auf eine leitende Mitarbeit bei ‘Donum Vitae’ und auf jegliche Form der Unterstützung des Vereins verzichten:

„Die Entscheidung von Papst Johannes Paul II., den zweideutigen Beratungsschein nicht mehr auszustellen, gilt nämlich für alle Glieder der Kirche.“

‘Donum Vitae’ verdunkle das Zeugnis der Kirche in der gewichtigen Frage des Lebensschutzes. Es unterhöhle auch die sogenannte Einheit zwischen Bischöfen und Gläubigen.

Die Bischöfe sollten darum bei den Vertretern kirchlicher Organisationen sowie bei katholischen Politikern Überzeugungsarbeit leisten.

Der Brief von Kardinal Levada nimmt ausdrücklich Bezug auf die – nie umgesetzte – bischöfliche Erklärung vom vergangenen Juni.
      
16 Lesermeinungen
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#16   Mathias Wagener   19:10:46 | Freitag, 23. März 2007
Ungehorsam
Der Ungehorsam der Würdenträger ist eine üble Sache.
Auch wortreiche listige Hintergehungen fallen darunter, ja sie sind noch übler als ein klares Bekenntnis.
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#15   HarroMeyer †   13:31:05 | Freitag, 23. März 2007
Strafe Gottes?
Das sollte man alles ganz ruhig sehen. Wer so eklatant in den Schöpfungsplan Gottes eingreift, wird seine Strafe schon bekommen und das zugehörige Volk auch, da kann dann auch die Frau „von der Leyen“ nicht mehr helfen. ;-)
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#14   ing_less   00:13:38 | Dienstag, 20. März 2007
@nachtlaterne und moechtegern-kathole
Fragen Sie sich nicht mal ganz verschämt im hinteren Gewissensstuebchen (Grüße aus Koenigsstein!), ob Selbstgerechtigkeit und Scheinheiligkeit Ihnen den Blick trueben?
Der „donum-mortis“-Wortspieler war vielleicht intelligenter als jene, die ihm heute nachplappern – und dabei vielleicht Gefahr laufen, des Sabbats wegen die Menschen zu vergessen. Um die ging es aber jenem Jesus (von dem manche in ihrem tierischen Ernst zu wissen vorgeben, er habe keine Neigung zur Schlitzohrigkeit gehabt).
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#13   Sarah   19:17:11 | Samstag, 17. März 2007
Keine Sorge
Dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz und seinen Freunden fällt bestimmt eine Antwort ein – wie immer.
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#12   HeinrichvonOfterdingen   12:24:40 | Samstag, 17. März 2007
Schon witzig,
was das Dritte Reich betrifft, wirft man den Bischöfen vor, dass sie nicht energisch genug dagegen protestiert haben. Was unsere Satrapenrepublik betrifft wirft man ihnen jede Kritik, die sie üben, vor. Dabei bemühen sie sich doch heimlich, still und leise so gut mitzumachen, wie es eben geht. Und kleine Ausreißer, wie in Palestina muß man ihnen halt nachsehen. Sie sind halt keine Politiker, sie haben das Lügen nicht zu ihrem Beruf gemacht und in manchem von den Bischöfen steckt vielleicht sogar noch ein guter Kern.
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#11   möchtegern-kathole   11:37:59 | Samstag, 17. März 2007
Sie werden sich …
… diplomatisch von DonumVitae distanzieren, still und unauffällig, und nur soweit es unbedingt nötig ist … und hintenrum werden sie weitermachen wie immer.
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#10   Romulus   11:22:43 | Samstag, 17. März 2007
Mal sehen
Bin mal gespannt, wie sich die Bischöfe jetzt aus der Affäre ziehen werden… Denen fällt schon was ein… ?:)
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#9   Nachtlaterne   10:25:58 | Samstag, 17. März 2007
zuviel liberalität
zuviel liberalität begünstigt zuviel unrecht, aber das haben sehr viele bischöfe leider nicht begriffen. männer wie kardinal lehmann, dem man nicht umsonst den „schlitzohrenpreis“ verliehen hat, finde ich persönlich zutiefst verachtenswert. mir ist es ein ganz großes rätsel warum der versorbene papst ihn zum kardinal ernannte. wenn jesus nie ein schlitzohr war und ist warum will der kardinal dann eines sein? warum unterstützt dieser kardinal den tod und nicht das leben? es wird immer unheimlicher!
