Wie kann die kirchliche Lehre unverfälscht überliefert und gleichzeitig publikumswirksam an den Mann gebracht werden? Aus der Rede zur Eröffnung des Zweiten Vatikanums von Papst Johannes XXIII. († 1963).
Johannes XXIII. 1962 als „Mann des Jahres“ auf dem Titelbild des US-Magazin ‘Time’
(kreuz.net) Aus dem Gesagten, wird hinreichend deutlich, Ehrwürdige Brüder, was dem Ökumenischen Konzil
für die Lehrverkündigung im einzelnen aufgetragen ist.
Das 21. Ökumenische Konzil – dem eine wirksame
und wertvolle Unterstützung durch erfahrene Gelehrte des Kirchenrechts, der Liturgie, des Apostolats
und der Verwaltung zur Verfügung steht – will die katholische Lehre rein, unvermindert und ohne Entstellung
überliefern, so wie sie trotz Schwierigkeiten und Kontroversen gleichsam ein gemeinsames Erbe der Menschheit
geworden ist.
Dieses Erbe ist nicht allen genehm, aber es wird allen, die guten Willens sind, als ein
überreicher und kostbarer Schatz angeboten.
Doch es ist nicht unsere Aufgabe, diesen kostbaren Schatz
nur zu bewahren – als ob wir uns einzig und allein für das interessieren, was alt ist –, sondern wir
wollen jetzt freudig und furchtlos ans Werk gehen, das unsere Zeit erfordert, und den Weg fortsetzen,
den die Kirche seit zwanzig Jahrhunderten zurückgelegt hat.
Es ist auch nicht unsere Sache, in erster
Linie einige Hauptpunkte der kirchlichen Lehre zu behandeln und die Lehre der Väter wie der alten und
neueren Theologen zu wiederholen. Denn Wir glauben, daß Ihr diese Lehren kennt und sie Eurem Geiste wohl
vertraut sind.
Papst Johannes XXIII.
Es ist auch nicht unsere Sache, in erster Linie einige Hauptpunkte
der kirchlichen Lehre zu behandeln und die Lehre der Väter wie der alten und neueren Theologen zu wiederholen.
Denn Wir glauben, daß Ihr diese Lehren kennt und sie Eurem Geiste wohl vertraut sind.
Für solche Disputation
mußte man kein Ökumenisches Konzil einberufen.
In der heutigen Zeit ist es nötig, daß alle die gesamte
christliche Lehre ohne Abstrich und durch ein neues Bemühen annehmen.
Heiter und ruhigen Gewissens müssen
die überlieferten Aussagen, die aus den Akten des Tridentinums und des Ersten Vatikanums hervorgehen,
daraufhin geprüft und interpretiert werden.
Diese Lehre muß in ihrer ganzen Fülle und Tiefe erkannt
werden, um die Herzen vollkommener zu entflammen und zu durchdringen. Das erwarten alle ernsthaften Bekenner
des christlichen, katholischen und apostolischen Glaubens leidenschaftlich.
Die sichere und beständige
Lehre, der gläubig zu gehorchen ist, muß so erforscht und ausgelegt werden, wie unsere Zeit es verlangt.
Eines ist das Depositum Fidei oder die Wahrheiten, die in der zu verehrenden Lehre enthalten sind, etwas
anders die Art und Weise, wie sie verkündet werden – freilich im gleichen Sinn und derselben Bedeutung.
Hierauf ist viel Aufmerksamkeit zu verwenden. Es müssen geduldig alle Gründe erwogen werden, um die
Fragen zu klären, wie das dem Lehramt zukommt, das seinem Wesen nach vorwiegend pastoral ist.
