Die authentische kuriale Schaumsprache ist im Begriff, das Licht des kirchlichen Lehramts zu löschen. Authentische Auszüge aus dem jüngsten Apostolischen Schreiben ‘Sacramentum Caritatis’.
Nummer 18: „Die Bischofskonferenzen mögen in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Dikasterien der
Römischen Kurie die Wirksamkeit der aktuellen Initiationswege überprüfen, damit der beziehungsweise
dem Gläubigen durch die erzieherische Tätigkeit unserer Gemeinden geholfen werde, in einem fortschreitenden
Reifungsprozeß zu einer authentisch eucharistischen Lebenseinstellung zu gelangen, um so fähig zu sein,
in einer unserer Zeit angemessenen Weise jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt,
die uns erfüllt (vgl. 1 Petr 3,15).“
Nummer 20: „Zu Recht haben die Synodenväter erklärt, daß die
Liebe zur Eucharistie dazu führt, auch das Sakrament der Versöhnung immer mehr zu schätzen. Aufgrund
der Verbindung zwischen diesen Sakramenten kann eine authentische Katechese über den Sinn der Eucharistie
nicht losgelöst sein von der Ermunterung zu einem Weg der Buße (vgl. 1 Kor 11,27-29).“
Nummer 34: „Man
muß die Eucharistie als authentisch gefeiertes Glaubensgeheimnis erleben, in dem klaren Bewußtsein,
daß »der intellectus fidei immer ursprünglich in Beziehung steht zur liturgischen Handlung der Kirche«.“
Nummer 47: „Wir tragen auch alles Leid und allen Schmerz der Welt zum Altar, in der Gewißheit, daß
in den Augen Gottes alles kostbar ist. Diese Handlung bedarf nicht der Hervorhebung durch unangebrachte
Komplikationen, um in ihrer authentischen Bedeutung erlebt zu werden.“
Nummer 64: „Die Liturgie besitzt
nämlich von ihrem Wesen her eine pädagogische Wirksamkeit, die Gläubigen in die Kenntnis des gefeierten
Mysteriums einzuführen. Gerade deswegen hatte in der ältesten Tradition der Kirche der Weg der christlichen
Einführung, auch wenn er die systematische Einsicht in die Glaubensinhalte nicht vernachlässigte, doch
immer den Erfahrungscharakter, in dem die lebendige und überzeugende Begegnung mit Christus ausschlaggebend
war, die durch authentische Zeugen vermittelt wurde.“
Nummer 71: „Es gibt nichts authentisch Menschliches –
Gedanken und Gefühle, Worte und Werke –, was im Sakrament der Eucharistie nicht die passende Form findet,
in Fülle gelebt zu werden.“
Nummer 73: „Im Wissen um das neue Lebensprinzip, das die Eucharistie in
den Christen einpflanzt, haben die Synodenväter die Bedeutung des Sonntagsgebotes als Quelle authentischer
Freiheit für alle Gläubigen bekräftigt, damit sie jeden anderen Tag in Übereinstimmung mit dem leben
können, was sie am »Tag des Herrn« gefeiert haben.“
Nummer 80: „Er [der Priester] ist berufen, fortwährend
ein authentischer Gottsucher zu sein, auch wenn er zugleich den Sorgen der Menschen nahe bleiben muß.“
Nummer 82: „Mit der Entdeckung der Schönheit der eucharistischen Form des christlichen Lebens kommen
wir auch zum Nachdenken über die sittlichen Kräfte, die durch diese Form aktiviert werden zur Unterstützung
der authentischen Freiheit, die den Kindern Gottes eigen ist.“
Nummer 84: „Darum ist die Eucharistie
nicht nur Quelle und Höhepunkt des Lebens der Kirche, sondern auch ihrer Sendung: »Eine authentisch
eucharistische Kirche ist eine missionarische Kirche«.“
Nummer 86: „Es ergibt sich aus dem geglaubten
und gefeierten eucharistischen Mysterium der Anspruch, fortwährend alle zum missionarischen Einsatz zu
erziehen, dessen Zentrum die Verkündigung Jesu als des einzigen Retters ist. Das verhindert, das entscheidende
Werk der Entwicklungshilfe, das jeder authentische Evangelisierungsprozeß einschließt, auf eine bloß
