Warum die Kirche unter dem Pontifikat von Johannes Paul II. vor allem als Einpeitscher moralischer Regeln wahrgenommen wurde. Ein neues Buch über den verstorbenen Papst.
Titelbild des Buches „Papst Johannes Paul II. Santo subito?“ von Heinz-Lothar Barth
(kreuz.net) Mitte Dezember hat der Bonner Altphilologe und theologische Autor Dr. Heinz-Lothar Barth eine
kritische Würdigung zum Pontifikat von Johannes Paul II. vorgelegt.
Barth steht der Priesterbruderschaft
St. Pius X. nahe.
Das Buch „Papst Johannes Paul II. Santo subito? Ein kritischer Rückblick auf sein
Pontifikat“ erschien im ‘Sanctus’ Verlag in Dettelbach bei Würzburg.
Es ist in einer deutschen und in
einer lateinischen Ausgabe erhältlich.
Barth würdigt darin die persönliche Frömmigkeit des Papstes –
besonders seine innige Liebe und Verehrung zur Gottesmutter.
Mit seiner charismatischen Persönlichkeit
habe Johannes Paul II. besonders die Jugend angesprochen. Doch die von ihm gefeierten Gottesdienste seien
nicht selten völlig ungeeignet gewesen, jungen Menschen ein Empfinden für Sakralität und Heiligkeit
zu vermitteln.
Als größten Verdienst nennt Barth den Einsatz des verstorbenen Papstes für die Moral:
„Seine ganze Amtszeit über engagierte sich Johannes Paul II. in der Tat bedingungslos für den Schutz
des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum letzten Atemzug.“
In diesen Zusammenhang honoriert
der Barth den „unermüdlichen Einsatz“ des Papstes für die christliche Familie, die Unauflöslichkeit
der Ehe, die Offenheit der Ehepaare für Kinder und jede Absage an egoistische oder gar naturwidrige Formen
dessen, was man heute mißbräuchlich „Liebe“ zu nennen pflegt.
Es steht für Barth außer Frage, daß
das Engagement des Papstes gegen die kommunistischen Diktaturen die beinahe gewaltfreie Auflösung des
Ostblocks zu verdanken ist.
Der verstorbene Papst habe sich auch kompromißlos gegen die Großen und
Mächtigen dieser Welt gestellt. Als Beispiel nennt Barth den vom Papst verurteilten Angriff des US-Präsidenten
George W. Bush auf den Irak.
Barth schreibt ferner über die weltweite Präsenz des Papstes:
104 Auslandreisen
mit insgesamt 1.247.613 Reisekilometern. Man habe den Heiligen Vater liebevoll spöttelnd den „Pressesprecher
Gottes“ genannt: „Der liebe Gott ist überall. Aber der Papst war schon vor ihm da.“
Doch Barth nennt
auch „dunkle, ja sehr dunkle Seiten“ des letzten Pontifikates.
Zick-Zack-Kurs
Kritisiert wird die Absetzung
von Bischof Wolfgang Haas in der Schweiz und von Bischof Kurt Krenn in Österreich:
„Wenn ein Prälat
durch zu starke Glaubens – und Traditionstreue auffiel, entzog ihm bei entsprechendem Protest der Progressiven
auch der Papst seine Unterstützung.“
Als zugrundliegendes Problem enttarnt Barth die dialektische Denkweise
des früheren Papstes.
Sie sei in vielen seiner Texte – die oft von einer gewissen Unschärfe gekennzeichnet
seien, die bis zum Widerspruch reichen könne – zu finden.
Diese unheilvolle Dialektik sei auch in der
Führung der Kirche unter Johannes Paul II. sichtbar.
So habe der Papst im gleichen Konsistorium Theologen
mit so konträren – ja kontradiktorischen – Lehrmeinungen wie die Bischöfe Walter Kasper und Karl Lehmann
auf der einen und Hw. Leo Scheffczyk († 2005) auf der anderen Seite gleichzeitig zu Kardinälen kreiert.
Als zweites Beispiel nennt Barth die simultane Seligsprechung von Johannes XXIII. († 1962) als „Konzilsseligen“
und von Pius IX. († 1878) als Zugeständnis an die „Rechten“.
Dramatische blinde Flecken
Barth beklagt
auch bedauernswerte Ausfälle in entscheidenden kirchliche Themen, wie in der Liturgie: „Am Ende des Pontifikates
Johannes Pauls II. hat die Liturgie einen nie dagewesenen Tiefstand erreicht.“
Der Papst habe auch eine
dem christlichen Exklusivitätsanspruch gerecht werdende Fundamentaltheologie und eine in der Tradition
verwurzelte Dogmatik vernachlässigt.
Diesbezüglich sei es vor allem zu schweren theoretischen und praktischen
Fehlern beim Umgang mit anderen Konfessionen und Religionen gekommen.
Diese Ausfälle wiegen für Barth
umso schwerer, als viele Menschen die Kirche aufgrund der Ausfälle in Liturgie, Fundamentaltheologie
und Dogmatik vor allem als Einpeitscherin moralischer Regeln wahrgenommen hätten.
Ökumene und interreligiöser
Dialog
Barth kritisiert auch das entschiedene Eintreten von Johannes Paul II. für Gebete mit verschiedenen
christlichen Gemeinschaften und Religionen.
In mehreren Kapiteln belegt er den Widerspruch der interreligiösen
Gebete zur kirchlichen Tradition.
Er weist nach, daß die umstrittenen Religionstreffen von Assisi ganz
aus dem Geist Johannes Pauls II. konzipiert waren.
In ökumenischer Hinsicht fragt Barth, wie es möglich
war, daß Johannes Paul II. im Jahr 1982 in der Kathedrale von Canterbury zusammen mit dem anglikanischen
Erzbischof Robert Runcie einen Gottesdienst feiern konnte:
„Wie war es möglich, zum Heiligen Jahr 2000
in Rom die Pforte der Basilika St. Paul vor den Mauern zusammen mit dessen Nachfolger George Carey – neben
einem orthodoxen Metropoliten – in einem gemeinsamen liturgischen Akt zu eröffnen, bei dem dieser ebenso
als Bischof auftrat?“
Die anglikanischen Bischöfe sind nach sicherer Lehre der Kirche bloße Laien.
Zum Dialog mit dem Islam kritisiert Barth, daß der Papst nie den Versuch unternommen habe, den Muselmanen
die generelle Heilsnotwendigkeit des Glaubens an den Gottessohn zu verkünden.
Im Gegenteil: Johannes
Paul II. habe der falschen Religion mehrmals unverständliche Ehrenerweise erwiesen.
Als Beispiel nennt
Barth unter anderen, daß Johannes Paul II. im März 2000, am Ende eines Gebetes am Jordan, die Bitte
ausgesprochen habe: „Der heilige Johannes der Täufer schütze den Islam!“
Der Heilige Vater habe falschen
Religionen verschiedentlich gelobt und deren Anhänger sogar aufgefordert, ihnen „treu“ zu bleiben.
