Befreiungstheologie
Die Ratten rotten sich zusammen
Sogenannt katholische Fakultäten und Professoren haben die Verurteilung eines Befreiungstheologen und Häretikers nicht gut verkraftet. Damit habe der Vatikan das gegenwärtig dominierende katholische Universitätswesen verurteilt – erkennen sie richtig.
Hw. Peter Hünermann
Hw. Peter Hünermann
(kreuz.net) Rund siebzig sich als katholisch bezeichnende Theologen haben sich hinter den Befreiungstheologen, Pater Jon Sobrino, gestellt.

Die sogenannte Befreiungstheologie war in den späten 80er Jahren des letzten Jahrhunderts aktuell.

Die Thesen des Jesuiten über Jesus Christus wurden jüngst von der Glaubenskongregation verurteilt.

In einem Artikel für die Aprilausgabe der in Glaubensfragen unzuverlässigen Monatszeitschrift ‘Herder-Korrespondenz’ fordert der emeritierte Tübinger Dogmatiker Hw. Peter Hünermann eine Reform der römischen Glaubenskongregation.

69 weiteren Theologen würden sein Plädoyer für eine „intelligente Neugestaltung“ der römischen Glaubenskongregation mittragen.

Dazu zählten der Rektor der Universität Salzburg, Heinrich Schmidinger, der greise Münsteraner Fundamentaltheologe Johann Baptist Metz sowie der Tübinger Moraltheologe Dietmar Mieth – erklärte Hw. Hünermann am Mittwoch gegenüber der deutschen ‘Katholischen Nachrichtenagentur’.

Zensurbehörde?

Die Glaubenskongregation habe „immer noch die Struktur einer frühneuzeitlichen Zensurbehörde“, behauptet Hw. Hünermann, der auch Ehrenpräsident der ‘Europäischen Gesellschaft für KatholischeTheologie’ ist.

Die obersten Glaubenshüter seien ihrer Aufgabe nicht gewachsen.

Hw. Hünermann unterstellt der Glaubenskongregation „theologische Inkompetenz“ und behauptet, die Lehrverurteilung des Befreiungstheologen Jon Sobrino beruhe auf falschen Annahmen.

Die Aussagen zu seinen Schriften seien teilweise „schlicht falsch“ und beruhten auf einer „flüchtigen Lektüre“.

„Mit Jon Sobrino sitzen die angesehensten Exegeten und systematischen Theologen – katholische wie evangelische – auf der Anklagebank“ – erkennt der Dogmatiker richtig.

Die Glaubenskongregation verkehre die Aussagen von Pater Sobrino und halte an überholten „mittelalterlichen Denkformen“ fest.

Bei der römischen Notifikation. handle es sich um ein „Kondensat neuscholastischer Christologie als Kriterium für die heutige Theologie“ – so der emeritierte Dogmatiker.

Ernsthafte und geduldige Universitäten?

Die Verurteilung der christologischen Hauptwerke von Pater Jon Sobrino hat auch in der Wiener Katholisch-theologischen Fakultät „tiefe Betroffenheit“ ausgelöst.

In einer Pressemitteilung wird die Glaubenskongregation zu einem „ernsthaften und geduldigen Dialog“ aufgefordert.

Dies erfordere einerseits der Respekt gegenüber der Person von Pater Sobrino, dessen „Glaubenszeugnis außer Streit stehe“, andererseits aber auch der Respekt gegenüber den „Errungenschaften der theologischen Wissenschaften der letzten Jahrzehnte“, die in Pater Sobrinos Werk verarbeitet würden.

Auch die katholische Fakultät Wien stellt die Frage, „ob das gegenwärtige Verfahrensrecht der Glaubenskongregation nicht einer nochmaligen Reform“ bedürfe.

Der Fakultät ist es ein Anliegen, einem „Dialog zwischen dem jeweiligen Autor und den entscheidenden Instanzen im Hinblick auf eine sachgerechte Entscheidung“ Rechnung zu tragen.

Der Dekan der Universität Graz sieht in dem Befreiungstheologen Sobrino sogar „ein leuchtendes Vorbild für eine Theologie, die tut, was sie glaubt und bereit ist, dafür Gefahren auf sich zunehmen“.
      
