Schuldbekenntnis
Exzeß des Zeitgeist-Opportunismus
Der Erzbischof von Bamberg hat am dritten Fastensonntag gestanden. Dabei verstrickte er sich aber in zahllose Widersprüche.
Westchor im Bamberger Dom: Volksaltar und Kathedra
Westchor im Bamberger Dom: Volksaltar und Kathedra
(kreuz.net) Am Abend des dritten Fastensonntags legte Erzbischof Ludwig Schick von Bamberg ein Schuldbekenntnis für seine Vorgänger ab.

Anlaß dazu war das Jubiläum zum tausendjährigen Bestehen der Erzdiözese Bamberg.

Der Erzbischof imitierte dabei das Mea Culpa, das Papst Johannes Paul II. im März 2000 ebenfalls für seine Vorgänger ablegt hatte.

Schon damals warnte der emeritierte Bonner Historiker Konrad Repgen (83) vor de facto lehramtlichen Stellungnahmen zu geschichtlichen Sachverhalten, die der Natur der historischen Forschung gemäß umstritten bleiben.

Erzbistum Bamberg
Erzbistum Bamberg
Das Bamberger Schuldbekenntnis bestand aus acht Kapiteln, die den Seligpreisungen der Bergpredigt zugeordnet waren.

Es verband Kritik an angeblichen früheren Mißständen mit der Anprangerung heutiger Übel.

Ein Domkapitular, eine Laienvertreterin, ein Priester und eine Ordensfrau wechselten sich als Vorbeter ab.

Der Erzbischof erläuterte in einer Ansprache, daß keine Schuldzuweisungen an Menschen vorgenommen, sondern „Fakten“ benannt werden sollten.

Anschließend verfolgte er das Schuldbekenntnis zerknirscht von seinem Stuhl aus.

„Lange Zeit hatten Reiche und Mächtige in der Kirche das Sagen“ – konnte man dabei hören.

„Wenn man diesen sinnigerweise dem Domkapitular übertragenen Satz wörtlich nimmt, meint er: heute nicht mehr“ – kommentierte Patrick Bahners (40) dieses Bekenntnis am 16. März in der ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’.

Seit 2001 leitet Bahners das Feuilleton der Zeitung.

„Enge Kleinbürgerlichkeit schloß nicht selten Anders- und Weiterdenkende aus“ – hieß es weiter im Schuldbekenntnis. So seien „protestantische Christen“ zum Konfessionswechsel oder zur Auswanderung gezwungen worden.

Auch heute noch würden Gewaltanwendung und Todesstrafe nicht konsequent genug von allen Christen abgelehnt.

Dazu stellt Bahners fest, daß diese Rüge auch die Verfasser des Katechismus der katholischen Kirche von 1992 treffe.

Von heutiger Bamberger Warte stelle sich nahezu die gesamte moraltheologische Tradition als schuldbeladen dar.

Man könne dem Bamberger Katalog der Selbstbezichtigungen keine Einseitigkeit vorwerfen:

„Einzelne Sätze, die alle Amtsträger oder sogar alle Katholiken einer bestimmten Epoche zu verdammen scheinen, könnten freilich Wort für Wort aus den Handbüchern der kirchenfeindlichen Kirchengeschichte abgeschrieben sein“ – so Bahners, der aus dem Schuldbekenntnis zitiert:

„In der Zeit des Nationalsozialismus versuchte man Konflikte zu vermeiden und traute sich nicht, öffentlich für die jüdischen Mitbürger die Stimme zu erheben.“

„Wer fällt unter dieses »man«?“ – rätselt Bahners.

Wie viel oder wie wenig „man“ für die Juden getan habe, sei kein historisches Faktum, sondern eine Frage der Interpretation.

