14:03:01 | Mittwoch, 4. April 2007
Wohin führt der Haß gegen das Kreuz? Ein neues Buch gibt auf diese Frage eine Antwort.

Links: Gilberth Keith Chesterton
Rechts: Umschlag des Romans ‘Kugel und Kreuz’
(kreuz.net) Ab Ende April ist der Roman „Kugel und Kreuz“ erhältlich.
Es handelt sich um eine Übersetzung
von „The Ball and the Cross“. Autor ist der bekannte britische Schriftsteller und Konvertit Gilberth Keith
Chesterton († 1936).
„Kugel und Kreuz“ ist sein letztes Werk, das noch nicht ins Deutsche übersetzt
wurde. Es erscheint im Verlag ‘Nova & Vetera’.
„The Ball and the Cross“ erschien erstmals 1910. Erst
zwölf Jahre später sollte Chesterton katholisch werden. Dennoch schreibt er schon in diesem Werk über
die Gegenwart Gottes im Altarsakrament.
Seit dem 20. März veröffentlicht
die ‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’ einen um einen Drittel gekürzten Vorabdruck des Romans.
In dem
Werk diskutieren der schottische Christ McIan und sein Landsmann Turnbull über den Glauben. Dabei beleidigt
Turnbull die Muttergottes. McIan will diese Beleidigung in einem Duell sühnen.
Doch der Staat verhindert
das Gefecht.
McIan und Turnbull müssen vor der Obrigkeit quer durch England fliehen.
Auf ihrer abenteuerlichen
Flucht wird aus dem immer wieder verschobenen Säbelkampf ein nie endendes Rededuell.
Dabei führt McIan
die Aussagen des atheistischen Turnbull ad absurdum.
Leseprobe aus „Kugel und Kreuz“Über der Kathedrale
von London schleudert der Professor dem Turmkreuz vom Luftschiff aus einen Fluch entgegen.
„Ich überlege“ –
antwortete darauf der Mönch – „ob dieser Fluch Dir guttun wird. Höre folgende Geschichte:
Einst lernte
ich einen Mann kennen, so wie Dich. Auch er haßte das Kreuz. Er verbannte es aus seinem Haus, von der
Halskette seiner Frau und von allen Bildern.
Er behauptete, es sei häßlich und ein Zeichen der Grausamkeit,
es stünde im Widerspruch zur Freude und zum Leben.
Tag für Tag wurde sein Haß gegen das Kreuz größer.
Einmal kletterte er sogar auf den Kirchturm seines Dorfes, brach das Kreuz ab und schleuderte es hinunter.
Es wurde immer schlimmer. Der Haß verwandelte sich in Wut und schließlich in Raserei.
An einem Sommerabend
blieb er vor einem langen Palisadenzaun stehen.
Kein Licht funkelte. Kein Blatt bewegte sich. Doch er
meinte, vor einer endlosen Reihe von Kreuzen zu stehen, die sich über die Hügel hinzögen.
Er packte
einen Knüppel, ging wutschnaubend auf die Pfähle los und schlug alle nieder. Da sein Herz voller Haß
gegen das Kreuz war, erschien ihm jeder Pfahl wie ein Kreuz.
Zu Hause angelangt, sah er ebenfalls überall
Kreuze. Er zertrümmerte die Möbel, legte Feuer. Am anderen Morgen fand man seine Leiche im Fluß.“
Der Professor blickte den alten Mönch mit zusammengekniffenen Lippen an: „Diese Geschichte hast du dir
selbst zusammengedichtet!“
„Ja“, antwortete der Mönch ruhig: „Ich habe sie mir soeben ausgedacht. Aber
sie drückt das aus, was du und deine ungläubigen Gesinnungsgenossen tun. Es fängt damit an, daß man
die Kreuze zerstört und endet mit der Zerstörung der Welt.“Johannes Paul I. über den RomanDie
Webseite
des Verlags läßt einen prominenten Freunde des Buches zu Wort kommen: Papst Johannes Paul I.
Während
seiner Zeit als Erzbischof von Venedig schrieb er Chesterton zu dessen 35. Todestag einen fiktiven Brief.
Darin bezieht sich der spätere Papst auf den oben zitierten Ausschnitt des ersten Kapitels von „Kugel
und Kreuz“:
„Was wird aus den Menschen, wenn man Gott beseitigt? Wie kleinkariert wird die Welt dann
plötzlich. Das sei die Welt des Fortschritts – höre ich sie behaupten: die Welt des Wohlstands.“
„Doch
für eine Menschheit, die in Gott nicht den gemeinsamen Vater sieht, wird der Fortschritt zu einer ständigen
Gefahr.
Wenn er nicht mit einem moralischen, innerlichen, persönlichen Fortschritt einhergeht, fördert
jeder andere Fortschritt nur die Unkultur.“
Gilbert Keith Chesterton:
Kugel und KreuzISBN 978-3-936741-46-9;
Erscheinen: Ende April 2007
ca. 240 Seiten
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#12
Samurai 18:35:10 | Montag, 23. Juli 2007
#11
Sirilo 10:27:39 | Donnerstag, 5. April 2007
#10
Inabikari 10:00:52 | Donnerstag, 5. April 2007
#9
Sirilo 22:15:38 | Mittwoch, 4. April 2007
#8
Romulus 20:23:56 | Mittwoch, 4. April 2007
#7
Alanus ab Insulis 19:31:47 | Mittwoch, 4. April 2007
#6
Marcell 16:36:47 | Mittwoch, 4. April 2007
#5
matt 16:22:47 | Mittwoch, 4. April 2007
#4
Tridentinus 15:31:35 | Mittwoch, 4. April 2007
#3
Desperatus † 14:38:22 | Mittwoch, 4. April 2007
#2
stimme der vernunft † 14:38:15 | Mittwoch, 4. April 2007
#1
Romulus 14:30:58 | Mittwoch, 4. April 2007