soziologische Unternehmung zu reduzieren.“
Nummer 94: „Darum lade ich alle Hirten ein, der Förderung
einer authentisch eucharistischen christlichen Spiritualität größte Aufmerksamkeit zu widmen.“
Nummer
94: „Alle Laien und besonders die Familien fordere ich auf, im Sakrament der Liebe Christi fortwährend
die Energie zu finden, das eigene Leben umzugestalten in ein authentisches Zeichen der Gegenwart des auferstandenen
Herrn.“
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37 Lesermeinungen
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#37 santa rita 18:25:11 | Donnerstag, 22. März 2007
Vater der Schaumsprache ist Hegel, der von den Modernisten begierig aufgegriffen wurde („Unsere Welt ist
eine „Werde-Welt“). Hegel lehrt die Einheit der Gegensätze und verstösst damit gegen fundamentale Denkgesetze,
wie den Satz vom Widerspruch. Damit das keiner merkt, benötigt er eine unklare, verschwommene, möglichst
unverständliche Sprache, weil sonst schnell klar würde, dass die Gegensätze in Wirklichkeit keine Einheit
bilden, sondern sich gegenseitig ausschliessen („Umso schlimmer für die Wirklichkeit“). Nach Schopenhauer
zerstört Hegel die Fähigkeit zum Denken, beflügelt aber die Fähigkeit zum Dummschwätzen. Daher ist
die nachkonziliare Sprache eine regelrechte Dummschwätzersprache, wo die Kirchenoffiziellen die Worte
setzen und der Leser den Sinn setzen soll. Noch einmal Schopenhauer: Wenn man einen Jüngling absichtlich
verdummen und zu allem Denken völlig unfähig machen will, so gibt es kein probateres Mittel als das
fleißige Studium Hegel’scher Originalwerke.
tridentinische Messe War das nun das lang ersehnte Dokument, womit die tridentinische Messe eingeführt,
die Pius-Bruderschaft zurückkehren und die Messreform des 2 Vat. Konzils neu reformiert werden sollte?
Falls nicht, weiß schon jemand wann es kommt? Ansonsten brauch ich mich gar nicht erst mit dem vorsintflutlichen
Zeugs zu beschäftigen
#34 santa rita 10:24:25 | Donnerstag, 22. März 2007
Schlag nach bei Schopenhauer: Und doch ist nichts leichter, als so zu schreiben, daß kein Mensch es versteht;
wie hingegen nichts schwerer, als bedeutende Gedanken so auszudrücken, daß Jeder sie verstehn muß.
Dunkelheit und Undeutlichkeit des Ausdrucks ist allemal und überall ein sehr schlimmes Zeichen. Denn
in 99 Fällen unter 100 rührt sie her von der Undeutlichkeit des Gedankens, welche selbst wiederum fast
immer aus einem ursprünglichen Mißverhältniß, Inkonsistenz und also Unrichtigkeit desselben entspringt.
Wenn, in einem Kopfe, ein richtiger Gedanke aufsteigt, strebt er schon nach der Deutlichkeit und wird
sie bald erreichen: das deutlich Gedachte aber findet leicht seinen angemessenen Ausdruck. Was ein Mensch
zu denken vermag läßt sich auch allemal in klaren, faßlichen und unzweideutigen Worten ausdrücken.
Die, welche schwierige, dunkele, verflochtene, zweideutige Reden zusammensetzen, wissen ganz gewiß nicht
recht, was sie sagen wollen, sondern haben nur ein dumpfes, nach einem Gedanken erst ringendes Bewußtseyn
davon: oft aber auch wollen sie sich selber und Andern verbergen, daß sie eigentlich nichts zu sagen
haben.
#33 Tridentinus 09:37:29 | Donnerstag, 22. März 2007
Was ist an diesen Zitaten Wesentliches auszusetzen? Natürlich drückt man sich so im gesprochenen Wort
nicht aus, aber das Gemeinte scheint mir ganz überwiegend Richtiges zur sprache zu bringen. Entweder
vorurteilsvolle Lektüre – weil der Text nicht vom ach so grossartigen letzten Piuspapst ist – oder geistige
Beschränkung führen hier zur Ablehnung! DAS ist dann authentischer Blödsinn!