22 Lesermeinungen
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#22   Bokrug †   17:52:39 | Dienstag, 2. Oktober 2007
Befreiungstheologie…
…und christliche Theologie des Mittelalters müssen einander nicht widersprechen…
www.artfond.de/geldseite
www.vergessene-buecher.de
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#21   Christus vincit †   09:49:07 | Freitag, 30. März 2007
@div. Vorposter
@Unschuld
…so wenig dürfte es einem Christen erlaubt sein, diese Kritiker als Ratten zu bezeichnen
Wenn es sich um Leute handelt, die gezielt den katholischen Glauben, der eben auch Dinge wie die Gottheit Christi, die Unbefleckte Empfängnis und leibliche Himmelsaufnahme Mariens oder die Unfehlbarkeit des Papstes umfaßt, darf man ihn, weil er damit auch das Seelenheil von Tausenden – um nicht zu sagen von Millionen – gefährdet, sehr wohl eine „Ratte“ nennen.
@Typ
Über das Prädikat „katholische Fakultät“ entscheidet nicht ketz.net, sondern der Hl. Stuhl. Steht ketz.net über dem Hl. Stuhl
Sie meinen wohl kreuz.net? Jeder getaufte und gefirmte Katholik, der eine katholische, d.h. alle katholischen Dogmen umfassende, Katechese hinter sich hat, kann beurteilen, ob jemand „katholisch“ ist oder nicht. Und da fällt das Ergebnis für sehr viele sich „katholisch“ nennenden Theol. Fakultäten und Theologieprofessoren – zumindest in Mitteleuropa – halt doch sehr, sehr schlecht aus!
@möchteger-kathole
Den Bolzen werden die Modernisten nicht raustreiben.
Sie sind aber, wie gesehen, doch schon mächtig dabei! Es ist doch grotesk, wenn Theologen, die stärker auf die soziale Botschaft Christi und der Kirche („Option für die Armen“) abheben und somit auch das verfreimaurerte Establishment der Konzils“kirche“ in Frage stellen, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verfolgt werden, gleichzeitig aber „Theologen“ wie Klaus Berger, die mindestens genauso wenig katholisch sind, hofiert werden…
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#20   Rodolfo Panetta   08:38:23 | Freitag, 30. März 2007
„Die obersten Glaubenshüter …
… seien ihrer Aufgabe nicht gewachsen.“ Das ist ein direkter Angriff auf Papst Benedikt XVI., mit dem die glaubensfeindlichen Schreiberlinge ihre Hosen herunterlassen.
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#19   r.ruhrgebietler   08:10:30 | Freitag, 30. März 2007
@sani – Druckwerke
beim lesen Ihres Beitrags fällt mir nur ein, daß das meiste „frisch gedruckte“ in Theologie in die Rubrik des Altpapierwertes rutscht. Eigentlich gehören diese Schriften doch alle sofort auf den Index. An Häresie und Glaubensfeindlichkeit kaum mehr zu überbietender Schund.
Das die sog. Glaubenskongregation des Vatikans nicht auf der Höhe ist beweist die Tatsache, daß die Lateinische Messliturige immer noch nicht verpflichten für jede zelebrierte hlg. Messe ist. Da fiele mir sofort noch die Ritenkongregation ein…
Allesamt sehr rückständig. Hoffentlich ändert sich das bald!
einen gesegneten Tag mit Jesus Christus!
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#18   möchtegern-kathole   21:47:20 | Donnerstag, 29. März 2007
wissenschaftlich?
genau das ist eine besonderheit einer theologischen Forschung: der Glaube an sich entzieht sich der „wissenschaftlichen Forschung“. Wer könnte wissenschaftlich beweisen, dass es Engel gibt? Dass es die Hölle gibt? „Wissenschaftlich“ geht das nicht. D.h. dass man in Glaubensfragen nur um den Glauben herum forschen kann, der Glaube aber Dreh- und Angelpunkt sein muss – gleichsam der Scharnierbolzen, der seine Position nicht verändert, während sich die Wissenschaft um ihn herum forscht, in Frage stellt, revidiert, dreht. Den Bolzen selber darf sie nicht bewegen, das wäre eine Überschreitung des Arbeitsfeldes.
