17:59:20 | Sonntag, 27. Februar 2005
Wenige haben je erfaßt, welche Schuldgefühle eine Frau nach der Kinderabtreibung durchleidet. In den ersten Schwangerschaftsmonaten ist die Frau verletzbar wie nie. Niemand kann Gottes klare Richtlinien folgenlos übertreten. Von Dr. med. Samuel Pfeifer.
(kreuz.net/
Aktion Leben Deutschland) Wenige haben je erfaßt, welche Schuldgefühle eine Frau nach dem
Eingriff durchleidet. Nicht wenige suchen nach dem Schwangerschaftsabbruch Hilfe beim Psychotherapeuten.
Gottes klare Richtlinien lassen sich nicht folgenlos übertreten.
Wohl ist es die Pflicht des Arztes,
eine Patientin über das medizinische Risiko aufzuklären. Aber wer ermutigt die Schwangere, ihr Kindlein
auszutragen? Wer sagt ihr, daß es Möglichkeiten gibt, ihr anderweitig zu helfen? Wer spricht von den
schweren psychischen Folgewirkungen der Abtreibung? Wer weist sie hin auf ihre Verantwortung gegenüber
Gott?
Zu keiner Zeit ist die Frau verletzbarer als in den ersten Schwangerschaftsmonaten. Außer Übelkeit
merkt sie kaum etwas von dem Wesen, das in ihr heranwächst. Abtreibung scheint das ideale Mittel zu sein,
den Seitensprung oder die Partynacht ungeschehen zu machen. Der Ehemann, der Freund, die Familie – sie
alle bedrängen sie, das „Ding“ doch „wegmachen“ zu lassen.
Was als Privatsache hingestellt wird, ist
in Wirklichkeit der Entzug jeden Schutzes, den die Frau früher vom Gesetz her genoß. Die Warnfeuer des
Gesetzes wurden erstickt.
Die Zuschauerhaltung vieler Christen ist erschreckend. Ein Pfarrer wurde in
einer öffentlichen Diskussion gefragt, ob er in der Seelsorge die Frauen über das ungeborene Leben und
über die Risiken der Abtreibung informiere. „Nein“, war seine Antwort, „denn eine solche Information
könnte Angst und Schuldgefühle wecken, und die Frau in ihrer freien Wahl einschränken.“
Als Christen
dürfen wir nicht schweigen zu den fatalen Auswirkungen der Abtreibung, sonst machen wir uns mitschuldig
am millionenfachen Kindermord unserer Zeit. Wir sind Rufer in einer Gesellschaft ohne Maß. Aber es gilt
auch, offene Augen zu haben für Frauen und Mädchen in Not.
Ja sagen zu einem Kind ist nicht immer leicht,
es ist ein Kampf. Ja sagen zu einer eventuellen Behinderung. Ja sagen zu seinem schwierigen Charakter.
Ja sagen zu einem Verzicht auf materielle Güter. Dazu kann sich nur derjenige durchringen, der nicht
aus eigener Kraft schöpft, sondern um die unerschöpflichen Kraftquellen Gottes weiß.
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