Barth
zweifelt nicht an der persönlichen Integrität und guten Absicht des verstorbenen Papstes.
Dennoch werde
er jetzt nach seinem Tod neben manchem Guten, das er geleistet habe, auch die für die Kirche gefährlichen
Tendenzen seines Pontifikates erkennen.
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Heilsverkündung Die Hinwendung auf die zentralen Glaubensaussagen und die Pflichterfüllung bei der Missionierung
sollten die Eckpfeiler sein. Zuviel Talk, Freundlichkeiten, Friedensgrüße und Höflichkeitsformeln bringen
niemanden auf dem Glaubenspfad weiter.
Hier ist der „Stimme aus dem Tradiland“ (vgl. unten vom Dienstag, 27. März 2007 13:49) durchaus rechtzugeben.
Die Fälle von Erzbischof Wolfgang Haas und Bischof Prof. Dr. Kurt Krenn dürfen nicht gleichgesetzt werden.
Wer die unter der Regierung Bischof Krenns aus welchen Gründen und mit welchem Unschuldigkeitsgrad (auf
Seiten Krenns) auch immer zustandegekommene homosexuelle Doppelmoral im Rahmen des damals zu schließenden
Seminars einfach mit der völlig verkürzten „Analyse“ (Wenn ein Prälat durch zu starke Glaubens – und
Traditionstreue auffiel, entzog ihm bei entsprechendem Protest der Progressiven auch der Papst seine Unterstützung.)
wegschweigt, kann auch sonst nicht sonderlich gefragt sein, wenn es um die Beurteilung eines kirchenhistorisch
derart essentiellen Pontifikates wie jenes des Dieners Gottes Johannes Paul II. geht.
@amadeus Sollte das Ihr einziges Argument ist, trifft das ja erst einmal auf Sie zu! Das Wort vom „Kompromiß
des kontradiktorischen Pluralismus“ im Hinblick auf das 2. Vatikanum stammt übrigens gar nicht von traditionsverbunden
Katholiken wie Barth, sondern von „modernistischen“ Theologen wie Max Seckler und Otto Hermann Pesch!
Den Argumenten von Heinz-Lothar Barth und anderen traditionsverbundenen Wissenschaftlern, wie z.B. Johannes
Rothkranz, die auch den Einflüssen der Freimaurerei auf Ereignis und Verlauf des Konzils nachgehen, sollten
Sie argumentativ begegnen, sonst werden Sie unglaubwürdig…!
Auch um eine Hermeneutik des 2. Vatikanums im Licht der Tradition… …hat sich wohl kaum jemand so sehr
wie Heinz-Lothar Barth verdient gemacht. (Für Nicht-Fachleute: „Hermeneutik“ ist die Kunst des sachgerechten
Verstehens von Texten.) In seinem 1999 in 2. Auflage erschienenen Büchlein „Keine Einheit ohne Wahrheit!
Überlegungen zur antichristlichen Ideologie des Ökumenismus (Teil I)“ beschäftigt er sich auf ganzen
34 Seiten (63-96) mit dem Konzil. Die Überschriften zu den einzelnen Abschnitten lauten: – Wie muß man
sich grundsätzlich zum II. Vatikanum stellen? – Die Beeinflussung des II. Vatikanums durch die Periti
– Karl Rahner als führender Peritus – Das II. Vatikanum war antischolastisch! – Die progressistischen
Periti im Bund mit progressistischen Bischöfen – Die Beeinflussung des II. Vatikanums durch die protestantischen
Beobachter – Die Konzilsväter wußten nicht immer, wofür sie stimmten! – Täuschung der Konzilsväter
durch zweideutige Texte – Täuschung der Konzilsväter durch „kontradiktorischen Pluralismus“ Auch diese
Buch (wie das oben vorgestellte zu Wojtyla/JP2) ist es sicher wert, insbesondere von Theologiestudenten
konziliarer wie traditioneller Provenienz gelesen und diskutiert zu werden! o^/ Der von freimaurerischem
Geist diktierte „kontradiktorische Pluralismus“ dürfte dann wohl auch der Schlüssel zum Verständnis
der „Konzilspäpste“ bis hin zu Wojtyla und Ratzinger sein…
Auflösung des Ostblocks Johannes Paul II ist sicher nicht die Auflösung des Ostblocks zu verdanken,
wenn er auch einen Anteil daran hatte zumindest in seiner polnischen Heimat. Der Ostblock ist aus sich
selbst zusammengebrochen.
ASSISI und Die NEUE RELIGION Johannes Paul’s II. Hat Papst Johannes Paul II. beim Gebetstag der „Weltreligionen“
in Assisi am 27. Oktober 1986 tatsächlich eine neue Religion präsentiert, die mit der alten, von Christus
auf dem Fundament der Apostel gegründeten Religion nicht mehr identisch ist? Der Verfasser dieser Schrift
behauptet das und begründet seine Auffassung mit Argumenten, die für Christen aller Konfessionen bedenkenswert
und diskussionswürdig sind. Seine Diktion ist klar, zuweilen hart, aber stets sachlich. Jacobs geht von
Tatsachen aus, analysiert diese mit Hilfe kompetenter, sachkundiger Theologen und bemüht sich redlich,
komplizierte Zusammenhänge durch zahlreiche Anmerkungen einem breiten Leserkreis soweit wie möglich
verständlich zu machen. www.verlag-anton-schmid.de www.kreuz.net/ Manfred Jacobs, 109 Seiten, 6,50 EUR
Wie können wir wahrhaft katholisch bleiben? Hanno Zahnker-Jost, 128 Seiten, 8,80 € Zur Vorbereitung
auf die schon lange geplante «Aussöhnung» mit dem neuen «Rom» hielt der 1. Assistent des Generaloberen
der Priesterbruderschaft St. Pius X., Pater Franz Schmidberger, am 4. September 2005 in Fulda vor vielen
Hundert aus dem ganzen deutschen Sprachraum zur «Wallfahrt» angereisten Gläubigen einen großen, programmatischen
Vortrag. Sein Thema: «Erzbischof Lefebvre und die Konzilspäpste». Dieser Vortrag, ein Meisterstück
theologischer Desinformation, gab dem Autor den letzten Anstoß dazu, seine erst in jüngster Zeit gewonnenen,
sicheren Erkenntnisse über den wahren Daseinszweck der Priesterbrudersc …
friedensstiftend? Man muss wirklich sehr oberflächlich und naiv sein, um bei den Treffen von Assisi etwas
positives zu sehen! Das liegt doch auf der Hand, dass diese Treffen eher den Plänen des Teufels entsprechen,
als dem was Christus gepredigt hat als er sagte: Die Götzen der Heiden aber sind Dämonen!
Falsche Religionen Das Aufwerten des Islams und anderer finde ich auch mit dem Glauben unvereinbar. Die
Treffen von Assisi fand ich bei oberflächlicher Betrachtung positiv friedensstiftend, bei deutlicher
Hinsicht kommt es zur Gleichsetzung aller mit allen. Das kann nicht die Glaubenswahrheit sein.