Und genau darin – in Glaubensfragen – in unserem Bild der Bolzen – verbreiteten viele Wissenschaftlier eine Reihe Unsinn in den letzten Jahren, und das darf man sehr wohl kritisieren, und muss die Glaubenskongregation auch, dafür ist sie da. Den Bolzen werden die Modernisten nicht raustreiben.
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#17   Alligator   19:30:56 | Donnerstag, 29. März 2007
treffendes Bild
– da grinst einem doch der Satan persönlich ins Gesicht…
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#16   sani †   18:03:00 | Donnerstag, 29. März 2007
@FranciscoSuarez
Nur weil sie etwas nicht versteh’n muss es ja nicht gleich Käse sein. >:) :(3
Hauen sie sich einmal unvoreingenommen in die aktuellen theologischen Debatten rein. Lesen sie mal eine neuere Fundamentaltheologie (ich denke die vom Reikersdorfer in 4 Bänden gibt schon einiges her – nicht mehr ganz frisch – aber immer noch gut) und wenn sie dann durch sind (so in einem Jahr O:) ?:) !:) ) dann posten sie wieder mal >:) O:) :-] ;-) und ?:) (diesen Smilie mag ich besonders)
ach wie ich diese Smilies liebe o^/ :-D
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#15   FranciscoSuarez   16:57:08 | Donnerstag, 29. März 2007
@st.georg
Ich habe keineswegs behaupten wollen, dass die Theologie nicht hinterfragen (auch sich selbst) müsste. Es ist gut und wünschenswert, wenn sie das tut. Aber es kann nicht angehen, dass der Theologie und dem Glauben ihre Fundamente entzogen werden, und das sind eben u.a. die Glaubenssätze (bzw. -wahrheiten). Wenn Professoren nichts als schwammige Reden führen hat das doch wohl mit ernsthafter Forschung auch wenig zu tun. Man will modern sein und macht sich doch nur lächerlich.
Ich bin kein Fundamentalist, der behauptet, dass in der Neuscholastik alles besser war, aber meine Sympathie für diese Epoche verhehle ich keineswegs. Man bemühte sich damals noch um ein korrektes logisch-philosophisches Denken, das heute leider völlig aus der Mode gekommen zu sein scheint.
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#14   st.georg   16:39:35 | Donnerstag, 29. März 2007
@suarez
sehr geehrter herr suarez – sie scheinen eine falsche sicht auf den sinn und die aufgaben wissenschaftlicher universitärer forschung und arbeit zu haben :die wisenschaft – auch die theologie ( ohne deren wissenschaftsanspruch hier diskutieren zu wollen ) muss immer neu hinterfragen, in frage stellen, tradiertes überprüfen, gegenpositionen zur diskussion stellen – neu forschen ! ein ausschliessliches repetieren ( auch noch so anerekennenswerter ) alter denkschulen kann nicht auftrag seriöser wissenschaftlicher arbeit sein…
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#13   FranciscoSuarez   16:21:59 | Donnerstag, 29. März 2007
Theologen
Bezüglich der Verurteilung von Pater Sobrino kann ich wenig sagen, weil ich seine Werke nicht gelesen habe.
Aber zur Situation an Kath.-Theol.-Fakultäten möchte ich doch etwas anmerken: Ich bin nach Jahren der Beobachtung zu dem Schluß gekommen, dass mindestens 75% all derer, die an Theologischen Fakultäten lehren, lehramtlich verurteilt werden müssten. Jeder meint, seine eigenen Lehren verbreiten zu können. Und einem Großteil der Studenten gefällt das auch ganz gut, weil relative Wahrheiten eben bequemer sind (und leicht zu ändern) als ewige. Niemand will sich noch wirklich die Mühe machen, die katholischen Glaubenswahrheiten wirklich zu verstehen, man redet nur ständig um den heißen Brei, geht unangenehmen Fragen aus dem Weg. Stattdessen wird mit leeren Ausdrücken wie „Kommunikative Theologie“ oder „Narrative Theologie“ um sich geworfen. Man sollte sich wieder auf die Zeit der Neuscholastik zurückbesinnen, in der wirklich Theologie bzw. Philosophie betrieben wurde.