Nächsten
Mal: Das neue Heilmittel gegen die Irrtümer
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Plattitüden und Selbstbespiegelung eines geltungssüchtigen Machtpolitikers Die Eröffnungsrede „gaudet
mater ecclesia“ ist ein Meisterwerk von Plattitüden. Deshalb ist es jenen Kreisen auf Zustimmung gestossen,
die im Namen universaler Verbrüderlichung für die Verwässerung der katholischen Lehre eintreten. In
mancherlei Hinsicht lässt sich der Frevler Roncalli mit Nietzsche’s Zarathustra – übrigens ein meisterwerk
deutscher Sprachkunst – vergleichen. Auch Zarathustra wollte der Prophet eines neuen Zeitalters sein.
Sämtliche Prophezeiungen Roncallis haben sich als falsch erwiesen. Anstatt ein erneuerter Glaube erleben
wir einen massiven Glaubensabfall. Sechs Jahre später setzte eine Bewegung ein, dessen Folgen man bis
auf den heutigen Tag zu spüren bekommt: Die Auflehnung der Jugend gegen die ältere Generation.Sie hat
zur Auflösung der herkömmlichen Familie geführt. Dass ein solcher Mann von einem weiteren Frevler –
Woytila nämlich – und dies noch gleichzeitig mit dem durch und durch katholischen Papst Pius IX ist ein
wahrer Skandal. Gegenüber solchen Tatsachen bleiben auch die Spitzfindigkeiten eines stat crux ohne Wirkung
Selbsrdisqualifizierung! Karl Murx schrieb: Angesichts der Tatsache, daß Ratziputin mit Hans-Wurst von
Bastard die Zeitschrift Communio gegründet hatte, rückt das den ersteren in die Nähe der gnostischen
Spiritualität des letzteren. Durch solche unqualifizierten Äusserungen verunmöglichen Sie jedwede ernsthafte
Diskussion. Hören Sie einmal auf, hinter jedem Rosenstrauch eine Weltverschwörerbande zu sehen und erst
recht, Namen zu verhunzen, dass einem nur übel werden kann, Ihre Elaborate zu lesen. Dass durchaus eine
ernsthafte Auseinandersetzung mit den Leistungen und gleichzeitig Grenzen des von Ihnen verhöhnten Schweizer
Theologen möglich ist, zeigt der Scheffczyk-Schüler und Luganeser Dogmatiker Manfred Hauke in einem
in „Theologisches“ 2005 veröffentlichten Artikel. (Auf der Homepage der Zeitschrift wwt.theologisches.net
zu finden unter „archiv“ Heft. September 2005) .
Wider VII Und so nahm die Katastrophe ihren Lauf. Die verweichlichten Prälaten nutzten die Gunst der
Stunde, sich der Welt, den Protestanten und den falschen Religionen anzubiedern und die Lehre der katholischen
Kirche zu verwässern. So lange o.g. schön geredet und bestritten wird, wird die Krise der Kirche sich
weiter verschärfen und Millionen Seelen um das ewige Heil bringen.
Lehre bleibt beständig Der Satz mit der Lehre, der beständig zu folgen ist, verdient unsere besondere
Aufmerksamkeit. Es irritiert dann die Auslegung nach der „Zeit“, das kann zu Mißverständnissen führen.
Natürlich kann es heißen, daß man die Lehre als guter Lehrer den Menschen verständlich machen soll.
Das muß es aber nicht unbedingt, wenn man den Satz kritisch hinterfragt.