Bahners Fazit: „An tausend Jahre Mitläufertum muß die Bamberger Kirche sich erinnern – was folgerichtig in Form eines Exzesses von Zeitgeistopportunismus geschieht.“

Das heilige Kaiserehepaar Kunigunde und Heinrich († 1024) am Bamberger Dom
Das heilige Kaiserehepaar Kunigunde und Heinrich († 1024) am Bamberger Dom
Bahners kommt auch auf die Aussage des Schuldbekenntnisses zu sprechen, daß sich die Kirche „in das Staatskirchentum“ habe einbinden lassen:

„Wie kam »die unheilvolle Allianz von Thron und Altar« zustande?“

Bischöfe seien – nach Angaben des Bamberger Schuldbekenntnisses – nicht nur „als weltliche Herrscher in Kriegshandlungen verstrickt“ gewesen, sondern hätten sich zusammen mit Domkapitel, Pfarreien und Klöster am Feudalwesen beteiligt: „Arme und einfache Leute wurden ausgebeutet und unterdrückt.“

Bahners vermutet, daß nur ein Rest von Pietät den Erzbischof daran gehindert habe, den „ersten Ausbeuter und obersten Unterdrücker“ beim Namen zu nennen: den heiligen Kaiser Heinrich II.

Dieser gründete im Jahr 1007 das Bistum Bamberg und verkörpert im deutschen historischen Gedächtnis alles Positive an der mittelalterlichen Verbindung von geistlicher und weltlicher Macht.

Das Fazit des Journalisten der ‘Frankfurter Allgemeine’:

„Wo ein endloses Sündenregister historische Auskünfte geben soll, da glaubt man, alle Verstrickung und Verquickung von Kirche und Welt sei von Übel.“

Es habe einen höheren Sinn, daß die Heinrichskrone zu den Jubelfeiern nicht nach Bamberg ausgeliehen wird:

Wenn Erzbischof Schick sein Schuldbekenntnis ernst meine, „dann müßte er als Savonarola von Bamberg mit dem Domschatz seiner bürgerlich verfaßten Kirche ein Autodafé – eine öffentliche Verbrennung – veranstalten.“
      
