Apostolische Exhortation
Vatikanische Schlampereien
Seit Tagen ärgern sich die deutschsprachigen Gläubigen über einen schwerwiegender Übersetzungsfehler im jüngst veröffentlichten päpstlichen Dokument. Die Verantwortlichen schweigen.
© pixelquelle.de
(kreuz.net, Vatikan) Die deutsche Übersetzung des am Dienstag veröffentlichen Apostolischen Schreibens ‘Sacramentum Caritatis’ beinhaltet einen schweren Fehler.

In Nummer 39 spricht das Dokument statt von der „Erlaubtheit“ von der „Gültigkeit“ der Heiligen Messe.

So sagt der Text, daß „die Gemeinschaft mit dem Bischof Bedingung für die Gültigkeit jeder Zelebration auf seinem Gebiet ist“.

Das ist eine offensichtliche Falschaussage. Im lateinischen Originaltext steht es richtig. Dort ist von „celebratio legitima“ – also: legitime Zelebration – die Rede.

Bei ungültigen Messen werden Brot und Wein nicht in den Leib und das Blut Christi verwandelt.

In den Postings unter dem Artikel zu ‘Sacramentum Caritatis’ auf ‘kreuz.net’ wurde der schwere Fehler schon kurz nach der Veröffentlichung des Schreibens entdeckt.

Die römische Nachrichtenagentur ‘Zenit’ sprach am Mittwoch von einem „eingeschlichenen“ Übersetzungsfehler.

Die Agentur erwartete sich damals eine „baldige“ Korrektur des Fehlers.

Dafür wäre offiziell der Substitut des Staatssekretariats, Erzbischof Leonardo Sandri (63), zuständig.

Praktisch übernimmt diese Aufgabe jedoch Erzbischof Paolo Sardi (72) – Vize-Camerlengo der Apostolischen Kammer. Er koordiniert die Herausgabe von Päpstlichen Dokumenten, die in mehreren Sprachen erscheinen.

Es fehlt der Wille

Das Staatssekretariat hat – nach Angaben der katholischen Zeitung ‘Tagespost’ vom Samstag – „sofort“ von dem Übersetzungsfehler erfahren: „Man hätte es ja korrigieren können.“

Doch man tue nach alter kurialer Manier so, als sei man fehlerfrei:

„Die Unterscheidung zwischen ‘Rechtmäßigkeit’ und ‘Gültigkeit’ ist für die Sakramentenlehre und Kirchendisziplin fundamental.“

Daß einem ausgebildeten Theologen in einem Papstdokument ein solcher Fehler unterlaufe, sei schwer vorstellbar.

Weitere Schlampereien

Sollte sich das Staatssekretariat doch noch zur einer Richtigstellung bequemen, müßten noch zwei Fehler korrigiert werden.

Das Portal zur katholischen Geisteswelt nennt weitere Tippfehler in der deutschen Übersetzung.

In Nummer 48 steht fälschlicherweise „Anapher“ statt „Anaphora“ und in Nummer 96 ist der Leib des Herrn nicht auf dem „Altar“ sondern auf dem „Alter“ gegenwärtig.
      