Im Rahmen der Diskussion über die Gnosis,… …dar ich auf das umfangreiche Textarchiv von Jean Vacquié,
einem Freund Marcel Lefèbvres, hinweisen: www.a-c-r-f.com/principal.html Unter „bibliothèque de A à
Z“ auf den Buchstaben „V“ klicken. Natürlich ist die Gnosis nicht christlich, dennoch gibt es eine Gnosis,
die von sich behauptet – fälschlicherweise – sie sei es. Der Erzbischof hat die Werke von Vaquié gefördert,
vor einigen Jahren fing aber der Pressemonopolist der FSSPX, Abbé Celier, an, diese zu attackieren. Dazu
gab er ein eigenes Buch heraus, „La paille et la sicomore“. Vaquié hatte zeigen wollen, daß der Milieu
der Tradition von der Unterwanderung durch die Gnosis bedroht ist. Warum wendet sich Celier so heftig
dagegen? Der Hinweis auf die durch die Gnosis gelehrte, angebliche Vermischung in Gott von gut und böse,
Freud und Leid, ist durchaus wertvoll. Angesichts der Tatsache, daß Ratziputin mit Hans-Wurst von Bastard
die Zeitschrift Communio gegründet hatte, rückt das den ersteren in die Nähe der gnostischen Spiritualität
des letzteren. Ich darf auch wiederholten Male auf die seltsamen seiten des Dönmeh-Rabbiners Yahov Leib
ha-Kohanim hinweisen www.donmeh-west.com/ und auch auf den britischen Frankisten Aaron Joseph. aronbengilad.blogspot.com/…sidic-catholics.html
Das ist alles ein Fundgruben, um JPII. wirklich zu verstehen. Gott leidet, wenn man JPII. und den Gnostikern
glauben darf. Es gibt genug Autoren, wie z.B. Weinandy, die das als „new orthodoxy“ ausgeben.
verworrene und stringent argumentierende Sedisvakantisten Das „Spiel der Gegensätze“ (@catharina) rührt
doch daher, dass der Grundentscheid, dass Gott die Liebe ist, nicht ohne Weiteres dazu führt zu sagen,
dass er das Gute ist. Es ist ja auch die Erfahrung unseres Lebens, dass die Liebe destruktives Potenzial
hat. (Eine der schönsten Beschreibungen von zur Destruktion verleitender Liebe findet sich wohl in der
Judas-Figur des Matthäus-Ev.) Warum, könnte Einer fragen, sollte es mit Gott und seiner aus Liebe erschaffenen
Welt anders sein. Das Böse in der Welt wäre dann einfach deswegen göttlichen Ursprunges, weil das Böse
zur Liebe dazugehört. Einer solchen Einlassung müsste man wohl entgegenhalten, dass Gott die Liebe und
die Vernunft (Logos) zugleich ist, weil Vernunft und Liebe Eines sind. Eine durch den Logos gereinigte
Liebe ist nach dieser Sprachregelung tatsächlich die Güte (@Knecht Franz). Hoffentlich bekomme ich jetzt
nicht wieder einen Häresiebescheid.
@Knecht Franz III. Ich könnte auch sagen, dass unseriöse Sedisvakantisten (womit ich einräume, dass
es seriöse und stringent argumentierende gibt) auf keinen Fall wollen, dass Benedikt XVI. Papst sei oder
sein könne! Gute Besserung und schönen Abend!
Ich drücke mich „verworren“ aus ?? „Verworren“ argumentiert der, der nebulös irgend etwas vun „Zeitumständen“
redet, auf die reagiert werden muss. Was steckt dahinter ? Das ist ganz klar: Mit allen Mittel soll Ratzinger
als „Papst“ aufrechterhalten werden. Dazu ist kein satanischer Winkelzug zu billig, ja sogar der größete
Frevel erlaubt .