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#8   möchtegern-kathole   10:24:08 | Samstag, 17. März 2007
das allerperverseste …
… sind dann noch die Pseudo-Katholen, die sagen, man müsse die Frauen mit dem Schein-Angebot in die Beratungsstelle locken und – wenn sie mal drinne sind – schnell bekehren.
So die Vorstellung von Falle und Köder … aber sowas wird von selbstbewussten Menschen als Argument dargelegt.
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#7   kreuzi   10:19:41 | Samstag, 17. März 2007
Wie ich schon heufig
anmerkte, gehört die Kirche in Deutschland unter Beobachtung gestellt, weil sie sich im Missionsgebiet befindet und solche Gebiete immer die Eigenart haben, aus mehrheitlich ungläubigen Menschen zu bestehen. Für seine Beleidigug der Kirche und seines Amtes gehörte der bald vom Fenster verschwindende Bischof Kamphaus längst bestraft und seines Amtes enthoben.
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#6   Mathias Wagener   10:17:19 | Samstag, 17. März 2007
Die deutschen Bischöfe
Die Bischöfe werden den Brief lesen.
Was sie damit tun werden, dafür möchte ich im einzelnen keine Prognose abgeben.
Sie werden ihre Entscheidungskompetenz hier
ausfüllen, um es so zu sagen.
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#5   möchtegern-kathole   09:48:48 | Samstag, 17. März 2007
@nachtlaterne
stimme 100% zu. er hat der frau gesagt (zwar bei einer anderen sünde): „du aber sündige nicht mehr“
Das muss die Kirche heute wiederholen, auch dazu hat er die Kirche gegründet. Und was sagt „Donum Vitae“ mit Unterstützung der Bischöfe? „Hier hast Du den Schein, um eine weitere Sünde ohne Probleme durchzuführen“. Das ist nicht christlich, das ist verlogen. Die Masche mit dem „unabhängigen Verein“ ist eine weitere Sünde, nämlich die der Lüge.
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#4   Nachtlaterne   09:14:26 | Samstag, 17. März 2007
Jesus christus berät frauen
man stelle sich das vor: jesus selbst sitzt in einer beratungsstelle von „donum vitae“ und sagt am ende der sprechstunde: meine tochter, ich habe dich nun zum leben hin beraten aber wenn du das kind jetzt töten willst: hier hast du meine unterschrift, die dazu berechtigt. gezeichnet JESUS CHRISTUS wäre er dann ein gott des lebens!? was eine kirche von unten fertigbringt das kann kann gott von oben ungestraft geschehen lassen??? er ist doch ein gott des lebens und nicht des todes!
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#3   Krak des Chevaliers   09:02:17 | Samstag, 17. März 2007
Konsequentere Gangart
Offensichtlich schlägt man in Rom nun eine konsequentere Gangart den (deutschen) Bischöfen gegenüber an, die päpstliche Weisungen bisher zwar brav zur Kenntnis genommen es aber dabei bewenden lassen haben. Das lässt auch im Hinblick auf die erwartete und erbetete Freigabe der Alten Messe noch hoffen.
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#2   Schüttel   08:36:53 | Samstag, 17. März 2007
Und auch das ist falsch:
Nicht gegen den Willen der Bischöfe wurde 1999 der verlogene Verein „Donum vitae“ (von Erzbischof Dyba „Donum mortis“ genannt) gegründet, sondern mit deren stillschweigender Duldung, insbesondere der Kardinäle Lehmann und Wetter. Denn die deutschen Bischöfe und Polit-Laien haben längst das „Blinzeln“ (Nietzsche) gelernt!
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#1   Catholicus   07:18:23 | Samstag, 17. März 2007
kreuz.net berichtet falsch!
Das letzte Zitat „Wichtig ist, dass diejenigen, die sich an der gesetzlichen Beratungsregelung beteiligen, und diejenigen, die das aus Überzeugung nicht tun, sich gegenseitig respektieren und nicht die Autorität der Kirche als amtlich verfasster Kirche in Anspruch nehmen“ stammt nicht von Kardinal Levada, sondern von prominenten Donum-vitae-Befürwortern www.donum-vitae-bayern.de/zwischenruf.html!
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