Kardinal Jan Schotte verstorben + Der jüdische Kardinal beim „Jüdischen Weltkongreß“ + Einsparungen in Essen + Priesterlicher Trauschein ohne bischöflichen Segen + Erste Opus-Dei Pfarrei in Großbritannien + Malta zeigt sich kinderliebend
Kardinal Jan Schotte verstorben
Vatikan. Der belgische Kurienkardinal Jan Pieter Schotte (76) ist am
vergangenen Montag überraschend im römischen Gemelli-Krankenhaus verstorben. Schotte war von 1985 bis
2004 Generalsekretär der Bischofssynode. Die Bischofssynode ist eine vatikanische Instanz, die in regelmäßigen
Abständen Bischöfe und Kardinäle aus der ganzen Welt zu Beratungen in Rom versammelt. Der Generalsekretär
ist für die Organisation, Durchführung und Nachbereitung dieser Anlässe verantwortlich. Kardinal Schotte
wurde 1928 in Beveren-Leie (Belgien) geboren und war Mitglied der Kongregation der Scheut-Missionare.
Nach verschiedenen Tätigkeiten für seine Kongregation und für die Römische Kurie wurde Schotte 1994
als Generalsekretär der Bischofssynode in den Rang eines Kardinals erhoben. Der Papst wird am Freitag
in der Petersbasilika das Requiem für den verstorbenen Kirchenfürsten zelebrieren.
Der jüdische Kardinal
beim „Jüdischen Weltkongreß“
Frankreich. Der Erzbischof von Paris, Jean-Marie Kardinal Lustiger (78),
sprach am Montag anläßlich der Generalversammlung des „Jüdischen Weltkongresses“ in Brüssel. Der Kardinal,
der selbst aus dem Judentum stammt, forderte die Staaten Europas auf, bei der Bekämpfung des Antisemitismus
dem Beispiel der katholischen Kirche zu folgen. Es gehe darum, die kulturelle, politische und religiöse
Vielfalt Europas zu beachten. Durch die Entwicklung eines gemeinsamen Menschenbildes und eines gemeinsamen
moralischen Fundamentes für Europa seien zwischen Christen und Juden Vertrauen und gegenseitiger Respekt
gewachsen. Der Kardinal von Paris verwies auf die katholische Kirche, die in den vergangenen vier Jahrzehnten
einen „beachtlichen Wandel“ durchgemacht habe.
Einsparungen in Essen
Deutschland. Der Bischof von Essen,
Felix Genn (54), hat gestern als Reaktion auf die Finanzkrise die Neustrukturierung der Diözese vorgestellt.
Die Hälfte des Personals, rund 1000 Stellen, wird eingespart und etwa 100 Kindergärten geschlossen.
Die 263 Pfarreien des Ruhrbistums sollen zu 35 Großgemeinden zusammengeschlossen werden. In den nächsten
4 Jahren will das Bistum dadurch 70 Millionen Euro einsparen.
Priesterlicher Trauschein ohne bischöflichen
Segen
Schweiz. „Was in Leserbriefen und Zeitungsartikeln zur zivilen Eheschließung von Pfarrer Francisco
Gmür (Basel) mit einer Ecuadorianerin herumgeistert – Bischof Kurt Koch habe dazu seine Zustimmung gegeben –
stimmt nicht und bedarf einer Berichtigung.“ Dies stellte der Informationsbeauftragte des Bistums, Hans
Ellenberger, gestern fest. Pfarrer Francisco Gmür hat im September in Ecuador zivil geheiratet, um der
Frau und ihren Kindern eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz zu verschaffen. Erst danach, am 21.
Dezember 2004, wurde Bischof Kurt Koch davon in Kenntnis gesetzt. „Da sollte eigentlich klar sein, daß
der Bischof gar keine Möglichkeit hatte, dieser Ehe zuzustimmen. Bischof Kurt Koch muß sich verständlicherweise
zu dieser Zivilehe zurückhaltend äußern.“ Betroffen sei er darüber, daß ein pensionierter Priester
sich in seinem Gewissen gezwungen sieht, den Schritt zur zivilen Heirat zum Schutz einer von der Ausweisung
betroffenen Frau zu machen.
Erste Opus-Dei Pfarrei in Großbritannien
Großbritannien. Der Erzbischof
von Westminster, Cormac Kardinal Murphy O’Connor (72), hat dem Opus-Dei eine Pfarrei seiner Erzdiözese
anvertraut. Der Priester der Personalprälatur, Gerald Sheehan, wird mit der 500 Seelen-Pfarrei St. Thomas
More betraut. Insgesamt leben 17 Priester des Opus-Dei in Großbritannien, von denen bisher keiner Pfarrer
ist.
Malta zeigt sich kinderliebend
Malta. Letzten Sonntag veröffentlichte die Maltesische Wochenzeitung
„Malta’s Sunday“ eine Umfrage des Soziologen Mario Vassalo. Demnach sind 96 % der 400.000 Maltesen gegen
die Abtreibung und 56 % gegen die Ehescheidung. In Malta ist die Kinderabtreibung bei Strafe verboten
und Ehen werden vom Staat nicht geschieden.
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