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Donnerstag, 13. Januar 2005 11:01
Unpathetisches Pathos
Gegenwärtig läuft im St. Annen-Museum im norddeutschen Lübeck die Ausstellung „LiturgieGewänder“. Gezeigt werden unter anderem die prämierten Ergebnisse eines Projektes des „Deutschen Liturgischen Instituts“ zur Gestaltung von Paramenten. Die Ausstellung dauert noch bis zum 27. Februar 2005. Ein Muß.
(kreuz.net, Lübeck) Der Höhepunkt der Ausstellung im St. Annen-Museum sind die prämierten Gewänder. Die Jury vergab zwei 1. und zwei 3. Preise. Beiträge von 74 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Belgien, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Österreich und der Slowakei wurden eingereicht. Neben den preisgekrönten Kreationen zeigt die Ausstellung weitere ausgewählte liturgische Kleidungsstücke und „textile Zeichen“.

3. Preis: Hosenalbe, sehr intelligent und atmungsaktiv

Ein mit 2000 Euro dotierter dritter Preis ging an das Team der Firma Stadelmaier aus Nijmwegen in den Niederlanden. Es handelt sich um eine Hosenalbe aus atmungsaktiver Kunstfaser in Form eines Overalls. In der Begründung der Jury heißt es: „Hier wird sehr intelligent neues High-tech-Textil eingesetzt. Die Albe sei als Basisgewand im traditionellen Kontext neu formuliert worden. So entstehe ein höchst interessantes neues Erscheinungsbild.“


3. Preis: Einleuchtender und minimalistischer Priester mit zwei Helferinnen

Ein zweiter dritter Preis ging an die Kölner Benediktinerin Sr. Klara Antons OSB für ihre Kreation „Ensemble für einen Priester und zwei Helferinnen“. Im Urteil der Jury heißt es: „Der Entwurf ist einleuchtend, in einer plausiblen Konkordanz von Laien- und Priestergewand. Die eher minimalistischen Gewänder wirken gerade in der Reduktion bei strahlender Farbigkeit als Zeichen der besonderen Würde des Dienstes in der Feier der Liturgie.“



1. Preis: Wandelbarer „Gottesdienstbeauftrager“

Einen der zwei ersten Preise erhielt eine Arbeit, die als „Gewand für Gottesdienstbeauftragte“ eingereicht wurde. Es handelt sich um eine Leinenausführung, die sich an der Alltagskleidung der ersten christlichen Gemeinden inspiriert. Die Jury würdigte die „einfache und klare Aussage“. Vorzüglich seien Schnitt und Material: „sehr gut ist die Wandelbarkeit.“ Der mit 4000 Euro dotierte erste Preis wurde an Dr. Dorit Köhler aus Münster (Westfalen) vergeben.


1. Preis: schlicht und schwarz

Einen zweiten ersten Preis erhielt ein schwarzes Liturgiegewand für „Gottesdienstbeauftragte“. Die Jury meinte dazu: „Ein Gewand für Laien, das diesem durch sehr präzise Schlichtheit Würde und Haltung verleiht. Es schafft ein denkwürdig unpathetisches Pathos in der gekonnten Transformation eines offenkundig historisch-bürgerlichen Gewands in eine neue Feierlichkeit.“ Preisträgerin ist Frau Martha Kreutzer-Temming aus Köln.


Zur Ausstellung ist ein 72-seitiger Katalog mit dem Titel „LiturgieGewänder“erschienen.

Das „Deutsche Liturgische Institut“ wurde 1947 als Liturgisches Institut „zur Förderung des liturgischen Apostolats in seinem ganzen Umfang“ gegründet. Es ist eine Arbeitsstelle und Studienstätte zur Förderung des Gottesdienstes der katholischen Kirche in Deutschland und im deutschen Sprachgebiet. Außerdem versteht es sich als Schnittstelle von wissenschaftlicher Theologie und liturgischer Praxis, von kirchlichen Institutionen und Gemeinden. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Sorge um Formen des Gottesdienstes, „in denen Menschen von heute ihren Glauben in der Gemeinschaft der Kirche ausdrücken und feiern können“.
2 Lesermeinungen:
Mittwoch, 26. Januar 2005 21:15
L. Trzil: Kontinuität
Leider zeigt sich auch hier wieder die ästhetische Orientierungslosigkeit, die man als Kennzeichen unseres erneuerten Gottesdienstes betrachten kann. Die groteske Hosenalbe, die am ehesten an einen Skianzug erinnert, ist da nur der Extremfall dessen, was sich spätestens seit den Lurexzelten der 70er Jahre allenthalben breitmacht.
Interessant ist die explizit gemachte Klerikalisierung der Laienhelferinnen beim orangen Ensemble. Handelt es sich da etwa um in Windjacken verwandelte Dalmatiken?
Donnerstag, 13. Januar 2005 11:15
Pelagius: Nitschs Freude
Solche Fetzen könnte Hermann Nitsch in seinem Theater nicht einmal zum Blutabwischen gebrauchen. Wie freut er sich, daß ihm unsere Kirchenleute den barocken Plunder lassen!
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