#61 Tridentinus 18:56:30 | Mittwoch, 28. März 2007
@landorganist Wenn Lefebvre zum Zeitpunkt der Bischofsweihen tatsächlich – fälschlicherweise – der Überzeugung
gewesen sein sollte, dass Johannes Paul II. nicht (mehr) Papst sei, welch schwerwiegenderen Notstand hätte
er dann überhaupt noch annehmen können. Gerade dann wäre er gewiss straffrei. Ausserdem hat er nicht
den Anspruch erhoben, den Bischöfen Jurisdiktion zu übertragen. Er weihte sie zu reinen Weihbischöfen
zur hauptsächlich zur Sicherung der Weitergabe des Weihesakramentes und der Firmung.
@Tridentinus: CIC83 erhebt überhaupt nicht den Anspruch universales Recht zu sein Im Gegensatz dazu CIC1917:
Can. l. Licet in Codice iuris canonici Ecclesiae quoque Orientalis disciplina saepe referatur, ipse tamen
unam respicit Latinam Ecclesiam, neque Orientalem obligat, nisi de iis agatur, quae ex ipsa rei natura
etiam Orientalem afficiunt. Man vergleiche mit CIC83: Can. 1 – Die Canones dieses Codex betreffen allein
die lateinische Kirche. Der Grund ist in der Promulgation www.vatican.va/…plinae-leges_ge.html angegeben:
Das eigentliche übergeordnete Recht, welches den CIC83 mit dem Orientalischen Recht verbinden soll, ist
Lumen Gentium selbst. Von den Elementen aber, die das wahre und besondere Bild der Kirche zum Ausdruck
bringen, seien vor allem folgende erwähnt: die Lehre, durch die die Kirche als das Volk Gottes (vgl.
Lumen Gentium, Nr. 2) und die hierarchische Autorität als Dienst dargestellt wird (vgl. ebd., Nr. 3);
außerdem die Lehre, die die Kirche als Gemeinschaft ausweist und daher die notwendigen Beziehungen festsetzt,
die zwischen den Teilkirchen und der Universalkirche und zwischen Kollegialität und Primat bestehen müssen;
ebenso die Lehre, nach dem alle Glieder des Gottesvolkes, jedes auf seine Weise, an dem dreifachen, dem
priesterlichen, prophetischen und königlichen Amt Christi teilhaben. Mit dieser Lehre verbunden ist jene
über die Pflichten und Rechte der Gläubigen und insbesondere der Laien; und schließlich der Einsatz,
den die Kirche für den Ökumenismus aufbringen muß.
#59 Agiafortuni 16:53:21 | Mittwoch, 28. März 2007
Caterina: war der Erzbischof Sedesvakantist War der Erzbischof Sedesvakantist? In den Anfängen der Piusbruderschaft
bestimmt nicht, später möglicherweise obwohl es dazu keine ausdrückliche Erklärung von ihm gibt. Einige
seiner Erklärungen lassen jedoch vermuten, dass er sich in Richtung Sedesvakantismus bewegte. Nachstehend
einige dieser Erklärung. Nach seiner Suspendierung durch Paul VI erklärte er gegenüber dem Figaro:
„Das Konzil hat der Tradition den Rücken gekehrt und sich von der Vergangenheit der Kirche abgewendet
und ist deshalb schismatisch. Wenn es uns als gewiss erscheint, dass der während zwanzig Jahrhunderten
von der Kirche gelehrte Glaube keine Irrtümer enthält. Sind wir weniger gewiss dass der gegenwärtige
Papst ein wahrer Papst ist. Die Irrlehre, das Schisma, und dementsprechend die Exkommunikation, die Ungültigkeit
einer Wahl können gegebenenfalls zur Folge haben, dass der Papst niemals Papst war oder nicht mehr ist.“
(Bernard Tissier de Mallerais: Marcel Lefebvre, une vie, 514) Auch in einem, kurz nach dem Ableben Pauls
VI an vier Kardinäle gerichteten Schreibens erklärt der Erzbischof: „Darum flehe ich Sie an, Eminenz,
alles zu tun, damit das Aergernis der Kompromisse derer, die die entscheidenden Aemter in der Kirche bekleiden,
mit den Feinden der Kirche beseitigt wird, alles zu tun, damit wir einen Papst bekommen, einen wahren
Papst, einen Nachfolger Petri, einen Fortsetzer der Reihe seiner Vorgänger, einen standhaften und wachsamen
Hüter des Glaubensgutes. (Damit die Kirche fortbestehe, 275)
Ich denke kaum, daß ich in den Text etwas hineininterpretiere Vor allem die Aussage zur Apostasie ist
deutlich. Es gibt außerdem noch andere Aussagen dieser Art. So hat er uns in Vorträgen gesagt und von
Tissier de Mallerais war es wiederholt worden: „Es ist möglich, daß wir gezwungen sind zu glauben, daß
dieser Papst (JPII.) nicht der Papst ist…Es sieht wohl auf den ersten Blick so aus, als sei es unmöglich,
daß ein Papst (der diesen Namen verdient) öffentlich und formell häretisch ist. „ Fideliter N51, Seite
14, Mai-Juni 1986. Und in einem weiteren Interview mit Fideliter 9.12.1990: „…Man kann mir nicht vorwerfen,
nicht das Maximum getan zu haben. Daher glaube ich jetzt denen, die mir sagen: ‘Sie müssen sich mit Rom
verständigen’, sagen zu dürfen, daß ich sogar weiter gegangen bin, als ich hätte gehen dürfen.“
Das, Herr Murx, beweist gar nichts! Sie interpretieren in den Text des Erzbischofs etwas von ihrer Warte
aus hinein. Der ganz offensichtliche Sinn ist aber nicht der von Ihnen beschworene. Außerdem vergessen
Sie, daß die Ansprachen des Erzbischofs oftmals widersprüchlich waren. (Davor sollten diejenigen, die
den derzeitigen Papst als Doppeldenker bezeichnen, die Augen nicht verschließen.) Herr Murx, Ihr damaliger
Seminarregens hätte sich vermutlich so ausgedrückt: „Diese Worte des Erzbischofs darf man nicht auf
das Prokrustesbett strenger Logik legen. Sie müssen eher zeitgeschichtlich verstanden werden.“ Sie haben
also damals nichts gelernt und wollen in Erzbischof Lefebvre noch immer den dogmatischen Theologen, in
seinen Äußerungen exakte Analysen sehen? Wie naiv!