19 Lesermeinungen
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#19   königin_isabel   23:45:59 | Freitag, 23. März 2007
System
Ob diese „Fehlübersetzung“ nicht ebenfalls „System“ hat? Vgl. hier www.antimodernist.org/…/lateinische-messe/.
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#18   Aurelius   12:23:56 | Montag, 19. März 2007
@Stimme aus dem Tradiland
Nun, ich würde das Dokument um das es jetzt geht nicht mit dem Canon und dem KKK in einem Atemzug nennen.
Die Falschübersetzung von „pro multis“ hatte natürluch System –- man braucht sich doch nur das derzeitige Heulen und Zähneklappern anhören, wenn es darum geht, es endlich wieder richtig zu übersetzen. Und, soweit ich weiß, ist die Übersetzung von „pro multis“ Angelegeheit der deutsche Bischöfe, zumindest die Approbation der Übersetzung (oder nicht?).
Zu der von Ihnen zitierten Falschübersetzung im KKK kann ich nichts sagen. Ich kann mir aber gut vorstellen, daß da auch Absicht hinterstecken könnte.
Aber hier haben wir es mit einer Exhoratation zu tun, die wahrscheinlich eh ignoriert wird. Ich halte es wirklich für einen Fehler…
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#17   Stimme aus dem Tradiland   11:23:43 | Montag, 19. März 2007
@ Aurelius
Die Falschübersetzung von „pro multis“ mit „für alle“ blieb ca. 26 Jahre unbeanstandet, obwohl es laufend Bedenken dagegen gab und diese auch geäußert wurden. Vielmehr wurde in weiteren Neuübersetzungen (z.B. im Ungarischen) sogar noch „verschlimmbessert“ von der – richtigen – Übersetzung mit „für viele“ auf „für alle“ – unter den gütigen Augen der kurialen Kongregationen, die derartigem vorbeugen sollten!
Die Falschübersetzung im KKK bezüglich der Ursache von HS gegen den französichen Ausgangstext (Tendenzen) und den lateinischen Urtext (allerdings später : Neigungen) mit „Veranlagung“ blieb durch mehr als 10 Jahre aufrecht, obwohl der Fehler bald entdeckt wurde. Noch heute zitieren die Homo-Freunde innerhalb und außerhalb der Kirche das falsch.
Wenn es ein Irrtum ist, „Gültigkeit“ mit „Gesetzmäßigkeit“ zu verwechseln, dann müßte es personelle Konsequenzen geben, den ein Übersetzer, der derartiges – entgegen allen anderen Übersetzungen – nicht zu unterscheiden weiß, ist für seine Tätigkeit ungeeignet. Sind derartige Konsequenzen zu erwarten?
Zusatzfrage, warum wurde der Text nicht sogleich korrigiert, wenn es ein Irrtum war?
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#16   Mathias Wagener   10:12:35 | Montag, 19. März 2007
Schlampereien
Kaum zu glauben, was uns Gläubigen zugemutet wird.
Die Textkontrolle bei derart wichtigen Verlautbarungen :-( darf doch
nicht solche Fehler übersehen.
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#15   Genoveva   08:44:42 | Montag, 19. März 2007
Rodolfo: Schweigen Sie besser …
wie auch die falsche Übersetzung von „peri/hyper pollon“ bzw. „pro multis“ mit „für alle“ eine bewußte pseudowissenschaftlich verbrämte Vergewaltigung des Urtextes war.
von Dingen, die Sie nicht verstehen.
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#14   Bruder Theophies   01:46:35 | Montag, 19. März 2007
hmhmhm
Es ärgern sich als DIE deutschsprachigen Gläubigen – wohl eher die 23,5 Piushanseln!
und ob nun die Erlaubtheit oder die Gültigkeit gemeint ist – sicher ist nicht, wie in ihrem Sinne die ALLEINGÜLTIGKEIT angedacht!
Wiedermal Pech gehabt, gell!
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#13   Sirilo   22:33:28 | Sonntag, 18. März 2007
@sacerdos h.: Anapher = Anaphora
„Das kleine Oxford-Lexikon der Weltreligionen“ (erschienen im Patmos-Verlag) sieht es auch so, daß Anapher und Anaphora auch im liturgischen Bezug ein Wort sind:
„EUCHARISTIE: Achseltuch; Agape; Albe; Allgegenwart; Altar; Anamnesis; Anapher; Antidoron; ARCIC; Aufbewahrtes Sakrament; Azymiten; Blut; Brechen (des Brotes); Chin-tan; Chorrock; Dalmatik; Darstellung des Sakramentes; Eintauchen; Elemente; Epiklese; Erhebung; Eucharistie; Fürsprache; Friedenskuß; Gemeinsame Feier; Gita; Großer Einzug; Gründonnerstag; Herrnmahl; Hochamt; Hostie; Introitus; Kanoniker; Kelch…“