28 Lesermeinungen
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#28   Division_Thor_Steinar   13:06:22 | Samstag, 24. März 2007
Gutmenschen … Hurra!
Echt nett und gutmenschlich! So übt man sich in Bamberg in der Deutschen liebsten Tugendstreben seit 1945 und pinselt sich mit Schuldkult den bischöflichen Bauch. Weil wir heute ja alle soviel besser und aufgeklärter sind. Dieses Sadomasogedöns wird man wohl nie wieder los.
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#27   golden1848   15:26:13 | Freitag, 23. März 2007
exzeß des zeitgeist- opportunismus
verantwortung bleibt immer persönlich
sich zu den fehlern anderer zu äußern ist eine anklage derer, die nicht selbst (Schuld) bekennen wollen oder können.Folglich wird auch nichts miteinander versöhnt.
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#26   Mathias Wagener   23:15:02 | Donnerstag, 22. März 2007
Zeitgeist-Exzeß
Ich vermag dem Ganzen keinen Sinn abzuringen.
Was soll denn das ? Meines Ermessens völlig daneben.
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#25   Christian Hüller   18:27:59 | Dienstag, 20. März 2007
Opportunismus…?
Wer sich mit der Geschichte der Diözese schon einmal etwas näher befasst hat, wird erkennen, dass es ernsthaften Anlass für einen Akt von öffentlicher Buße durchaus gegeben hat (über die Beteiligung an Religionskriegen hinaus).
Historisches Abwägen und Vergleichen vermag evidentes Unrecht, sprich evidente Menschenrechtsverstöße, nicht zu relativieren, selbst wenn es ein Bewusstsein über unveräußerliche Menschenrechte früher nicht gegeben hat.
Dies zu tun, braucht die Kirche sich nicht zu schämen.
Sie tut damit nur, was Jesus selbst ihr aufgetragen hat; man wird dies daher wohl kaum als Akt des zeitgeistigen Opportunismus bezeichnen können, sofern die Reue wahrhaftig war.
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#24   sispeks   22:21:51 | Montag, 19. März 2007
Ein Bischof ohne Zeitgeist und Opportunismus
Der Bamberger Bischof Schick bekennt Schuld, nicht die eigene, aber die anderer. Eine Beschuldigung sei es keineswegs, nur die Darstellung von Fakten. 1000 Jahre lang hätten sich seine Vorgänger als Mitläufer des vorherrschenden Zeitgeistes erwiesen. Aber jetzt hat er diese unglückliche Verbindung beendet, sich emanzipiert, sich in den Unisono-Chor der kirchlichen Kritiker eingereiht und findet sich nun im allgemeinen Konsens wieder. Und hätten die Bamberger Bischöfe vor ihm diese Weitsicht gehabt, sein Schuldbekenntnis wäre nicht nötig gewesen!
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#23   Appendix   21:40:18 | Montag, 19. März 2007
Wäre es nicht so traurig,
so könnte man sich darüber freuen, daß Satire meist vom realen Leben geschlagen wird.
Dieses Hochwürden sch… auf seine Vorgänger und dienert sich damit den HEUTE Herrschenden wenigstens genauso massiv an. Nein, schlimmer noch, denn das damalige Verhalten kann man verstehen angesichts von Diktatur. Aber heute, in der „freiesten“ aller Demokratien dermaßen den Herrschenden in den A… zu kriechen, ist menschlich entwürdigend.
Wenn es nicht zu hart wäre, würde ich sagen, dieser Herr dient sich den Herrschenden wie eine alternde Hure im Rotlichbezirk an.
Aber da dies zu hart ist, denke ich es mir einfach.
Es ist wirklich traurig, wie tief manche „Geistliche“ sinken können.
Vielleicht aber ist dieser Herr Schick gar nicht so unbedarft.
Könnte es nicht sein, daß er ein kleines Rädchen im großen Werk der mauernden Brüder ist (Der Name könnte einiges erklären).
Wie auch immer, ob dumm oder subversiv, besser ist das.
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#22   Wolfgang K.   18:50:32 | Montag, 19. März 2007
Bamberger Bischof
Respekt vor diesem katholischen Bischof – ich finde dieses Schuldeingeständnis gut. Es müßte mehr von solchen Menschen geben…
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#21   semper reformandus   16:58:47 | Montag, 19. März 2007
@benedikt
Danke für Ihren ausgewogenen und klugen Beitrag. Genau das meinte ich bei meinem Posting mit „differenzierter Betrachtungsweise“.
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#20   Benedikt   16:54:27 | Montag, 19. März 2007
Schuldbekenntnis
Das Gegenteil von gut ist gut gemeint. Eine solche Veranstaltung bedarf einer etwas bessere Vorbereitung. Insbesondere sollte sie nicht dazu dienen, Klischees zu verfestigen und eine einseitige Darstellung historischer Ereignisse zu liefern.
Nehmen wir doch mal das hier:
So seien „protestantische Christen“ zum Konfessionswechsel oder zur Auswanderung gezwungen worden.
Das sind die Effekte des Augsburger Religionsfriedens gewesen, der an anderer Stelle von den Ökumeniker bisweilen auch gelobt wird. Der Augsburger Religionsfriede sollte damals einen Religionskrieg verhindern. Das alles müsste den Anwesenden erst einmal klar gemacht werden. Sonst entsteht (wie hier) eine einseitige Darstellung der Fakten. Denn umgekehrt war das natürlich genauso!
Oder:
„Wie kam »die unheilvolle Allianz von Thron und Altar« zustande?“
Man kann natürlich darüber streiten, ob diese Verbindung etwas Gutes war (der Augsburger Religionsfriede zB hätte ohne sie nie geschlossen werden müssen). Nur ist es natürlich kurzsichtig, die Verbindung heute allein von ihren Nachteilen aufzurollen. Zur Zeit der ottonischen Könige war die Kirche die einzige Struktur des Reiches. Sie mussten sich auf sie stützen. Zudem war es für das Staatswesen sinnvoller, Bischöfe zu belehnen, als irgendwelche Grafen, die das Lehen vererbt hätten – auch an ungeeignete Kandidaten. Die Verbindung war damals ungemein praktisch. Unter gleichen Bedingungen würde man heute dasselbe machen.
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#19   landorganist   15:30:28 | Montag, 19. März 2007
@ruhrgebietler
Ich denke, Stimme der Vernunft u. a. und auch ich haben durchaus Respekt vor der Tradition. Allerdings kann ich diesen Respekt nicht solchen Individuen wie Ihnen zollen, die meinen, die Tradition über die frohe Botschaft setzen zu wollen, und dabei auch über die sprichwörtlichen Leichen gehen würden. Das, mein Lieber, hat nämlich nichts mit Tradition und wahrer Gottesfurcht zu tun. Deshalb wäre es schade, wenn die „alte Messe“ den Pius-Brüdern oder anderen sektenähnlichen Organisationen vorgeworfen würde. Was meinen Sie, würde passieren, wenn der Papst die Freigabe bekanntmachen würde? Was würde dann aus den „Piussen“ werden? Meinen Sie etwa, es würde Ruhe einkehren? Mitnichten! Es würden immer neue Schlachtfelder aufgetan, mit immer neuen Forderungen reaktionärer Art.
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#18   stimme der vernunft †   15:28:26 | Montag, 19. März 2007
@nonobis
Bischöfe solchen Formats KÖNNEN MIR GESTOHLEN BLEIBEN.
Sind deine Sedisvakantistenbischöfe da besser? Na dann passt das ja. Lass die katholischen Bischöfe in der katholischen Kirche und bleib du bei den sedivakantischen Vagantenbischöfen, dann sind ja alle zufrieden.
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#17   santa rita   15:13:28 | Montag, 19. März 2007
Mind-Control
Was soll man über eine Kirche, wie sie Schick in seinen Schuldbekenntnissen beschreibt anderes sagen als „Ecrasez l’infame“?
Das zeigt, dass Schick auch nur eine mind-controllte Marionette der Illuminaten ist.
Was wir heute erleben ist nichts anderes als die Rache der Templer. De Molay lässt grüssen.
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#16   nonnobisdomine   15:02:01 | Montag, 19. März 2007
Bischöfe derartingen Formats
KÖNNEN MIR GESTOHLEN BLEIBEN.
DIE HABEN KEINE AHNUNG.
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#15   stimme der vernunft †   14:50:21 | Montag, 19. März 2007
@ruhrpotti
Ich gönne dir ja gerne viele Sedi-Priester. Meinetwegen mögen sie auch in sedisvakantistischen Augen heilig sein.
Es gibt schon so viele Sekten, da fällt deine gar nicht weiter auf.
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#14   r.ruhrgebietler   14:22:12 | Montag, 19. März 2007
@stimme der vernunft – und wieder daneben
Wenn man sich heute schon als Modernist mit dem Pöbel auf eine Sstufe stellt, sollten Sie wenigstens Achtung vor der Tradition haben! Dies mit Antisemiten zu vergleichen ist schon fast Verleumdung – welch’ rethorisch tiefe Niveau wollen Sie jetzt noch untergraben??
Die hlg. Messe wird bald schon wieder zur Rettung des Glaubens immer mehr in Latein zelebriert (und nicht gefeiert! was für eine Entehrung Gottes!!)
Das ist die beste Werbung für die Liturgiereform. Sie haben ja so Recht! Gott möge uns schon bald und allenortes nur noch den trad. lateinischen Messritus geben! Das sagt einem doch wahrlich die Stimme der Vernuft, daß im V-II Geheimbund (oder sollte ich schreiben: die Rotarierfreunde des V-II?!) das meiste im Argen ist. Die Lehmann-Sekte hat bald die längste Zeit tausende von Seelen in die Hölle befördert. Das muss ein Ende haben!
Gott,
Schicke uns Priester,
Schicke uns viele Priester,