Hier ist der Text, Tridentinus: Das vollständige Zitat home.arcor.de/…ation%20h%e2tive.rtf aus dem
Brief im Jahre 1987 an die Weihekandidaten ist im Zusammenhang mit dieser hörbaren Aussage des Erzbischofs
www.virgo-maria.org/ anzusehen, die er 1988 nach den Verhandlungen gemacht hatte. Bitte den Lautsprecher
anstellen. Abbé de Jorna veröffentlichte diesen Ausschnitt: l’éditorial du numéro 111 de „ Fideliter „
page 2 : „Enfin, s’adressant le 29 août 1987 aux futurs évêques, il leur écrivait : „Je vous conjure
de demeurer attachés au Siège de Pierre, à l’Eglise romaine, Mère et Maîtresse de toutes les Eglises“.
Et il arrête là, la citation. Hier der vollständige Text: „Je vous conjure de demeurer attachés au
Siège de Pierre, à l’Église Romaine, Mère et Maîtresse de toutes les Egli-ses, dans la foi catholique
intégrale, exprimée dans les symboles de la foi, dans le catéchisme du Concile de Trente, conformément
à ce qui vous a été enseigné dans votre séminaire. Demeurez fidèles dans la transmission de cette
foi pour que le Règne de Notre-Seigneur arrive“. Comment qualifier une telle manipulation ? Quelle trahison !
Der wahre Papst, in dessen Hände die Bischöfe den Episkopat legen sollen, ist also jemand, der den Geist
des Konzils von Trient hat und der überlieferten Katechismen.
CIC 1983 Can. 1323 – Straffrei bleibt, wer bei Übertretung eines Gesetzes oder eines Verwaltungsbefehls:
4° aus schwerer Furcht, wenngleich nur relativ schwer, gezwungen oder aufgrund einer Notlage oder erheblicher
Beschwernis gehandelt hat, sofern jedoch die Tat nicht in sich schlecht ist oder zum Schaden der Seelen
gereicht; 5° aus Notwehr einen gegen sich oder einen anderen handelnden ungerechten Angreifer unter Beachtung
der gebotenen Verhältnismäßigkeit abgewehrt hat; 7° ohne Schuld geglaubt hat, einer der in den nn.
4 oder 5 aufgeführten Umstände liege vor. Dieses „ohne Schuld glauben (bzw.: meinen)“ bedeutet aber
gewiß nicht, daß man a priori darauf spekuliert, aufgrund von can. 1323 nr. 7 straffrei zu bleiben,
oder? Das wäre so ähnlich wie einer, der bei schnellem Autofahren bewußt nicht auf die Verkehrsschilder
und seinen Tachometer schaut, um im Zweifelsfall sagen zu können, er habe nicht gewußt, wie schnell
er fahre. Die Polizei übrigens würde das auch nicht gelten lassen.
Alte Messe Die Forderung nach der alten Messe ist für sich genommen natürlich keine reaktionäre Forderung.
Es kommt immer auf das Motiv an, welches bei den Piusbrüdern sicher eher reaktionär ist. Ansonsten wäre
die Liturgiereform, die sich auf frühere Formen der Liturgie, zT sogar auf urkirchliche Elemente berufen
hat, so ziemlich das reaktionärste Gebilde der Kirchengeschichte.
#53 landorganist 13:36:45 | Mittwoch, 28. März 2007
Neee, glauben tu ich’s nicht wirklich. Die „alte Messe“ ist ja nur die Spitze des Eisbergs von reaktionären
Forderungen, die uns in längst vergangene Zeiten zurückbefördern sollen.
@landorganist Sie glauben doch nicht im Ernst, dass die Piusbrüder und-schwestern in der Schoss vo Mutter
Kirche zurückkehren werden. Nu wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
#51 landorganist 13:04:43 | Mittwoch, 28. März 2007
Wenn Levebre zum Zeitpunkt der Weihe glaubte, Joh. Paul II. sei nicht Papst was sollte er dann gewesen
sein? Oder war Levebre Sedisvakantist? Das macht die Sache nur noch schlimmer! Im übrigen stellt sich
für mich die Frage nach der Gültigkeit der Weihe nicht. Wichtig sind die Folgen, die sich aus dem Ungehorsam
gegenüber dem Papst ergeben. Und das Ergebnis ist klar und eindeutig im Motu Proprio nachzulesen. Ich
gehe aber davon aus, dass sich das Thema in kurzer Zeit erledigt haben wird, wenn die alte Messe wieder
zugelassen und die Pius-Brüder in den Schoß der Kirche zurückgekehrt sind und den Ungehorsam gegenüber
dem Papst aufgegeben haben. Vielleicht bekommen Fellay und Co. dann ihre bischöfliche Jurisdiktionsgewalt.
CIC83 CIC83 Can. 1323 – Straffrei bleibt, wer bei Übertretung eines Gesetzes oder eines Verwaltungsbefehls:
4° aus schwerer Furcht, wenngleich nur relativ schwer, gezwungen oder aufgrund einer Notlage oder erheblicher
Beschwernis gehandelt hat, sofern jedoch die Tat nicht in sich schlecht ist oder zum Schaden der Seelen
gereicht; 5° aus Notwehr einen gegen sich oder einen anderen handelnden ungerechten Angreifer unter Beachtung
der gebotenen Verhältnismäßigkeit abgewehrt hat; 7° ohne Schuld geglaubt hat, einer der in den nn.
4 oder 5 aufgeführten Umstände liege vor.
#48 Tridentinus 12:22:59 | Mittwoch, 28. März 2007
Notstandsmärchen &c. @landorganist: Selbst ein Notstandsmärchen würde die betroffenen Personen vor
dem Eintritt der Exkommunikation schützen, solange diese es nur wirklich glauben. Wenn Sie so positivistisch
konform mit allem, was die römischen Autoritäten verlautbaren oder praktizieren, gehen, seien sie so
konsequent und lassen die Bischöfe nicht nur versehentlich oder aus Vergesslichkeit ohne Anführungszeichen,
denn auch „Rom“ bestreitet die Gültigkeit der Weihen keineswegs. @Murx: Wäre es bitte möglich, das
als authentisch behauptete Zitat hier zugänglich zu machen?
@Tridentinus Dieses Zitat von Mgr Lefèbvre wird leider oft falsch wiedergegeben. Schuld daran ist die
FSSPX selbst, denn wenn man den Originaltext liest, dann merkt man, daß der Erzbischof zur Zeit Weihe
der Bischöfe nicht davon ausgegangen war, daß Johannes Paul II. Papst war. Es war also so zu verstehen,
daß er mit Versprechen von den vier Neugeweihten forderte, daß sie, sobald es eben wieder einen wirklichen
Nachfolger des hl.Petrus gäbe, ihren Episkopat in dessen Hände legen sollten. Vor einiger Zeit tauchen
dann Abschwächungen und Verfälschungen dieses Zitates in den Publikationen der FSSPX auf, so daß der
Sinn ein anderer wurde.
