17:58:33 | Montag, 17. Januar 2005
„Vielleicht geht es Ihnen ähnlich wie mir: Sie fühlen dumpf, daß Abtreibung falsch ist, aber Sie wissen nicht, warum Sie dagegen sind.“ Eines Tages stand Dr. med. Samuel Pfeifer selbst im Operationssaal und sah bei einer Abtreibung zu. Die Abtreibung aus der Sicht eines Mediziners.
(kreuz.net/
Aktion Leben Deutschland) Es gab eine Zeit in meinem Leben, wo auch ich die Abtreibung als
alleinige Angelegenheit der Frau sah, die sie mit ihrem Arzt und ihrem Gott aushandeln müsse. Als Christ
kannte ich wohl die Aussagen der Bibel, aber als moderner Mediziner wollte ich flexibel und human sein.
Drei Dinge gaben mir den Anstoß, meine Meinung zu ändern: Zum ersten las ich die psychiatrischen Gutachten
(Situation in der Schweiz), die Frauen und Mädchen den Weg für den Eingriff ebneten – eine Sammlung
von Halbwahrheiten und Übertreibungen. Drei Tränen genügen oft, um eine schwerste Depression zu diagnostizieren.
Und dann erlebte ich, wie ein junger Gynäkologe weinend zusammenbrach und ausrief: „Heute habe ich meine
fünfzigste Abtreibung gemacht, und ich weiß, daß es Mord ist. Die Schuld lastet so schwer auf mir …“
Doch der Chef sagte zu seinen Assistenten: „Wenn Sie nicht abtreiben wollen, müssen Sie sich eine andere
Stelle suchen.“
Eines Tages stand ich dann selbst im Operationssaal (OP) und sah bei einer Abtreibung
zu. Die Saugcurette wurde eingeführt, die Vakuumpumpe angestellt. Langsam kletterte der Zeiger des Manometers
höher. Plötzlich zerriß ein lautes gieriges Schlürfen die Stille des OP. Damals, als der mörderische
Schlund des Saugrohrs das ungeborene Leben verschlang und schaumiges Blut, zerfetztes Gewebe und abgehackte
Händchen ausspie, da wurde ich zum vehementen Abtreibungsgegner. Ich habe mich seither geweigert, auch
nur eine Narkose für diesen Eingriff zu machen.
Vielleicht geht es Ihnen ähnlich wie mir vor diesen
Erlebnissen: Sie fühlen dumpf, daß Abtreibung falsch ist, aber Sie wissen nicht, warum Sie dagegen sind.
Ich möchte Ihnen im folgenden einige Gedanken weitergeben, die mir geholfen haben, mir eine persönliche
Meinung zu bilden.
Der Wert des Lebens.
Die Bibel sagt uns deutlich, daß unser Leben nicht sinn- und
wertlos ist. Die Entstehung des Lebens ist nicht einfach Zufall. Mit welcher Ehrfurcht drückt dies doch
David in Psalm 139 aus: „Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht hast; wunderbar sind deine Werke,
und meine Seele erkennt das wohl! Mein Gebein war dir nicht verborgen, da ich im Verborgenen gemacht ward,
gewirkt tief unten auf Erden. Deine Augen sahen mich, als ich noch unentwickelt war, und es waren alle
Tage in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten, als derselben noch keiner war.“
Das ungeborene
Kind.
Was von den Abtreibern oft einfach als Schwangerschaftsprodukt bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit
das größte Wunder der Welt. Wenn das ungeborene Baby 18-25 Tage alt ist, bevor die Mutter überhaupt
sicher ist, ob sie schwanger ist, schlägt bereits sein Herz. Bereits 45 Tage nach der Befruchtung können
seine Hirnstromwellen nachgewiesen werden. In der achten Schwangerschaftswoche hat es schon diejenigen
Fingerabdrücke, die es sein ganzes Leben behalten wird, und in den folgenden Wochen beginnen seine Drüsen
zu funktionieren.
Im dritten Schwangerschaftsmonat kann das ungeborene Baby bereits schlucken und seine
Zunge bewegen. Es beginnt Daumen zu lutschen, seine Haare und Fingernägel wachsen, und es reagiert bereits
auf Schmerz. Dies alles, bevor die Mutter das Baby überhaupt spürt. Eingenistet unter dem Herzen der
Mutter wird es durch seine Nabelschnur mit allem versorgt, was es zum Leben braucht, völlig geborgen
in der schützenden, warmen Höhle des Mutterleibes. Doch das gewaltsame Herauszerren mit brutalsten Methoden
ist heute zur zweithäufigsten Operation nach der Mandeloperation geworden.
Ja, aber…
Ja, aber gibt
es nicht doch Fälle, bei denen eine Abtreibung medizinisch indiziert ist, d. h. lebensnotwendig ist?
Dr. Alan Gutmacher, einer der glühendsten Befürworter der Abtreibung, gibt selbst zu: „Heute ist es
möglich, beinahe jede Patientin auch während einer Schwangerschaft durchzubringen, es sei denn, sie
leide an einer Krankheit, die wie Krebs oder Leukämie ohnehin zum Tod führt. Dann aber würde auch eine
Abtreibung das Leben nicht mehr verlängern oder gar retten.“
In Bezug auf schwere Geisteskrankheiten
sagt er: „Es gibt kaum Beweise, daß die Schwangerschaft eine Psychose verschlechtert, sowohl akut als
auch auf lange Sicht.“ Was aber, wenn eine Untersuchung ergibt, daß ein Kind bei der Geburt schwer mißgebildet
sein wird? Nun, die meisten dieser Tests sind ungenau und nehmen in Kauf, daß ebensogut ein gesundes
Baby getötet wird. Oft geht es so lange, bis das Resultat vorliegt, daß das Kind bereits lebensfähig
wäre. Dennoch wird es herausoperiert und beiseitegelegt. Niemand kümmert sich um das zuckende Bündel,
das verzweifelt nach Luft schnappt und dann langsam blau wird, kalt und leblos …
Man könnte ein Baby
ebensogut nach der Geburt umbringen. Durch die Frühdiagnostik wird jener unheilvolle Trend gefördert,
nach dem Gesundheit machbar sei und einfach kein krankes Kind mehr zur Welt kommen darf. Man wird immer
stärker an die „Ausmerzung lebensunwerten Lebens“ im Dritten Reich erinnert.
Befürworter behaupten,
daß Abtreibung im Krankenhaus gefahrlos sei. In Wirklichkeit ist sie einer der risikoreichsten Eingriffe
unter den Routine-Operationen: Schwerste Blutungen, Durchstoßung der Gebärmutter, lebenslange Unterleibsentzündungen,
schwere Komplikationen bei späteren Schwangerschaften, Fehlgeburten und Unfruchtbarkeit treten in über
30% der Fälle auf.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.