Schicke uns heilige Priester,
Schicke uns viele heilge Priester!
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#13   stimme der vernunft †   14:10:11 | Montag, 19. März 2007
Da feiern
ja mal wieder die Antisemiten, Sedisvakantisten und Piussektierer aller Länder fröhliche Urständ.
Wenn man sieht welches Gesocks in der „Familie der Tradition“ den Ton angibt, dann wird es zur Ehrensache ein Modernist zu sein.
Schade um die Lateinische Messe und den alten Ritus, aber wer will schon mit solchem Pöbel in Verbindung gebracht werden.
Das ist die beste Werbung für die Liturgiereform.
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#12   Lutheraner   14:03:42 | Montag, 19. März 2007
Netter Euphemismus
„„Enge Kleinbürgerlichkeit schloß nicht selten Anders- und Weiterdenkende aus.““ – Zu recht! Schönen Gruß von der Kommunistin Rosa Luxemburg!
Der berüchtigte „Andersdenkende“ taucht nicht nur bei den Bolschewiken, sorry, Sozialdemkraten im Parteiprogramm auf, das ist die Selbstbezeichnung jedes Kommunisten.
Wie anderes die denken/dachten, kann der bigotte Herr Bischoff in China und der Sowjetunion, in Kambodscha, Nordkorea usw. nachprüfen, sofern er neben dem anders- auch zum richtigdenken fähig ist.
Vor allem unter kommunistischer Gottlosigkeit kam und kommt es immer wieder zur Christenverfolung, weil der Andersdenkende Lenin dachte, Religion sei Opium fürs Volk!
Weltweit werden 200 Mill. Christen verfolgt, viele davon von der KP in China!
„Schuldbekenntnis für Vorgänger“? Früher nannte man das Denunziation! Heuchler!
Und was haben die Juden damit zu tun? Der Bolschewismus ist eine jüdische Ideologie. Neben vielen Sozialdemokraten waren Karl Marx, Rosa Luxemburg, Leo Trotzki u.a. führende Köpfe Juden. Während des Völkermords an 8 Mill. Ukrainern saßen in der KP mehrheitlich Juden!
Die Juden galten in Deutschland als Kriegsgegner! Nebenbei. Himmler hat erst 1943 (in Worten: neunzehnhunderdreiundvierzig) im schlimmsten Bombenhagel das erste Mal unter strengster Geheimhaltng vor einer Handvoll Offizieren über das Vorhaben der Judenvernichtung gesprochen!
„Wir werden nie in der Öffentlichkeit darüber reden … ich meine … über die Judenausrottung.“ SS-Chef Himmler/Bild
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#11   semper reformandus   13:16:25 | Montag, 19. März 2007
@St. Georg u.a.
Das Verhalten des Bamberger Erzbischofs erscheint in diesem Punkt unchristlich und überheblich.
Der Fehler ist schon in der unsinnigen Idee einer „Entschuldigung“ für das Verhalten Dritter angelegt – bei zugleich übertrieben kritischer Sichtweise vergangener Epochen.
Wer sich entschuldigt, klagt sich an. Wer sich für seine Vorfahren bzw. Vorgänger entschuldigt, klagt diese an. Jemanden anzuklagen, der sich nicht mehr wehren kann, ist unfair (soweit es sich nicht um ein unstrittiges „Verbrechen“ handelt). Es muss zwar erlaubt sein, historische Fehler als solche zu bezeichnen, dann muss man aber Ross und Reiter nennen und konkret sagen „Dieser oder jener hat aus meiner Sicht falsch gehandelt, und ich würde in der gleichen Situation anders handeln, nämlich so oder so“, also etwa: „Wir wollen aus der Geschichte lernen und würden heute dieses oder jenes anders sehen und anders machen“.
In Fällen historisch unstittiger Verbrechen kann man natürlich u.U. auch sprachlich drastischer werden; es gehört aber zu den besonders beunruhigenden Tendenzen, dass durch die ständigen kirchlichen Entschuldigungen differenziert zu bewertende Phänomene wie Kreuzzüge und Inqiuisition ständig in eine Reihe mit Menschheitsverberechen wie dem „Holokaust“ gestellt werden.
Die Entschuldigung für das Verhalten anderer (bzw. die darin verpackte Anklage derselben) kann auch wegen der Lehre vom „Splitter im anderen – Balken im eigenen Auge“ unchristlich sein; so sehe ich auch diesen neuerlichen Vorfall.
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#10   Kurti   13:02:44 | Montag, 19. März 2007
Beschuldigungen
Ich halte nicht viel von solchen „Schuldbekenntnissen“. Sie sind leicht, weil man selber davon nicht betroffen ist und daher kann man sie auch als Beschuldigungen anderer werten, die auch noch längst tot sind.
Solange die Kirche HEUTE anders handelt, ist sie ohnehin nicht mehr von dem betroffen, was wer auch immer früher getan hat.
Man könnte ja auch auf die Idee kommen bis zu Adam und Eva zurückzugehen. Diese sind nämlich an allem Übel schuld. Also deren Knochen mal suchen und feste druffhauen, so man sie noch findet. Das wärs doch!!! Bischöfe voran damit!!!