#46 landorganist 11:38:55 | Mittwoch, 28. März 2007
@Tridentinus Nein, bitte nicht schon wieder dieses „Notstandsmärchen“. Der angebliche Notstand ist mit
nichts, aber auch mit überhaupt nichts zu begründen, zumal EB Levebre diesen dann ja erst recht spät
bemerkt haben dürfte. Die Anführungsstriche bei den „Bischöfen“ habe ich in der Tat vergessen. Den
Fauxpas bitte ich zu entschuldigen. Wenn nun Papst Benedikt XVI. irgendetwas am derzeitigen Status ändern
würde, wäre ich der Letzte, der das nicht anerkennen würde. Allerdings erscheint mir das Verhalten
und Auftreten der in Rede stehenden Personen wenig hilfreich zu sein, um zu einer Lösung zu kommen. Die
Herren überschätzen sich gewaltig. Man hört nur Forderungen, Forderungen, Forderungen. Es ist nur nicht
an ihnen, irgendwas zu fordern. Demut und Gehorsam und die Bitte um Vergebung ist angesagt. Der lächerliche
Versuch, durch das Aufhängen von Papstbildern, irgendeine Anerkennung dessen Amtsgewalt zu suggerieren,
soll doch nur vom wahren Ungehorsam ablenken. Ein wirklich naiver Versuch!
#45 Tridentinus 11:18:19 | Mittwoch, 28. März 2007
@Landorganist Meinerseits unterstelle ich Ihnen nicht die Absicht, Verwirrung zu stiften, vermute aber
bei Ihnen selbst einige Verwirrtheit in Bezug auf den fraglichen Sachverhalt. Wenigstens setzen Sie bei
deren zweiter Nennung das Wort Bischöfe nicht in Anführungszeichen. Niemand bestreitet nämlich die
Gültigkeit dieser Weihen durch Lefebvre. Und die redliche Inanspruchnahme des Notstandes kann sehrwohl
die Exkommunikation nicht eintreten lassen. Natürlich ist die damalige Situation nicht die heutige, und
tatsächlich kann eine weitere Verbesserung der Lage eintreten, so dass dieses Argument in Wegfall gerät.
Lefebvre hat ja eine derartige Normalisierung auch irgendwie vorgesehen oder erwartet. Die Weihbischöfe
sollen dann die Ausübung ihrer bischöflichen Weihegewalt in die Hände des Papstes zurücklegen, wobei
natürlich die Möglichkeit bestehenbleibt, dass der Heilige Vater die Bischöfe der FSSPX als Bischöfe
einsetzen möchte.
#44 landorganist 11:04:06 | Mittwoch, 28. März 2007
@Tridentinus Soll das wieder ein Versuch sein, Verwirrung zu schaffen? Sie haben mich nach dem Status
der „Pius-Bischöfe“ gefragt. Was reden Sie jetzt von einem Schisma? Soweit würde ich bei diesem marginalen
Grüppchen nicht gehen. Und den Status von Fellay & Co. hat Papst Joh. Paul II. in seinem Motu Proprio
eindeutig beschrieben. Es bedarf keiner weiterer Auslegung. Wie nun gerade bei kath-net zu lesen ist,
steht die Wiederzulassung der „alten Messe“ ja kurz bevor. Damit erübrigt sich doch die Existenz-Berechtiung
der Pius-Brüder. Sie können Buße tun, und in den Schoß der Kirche zurückkehren. Es sei denn, Sie
verfolgen weitergehende Interessen gesellschaftlicher Natur…was man so hört, lässt nichts Gutes vermuten.
#43 Tridentinus 08:45:45 | Mittwoch, 28. März 2007
@landorganist Sie sind einfach kein Jurist, auch kein Kanonist. Und versuchen sich als Rechtspositivist
frei nach Hans Kelsen. Nach diesem waren sogar die Nürnberger Rassegesetze „geltendes Recht“. Das sage
ich nicht, um zwischen diesen und dem Motu proprio Ecclesia Dei Parallelen zu ziehen, zu welch fatalen
Konsequenzen Juristen gelangen können, die Rechtspositivisten sind! Was passiert erst, wenn Rechtspositivisten,
die nicht Juristen sind, Schlüsse ziehen? Diesen fehlt nämlich das Rüstzeug der juristischen Methode,
die Interpretationsregeln oder die Hermeneutik zur Auslegung von rechtlich relevanten Texten. Um zu erkennen,
dass Sie dafür ein Beispiel sind, brauche ich keine Kardinäle zu konsultieren, auch in meiner vorausgehenden
Argumentation habe ich keine derartigen Autoritätsargumente bemüht. Das Motu proprio Ecclesia Dei ist
in Kraft, aber es bedarf der Interpretation im Kontext und in Hinordnung auf die höherrangigen Normen
des Kanonischen Rechtes und der nachfolgenden Rechtspraxis. So ist de facto zu akzeptieren, dass sich
aus dem – etwaigen – Charakter der Bischofsweihen vom 30. Juni 1988 als „schismatischer Akt“ tatsächlich
kein Schisma ergeben hat.
#42 landorganist 08:00:40 | Mittwoch, 28. März 2007
@Tridentinus Was haben die Pius-Vaganten mit diesem Thema zu tun? Deren Status ist doch eindeutig! Ich
wiederhole ihn gern, in dem Wissen, dass Sie anschießend mit wohlfeilen, aber dennoch völlig unnützen
Worten irgendwelche Konstrukte aufzubauen versuchen, die geeignet sind, den nicht in der Materie befindlichen
Leser zu verunsichern. Letztendlich sind Ihre Äußerungen zu diesem Thema aber völlig irrelevant. Nun
also: Lt. päpstl. Motu Proprio sind die 4 Pius-„Bischöfe“ exkommuniziert, ebenso wie EB Levebre, die
von Ihnen geweihten Priester sind suspendiert. Da nützen auch die schönsten Erklärungen irgendwelcher
Kardinäle, die Sie gern zu Rate ziehen nichts. Oder wurde das Motu Proprio von B XVI aufgehoben. Oder
gibt es von Ihm neue Bestimmungen in dieser Sache? Nein. So, und nun zurück zum Thema.
Johannes Paul der Große Vielleicht wäre es gut, wenn die Diskussion auf den eigentlichen Gegenstand
zurückkehren würde: Johannes Paul II.! Mir persönlich hat dieser Papst sehr viel gegeben. Wie man liest,
macht sein Seligsprechungsprozess gute Fortschritte, was mich sehr freut. Für mich war er wirklich „der
Große“! Ohne ihn hätte der Glaube für mich nie diese Bedeutung bekommen.
wenn du die matura hast solltest du dich aber in einer etwas wohlerzogeneren sprache ausdrücken. und
wenn was ist denn das thema deiner dr. arbeit? hoffentlich kein theologisches, denn nach den auswürfen
in deinen artikeln fände ich das ein skandal
aligator du kannst keine priester werden, weil du wohl gar kein abitur hast und keine theologische fakultät
dich aufnehmen würde. also kannst du es auch bei den protestanten vergessen.