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#12   Aurelius   22:26:01 | Sonntag, 18. März 2007
Sicherlich keine Absicht
Ich würde den Übersetzern auch keine Absicht unterstellen. Was sollten sie denn damit bezwecken? Daß man im deutschsprachigen Raum sich in den (irrigen) Annahme bestätigt fühlt, die Messen der <Trommelwirbel> FSSPX seien ungültig? Den Aussagen Darío Cardinal Castrillón Hoyos zum Trotze? Wäre denn davon auszugehen, daß eine solche Täuschung unentdeckt bliebe? Daß keiner genügend Latein kann oder zumidest mal in den englischen Text zu schauen wird und festzustellt, daß da von lawfulness und nicht von validity die Rede ist?
Also wenn da Absicht hinterstecken würde, dann wären diejenigen, die solches beabsichtigen ganz schön dämlich.
Vielleicht sollte man nicht hinter allem eine Verschwörung vermuten…
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#11   Christus vincit †   21:56:07 | Sonntag, 18. März 2007
@Rodolfo P.
Nicht zu schnell böse Absicht vermuten, wo möglicherweise „nur“ ein dilettantischer, d.h. theologisch wenig oder ungebildeter Übersetzer am Werk war, wie „sacerdos helveticus“ zu Recht vermutet! :-@
Bei der Falschübersetzung von „pro multis“ mit „für alle“ ist allerdings schon eine (theologische) Absicht zu vermuten. Ähnlich wie bei der „Schlampigkeit“ bei der Reform der Weiheriten 1969, die sich praktisch nicht mehr von denen der Anglikaner unterscheiden…! :'(
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#10   Rodolfo Panetta   21:28:17 | Sonntag, 18. März 2007
Schlimme Befürchtung
Leider befürchte ich, daß F.X.Schmid recht hat. Solch ein fundamentaler Fehler kann keinem ausgebildeten Theologen passieren. Das riecht nach Vorsatz, wie auch die falsche Übersetzung von „peri/hyper pollon“ bzw. „pro multis“ mit „für alle“ eine bewußte pseudowissenschaftlich verbrämte Vergewaltigung des Urtextes war.
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#9   sacerdos helveticus   19:15:04 | Sonntag, 18. März 2007
Anapher und Anaphora
Der Duden bezeichnet in der Tat Anapher und Anaphora als Synonyme. Jedoch gibt der Duden Anaphora auch nur mit der Bedeutung eines Stilmittels aus der Rhetorik an (Satzreihe, in der jeder Satz mit dem gleichen Wort beginnt). Anaphora ist aber auch -das enthält der Duden nicht- Fachbegriff für das eucharistische Hochgebet und wird vor allem in der Ostkirche gebraucht und mit dieser Bedeutung wird „anaphora“ ja hier gebraucht und nicht als Fachbegriff der Rhetorik. In dieser Bedeutung ist die Verwendung von „Anapher“ unbekannt.
Dies zeigt eben gerade, dass der Übersetzer nur mit Hilfe von Wörterbüchern übersetzt hat und nicht begriffen hat, worum es wirklich geht. Für die Rechtfertigung von „legitim“ mit „gültig“ lassen sich sicher auch Belege in irgendeinem Wörterbuch finden aber es kommt eben auf den Kontext an.
Übersetzungen lehramtlicher Texte sind präzise vorzunehmen und von Fachleuten vorzunehmen.
Sonst ähneln sie manchen Gebrauchsanweisungen, die einen ratlos zurücklassen oder deren Lacheffekt ungleich grösser ist als deren Informationseffekt, von Verständlichkeit gar nicht zu reden.
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#8   Sirilo   17:42:20 | Sonntag, 18. März 2007
Anapher = Anaphora
Die Redaktion von Kreuz.net sollte sich einmal einen Rechtschreib-Duden anschaffen. Dort könnte sie dann lesen, daß Anapher und Anaphora nur zwei Varianten desselben Wortes sind.
(Im übrigen sollte nicht mit Stein werfen, wer im Glashaus sitzt. Im Laufe der Jahre habe ich schon zig sinnentstellende Fehler bei Kreuz.net monieren müssen…)
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#7   Benedikt   17:08:42 | Sonntag, 18. März 2007
Korrekturleser
(…) der Spiegel einen Mann leiste, der die Texte der Redakteure auf Fehler hin untersucht
Dieser Herr scheint öfter im Urlaub zu sein.
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#6   stromer   16:40:55 | Sonntag, 18. März 2007
@Aurelius
