Medien
Als die katholische Kirche herrschte
Frage: Welcher der vielen Filme mit dem bekannten US-Schauspieler Karl Malden (95) hielt dieser für seinen besten Streifen?
Szene in 'Baby Doll'
Szene in ‘Baby Doll’
(kreuz.net) Waren es die Filme Patton – Rebell in Uniform? Pollyanna? Endstation Sehnsucht?

Nein. Für Malden war der wenig bekannte Film ‘Baby Doll’ sein Meisterwerk. ‘Baby Doll’ wurde 1956 mit dem Hollywood Schwergewicht Elia Kazan († 2003) als Regisseur gedreht.

Im Film ‘Baby Doll’ spielte Malden einen schäbigen Charakter, dessen junge und wollüstige Gattin Baby Doll – von Carroll Baker (75) dargestellt – des öfteren fremdgeht.

Malden in 'Baby Doll'
Malden in ‘Baby Doll’
Zu dieser Zeit gab es wenige Hollywood Regisseure, die bedeutender waren als der Starregisseur griechischer Herkunft, Elia Kazan. Das Drehbuch für Baby Doll basiert auf einem Theaterstück des US-Schriftstellers Tennessee Williams († 1983).

Hauptdarsteller Karl Malden hat nur zwei Jahre vorher mit seiner aufrüttelnden Darstellung eines katholischen Priesters im Film ‘Die Faust im Nacken’ (1954) eine Sensation bewirkt.

Und Carroll Baker? Sie war das jüngste Sexsymbol von Hollywood – das Straßengespräch des Jahres 1956. Alles, was mit Baby Doll zu tun hatte, schrie nach „Kassenschlager“.

Doch warum sahen so wenige Menschen diesen Film?

Der Grund läßt sich in drei Wörtern zusammenfassen: die katholische Kirche.

Als ‘Baby Doll’ herauskam, verurteilte der Erzbischof von New York, Francis Kardinal Spellman († 1967), den Film.

Er publizierte eine Erklärung, die keinen Zweifel daran ließ, daß, soweit die Kirche betroffen war, es eine Todsünde sei, den Film zu sehen.

Das war das Ende von Baby Doll. Der Film, der in diesem Jahr die Filmpreise hätte gewinnen können, verschwand in der Versenkung.
      