@Alligator // Theologie Diplom wenn ich das diplom in der tasche habe kann ich die unverfälschte christliche
lehre gewichtiger verkünden und bin besser untermauert… Sorry, aber du bist ein echter Heuchler. Außerdem
lechzt du eher nach ner dicken Pfründe und weniger nach traditioneller Glaubensvermittlung, sonst würde
man dich in Zeitzkofen oder Wigratzbad antreffen. Leute, die so auftreten wie du, schieben meist schneller
einen Kinderwagen als dass sie die Stola umhängen haben. Und da kann ich nur sagen: Hoffentlich! Sonst
lernen sie nie zu DIENEN.
FAZ: Zum Autor des Buches 25. Januar 2007 Es ist dies ein kleines Lehrstück darüber, wie man als prominenter
Schriftsteller auf eine Unterschriftenliste gerät. Ganz ohne eigenes Zutun. Nur durch eine Verkettung
medialer Missverständnisse. Ein „Manifest“ nämlich zur „Wiederzulassung der überlieferten lateinischen
Messe“ (F.A.Z. vom 24. Januar), verbreitet von Radio Vatikan, also von höchster geistlicher Sendestelle,
unterschrieben von über fünfzig Erstunterzeichnern, darunter Philosophen, Theologen, Mathematiker, Politologen,
Kirchenmaler, Neurochirurgen, Musikwissenschaftler, Historiker und Altphilologen, initiiert vom Bonner
Universitätsdozenten Heinz-Lothar Barth, den man über eine „AlteMesse“-Website kontaktieren kann, wirkt
ja umso wuchtiger, wenn auch schriftstellerische Prominenz die Liste ziert. Im Falle des „Manifests“ tauchen
die Namen von Martin Mosebach, Ulla Hahn und Botho Strauß unter den Erstunterzeichnern auf. Keiner der
drei aber hat das „Manifest“ unterschrieben. Ulla Hahn hat diesen Umstand bereits öffentlich gemacht
(F.A.Z. vom 25. Januar), Botho Strauß zieht jetzt nach: Er sei sowieso Protestant, „wenngleich ein gequälter
und unglücklicher“, und insofern unberufen, sich zu Fragen der lateinischen Messe zu äußern, da er
diese ja „höchstens als Gast genießen“ könnte. Martin Mosebach freilich trägt das „Manifest“ nachträglich
„solidarisch und mit seinen Inhalten restlos sympathisierend“ mit, ohne es ausdrücklich unterschrieben
zu haben. In der „Welt“ vom 18. Januar („Warum Schriftstel
#32 Tridentinus 19:40:07 | Dienstag, 27. März 2007
Motu proprio Ist ein Ablativ Singular und bedeutet: aus eigenem Antrieb, auf Eigeninitiative hin. Dieser
Ausdruck bezeichnet päpstliche Schriftsücke disziplinär-kanonistischer Relevanz, die der Hl. Vater
(nur) aufgrund persönlicher Motivation veröffentlicht. Anders als zB die jüngste Exhortation, die die
Ergebnisse einer Bischofssynode zusammenfasst. In der Hierarchie der päpstlichen Dokumente nimmt das
MP einen relativ niedigen Rang ein, deswegen ist es auch vielleicht nicht die geeigneteste Form, eine
so komplexe Materie wie den Status des Überlieferten Römischen Ritus gegenüber den von Paul VI. eingeführten
liturgischen Riten zu klären und wirkungsvoll abzusichern. Man bedenke hier vor allem Implikatioen jurisdiktioneller
Natur.
@ hähnchen Ein Motu Proprio (Latein: (aus) eigenem Beweggrund, sinngemäß: „selbst veranlasst“) ist
ein Apostolisches Schreiben des Papstes der katholischen Kirche, das ohne förmliches Ansuchen anderer
ergangen ist und vom Papst persönlich (und nicht von einem seiner Kardinäle, Amtsorgane oder anderer
Berater) entschieden wurde. Meist handelt es sich dabei um die Bekanntgabe kirchenrechtlicher oder administrativer
Entscheidungen, geringer Änderungen des kanonischen Rechts oder die Gewährung von Privilegien an Personen
oder Institutionen. Normalerweise ist ein motu proprio ein Dekret, das ohne Siegel (vgl. Bulle) versehen
ist und nicht gegengezeichnet wurde. Das erste motu proprio wurde von Papst Innozenz VIII. im Jahr 1484
verfasst. Ein motu proprio beginnt mit der Darstellung des Grundes, warum es verfasst worden ist. Es folgt
die Beschreibung der Gesetzesänderung oder der Privilegiengewährung. Das Dokument wird vom Papst persönlich
unterschrieben (mit Datum und seinem Namen in Latein). Anschließend wird das motu proprio veröffentlicht.
Es ist selbst dann gültig, wenn es nicht dem vorherigen Kirchenrecht oder früheren päpstlichen Entscheidungen
entspricht. (Quelle: Wikipedia)
Fairerweise muß man Dr.Barth zugestehen, … …daß er im Gegensatz zu den aktuellen Unwissenden mit
Doktortiteln an so genannten theol. Fakultäten, die Quellen mühelos beherrscht, sowohl auf Latein, als
auch auf Griechisch. Können das viele dieser „Doktoren“, die sich Theologen nennen? Inwieweit man bei
der Erstellung der neuen Bischofsweihe noch nicht einmal syrische Texte lesen konnte, zeigt sich in der
Ignorierung der maskulinen Transkription von „ruhokh rishonoyo – Spiritus principalis“. Hier die Nase
über Dr.Barth zu rümpfen, sollte wohl niemand tun, der nur deswegen Theologie studiert hat, weil er
einem Studiengang an der RWTH Aachen nicht gewachsen war.
re.TheologieDiplome sind ganz einfach (mach selber grad eins nebenbei) immer schön brav historisch kritisch
die gottheit jesu leugnen und naturwissenschaftlich erklären – dann wird das was. komischerweise hab
ich keine schuldgefühle wenn ich einem idiotenprofessor genau das in sein backpfeiffengesicht sage was
er hören will obwohl ich das selber alles für schwachsinn halte. in diesem falle heiligt bei mir der
zweck die mitttel – wenn ich das diplom in der tasche habe kann ich die unverfälschte christliche lehre
gewichtiger verkünden und bin besser untermauert…
Theologie-Diplome aucvh niemals irgendwelche akademischen Grade in der Theologie erworben hat Leute mit
theologischen Graden nach dem Vat II. sind mir sowieso suspekt. Lieber ein klarer Kopf mit Abstand…
„Theologisches Autor“ … so geschickt kann man umschreiben, dass der Herr niemals auch nur eine theologische
Vorlesung gehört hat … aucvh niemals irgendwelche akademischen Grade in der Theologie erworben hat.
Ob dieses Buch irgendjemand außerhalb des Pius-X-Ghettos ernst nehmen wird? Kaum … aber Raphaela kann
ihn ja trösten
Und Karl Murx bestätigt mit seinen Beiträgen die Standartvorwürfe gegen sog. traditionalistische Katholiken:
Daß sie nur ganz wenige Themen haben, auf denen sie beständig herumreiten (z.B. die Gültigkeit von
Weiheriten), und daß sie bestimmte Erklärungsmodelle wie fixe Ideen an alles herantragen, was ihnen
fremd und zuwider ist (z.B. jüdische Einflüsse).