Sie wollen doch nicht etwa die unter dem Abschnitt „Weitere Schlampereien“ genannten Fehler als grobe Übersetzungsfehler titulieren?
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#5   Dr.F.X.S.   16:23:50 | Sonntag, 18. März 2007
Kein Übersetzungsfehler! Bewusste Verunsicherung!
Wenn man die jahrzehntelange Starrheit, Kälte bzw. Lieblosigkeit und Härte betrachtet, mit der in der verfassten Kirche die klassische Liturgie bekämpft wurde und noch bekämpft wird (letztlich um den ökumenischen Schulterschluss mit den Protestanten vorzubereiten, – bei einer fast totalen katholischen „Verzichtspolitik“), so ist es als äußerst unwahrscheinlich zu werten, dass es sich bei der gegenwärtigen Kalamität um einen „Übersetzungsfehler“ handelt. Zu fest einbetoniert sind noch die Strukturen der MODERNKIRCHE, zu eingeschliffen die Kommunikation mit dem GROSSEN LIQUIDATOR! Nein hier wurde von der Fraktion der Verblendeten bewusst eine Verunsicherung gesetzt, um die längst fällige Neubelebung der immerwährenden Messe auszubremsen. Welch ein gerissener Ausbremsspezialist gegenüber päpstlichen Anweisungen er ist, hat der GROSSE LIQUIDATOR, hat jener deutsche Kardinal ja schon in der vierjährigen Auseinandersetzung um die „Beratungsscheinfrage“ nachgewiesen. Was er unlängst auf dem Ad-Limina-Besuch nicht völlig schaffte (der krude Widerstand der deutschen Bischöfe hat ja Papst Benedikt XVI. veranlasst, den ursprünglichen Entwurf des Motu proprio deutlich zu verwässern), soll nun auf anderem Weg nachgeholt werden. Der Hl. Vater, selbst deutscher Muttersprachler, hätte es ja in der Hand, die „fehlerhafte Übersetzung“ mit einem Streich vom Tisch zu wischen. Offenbar sind die Machtverhältnisse so, dass er dies nicht wagen darf. Dies ist erschreckend.
Wacht doch endlich auf!
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#4   Aurelius   14:32:05 | Sonntag, 18. März 2007
@stromer
Es geht nicht um einen Tippfehler, es geht um einen knallharten Übersetzungsfehler, der die Bedeutung der Aussage verfälscht.
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#3   stromer   14:20:57 | Sonntag, 18. März 2007
Wer im Glashaus sitzt…
Liebes Kreuz.net
Zu gut, dass ihr fehlerfrei seid und Euch nie Tippfehler unterlaufen…
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#2   Aurelius   13:55:54 | Sonntag, 18. März 2007
Der angebliche Ärger der „deutschsprachigen Gläubigen“
Seit Tagen ärgern sich die deutschsprachigen Gläubigen über einen schwerwiegender Übersetzungsfehler im jüngst veröffentlichten päpstlichen Dokument.
Tun das die „deutschsprachigen Gläubigen“?
Ich wage einfach mal zu behaupten, daß der Mehrzahl der deutschsprachigen Gläubigen das Dokument nicht gelsen hat und diejenigen, welche es gelesen haben, sahen wohl auch nicht die Notwendigkeit, die falsche Übersetzung in Frage zu stellen.
Ich denke mal, daß es den meisten Gläubigen so ziemlich egal ist, ob die Gemeinschaft mit dem Bischof die Bedingung für die Gültigkeit oder Rechtmäßigkeit der Messe ist, denn für die überwältigende Zahl der Gläubigen stellt sich diese Frage erst gar nicht, da die Messen, welche sie besuchen in Gemeinschaft mit dem Bischof zelebriert werden.
Das soll allerdings nicht die Schwere des Übersetzungsfehlers und die dadurch resultierende Falschinformation mindern. Es ist nur ärgerlich, daß kreuz.net wieder einmal die Proportionen nicht erkennt.
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#1   Romulus   12:15:41 | Sonntag, 18. März 2007
Fehler und Glaubwürdigkeit
Wie sagte Bastian Sick (Autor der Bücher „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“) auf die Frage des Moderators einer Talkshow, warum sich denn der Spiegel einen Mann leiste, der die Texte der Redakteure auf Fehler hin untersucht, sinngemäß: „Fehler gehen auf Kosten der Glaubwürdigkeit des Inhalts. Von Schlampigkeit in der äußeren Form schließt der Leser auf den Inhalt… Die Glaubwürdigkeit eines Textes leidet darunter…“ ?:)
Vielleicht sollte das der Vatikan mal beherzigen. Im übrigen sind Sicks Bücher sehr unterhaltsam… !:)
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