@Drücke ich mich so verworren aus, franz III., dass Sie jetzt den Satanismus in die Diskussion mit einbeziehen
wollen? Auf dieser Basis ist keine sachliche Diskussion möglich. Fahren Sie unter diesen Umständen
mit Brandenburgis oder Daniel Stöhr darin fort…
Dialektik und Gnosis? „Wie hältst Du es mit Paulus? Mit seinen oft reichlich paradoxen Assagen – bis
hin zu einem Erlöser, der selbst zur Sünde geworden ist? Und was denkst Du von verschiedenen Abschnitten
bei Augustinus, in denen das Spiel der Gegensätze gar nicht abreißen will?“ „-- Mag ja sein. Aber so
redet doch das kirchliche Amt nicht. Und der Papst ist kein biblischer Schriftsteller, kein Kirchenvater.“
„Stimmt. Aber sei doch ehrlich: Bei Dir als oberstem Lehrer der Kirche wäre Paulus bestimmt verurteilt
worden, oder?“
@Knecht Franz Wie kann Gott, der gemäß Dogma vollkommen und die absolute Güte in Bezug auf sich selbst,
sowie auf alles Geschaffene ist „sich gegen sich selbst wenden“ Darauf gibt es nur eine logische antwort:
In Gott existiert ein gutes und ein böses Prinzip, die sich im Kreuzestod gegenseitig überwinden. Der
„böse“ Gott des AT wird zum „guten“ Gott des NT. Über das Wesen Gottes in dieser Weise zu spekulieren,
halte ich für einigermaßen verwirrend und möglicherweise nutzlos. Konsistent mit dem katholischen Dogma
lässt sich nach meinem sicher sehr beschränkten Urteilsvermögen über Gott nur aussagen, dass er die
Liebe ist. Dass in der Liebe auch ein böses Prinzip verborgen sein mag, kann ich nicht ausschließen.
Jedoch ist die Vorstelllung, dass Gott das Böse erst geschaffen hat, um es dann selbst zu besiegen, deswegen
irreführend, weil wir ja dann allem Bösen in der Welt einen göttlichen Ursprung zuschreiben könnten.
Dies stünde dem Heil der Welt, für das es einer Verdemütigung des Menschen bedarf, sicher sehr im Wege.
@Ist das aber Gnosis? Ausserdem: Solch schwierige Sachverhalte kann man hier nicht referieren. Es müssten
konkrete Zitate analysiert werden. Und der Kontext mitbedacht werden. Das alles kann mit 1500 Zeichen
nicht geleistet werden. Deswegen halte ich Schlagworte und Pauschalaussagen – besonders in Gestalt von
schwerwiegenden Vorwürfen – wie Brandenburgis sie liefert, für unangemessen und ungerecht. Ausserdem
hatte ich den Eindruck, sie reproduzierte hier qualitätsarme, traditionalistische Thesen, die es – wie
überall – in reichhaltigerem Masse gibt als qualitätsvolle. Der „Tradition“ fehlt auf weite Strecken
die originelle Bewältigung dessen, was sie mehr instinktiv als Widerspruch zum genuin Katholischen empfindet.
Und ausserdem auch ein Positiver Gegenentwurf zum Modernismus, der auf die Eigentümlichkeiten der Gegenwartslage
anspruchsvoll und überzeugend antwortet. Eine blosse Kopie der 50iger Jahre – mit der „Lichtgestalt“
Pius XII. verklärt – genügt nicht. Auch nicht in Brandenburg. Die Gnosis wird immer mehr als ein eigenes
Denksystem erkannt, die sich wie auf einem Wirt angesiedelt, bestehender, etwa christlicher, Strukturen
bedient. Chrislich wird sie dadurch gerade nicht, egal ob ortho- oder heterodox.
@Tridentinus: Bene 16 erklärt uns, dass Gott sich in seinem Tod am Kreut gegen sich selbt wendet. Wie
kann Gott, der gemäß Dogma vollkommen und die absolute Güte in Bezug auf sich selbst, sowie auf alles
Geschaffene ist „sich gegen sich selbst wenden“ Darauf gibt es nur eine logische antwort: In Gott existiert
ein gutes und ein böses Prinzip, die sich im Kreuzestod gegenseitig überwinden. Der „böse“ Gott des
AT wird zum „guten“ Gott des NT. Und somit gibt es sehr wohl eine „christliche“ Gnosis (wenn auch häretisch
oder apostatisch).
@Brandenburgis Gnosis ist ein sehr diffuses Phänomen. Zusätzlich sehr heterogen. Es lässt sich schwer
auf etwas anwenden – hierin dem Modernismusbegriff verwandt, der ja als Begriff eigentlich gar keine inhaltliche
Kennzeichnung der für ihn typischen Entstellung der Offenbarungsgehalte enthält. Wenn sie Ihre Einschätzung
Benedikt XVI. nicht begründen, muss ich annehmen, dass das eine fachlich nicht qualifizierte Zuweisung
ist. Dann bin ich froh, dass Ihrer „Wahrnehmung“ kein verbindlicher Charakter eignet. Im übrigen gibt
es gar keine christliche Gnosis.