Übersetzung Ich habe Nr. 18 mal neu übersetzt: 18. Deshalb ist es nötig, den Sinn auf das Thema der
Ordnung der Initiationssakramente zu wenden. In der Kirche gibt es unterschiedliche Traditionen. Diese
Verschiedenheit zeigt sich deutlich in den kirchlichen Gebräuchen des Ostens und sogar in der Vorgehensweise
der westlichen Welt bezüglich der Initiation Erwachsener im Vergleich zu jener der Kinder. Dennoch gehören
diese Verschiedenheiten nicht eigentlich und wirklich zur dogmatischen Ordnung, sondern haben seelsorglichen
Charakter. Es ist erforderlich, der Sache nach zu erforschen, welche Vorgehensweise den Gläubigen wirksamer
dazu helfen könne, daß das Sakrament der Eucharistie den zentralen Platz einnehme, zu welchem die ganze
Initiation strebt. In Verbindung und Zusammenarbeit mit den Beteiligten seitens der römischen Kurie sollen
die Bischofskonferenzen die Wirksamkeit des derzeitigen Initiationslaufs überprüfen, damit der Christ
durch die Unterweisung unserer Gemeinschaften darin unterstützt werde, mehr und mehr erwachsen zu werden,
indem er seinem Leben eine wahrhaft eucharistische Gestalt gibt, so daß er auf angemessene Weise in unserer
Zeit Rechenschaft gibt von seiner Hoffnung (vgl. I Pt 3,15).
#31 wolfgang e. 22:53:45 | Mittwoch, 21. März 2007
Auch wenn’s nicht ganz zum Thema passt… „Verbum caro panem verum verbo carnem efficit.“ Thomas von Aquin
ist auch als Dichter genial, da sind wir uns wohl einig. Dagegen kann wohl jeder kuriale Text „einpacken“
@wolfgang e.: richtige Verwendung von „wahr“ Adoro te devote, latens Deitas, quae sub his figuris vere
latitas. Das Wort „wahr“ (u.ä.) darf natürlich verwendet werden. Wenn Thomas von Aquin es einsetzt,
um zu betonen, dass „sich unter diesen Gestalten die Gottheit verbirgt“, ja, „wahrlich“ verbirgt, so ist
das Wort hier angebracht, weil es sich um etwas nur schwer Begreifbares, nahezu Unglaubliches, handelt.
Er verwendet es auch in einem Wortspiel der vierten Strophe des Pange lingua: Verbum caro panem verum
verbo carnem efficit. „Das Wort, als Fleich (zu Fleich geworden, also Jesus Christus), macht das wahre
Brot durch das Wort (Wandlung) zu Fleich. Hier lehrt uns das Wort „wahr“, dass wir nur in diesem Brot,
das zum Leib Christi verwandelt wird, nicht im Brot, das den irdischen Hunger stillt, das „wahre“, d.h.
hier das ewige, Leben finden. Das Wort „wahr“ wird also bei Thomas von Aquin sehr treffend eingesetzt,
obwohl es beim Pange lingua der Reim schon verlangt. Verwendet man aber das Wort „wahr“ am laufenden Band,
verliert es seine Wirkung, und wenn man es dann nur noch mittels eines Fremdwortes („authentisch“) umschreibt,
zeigt dies, dass sich die Schreiber nur gescheit machen wollen, weil sie noch nicht wissen, dass es nur
hochgebildete Leute verstehen, ein Schreiben in einer einzigen Sprache ausdrücken zu können. Die Sprachenvermischung
offenbart nur die eigene Dummheit. Man muss immer wieder auf eine andere Sprache ausweichen, weil man
zu dumm ist, das passende Wort in der Sprache des Textes zu fnden.
@Wolfgang Der schaumscheue Sprachagent hier hat vermutlich Verwaltungsdeutsch als Norm im Blick, oder
sogar nur: „Legt an. Gebt Feuer!“ Die Kommandosprache guter, alter Zeit schäumt weniger. Denn Tränen
lügen nicht…
#27 wolfgang e. 18:20:03 | Mittwoch, 21. März 2007
@ Burgorus Dann wäre es aber besser, kreut.net würde sich bemühen, das Anliegen des Dokuments den Lesern
in einfacheren Worten nahezubringen, anstatt es als „authentischen Blödsinn“ zu bezeichnen. Sonst liegt
tatsächlich der Verdacht nahe, dass sich kreuz.net mit dem tatsächlichen (authentischen) Inhalt gar
nicht auseinandersetzen will. Tatsächlich gibt es hier ja bereits den 4. oder 5. „Vatikan-Schaumsprachen-Kritik“-Artikel,
aber noch keinen einzigen Artikel, der sich dem Inhalt selbst widmet. Die etwas geschraubte Sprache und
die z.T. haarsträubenden Übersetzungsfehler darf und soll man kritisieren, aber nicht, um sich um den
Inhalt des Dokuments herumzudrücken. Und soo schwer ist der Text nun auch wieder nicht zu verstehen.
