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Freitag, 14. Januar 2005 09:32
Dialog im Bundesgarten Eden
Auf der Bundesgartenschau 2005 in München werden sich Christen, Juden, Muslime, Buddhisten und Hindus an einem speziell für sie eingerichteten „Ort der Weltreligionen“ tummeln können. Der 140.000 Euro schwere Ort, der von einem Künstler gestaltet ist, soll ein „Stück Paradies auf Erden“ ermöglichen.
(kreuz.net, München) Vom 28. April bis 9. Oktober dieses Jahres werden sich die fünf Weltreligionen gemeinsam auf der Bundesgartenschau BUGA 05 in der Nähe der Messestadt Riem bei München präsentieren.

Nach einem Bericht des „Merkur Online“ wurde in den vergangenen drei Jahren an einem Konzept für den dort vorgesehenen „Ort der Weltreligionen“ gearbeitet. In die Tat umgesetzt wurde es vom Münchner Bildhauer und Professor für Bildhauerei an der dortigen Akademie der bildenden Künste Nikolaus Gerhart. Er deutet sein Werk als „Energiefeld“.

Es handelt sich um eine 140.000 Euro schwere Gestaltung, die für jede der fünf Religionen einen symbolischen Stein aus Oberpfälzer Granit vorsieht. Die altarähnlichen Brocken werden jeweils mit einem religionsspezifischen Symbol versehen. So ist auf einer Fläche von 24 Metern Durchmesser ein runder Platz mit fünf Zugängen entstanden, in dessen Mittelpunkt „Gott, das Zentrum alles Seins“ etwas prosaisch durch eine quadratische Betonplatte repräsentiert wird.

Am „Ort der Weltreligionen“ sollen sich Menschen begegnen und einander kennen lernen. Dies sollen auch die geplanten Gottesdienste, Konzerte, Meditationen, Lesungen und Vorträge unterstützen. Das Kunstwerk von Professor Gerhart soll über den Veranstaltungszeitraum der Bundesgartenschau 2005 hinaus als ein „Ort der Besinnung“ bestehen bleiben und zu einem Bestandteil des neuen Landschaftsparks in der Messestadt Riem werden.

Kirchenvertreter begründen den Entscheid, die Weltreligionen bei der Bundesgartenschau zu präsentieren, mit den ersten Kapiteln des Buches Genesis, die vom Paradiesesgarten sprechen. Für Christen, Juden und Muslime sei das Bild des Gartens durch den „Garten Eden“ vertraut.

Der Sprecher des Münchner Muslimrates, Memduh Kapicibasi, bezeichnete das in Stein und Beton gehaltene Monument als ein „Stück Paradies auf Erden“ und lud zum „Dialog im Garten Eden“ ein. Kapicibasi hofft, den Besuchern der Gartenschau einen neuen Blick auf den Islam ermöglichen zu können.

Der Münchner Weihbischof Engelbert Siebler sieht in dem Unternehmen das ehrliche Bemühen von Christen, Juden, Muslimen, Hindus und Buddhisten, „einander in Achtung und Respekt zu begegnen“. Gleichzeitig streicht er heraus, daß dadurch „keine verschwommene Einheitsreligion konstruiert“ werde.
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