Der heutige Zustand ist grauenhaft, aber ich habe immer noch einen Funken Hoffnung, dass sich das eines Tages wieder ändert.
Francisco Suarez
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#12   amadeus †   16:02:41 | Donnerstag, 29. März 2007
der arme eb haas
wie geht es ihm denn? hat s.e. nicht sehr viel zu tun in liechtenstein bei seiner durchlaucht?
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#11   landorganist   15:46:31 | Donnerstag, 29. März 2007
Gute Frage,
was sagt das aus? Vielleicht sagt dann auch das Aussehen von EB Haas etwas über die Fundamentaltradis aus…
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#10   Freinsberg   15:43:37 | Donnerstag, 29. März 2007
Theologieprofessoren
>>Theologieprofessoren von heutigem Format zeichnen sich durch schlechte Anzüge und gelbe Zähne aus.<<
Was sagt das zum Thema?
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#9   nonnobisdomine   15:22:39 | Donnerstag, 29. März 2007
@ Vorposter
Sie haben ÜBERHAUPT keine Ahnung.
Soll ich Sie überhaupt noch mit „Gott zum Gruße“ grüßen?
Lieber nicht.
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#8   hähnchen   15:19:10 | Donnerstag, 29. März 2007
war ja klar@alanis
war ja klar, dass dieser Spruch nun kommen musste…
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#7   landorganist   15:18:52 | Donnerstag, 29. März 2007
Allein die
Überschrift beweist doch, wie es mit der Christlichkeit dieser Hetzseite bestellt ist.
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#6   Alanus ab Insulis   15:16:28 | Donnerstag, 29. März 2007
@ hähnchen: Nee, arm ist die kath. Kirche
wirklich noch nie gewesen… :-D
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#5   hähnchen   15:09:31 | Donnerstag, 29. März 2007
@nonnobisetc.
Kollege, sie vergessen da etwas: Die kath. Kirche ist nie arm, es mögen noch so viele subversive Subjekte sich darin tummeln. Etwas mehr Respekt !
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#4   nonnobisdomine   15:06:53 | Donnerstag, 29. März 2007
Hohn und Spott habe ich selbst geerntet,
als ich die deutsche Zeitschrift der Jesuiten abbestellt habe.
Die Jesuiten sind sich gar nicht bewusst, was für eine Natternbrut sie ans ihren Brüsten nähren.
Armer Jesuiten-Orden. Und damit auch: Arme römisch-katholische Kirche, die immer noch das Tun der häretischen Jesuiten-Theologen deckt.
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#3   hähnchen   15:01:14 | Donnerstag, 29. März 2007
Theologieprofessoren
Theologieprofessoren von heutigem Format zeichnen sich durch schlechte Anzüge und gelbe Zähne aus. Mehr fällt mir dazu leider nicht ein. Im Kontext der Lesermeinungen ist dies aber sicherlich noch eine qualitativ hochwertige Aussage.
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#2   Unschuld   14:54:35 | Donnerstag, 29. März 2007
Na ja
Wenngleich eine massive Maßregelung des irreleitenden lateinamerikanischen Professors richtig, die Kritik an dessen Befürwortern berechtigt und ggf. notwendig ist, so wenig dürfte es einem Christen erlaubt sein, diese Kritiker als Ratten zu bezeichnen.
Gruß
Unschuld
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#1   Typ   14:44:34 | Donnerstag, 29. März 2007
Aha??
Sogenannt katholische Fakultäten und Professoren
1. Es heißt „sogenannte“.
2. Über das Prädikat „katholische Fakultät“ entscheidet nicht ketz.net, sondern der Hl. Stuhl. Steht ketz.net über dem Hl. Stuhl?
3. „katholische Professoren“ sind alle Professoren aller Fakultäten, die Angehörige der katholischen Kirche sind. Soweit ich sehen kann, liegen aber nur Stellungnahmen von THEOLOGIE-Professoren vor.
Also etwas mehr journalistische Sorgfalt wäre echt nicht schlecht.
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