13 Lesermeinungen
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#13   methusalix †   18:42:57 | Donnerstag, 29. März 2007
Das ist richtig, Sirilo!
Die tatsächliche Gründung erfolgte erst später; das hiess aber nicht, dass nicht „Die Sünderin“ in die tiefsten Tiefen der Hölle verdammt wurde.
Wikipedia beschreibt das so:
Aktion Saubere Leinwand
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Die Aktion saubere Leinwand – gemeint war damit die Kinoleinwand – war eine in den 1960er Jahren gestartete Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hatte, die sich nach zaghaftem Beginn immer rascher ausbreitende Sexualisierung der Medien durch Zensur- und Kontrollmaßnahmen, nicht zuletzt aber auch durch eine Änderung des Grundgesetzes zu unterbinden.
Maßgeblicher Initiator war der Jurist Adolf Süsterhenn, der sich der „allgemeinen sittlichen Ordnung“ verpflichtet sah und mit seiner Aktion die Jugend vor den Gefahren von „Schmutz und Schund“ schützen und vor allem Unsittliches aus dem Kino verbannen wollte. Wegen zeitgenössischer Filme wie Die Sünderin, Das Schweigen oder Geschichten hinter Wänden mit einigen – aus heutiger Sicht eher belanglosen, damals jedoch Aufsehen erregenden – freizügigen Szenen sah er die sittliche Ordnung in Gefahr.
Süsterhenn handelte sich mit seinen Bemühungen allerdings hauptsächlich Spott und Kritik von Künstlern und Kulturschaffenden ein, so soll ihn Heinrich Böll als „Professor Lüsterhahn“ tituliert haben.
Von „de.wikipedia.org/…ion_Saubere_Leinwandde.wikipedia.org/…ion_Saubere_Leinwand
Auch zu Süsterhenn selbst gibt es einen interessanten Eintrag im Netzlexikon: klick de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCsterhenn
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#12   Sirilo   10:32:54 | Donnerstag, 29. März 2007
@obelix
Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, wurde die „Aktion Saubere Leinwand“ wegen des Bergmann-Films „Das Schweigen“ gegründet.
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#11   obelix †   23:04:51 | Mittwoch, 28. März 2007
Noch viel interessanter, als zu wissen, ob das ansehen von „Baby Doll“ eine Todsünde sein könnte,…
… (in der Liste der sieben Todsünden ist das jedenfalls nicht erwähnt) ist es zu wissen, welchen Unterschied es zwischen „God’s own country“ und Deutschland gibt.
In jenen Tagen gab es auch in Deutschland einen Film, der, um es mal euphemistisch auszudrücken, den Kirchenherren nicht genehm war. Es war „Die Sünderin“ mit Hildegard Knef. Darin war die Gute wenige Sekunden splitterfasernackt in Rückenteilansicht zu sehen.
Der Untergang des Abendlandes drohte! (Meinten die Kirchenknechte) Die Proteste waren zahlreich, lautstark und heftig. Adolf Süsterhenn gründete seine Aktion „Saubere Leinwand“ und was geschah?
„Die Sünderin“ brach alle Kassenrekorde. Shit happens!
Eine interssante Anmerkung gibt es bei imdb.com:
This was one of many examples of how the lax attitude of new Code official Geoffrey Shurlock, the successor at the PCA to the strict Catholic militant Joseph Breen, would lead to a schism with the Legon of Decency and the PCA’s own downfall over the next few years. After this film, the PCA drifted farther and farther away from its traditional guidelines until it was replaced by the MPAA ratings system in 1968. www.imdb.com/title/tt0048973/
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#10   stimme der vernunft †   16:13:24 | Mittwoch, 28. März 2007
Interessant
wäre auch zu wissen, ob der Herr Kardinal den Film angesehen hat und damit also subjektiv eine Todsünde begangen hat, oder ob der film nicht gesehen hat und über etwas, das er gar nicht kennt, behauptet, es sei eine Todsünde das anzusehen.
Der Hellsten einer war er offenbar wirklich nicht.
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#9   nonnobisdomine   16:07:32 | Mittwoch, 28. März 2007
@ Typ
Ich vermute mal zu Ihrem Vorteil, daß Sie die Worte aus dem kirchlichen Recht korrekt verstanden haben.
Ich sprach nicht von kreuz.net, sondern von den Gläubigen.
Wenn ich mich über einen Hirten beschwere, so geschieht das mit meinem konkreten RL-Namen und meiner genauen Anschrift, per Post und nicht über email.