Pardon, das ist hier nicht der richtige Strang – aber ich möchte der Redaktion danken und auf die wunderschönen
Bilder unter „Mariä Verkündigung – Zur Erde kam das Licht vom Licht“ hinweisen. Ich habe mich gerade
lange daran erfreut und wünsche das auch allen anderen!
@tridentinus und franz III. (von Frankreich??) Das „et/et“-Prinzip ist zwar durchaus katholisch, allerdings
nur dort, wo es angebracht ist und nicht dort, wo es nicht angebracht ist. Die willkürlichen protestantischen
Zumutunten wie „sola scriptura“ sind selbstverständlich als abwegig zurückzuweisen. Das ndert nichts
daran, daß der gegenwärtig regierende Papst tatsächlich ein Gnostiker und kein Katholik ist. Nach meiner
Wahrnehmung ist er noch nicht einmal ein „christlicher“ Gnostiker …
@st.georg nikolaus harnoncourt, den ich durchaus bewundere und für einen der wichtigsten Interpreten
des 20. Jh. halte, hat oft genug selbst geschlampert – weil er die Tradition nicht beachtet bzw. nicht
gekannt hat. Und bei fast allen seiner „revolutionären“ Interpretationen hat er sich durchaus auf die
seiner Meinung nach WAHRE Tradition berufen. Sein dictum richtet sich also gerade NICHT gegen das Traditionsprinzip,
sondern gegen eine falsche, nciht sachgerechte, träge Traditionsanwendung. Die Lügerei der V2-Anhänger
samt Johnny Walker hat übrigens mit beiden Ansätzen nichts zu tun, hier handelt es sich um kriminelle
Betrügerei.
Genau daher (Dialektik) kommt auch ein Joseph Ratzinger. In „Deus Caritas est“ spricht er von Gott, der
sich „am Kreuz gegen sich selbst“ (!) richtet. Daraus geht dann die Versöhnung des bösen in Gott mit
dem guten in ihm einher, also ein dualistischer Gott, der Gott der Gnosis.
@catharina das et…et ist ein wichtiges Prinzip des Katholischen, sola… ist protestantisch. Dazu gibt
es ganze Studien und Textanalysen zum Konzil von Trient. Der Modernismus will das im Anschluss an Hegel
unter dem Anschein des konstant Katholischen in Dialektik umformen. Das ist vielleicht sein signifikantester
Wesenszug.
„gewisse Spannung“ „In der Rede des Papstes Johannes XXIII. sind es die beiden Seiten „Treue zur Lehre“
und „pastorale Anpassung“, zwischen denen eine gewisse Spannung liegt“ Was ist denn unter „pastorale Anpassung“
zu verstehen ? Roncalli sagt doch ganz eindeutig, dass die Lehre den Zeitumständen angepasst werden muss.
Die Lehre soll sich also nach den Wünschen (Phantasien ?) der Menschen richten.
Schon immer hat es Personen gegeben, die komplexen Gedankenverläufen nicht folgen können oder wollen.
In ihrem Urteil sind diejenigen, die eine Sache unter mehreren Aspekten beleuchten, entweder bloße Schwaller
oder „Doppeldenker“ (was in ihrem Mund keinen positiven Klang hat). Und hier liegt vielleicht das Problem:
Eigentlich richten sich kirchliche Dokumente und Aussagen an die einfachen Menschen, nicht an die Intellektuellen.
