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Sonntag, 18. März 2007 15:36
Russisches Roulette
Die österreichische Gesundheitsministerin glaubt, daß eine dünne Latex-Schicht zwischen Leben und Tod genügt. Sie will Jugendlichen sogar persönlich Kondome für den ehelichen Akt mit Aidskranken in die Hand drücken.
Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky
Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky
(kreuz.net, Linz) Die österreichische Familien- und Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky (ÖVP) will den Teufel mit Belzebub austreiben.

Im Kampf gegen Aids beabsichtigt die Christdemokratin, bereits in den nächsten Wochen eine Kondom-Kampagne zu starten.

Ministerin Kdolsky äußerte sich vor der österreichischen Presseagentur ‘APA’. Anlaß war ein Ministertreffen im Rahmen einer EU-Konferenz zur Viruserkrankung am Montag in Bremen.

Die Politikerin glaubt, daß Kondome „wahrscheinlich“ der „einzig wirkliche“ Schutz vor einer HIV-Infektion darstellen.

Die Gummiüberzüge sollen an öffentlichen Plätzen und in Schulen gratis angeboten werden: „Im Notfall verteile ich sie selber.“

Der einzige Schutz: Treue und Enthaltsamkeit
Am Freitag entlarvte der österreichische Lebensrechtsverein ‘Jugend für das Leben’ die Propaganda von Frau Kdolsky.

Margret Parzmair
Margret Parzmair
„Natürlich ist ein Kondom besser als gar kein Schutz, wenn man mit einem infizierten Partner schläft“ – so die Pressesprecherin von ‘Jugend für das Leben’, Margret Parzmair.

Aber eine Kondom-Kampagne als wirksames und nachhaltiges Mittel gegen Aids vorzuschlagen, sei völlig verfehlt: „Der Hauptgrund für die Verbreitung des tödlichen Virus ist schließlich nicht mangelnde Aufklärung, sondern ein häufiger Partnerwechsel.“

Eine Kondom-Kampagne vermittle Jugendlichen den Eindruck, sie könnten jederzeit mit jedem ins Bett steigen, sofern sie ein Kondom benützten: „Kondome sind keine Wundermittel. Jeder weiß, daß sie eine gewisse Fehlerquote aufweisen.“

Wer junge Menschen dazu erziehe, eine dünne Latex-Schicht zwischen Leben und Tod entscheiden zu lassen, handle in höchstem Maße verantwortungslos.

Die Neuinfektionen würden so lange in die Höhe getrieben, als der eheliche Akt als Konsumgut hingestellt werde – korrigiert Frau Parzmair die Gesundheitsministerin. Man müsse den Jugendlichen erziehen, mit ihrer Sexualität verantwortungsbewußt umzugehen.

„Treue aus Liebe“ und „Auch Nein sagen dürfen“ seien zielführendere Werbungen als Kdolskys Kampagne. Junge Menschen bräuchten keine Kondome, sondern Charakterstärke.

Als Beispiel nennt Frau Parzmair den ostafrikanischen Staat Uganda. Dort konnte die HIV-Infektionsrate durch ein Programm, das zu Treue und Enthaltsamkeit aufruft, zwischen 1992 und 2004 von 18,3% auf 6,4% gesenkt werden.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 36 Lesermeinungen:
Dienstag, 20. März 2007 20:09
Die Studien hätte ich gerne gesehen …

Enthaltsamkeit hat eine Fehlerquote von fast 2/3, beim Kondom sind es nur ein paar Prozent. Und da ist die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit gemessen. Für die Verhinderung von Ansteckungen mit sexuell übertragbaren Krankheiten ist das Kondom der einzig wirksame Schutz.
Jugendlichen Enthaltsamkeit zu prädigen, halte ich, mit Verlaub gesagt, für schwachsinnig. So wird Sexualität mit Tabus aufgeladen, und mit Schuldgefühlen noch dazu. Nur Jugendliche, die gut aufgeklärt sind und wissen, was sie im Erstfall zu tun haben, können ein friktionsfreies Verhältnis zu ihrem Körper entwickeln und auch mal selbstbewußt nein sagen, wenn ihnen danach ist. Aber selbstbewußte Jugendliche sind ja von manchen Tradis gar nicht so gerne gesehen, denn dann würden sie sich ja auch gegen andere Dogmen auflehnen …
Dienstag, 20. März 2007 16:35
Evelin: In der Tat
gibt es Studien, die aussagen, dass auch bei Kondombenutzung die Neuinfektionen der Probandengruppe ansteigen.
Ich hoffe, dass Menschen mit HIV so verantwortungsbewusst sind und auf den Geschlechtsverkehr verzichten. Es ist sicher schwer, wenn es gerade Menschen betrifft, die sich den Virus ungewollt gefangen haben (Blutkonserven, untreuer Ehepartner).
Ich verstehe auch nicht, dass man Kondome – die früher in Prä-Aids-Zeiten als unsicher galten – seit einigen Jahren immer wieder so propagiert?
Treue und Enthaltsamkeit sind die besten Mittel.
Dienstag, 20. März 2007 15:58
Stimme aus dem kreuts.net: Hallo Philomena Wolkenstein
Sie und Benedikt haben beide recht. In Deutschland gibt es ein verbrieftes Elternrecht auf Erziehung. Dieses wird allerdings durch das Prinzip des Kindeswohls und durch ebenfalls verbriefte Rechte von Kindern bzw. Jugendlichen (körperliche Unversehrtheit, sexuelle Selbstbestimmung, Religionsmündigkeit usw.usf.) eingeschränkt und kann durch das Familiengericht auch ganz oder teilweise entzogen werden, wenn das im Interesse des Kindes liegt – aber niemals willkürlich. Das ist so auch vernünftig geregelt.
Dienstag, 20. März 2007 15:51
PhilomenaWolkenstein: angebliches Recht
Ich lebe nicht in Deutschland, genausowenig wie Ministerin Kdolsky.
Und ich kann mir kaum vorstellen, daß dieses angebliche Recht in Deutschland miteinschließt, aus religiösen Günden die Gesundheit von Jugendlichen zu gefärden.
Jugendiche haben nun mal Sex, sie haben ein Recht darauf (das ist ürigens verbrieft), und sie haben ein Recht darauf, über Krankheiten aufgeklärt zu werden um sich wirksam davor zu schützen, genauso wie vor einer ungewollten Schwangerschaft. Wenn das die Eltern nicht schaffen oder gar nicht wollen, dann muß eben jemand anderer für die Zurverfügungstellung von ausreichend Kondomen sorgen.
Dienstag, 20. März 2007 13:49
Benedikt: @ Wolkenstein
Es gibt kein Elternrecht auf Erziehung,

So? Also in Deutschland steht das in der Verfassung.
Dienstag, 20. März 2007 13:37
Es gibt kein Elternrecht auf Erziehung, es gibt nur die Pflicht, Kindern nicht die eigene Entstirnigkeit aufzudrängen.
Es ist herrlich, wie Sie sich aufpudeln, es nützt Ihnen nur nix, gar nix, und das ist gut so.
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