Da habe ich aus deutscher Theologen- oder Soziologenhand schon viel verkorksteres und gleichzeitig inhaltsloseres
gelesen. (Oder Sartre: Der schreibt wahnsinnig kompliziert, damit keiner merkt, dass nichts dahinter steckt.)
@burgorus Und die Dämonen lieben nichts mehr als die hochtrabenden Predigten dass der Teufel einfältige
Menschen liebt, da stimm ich dir sogar zu. Drum hat er ja auch so eine große Freude an den Fundies und
Sedis hier.
„Der Papst fasziniere, weil er authentisch ist“, las ich soeben in einer Pressemitteilung zum Buch „Maximum“
von M. Lohmann; wahrscheinlich ist „authentisch“ ein bisschen ein Modewort, weil es ein echtes Bedürfnis
glaubwürdig anzeigt, das nach zuverlässiger Orientierung (nicht aber „Verostung“).
@wolfgang e.: keine Gehorsamsverweigerung Ich galube nicht, dass sich die Schaumsprachenkritik auf eine
Gehorsamsverweigerung bezieht, sondern darauf, dass man etwas komplizierter ausdrückt als es ist, durch
viele Fremdwörter und aufgeblähtem Stil, der das ganze Dokument schwer verständlich macht, und zugleich
den Leuten, die es schwer verstehen, das Gefühl gibt, sie seinen dumm und die Schreiber seien gescheit.
Es wissen leider nur sehr wenige, dass es eine Art Offenbarung der Dummheit ist, ein Dokument nicht in
einer einzigen Sprache schreiben zu können. Eine Politikerin der Grünen (das ist die Partei ohne Bildung)
hat mal gesagt, ihr falle jetzt das Fremdwort nicht ein, und konnte damit den Satz nicht ausdrücken.
Wenn das Dokument befolgt werden will, muss es leicht verständlich und flüssig lesbar geschrieben sein.
Ich glaube eher, dass es die Absicht einiger Schreiber und Übersetzer war, das Dokument so zu schreiben,
dass es eben nicht befolgt wird: „Non serviam.“ Und das ist das, was hier auf kreuz.net kritisiert wird.
Der Papst hat in seinem Deutschlandbesuch viel einfacher gesprochen. Sogar seine Regensburger Vorlesung
war leichter zu verstehen als die im Artikel zitierten Sätze. Der Pfarrer von Ars wurde deshalb von den
Dämonen gefürchtet, weil er so einfach gepredigt hat, dass ihm sehr viele Leute gefolgt sind. Und die
Dämonen lieben nichts mehr als die hochtrabenden Predigten, die, kaum im Ohr, das Ohr bereits wieder
verlassen.
@Freinsberg Die Textgeschichte von s.c. ist möglicherweise komplexer als die von SC (denn für Sacrosanctum
Concilium lag ein Entwurf „aus einem Guss“ vor); in der Endredaktion hat „Papa Ratzi“ dem Text doch noch
merklich seinen Stil aufgeprägt, aber manches ist wohl aus dem Synodensekretariat mit reingerutscht.
Im übrigen wird bislang zu wenig beleuchtet, dass die Bf.synode damit wohl dem Jugendalter entwachsen
ist. Die Propositionen und das Material der Synode bleiben für die „ordentliche“ Tätigkeit der Bischöfe
von Belang, der Hl. Vater hingegen akzentuiert, was ihm besonders wichtig ist. Bin schon gespannt auf
2008 (zur Bibel!). @Wolfgang E. Der so gen. „Traditionalismus“ (= Integralismus?) ist nur Gegenreaktion
gegen den Modernismus, auf derselben Ebene; und hat kein authentisches „standing“. Man übernimmt dort
immer die „progressiven“ Deutungen (Konzil = Revolution etc.), um sich davon abzusetzen. Erkenntnisse
höherer Natur fehlen den Tradi fast durchweg, sonst wären sie ja echte Katholiken.
@cum te Bekehrungen gibt es schon (mich z.B.) Lustiger und pfiffiger sind die Gallier. (Die brauchen keine
Kongresse wie „Freude am Glauben etc.“) übrigens wie Asterix, eine endlose Geschichte, bis Rom in seiner
„authentisch-modernistischen“ Dekadenz untergeht.