Tiefe Marienfrömmigkeit? Lieber Herr Dr. Barth, darf ich Sie mal fragen, ob Sie sich der kabbalistischen
Implikationen dieser Machart von Marienfömmigkeit bewußt sind? Wie tief diese sehr seltsame Sichtweise
der Muttergottes mit anderen Schieflagen hinsichtlich der Trinitätslehre verwoben ist, können Sie von
einem bekennenden Frankisten erfahren, der die Lehre Johannes Pauls im Sohar verortet. Nur ein Denkstoß!
Oder hindert Sie Ihre Sentimentalität daran? aronbengilad.blogspot.com/…sidic-catholics.html Die Verbindungslinie
von JPII. zu Jakob Frank weiß übrigens auch 30Giorni zu ziehen. Sie bestätigen ein weiteres Vorurteil
gegen den bürgerlichen Katholiken des 20. Jhr.: Dieser kennt nur eine Sünde, nämlich die gegen das
6. Gebot. Nicht ferzeln, nicht abtreiben, Rosenkranz beten, schon ist man rechtgläubig.
#21 Tridentinus 16:09:50 | Dienstag, 27. März 2007
@landorganist Antworten Sie bitte erstmal auf meine Positionsbestimmung zum CIC/1983 und der Exkommunikation
der FSSPX-Bischöfe, bevor ich auf weitere Bemerkungen Ihrerseits eingehe.
@ Tridentinus Den Personenkult der um Papst Johannes Paul II geherrscht hat habe ich nicht gemocht und
ich denke mal er selber auch nicht. Auch wenn er Schauspielerische Fähigkeiten gehabt hat war er hoffentlich
wohl doch nicht verlogen. Wie gesagt, als Mensch habe ich ihn gemocht, als Papst nicht unbedingt. Wollen
wir ihm in der Ewigkeit alles Gute wünschen und ihm hier auf Erden bona fide unterstellen. Die großen
Leiden des WK 2 haben ihn sicherlich geprägt und er wollte wohl ein neues solches Leid verhindern und
das ist ihm auch gelungen. @ Landorganist Ob die Seligsprechung von Papst JP II, wenn sie denn kommt,
unbedingt kirchenrechtlich O.K. ist kann man bezweifeln
#19 landorganist 15:50:35 | Dienstag, 27. März 2007
@Tridentinus Ich glaube Sie müssen sich keine Sorgen machen. Die Seligsprechung JP II. wird nicht von
Ihrer oder anderer Leut’s Sympathie abhängen. Ich glaube es wird seinen ordentlichen kirchenrechtlichen
Weg gehen. Im Übrigen wundert mich die Messlatte, die die Tradis hier meinen anlegen zu müssen. Selbst
wenn JP. II. nicht in allem recht gehandelt hat, stellt das ein Hindernis dar? Es gibt diverse Heilige,
die allesmögliche im Leben falsch gemacht haben, angefangen bei Petrus und Paulus, etc. Am Ende aber
steht immer die Umkehr, die Vergebung. Was wiegen die angeblichen Vergehen (nach Tradisichtweise) gegen
die Aufopferung seiner Leiden über viele Jahre seines Pontifikats? Was wiegt ein lächerlicher Korankuss
gegenüber seinem beständigen und unbeugsamen Einsatz für das Leben in all seinen Stadien? Es ist ja
sattsam bekannt, dass sich die hiesigen Verfechter angeblicher Traditionen gern zum Richter aufschwingen,
selber aber im Leben nichts geleistet haben, außer dem nächsten, der nicht ihren Vorstellungen entspricht,
Steine in den Weg zu legen. Darum gilt es, den Blick zu weiten, auf die Lebensleistung dieses großen
Papstes.
#18 Tridentinus 15:32:54 | Dienstag, 27. März 2007
@Sozialkatholisch Ich will Ihnen Ihre Zuversicht bzgl des unverstellt-maskefreien Papstes JPII nicht nehmen.
Ich teile sie aber nicht, denn dazu war er zu sehr Medienprofi. Gar nicht abwertend erwähne ich hier
auch seine schauspielerische Begabung. Er wollte ja auch mal Schauspieler werden.
@ Tridentinus Manchmal kennt man noch nicht einmal die Leute mit denen man viel zu tun hat, weil diese
sich verstellen bzw. Masken auf haben. Papst Johannes Paul II, bei dem ich damals mal eine Messe dienen
durfte, hatte wahrscheinlich keine Maske auf und das Bild das er uns von sich in den Medien mitteilte
war wohl seinem Wesen nicht wirklich fremd.
#16 Tridentinus 15:03:52 | Dienstag, 27. März 2007
@amadeus In einem bestimmten Sinn haben Sie recht. Ich mag zB sehr Loriot und Evelyn Hamann. Aber kenne
ich diese Personen als Menschen, in ihrem Charakter, privat und ungeschminkt? Könnte sein, dass ich sie
dann gar nicht mehr mögen würde. Obwohl der mediale Eindruck davon unberührt bliebe. Das wäre auch
bei Johannes Paul II. oder dem gegenwärtigen Papst nicht anders. Nur derlei Sympathie sollte für eine
Seligsprechung gerade keine Rolle spielen. Ausschlaggebend darf sie auf keinen Fall sein. Und diese Gefahr
besteht bei Johannes Paul II. mE durchaus. Gerade wegen seiner ausgesprochenen Medienpräsenz und -effizienz!
lieber tridentinus warum soll man denn jemand den man nur aus den medien kennt nicht mögen können. das
hat doch etwas mit symapthie zu tun, also auch einem gefühl. ich kann mich doch zu jemand wie johannes
paul durchaus hingezogen fühlen oder nicht.
#14 Tridentinus 14:52:48 | Dienstag, 27. März 2007
@Sozialkatholisch Wir alle teilen Ihre Hoffnung, der Papst habe stets bona fide gehandelt. Da ich aber
bis auf weiteres nicht davon ausgehe, dass Sie persönlich mit ihm bekannt oder gar befreundet waren:
Kann man jemanden aus medialer Distanz als Mensch überhaupt beurteilen, geschweige denn „mögen“?
Papst Johannes-Paul II Ich habe Papst Johannes-Paul II als Mensch auf jeden Fall gemocht und habe auch
in seinem Pontifikat viel Gutes gesehen. Seine Anerkennung der anderen Religionen z.B. des Islams als
quasi gleichwertig war wohl nicht vom hl. Geist geführt. Das Kreuzesopfer Christi wurde dadurch geschmäht,
weil man annehmen konnte das es eigentlich nicht richtig nötig war. Alles in allem glaube/hoffe ich aber
das Papst Johannes-Paul II immer in „guter Meinung“ gehandelt hat.
