Pastoraler Prozeß
Priesterzentrierte Revierbildung?
Im März 2004 sprach der Wiener Pastoraltheologe Paul-Michael Zulehner (67) bei einem Vortrag auf dem Katechetischen Kongreß der Diözese Hildesheim. Ein Ausschnitt.
(kreuz.net) Kardinal Lehmann ist ja auch mutig: Das, was in Ostdeutschland der Fall ist, ist auch unsere westliche Zukunft hat er unlängst öffentlich gesagt.

Also müssen wir lernen, wie man in Ostdeutschland Seelsorge macht, denn das brauchen wir morgen hier auch.

Es ist eine Ekklesiologie des vorhersehbaren Schrumpfens. Da ist nichts vom Gelobten Land. Da ist relativer, depressiver Pragmatismus.

Und was macht man daher? Man reagiert auf den Mangel durch Rückbau. Wir haben einen mangelgeleiteten Rückbau.

Im Vordergrund steht fast in allen deutschen Diözesen die ökonomische Sanierung des Kirchenbetriebes.

Sie achten jetzt wirklich auf jedes Wort, das ich wähle, da hab ich lange probiert und nachgedacht, wie das genau zu formulieren ist, ohne daß es jemanden kränkt, aber die Wirklichkeit genau begreift.

Wir haben im Vordergrund das Geld und nicht Gott. Reden Sie mit Gremienleuten, dann wissen Sie, was uns beschäftigt. Vielleicht sitzt der Schrecken auch tief.

Finanzkammerdirektoren haben schlaflose Nächte und nur ein Interesse, daß ihnen nicht der ökonomische SuperGau vom Erzbistum Berlin zuhause passiert. Also macht man ökonomische Sanierung.

Mit dem Geldmangel und dem Priestermangel verbunden ist eine priesterzentrierte Revierbildung.

Das ist eine Neuerfindung, weil ich das Wort „pastorale Räume“ für viel zu kostbar halte, als daß ich es hier vergeuden möchte.

Pastoraler Raum ist ein theologischer Begriff. Revierbildung hat etwas mit administrativer Raumpflege zu tun.

Nein, ich denke, die Sprache ist sehr genau. Paßt sie nicht?
      
9 Lesermeinungen
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#9   Gotthard   17:18:49 | Dienstag, 10. April 2007
@catharina
Es geht ganz einfach – ums Geld!
darum schließen die Pius-Leute auch ein Gymnasium … weil es ihnen um die gefährdete Jugend geht …
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#8   Heggi   20:14:58 | Montag, 9. April 2007
Wiener
Tun Sie das doch, oder haben sie es schon getan!?
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#7   matt   19:26:18 | Montag, 9. April 2007
Teufelskreis und Körberlgeld
Und Jesus sprach zu ihr: „Martha, Martha, du bist besorgt und beunruhigst um vieles. Eines aber ist notwendig; Maria hat das beste Teil auserwählt, welches ihr nicht weggenommen wird.“
Fürwahr: ich weiß nicht wo die Kleriker ihre Bibel haben, es steht doch alles drin, was sie falsch machen. Deshalb könnte man ja regelmäßig aus der Haut fahren, wenn man ihre Machenschaften in der Kirche sieht.
Man lese und staune: „Ihr sollt euch nicht sorgen und fragen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken?’ oder ‘Was werden wir anziehen?’ Nach allen solchen Dingen streben die Heiden. Euer Vater im Himmel nämlich weiß, dass ihr das alles braucht. Sucht zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, dann wird das alles dazu gegeben werden.“
Gerade in diesem Teufelskreis kleingläubiger Sorgen ist die Kirche gefangen. Dadurch vernachlässigt und verdirbt sie wiederum die Glaubensbotschaft und die Leute rennen weg. Jetzt hat sie Angst, weil das Geld ausbleibt und noch mehr Sorgen und wieder keine Frohbotschaft usw…
Kleingläubige Kirche: würdest Du Zeugnis geben, wie es Dir aufgetragen, müsstest Du Dich um nichts sorgen, aber Du bist wie Martha. Dir bleibt nur Vergängliches, das Ewige verachtest Du.
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#6   VirFortis   19:03:37 | Montag, 9. April 2007
Zulehner
denkt sich wohl: Bald bin ich in Pension – da kann ich es doch wagen ein bischen Mutiger zu werden und ab und zu das Richtige zu sagen…
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#5   wiener   18:44:22 | Montag, 9. April 2007
also dafür …
… dass ich lesen kann, was zulehner vor drei jahren (!) bei einem vortrag sagte, brauche ich +.net nun wirklich nicht. dafür reicht es, dass ich zulehner selbst lese :)
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#4   Romulus   18:37:48 | Montag, 9. April 2007
@catharina
So ist es. Und die Geldgeilheit ist umso größer je kleiner das Bistum ist (wird).
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#3   jolie   18:37:07 | Montag, 9. April 2007
denkt sich jetzt einmal:
vielleicht denkt ihr nun doch, dass es gut ist,
dass es
kreuz.net
gibt?
(wo kriegt man sowas sonst zu lesen? bei kath.net?)
frohe ostern
wünscht
nachträglich
euer
jolie
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#2   gretipleti   18:22:13 | Montag, 9. April 2007
Wie gut,
dass Herr Zulehner keine laienzentrierte Parallelkirche erwähnt! Toll, dass er so „weitblickend“ erkennt, der Wiener Modeschöpfer ideologisch-pastoraler Kultbegriffe. Weiter so… vielleicht gibt er ja noch ein Wörterbuch der pastoralen Begriffe heraus. Super, dass es in Wien einen Lehrstuhl gibt, der sich mit der Erfindung neuer kosmetischer Worthülsen für die pastorale Praxis beschäftigt! Na – nur nicht ärgern, wenn sie dann nicht zu Anwendung kommen!
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#1   catharina   18:18:25 | Montag, 9. April 2007
Recht hat er!
Es geht nicht um Gott. Nicht um die Erlösung der Menschen von Sünde, Teufel und ewigem Tod. Nicht um einen würdigen, dem Allerhöchsten wohlgefälligen Gottesdienst. Nicht um die Ausbreitung des wahren Glaubens. Nicht um die Bekehrung der Menschen. Nicht um das Wachsen der Gottesliebe in den Herzen. Nicht um die Bewahrung der Jugend vor den Gefährungen durch Glaubensabfall und Unmoral. Nicht um die Begleitung alter und kranker Menschen beim Kreuztragen und hin zu einem seligen Ende. Es geht ganz einfach – ums Geld!
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