#21 wolfgang e. 17:17:58 | Mittwoch, 21. März 2007
Adoro te devote, latens Deitas, quea sub his figuris vere latitas. Offenbar kam auch der Hl. Thomas v.
Aq. um das Wort „vere“ nicht herum, als er über die Eucharistie schrieb. Ansonsten frappiert mich die
Änlichkeit der Vorgehensweisen von Traditionalisten und Modernisten doch immer wieder: Um nicht gehorchen
zu müsen erklärt man Schreiben aus dem Vatikan kurzerhand und ungeprüft zu „Schaum“ oder „Blödsinn“,
um sie dann in den Müll zu entsorgen. „non serviam“ sehe ich hier auf beiden „Seiten“. Echte (um nicht
zu sagen authentische) katholische Tradition schaut anders aus.
Nachdenken… Denken wir doch alle mal ernsthaft nach: in welcher Sprache werden die vatikanischen Dokumente
verfaßt? Wer ist ausschlaggebend für den „Stil“? Man könnte sich ja mal die Mühe machen, die Reden
und Predigten der Deutschlandreise mit so manch anderem zu vergleichen… Was dabei rauskommt… ist dann
dem Nachdenken anheim gestellt.
Sprache – nicht die von Ratzi Ratzinger schreibt doch in seiner Muttersprache fast wie ein Journalist
(ganz anders als etwa Karl Rahner). Schade, dass hier irgendein Vatikan-Beamter den Text formuliert hat
und nicht der Papst selbst. Vielleicht gilt in der Kurie: „Je schlechter der Stil, desto kirchlicher“ –
ähnlich dem Motto der deutschsprachigen Professoren: „Je schlechter der Stil, desto wissenschaftlicher.“
Burgorus Es geht nicht darum, ob sie sich selber glauben. Vielmehr handelt es sich um einen Sprachgebrauch,
der oft hirnlos mechanisch ist und einen Slang wiedergibt, an den man sich einfach gewöhnt hat: eine
„consuetudo“, eine „Mode“, eine „Modesprache“. Ohne lebendige Kreativität, und vor allem: verbunden mit
geringer theologischer Ausbildung.
Zustände wie bei Asterix und Obelix: 1. „Die spinnen, die Römer!“, 2. Ein winziges gallisches Dorf („Lefbvristen-Häuflein“)
erweist sich als unbesiegbar, 3. Dank eines geheimnisvollen Zaubertranks (=Alte Messe).
#14 timpressum † 17:04:19 | Mittwoch, 21. März 2007
Gruseliger Stil Ehrlich gesagt – es war mir als Pressesprecher eines kirchlichen Vereins schon immer ein
Graus, diese Papiere durchzulesen. Weniger wegen des Inhalts als wegen des Stils… Sowas von geschraubt…
Da reichen manchmal einfach kürzere Sätze und das ganze wird deutlicher. Mal ein Formulierungsvorschlag:
„Die Bischofskonferenzen mögen in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Dikasterien der Römischen
Kurie die Wirksamkeit der aktuellen Initiationswege überprüfen. Dadurch kann Gläubigen durch die erzieherische
Tätigkeit unserer Gemeinden geholfen werde, in einem fortschreitenden Reifungsprozeß zu einer authentisch
eucharistischen Lebenseinstellung zu gelangen. So werden sie fähig, in einer unserer Zeit angemessenen
Weise jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die uns erfüllt (vgl. 1 Petr 3,15).“
Danke, Logos! Der lateinische Text scheint doch ein wenig kreativer zu sein, „reapse = in der Tat“, „verum =
wahres“, kommt zumindest ohne den Fremdsprachenschaum aus, mit dem sich die Dummen gerne brüsten, weil
sie damit ihre Dummheit vernebeln zu können glauben. Dennoch stellt sich auch hier die Frage: Glauben
die Schreiber des Textes dem eigenen Wort nicht mehr? Warum denn sonst müssen die Sätze mit Worten wie
„verum“ oder „reapse“ unterstrichen werden?
catharina catharina „authentice“ kommt zweimal vor, „authenticum“ niemals. Vor dem Schreiben: Lesen!!!
Und sich darum bemühen, die wirklichen „Probleme“ zu erkennen!