#12 Tridentinus 14:41:32 | Dienstag, 27. März 2007
@Konrad Wenn Sie die Hermeneutik des II. Vaticanums kennen, bitte offenbaren Sie sie uns! Damit wäre
nämlich vielen „Tradis“ geholfen. Bis auf weiteres bleibt sonst die Nota explicativa praevia das wichtigste
Dokument des II. Vaticanums. Dadurch wird der dogmatisch relevante Rang dieser Kirchenversammlung jedenfalls
massiv relativiert.
TV-Tipp arte, Dienstag, heute, Spielfilm/Comedy 22:30 – 00:00 Uhr (VPS 22:45) Lammbock Lammbock – Alles
in Handarbeit, Deutschland 2000 Auf der Suche nach einem Mittel zur Bekämpfung der Blattlausplage auf
ihrer Marihuanaplantage gerät Kai (Moritz Bleibtreu, li.) an den Kiffexperten Achim (Julian Weigend,
re.). ‘Erstmal einen durchziehen’, lautet das unerschütterliche Motto der besten Freunde Stefan und Kai,
wenn sie sich in ihrer Heimatstadt Würzburg mit großen Themen des Lebens, wie Frauen, Zukunft und Mehmet
Scholl befassen. Damit auch andere nicht darben müssen, haben sie den Pizza – Express Lammbock eingerichtet:
Unter dem Codewort ‘Pizza Gourmet’ erwarten ihre Kunden Cannabisprodukte vom Feinsten – aus eigenem Anbau,
versteht sich. Während der unkomplizierte Kai sich mit seinem Leben arrangiert hat, kommen Stefan zunehmend
Zweifel daran, ob ihm das ständige Debattieren über Stil, Coolness und Gott und die Welt auf Dauer genug
sind. Als Student im x-ten Semester und Sohn eines Richters fühlt er sich in die Pflicht genommen, mehr
aus seinem Leben zu machen. Doch alle Grübelei wird schlagartig in den Hintergrund gedrängt, als sich
der befreundete Kifferexperte Achim als verdeckt arbeitender Drogenfahnder erweist. Plötzlich bleibt
Stefan und Kai nur eine Option – und diese könnte das Ende ihrer gemeinsamen Lammbock-Zeit und das Ende
ihrer Freunds
Ein Herzenswunsch vieler: Könnte man sich in Rom doch dazu entschließen, einen Mann wie Dr. Barth im
Seligsprechungsverfahren des verstorbenen Papstes als „advocatus diaboli“ (oder in diesem Falle nicht
vielmehr ein „advocatus Dei“?) einzusetzen. Denn wir müssen uns wirklich ernsthafte Sorgen machen, ob
da auch alles mit rechten Dingen zugeht.
Benedikt ob österreichisch und deutsch doch mehr Unterschiede haben, als man meinen könnte. Bitte –
aus meiner Vorreiterrolle in Sachen Oberflächlichkeit nicht auf alle zu schließen – es scheint so, als
würde sich um eine besondere Begabung meiner Person handeln.
@tridentinus Ich stimme Ihnen im wesentlichen zu und bitte darum, meine kleine Stilkritik nicht überzubewerten.
B.’ s Leistungen sind insgesamt äußerst positiv zu würdigen.
Jemand wie H.L. Barth, der das Vatikanum II ablehnt, verfügt über keine Hermeneutik, das Pontifikat
Johannes Pauls II. zu verstehen, geschweige denn zu deuten. Mauerblümchen sollten den Mund nicht so voll
nehmen und sich lieber in ihrer traditionalistischen Nische kuschen!
@semper reformandus Besonders die gründliche und genaue Art, zu zitieren und Quellen in Fussnoten zu
dokumentieren, weisen den altphilologischen Hintergrund Barths aus. Oft lese ich seine Fussnoten sogar
begeisterter als den Hauptext, an dem ich stilistisch wenig auszusetzen habe. Würden unsere Theologen
wenigstens methodisch wie Barth vorgehen, die theologische Fachliteratur wäre weitaus besser. Dass sie
sich ihm inhaltlich anschliessen, wäre vielleicht eine zu hochgegriffene Erwartung. Manche Detaileinschätzngen
lassen sich bei Barth damit entschuldigen, dass er theologischer Autodidakt ist. Insgesamt ist aber sein
Überblick so beeindruckend und allseitig und sein Urteil idR gut fundiert, dass man gerade dies anerkennen
muss: Er ist ein Autodidakt, dem viele Berufstheologen wissenschaftlich das Wasser nicht reichen können!
@ Wiener Stimme Das „eine“ bezieht sich auf die Ausgabe. Immerhin lässt Ihre Frage den Schluss zu, ob
österreichisch und deutsch doch mehr Unterschiede haben, als man meinen könnte.
Sprachen Es ist in einer deutschen und in einer lateinischen Ausgabe erhältlich Wie viele deutschen und
wie viele lateinische Sprachen gibt es? Oder ist mit der „einen deutschen Sprache“ irgend ein deutsches
Dialekt gemeint? Was ist dann mit der „einen lateinischen Sprache“? Wie viele lateinische Dialekte gibt
es?
@redaktion Natürlich werden Kardinäle nicht im Rahmen eines „Konklaves“ kreiert; sicher nur ein redaktionelles
Versehen. Nach der Rezension zu urteilen i.Ü. ein hochinteressanrtes Werk, hoffentlich straffer, eleganter
und „mehr auf den Punkt“ geschrieben als andere Texte von B., die sprachlich nicht immer den Altphilologen
erkennen lassen.
Ich stimme mit Dr. Heinz-Lothar Barth in zwei Punkten nicht überein 1. Insoferne er das Ende des Ostblocks
auf das „Engagement“ von JoPaII. zurückführt; das ist die gedankenlose Wiederholung dessen, was von
den Zeitgeistmedien nachgeplappert wird, um zu verdecken, dass es hinsichtlich JoPaII. eine ganz andere
Seite gibt: Die des KP-Geheimdienstzuträgers und Reisekaders. So kann man z.B. die Wahl von Gorbatschow
zum Generalsekretär der KPdSU schwerlich auf das Engagement JoPasII. zurückführen, die Erschießung
Ceaucescus durch ehemalige Gefolgsleute ebensowenig und auch nicht den Fall der Berliner Mauer; etc. etc.
2. Insoferne er die Fälle von Erzbischof Haas und Bischof Krenn in eines setzt. Die Persönlichkeiten
sind extrem unterschiedlich. Erzbischof Haas ist ein Freund der Tradition, Bischof Krenn war es nicht
und ist es auch heute nicht. Die Personalpolitik von Bischof Krenn in seiner Diözese war eine Katastrophe –
vom Anfang bis zum Ende – Bischof Haas konnte man das nicht vorwerfen. Bischof Haas wurde versetzt, während
Bischof Krenn zurückgetreten ist. Auch das sind relevante Unterschiede.