Und so sollte es auch sein. Ein sich selbst nennender „Nachrichtendienst“ wie kreuz.net oder auch kath.net kann im Sinne des genannten can. gar keine Kritik äußern, da sie entweder anonym sind oder gar keine „Gläubigen“.
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#8   stimme der vernunft †   15:44:48 | Mittwoch, 28. März 2007
Trottel
Ein Kardinal, der ernsthaft behauptet, das Ansehen eines Filmes sei „zweifellos eine Todsünde“ ist ein Trottel.
Da beisst die Maus kein Faden ab.
Der Kasper hatte offenbar nicht mal begriffen, was eine Todsünde gemäß Lehre der Kirche ist.
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#7   Typ   15:13:04 | Mittwoch, 28. März 2007
@ non nobis
unter Wahrung der Unversehrtheit des Glaubens und der Sitten und der Ehrfurcht gegenüber den Hirten und unter Beachtung des allgmeinen Nutzens und der Würde der Personen den übrigen Gläubigen kundzutun
Eben. Unter Wahrung der Ehrfurcht gegenüber den Hirten und der Würde der Personen.
Und jetzt zeigen Sie mir mal, wo das bei den diversen ketz.net-Artikeln über die Bischöfe Algermissen, Büchel, Lehmann, Kamphaus, Scheuer, Schwarz, Schönborn tatsächlich geschehen ist: die Ehrfurcht gegenüber den Hirten der Würde der Personen.
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#6   Maledica   12:52:03 | Mittwoch, 28. März 2007
Wer ist der Trottel?
@Stimme der Dummheit.
Sie bestätigen mit Ihrem Post wieder einmal, wer der wahre Trottel ist!
Man brüstet sich mit Namen, denen man am wenigsten selbst gerecht wird.
Wie die Linken, die brüllen auch die Toleranz am meisten heraus, welche diese am wenigsten selbst üben!
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#5   r.ruhrgebietler   12:45:36 | Mittwoch, 28. März 2007
@Neuevangelisation – niemand!
den Gott erschaffen hat verdient ein großer Teil der kath. Bischöfe Deutschlands viel Geld mit noch schlimmeren Filmen und Büchern durch ihren WELTBILDVERLAG. Wer warnt das gläubige Volk noch vor diesen Bischöfen ?
Niemand – weil dadurch das Geldsäckel der Pfründesicherer direkt betroffen ist! Und damit begehen die Warner ein Todsünde, werden Exkommuniziert etc.
Nein, diese kath. Kirche ist keine röm.-kath. Kirche mehr. Sie ist ein gigantisches Unternehmen mit dem Ziel der Gewinnmaximierung. Wären es doch Seelen die durch die Seelen-gewinn-Maximierung auf die rechte Bahn kämen und damit eine erheblich besser Chance hätten in den Himmel zu gelangen. Aber vielleicht ist dieses Gedankengut auch schon ketzerisch…
Gott ist der Richter und so stelle ich meine Meinung ganz unter seinen Seegen und sein Urteil.
Gelobt sei Jesus Christus im allerheiligsten Sakrament des Altares!
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#4   nonnobisdomine   11:44:43 | Mittwoch, 28. März 2007
An den Vorposter:
Da gibt es doch can 212 § 3 CIC:
„Entsprechend ihrem Wissen, ihrer Zuständigkeit und ihrer hervorragenden Stellung haben sie [die Gläubigen, Anm. d. Verf.] das Recht und bisweilen sogar die Pflicht, ihre Meinung in dem, was das Wohl der Kirche angeht, den geistlichen Hirten mitzuteilen und sie unter Wahrung der Unversehrtheit des Glaubens und der Sitten und der Ehrfurcht gegenüber den Hirten und unter Beachtung des allgmeinen Nutzens und der Würde der Personen den übrigen Gläubigen kundzutun.“
Aber wie schnell wird man dann doch noch – von anderen Klerikern sogar – als „Denunziant“ beschimpft.
Und dann machen die „Hirten“ weiter, nach ihrem eigenen Gutdünken.
Mir geschehen, sogar schriftlich vorliegend.
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#3   Neuevangelisation   11:23:46 | Mittwoch, 28. März 2007
und heute
Jeden Tag, den Gott erschaffen hat verdient ein großer Teil der kath. Bischöfe Deutschlands viel Geld mit noch schlimmeren Filmen und Büchern durch ihren WELTBILDVERLAG. Wer warnt das gläubige Volk noch vor diesen Bischöfen ?
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#2   nonnobisdomine   11:16:07 | Mittwoch, 28. März 2007
Auch jemand der „vernünftige Stimmen“
verbreitet, kann ein Trottel sein.
q.e.d.
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#1   stimme der vernunft †   10:39:54 | Mittwoch, 28. März 2007
Was ein Trottel
dieser Kardinal.
„Zweifellos eine Todsünde, den Film anzusehen“
Und so ein Trottel bringt es bis zum Kardinal :-D
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