Seit dem letzten Konzil aber mutet man dem Kirchenvolk einen Spagat des „Sowohl – als auch“ zu, den es
einfach nicht schafft, so daß man entweder in Extreme verfällt oder sich ganz verabschiedet. In der
Rede des Papstes Johannes XXIII. sind es die beiden Seiten „Treue zur Lehre“ und „pastorale Anpassung“,
zwischen denen eine gewisse Spannung liegt; eine Spannung, die durchaus anspruchsvoll ist, weshalb viele,
anstatt sie durchzuhalten, lieber zu Pastoralisten oder zementierten Dogmatisten werden. Schade!
Diese strenge Unterscheidung zwischen Form und Inhalt ist eben nicht möglich. Alles andere ist eine hinterhältige
Lüge, derer sich ein Roncalli und diejenigen, die ihm glauben, bedienen. Die erste Häresie findet man
in „pacem in terris“ mit Anerkennung der Religionsfreiheit, als ein behauptetes Recht, das in der Würde
der menschlichen Person selbst wurzle. Genauso wie es die freimaurerische Erklärung der Menschenrechte
definiert. Dies war der erste Schritt nach Assisi. Wojtila hat dann später noch die „theologische“ Untermauerung
mit der Lehre vom „anonymen Christen“ (jeder Mensch gehört qua Geburt zur Kirche) geliefert. Ratzinger
stimmt all dem zu. Wenn er es nicht täte, dann müsste er Roncalli-Wojtila als Häretiker verurteilen.
Das tut er jedoch nicht, sondern ergeht sich in Lobreden.
Lieber Statcrux, ich sollte jemanden gelobt haben? Ist mir entgangen. „Seiltanz“ ist bereits eine Interpretation
der Nachwelt, die HvO so rühmt. Außerdem spreche ich von den Nachgeborenen, kleine Referenz an den linken
Dichter Bert Brecht.
@Catharina In der Überschrift zu Teil 5 dieser Serie begegnet, anders als bei den vier vorherigen Überschriften,
den Lesern einmal mehr das Unvermögen der Redaktion: „Seiltanz“ ist bereits eine Interpretation der Nachwelt,
die HvO so rühmt. Der Papst hat einen ganz klaren Auftrag gefasst, ohne jeden „Seiltanz“. Denn die Unterscheidung
zwischen dem, was wesentlich ist und dem, was anzupassen ist, liegt nunmal beim pastoralen Lehramt. Weder
ein einzelner Bischof für sich noch ein einzelner Theologe entscheidet darüber. Diese Entscheidungen
hat das Konzil legitim und gültig getroffen.
Ach lieber St.Georgs Organist, vielen Dank! Von Nikolaus Harnoncourt haben Sie Ihre theologischen „Kenntnisse“.
Ist ja auch ein bedeutender Theologe des 20.Jahrhunderts. Viel Spaß beim dilettieren.
@heinrich sie implizieren also, dass die „modernisten“ nicht rechtgläubig sind…tzzzzz! wer entscheidet
das – sie ? über „tradition“ hat nikolaus harnoncourt mal was hübsches gesagt : tradition ist ein synonym
für schlamperei ! willkommen in der welt des 21.jhrdt.
Es zeigt sich an diesem Text halt die Taktik der Modernisten: Rechts reden und links handeln. So hat man
die dummen Katholiken rumgekriegt. Wenn man ehrlich gesagt hätte was man vor hat, wäre das niemals gelungen.
Die die sich nicht verscheißern ließen sind in der Priesterbruderschaft Pius X. oder im inneren Exil
und diejenigen, die im Herzen Protestanten sind, lungern in den Gremien rum und machen den rechtgläubigen
(und übrigens auch vielen anderen) Priestern das Leben schwer.
Das Ideal –-- –-- und seine konkrete Verwirklichung…! Daß Johannes XXIII. mit seinem Grundanliegen
recht hat, werden nur Rechthaber bestreiten. Daß daraus aber etwas ganz Andersartiges wurde, werden nur
Ignoranten (vincibiles oder invincibiles) in Abrede stellen. Idealismus jedenfalls hat der Kirche mehr
geschadet als Realismus.