@Catharina Vielleicht dauert die Erstellung der lat. Fassung auch am längsten? Dann wäre es aber, wenigstens
bei Apostolischen Konstitutionen, MP, Enzykl. u. Ap. Schreiben sinnvoll, die lebendsprachlichen Fassungen
nochmal anhand des Lateins gegenzukorrigieren. Oder sind die Übersetzer im Vatikan zu schlecht bezahlt?
Aber Herr Burgorus, Sie glauben doch nicht wirklich, die vatikanischen Dokumente existierten zunächst
in einer lateinischen Editio typica, um dann in die jeweiligen Landessprachen übersetzt zu werden? Once
upon a time mag dieses echt authentische Verfahren benutzt worden sein, aber heute ist’s doch ganz anders.
Im übrigen heißt es natürlich auch im vatikanesischen Latein (falls eine lateinische Editio authentica
nachgereicht wird) ständig „authenticum“, „authentice“ usw. Man kommt nicht darum herum, echt nicht!
Meine Güte!!! Laßt Gnade walten!!!!!! Nun denn, auf alles kann man nicht eingehen, so beschränke ich
mich auf die zitierte Nr. 94 im lateinischen verbindlichen Text: 1. Pastores exinde omnes hortamur ut
animos maxime intendant ad spiritalitatem christianam reapse eucharisticam provehendam. 2. Laicos omnes,
familias praesertim admonemus ut in amoris Christi Sacramento subsidium reperiant, unde vitam suam transfigurare
valeant in verum praesentiae Christi resuscitati indicium. Wie zu sehen ist: „authentisch“ ist halt einfach
eine Wortwahl, die „modern“ ist. „Echt“, „wahr“, „wirklich“ wären Alternativen. Das Problem ist: ein
derartiger Text dürfte nicht in die Hände offensichtlich nur der deutschen Allgemeinsprache Fähiger
gelangen. Das ist das eigentliche Problem: Sprachkultur, Kreativität, Kompetenz: daran scheint es zu
fehlen! !:)
ebenso echt wie zuverlässig und glaubwürdig… Diese Textstellen (im Gesamt noch nicht zu viele!) zweigen
doch das redliche Bemühen auf, dass ein ehrliches Verhältnis zum sacramentum caritatis das Ziel ist.
Zugegeben: Das zeigt zugleich ein Defizit an. Aber mit Häme ist da gar nicht geholfen, liebe Gültig-aber-unerlaubt-Authentiker!
Zwei Fragen und eine Bemerkung Frage 1: Kann mir jemand sagen, wie das griechische Wort „authentisch“
im Original-Latein-Text geheißen hat? Frage 2: Warum hat man bei der Herausgabe der deutschen Übersetzung
das lateinische Wort ins Griechische übersetzt und nicht ins Deutsche? Bemerkung: In einem Buch „Die
Leiden der jungen Wörter wird u.a. die häufige Verwendung des Wortes „echt“ kritisiert: „Das ist echt
gut.“ „Das war wirklich nett.“ Muss man denn betonen, dass das, was man sagt, nicht gelogen ist, indem
man den Aussagen ein „echt“ oder „wirklich“ beifügt? Vertraut man denn seinem eigenen Wort nicht mehr?
Lügt man gewöhnlich? Sind nur noch die Sätze, die ein „echt“, „wirklich“ oder, um es griechisch auszudrücken,
„authentisch“ dabei haben, nicht gelogen?
Pseudowissenschaftliche Ergüsse Zeigen Sie, zu welch komplizierten Gedanken Sie fähig sind: Schachtelsätze,
Einschübe in Klammern und imposant lange, phonetisch interessante Substantivketten mit möglichst vielen,
zur Not auch selbst erfundenen Fremdwörtern sind hierfür sehr nützlich. Werden Sie niemals konkret.
Dann kann Ihnen auch niemand etwas vorwerfen. Eine große Hilfe ist hierbei das grammatische Passiv.
Hahha… Wer das authentische Evangelium hasst, kann die authentische Kirche wohl kaum lieben… Der der
liebe Authentizitätsvermeider von kreuz.net sicherlich alle Fundstellen des ihm so unbehaglichen Wortes
zusammenkomponiert hat: bissl oft zwar, aber authentisch…
reine agitation authentisch : ja blödsinn : ???? da bleiben die agitatoren die antwort schuldig – denn
vieles hier abgedruckte ist alles andere als blödsinn…