19:53:09 | Freitag, 23. März 2007
Paul VI.
Zweiter Teil der Ansprache über die Liturgiereform von Papst Paul VI. bei der Generalaudienz vom 19. November 1969. Ein vernichtendes Zeitdokument.
(kreuz.net)
9. Die nächste Frage lautet: Welche Änderungen werden genau durchgeführt?
10. Ihr werdet
selber sehen, daß die Änderungen aus vielen neuen Anweisungen für die Feier der Riten bestehen.
Besonders
am Anfang werden diese Anweisungen eine gewisse Aufmerksamkeit und Sorgfalt verlangen. Die persönliche
Frömmigkeit und der Sinn für die Gemeinschaft werden es leicht und angenehm machen, diese neuen Regeln
zu befolgen.
Doch behalten wir das klar im Gedächtnis: An der Substanz unserer traditionellen
Messe wurde nichts geändert. Vielleicht werden sich einige vom Eindruck überwältigen lassen, der von
einigen besonderen Zeremonien oder zusätzliche Rubriken ausgeht, und darum glauben, daß sie gewisse
Änderungen oder eine Verringerung der Wahrheiten beinhalten, die vom katholischen Glauben für immer
erworben wurden und durch ihn festgeschrieben sind. Diese Leute kommen vielleicht zur Ansicht, daß die
Übereinstimmung zwischen dem Gesetz des Gebetes – lex orandi – und dem Gesetz des Glaubens – lex credendi –
infolgedessen beeinträchtigt sei.
11. Dem ist nicht so. Absolut nicht. Vor allem, weil der Ritus und
die entsprechenden Rubriken in sich selber nicht dogmatisch definiert sind.
Ihre theologische Qualifikation
ist verschieden – entsprechend dem liturgischen Kontext, auf den sie sich beziehen.
Sie sind Gesten und
Begriffe, die sich auf eine erfahrene und lebendige religiöse Handlung beziehen, die ein unbeschreibliches
Geheimnis der göttlichen Gegenwart darstellt und nicht immer auf eine universale Weise ausgedrückt wird.
Nur der theologische Kritizismus kann diese Handlung analysieren und sie in logisch zufriedenstellenden
Glaubensformulierungen ausdrücken.
Die Messe des neuen Ritus ist und bleibt die gleiche Messe, die wir
immer gehabt haben. Wenn überhaupt wurde ihre Gleichheit gewissermaßen klarer zum Ausdruck gebracht.
12. Die Einheit des Herrenmahles, des Kreuzesopfers und der Darstellung und Erneuerung beider in der
Messe wird im Neuen Ritus genauso unantastbar bestätigt und gefeiert wie im Alten.
Die Messe ist und
bleibt das Gedächtnis des Letzten Abendmahls Christi. Bei diesem Abendmahl verwandelte der Herr Brot
und Wein in seinen Leib und sein Blut und begründete das Opfer des Neuen Bundes.
Handkommunion

Long-García/CATHOLIC
SUN, Lizenz: Creative Commons
Er wollte, daß das Opfer durch die Macht seines Priestertums, die er den
Aposteln übertrug, auf gleiche Weise erneuert werde.
Nur die Art der Opferung ist verschieden, nämlich,
eine unblutige und sakramentale Weise. Das Opfer wird im ewigen Angedenken an Ihn dargebracht bis zu seiner
endgültigen Wiederkunft (cf. De la Taille, Mysterium Fidei, Elucd. IX).
Papst Paul VI.:
Im neuen Ritus
wird die Beziehung zwischen der Liturgie des Wortes und der Liturgie der Eucharistie klarer dargestellt.
13. Im neuen Ritus werdet Ihr feststellen, daß die Beziehung zwischen der Liturgie des Wortes und der
Liturgie der Eucharistie im engeren Sinn klarer dargestellt wird, als ob die zweite die praktische Antwort
auf die erste wäre (cf. Bonyer).
Ihr werdet feststellen, wie sehr die Versammlung der Gläubigen aufgefordert
wird, an der Feier des eucharistischen Opfers teilzunehmen und wie sie in der Messe „die Kirche“ ist und
sich als solche fühlt.
Ihr werdet auch andere wunderbare Eigenschaften unserer Messe feststellen. Aber
ihr sollt nicht glauben, daß diese Dinge das genuine und traditionelle Wesen der Messe ändern.
Papst
Paul VI.:
Das erwartete oder eher gewünschte Ergebnis der Liturgiereform ist, daß die Gläubigen am liturgischen
Geheimnis mit mehr Einsicht, tätiger, freudiger und geheiligter teilnehmen.
14. Versucht eher zu sehen,
wie die Kirche wünscht, durch diese neue und ausführlichere liturgische Sprache ihrer liturgischen Botschaft
eine größere Wirksamkeit zu geben – wie sie wünscht, jedem Gläubigen und dem ganzen Leib des Gottesvolkes
die Botschaft auf eine direkte und pastorale Weise zu vermitteln.
15. Ebenso antworten wir auf die dritte
Frage: Was wird das Ergebnis dieser Neuerung sein?
Das erwartete oder eher gewünschte Ergebnis ist,
daß die Gläubigen am liturgischen Geheimnis mit mehr Einsicht, tätiger, freudiger und geheiligter teilnehmen.
Das bedeutet, daß sie das Wort Gottes hören, das lebt und durch die Jahrhunderte und in unseren individuellen
Seelen widerhallt.
Sie werden ebenso an der mystischen Gegenwart des sakramentalen und sühnenden Opfers
Christi teilnehmen.
16. Wir wollen darum nicht von „der neuen Messe“ reden. Wir wollen vielmehr von der
„neuen Epoche“ im Leben der Kirche sprechen.
Mit unserem Apostolischen Segen.
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Typ 12:17:25 | Samstag, 24. März 2007