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#9   nonnobisdomine   12:50:57 | Montag, 19. März 2007
Ich stimme ottaviani zu. Vollstens.
Und noch was: „DIE“ katholische Kirche kann nicht schuldig werden. Höchstens Menschen, die Menschen sind und bleiben.
Insofern ist das Ganze doch nur eine wirkliche Anbiederung an den Zeitgeist. Mehr nicht.
Und mehr ist auch nicht dazu zu sagen.
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#8   st.georg   12:28:13 | Montag, 19. März 2007
na endlich einmal
…entschuldigt sich ein bischof für das unrecht, das durch die katholische kirche an menschen verübt wurde – auch in 1000 jahren bistum bamberg
menschen gehörten leibeigen zu bistümern und klöstern, wurde gegen ihren willen – nur unter androhung kirchlicher und gotteststrafen .- in sinnlose kriege und auseinandersetzungen getrieben, menschen mussten auf scheiterhaufen brennen im namen der kirche, dar ablass wurde gehandelt, es gab ämterkauf- und handel in der kirche, kinder wurde ( nur aus dynastischer zugehörigkeit ) bischöfe, kardinäle und äbte, glaubenskriege wuden geführt, die sicher nichts mit glauben zu tun hatten,wissenschaftliche erkenntnisse geleugnet und verfolgt, unfreiheit und angst mit dem glauben verbreitet… und vieles mehr – dafür ist eine geste der entschuldigung zu einem bistumsjubiläum wohl angemessen
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#7   Typ   12:19:53 | Montag, 19. März 2007
Soso!
Dieser gründete im Jahr 1007 das Bistum Bamberg und verkörpert im deutschen historischen Gedächtnis alles Positive an der mittelalterlichen Verbindung von geistlicher und weltlicher Macht.
Tja, wie sagt es doch der Artikel selbst: Das ist kein historisches Faktum, sondern eine Frage der Interpretation!
:-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D
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#6   Athanasius   12:02:14 | Montag, 19. März 2007
Mittelalter
Vom mitteralterlichen System und der wirklichen Geschichte weiss dieser Monseigneur gar nichts, wenn dieses Schuldbekenntnis ernst gemeint war. Oder will er sich als neuer Mgr. Carlos Duarte Costa aufwerfen gegen das böse „faschistische frühere Rom“?
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#5   ottaviani   11:52:22 | Montag, 19. März 2007
nachkonziliarer schwachsinn
mehr ist dazu nicht zu sagen
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#4   Romulus   11:49:47 | Montag, 19. März 2007
Was sollte das, Mon. Schick?
Dieses „Schuldbekenntnis“ war überflüssig und schwachsinnig. Aber das paßt ja gut ins Gutmenschentum unserer Zeit: „Ich kritisiere alles außer meinen eigenen Unterhalt.“
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#3   Athanasius   11:49:36 | Montag, 19. März 2007
Sozialistischer Schwachsinn
Diese Bewertung des Feudalen Systems ist typisch eine Geschichtsverdrehung die aus der Zeit der Encyclopédie der selbsternannten Aufklärer (Diderot, und auch Voltaire, ‘Ecrasez l’infame’) stammt, aber mit der Wirklichkeit nichts zu tun hatte. Gesundheit und Wohlstand der deutschen Bürger waren 1300 weit besser als 1890.
Für das mittelalterliche System braucht man sich nicht zu entschuldigen.
Leider sind die Bischöfe der selbsternannten «Konzilskirche» (so Paul VI.) unwissend und oft recht feindlich der Vergangenheit gegenüber. Alles für das herrliche Zukunftsparadies der aufgelegten Humanität und Solidarität.
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#2   PetrusX   11:48:45 | Montag, 19. März 2007
Landorganist
Lieber Landorganist!
Die Betreiber und eifrigen Akteure auf dieser
Seite sind scheinbar nicht nur ohne Sünde,
sie sind auch ganz sicher nicht mehr katholisch!!!
Nur eines ist sicher:
Die Herzchen hier sind und bleiben ein ganz kleine
Minderheit.
Und an’s Bein pinkeln lässt sich der Hochwürdigste
Erzbischof von Bamberg von denen ganz sicher nicht…
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#1   landorganist   11:36:24 | Montag, 19. März 2007
Guck an,
wenn es hetznet in den Kram passt und wenn es darum geht mal wieder irgendeinem Bischof ans Bein zu pinkeln, wird sogar die FAZ zum Kronzeugen herangezogen. Seit wann verkündet die FAZ die kath. Lehrmeinung? Aber was soll’s, hier ist man nichts besseres gewöhnt.
Ich fand das Schuldbekenntnis sehr gut. +net aber scheint ja ohne Sünde zu sein, soviel wie hier mit Steinen geworfen wird…
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