15:43:01 | Mittwoch, 4. April 2007
Bei dem Geschenkkarton, der ursprünglich eine Likörflasche enthielt, erkennt man nicht auf Anhieb, welchem Zweck er dient.

Der aus Südtirol stammende, im Oktober 2003 heiliggesprochene Chinamissionar Josef Freinademetz († 1908)
(kreuz.net) Die in Rom lebende deutsche Theologin Rafaella Schmid begleitete kürzlich ein Filmteam nach
China.
Ziel der Reise war die Produktion eines Dokumentarfilmes über die chinesische Untergrundkirche.
Frau Schmid berichtet in der März-Ausgabe des Monatsmagazins ‘Vatican’ über drei Etappen der Reise.
Der Text ist auch online
abrufbar.
Das Filmteam begegnete während seines Aufenthaltes im Reich der Mitte
einfachen Katholiken am Land, besuchte ein Priesterseminar im Untergrund und einen von den chinesischen
Kommunisten geduldeten Bischof.

März-Ausgabe des neuen Magazins ‘Vatican’
Pfarrer von 23 DörfernDie Reise begann in einem ungenannten, katholischens
Dorf auf dem Land. Die Gläubigen leben in von Schutzmauern umzäunten, fensterlosen Scheunen. Es gibt
keine Heizung – obwohl die Außentemperaturen bis minus zehn Grad fallen können.
Das Dorf wird mit 22
weiteren Dörfern von einem etwa 30jährigen Priester namens Hieronymus betreut. Wenn er kommt, knien
die Gläubigen nieder, um den Segen zu empfangen.
Pfarrer Hieronymus erkundigte sich beim Filmteam nach
dem Papst. Er wollte auch wissen, ob sich die Geistlichen im Westen als Priester kleiden.
Er besitzt
keine eigene Wohnung, sondern lebt bei verschiedenen katholischen Familien.
Der Geistliche zelebriert
in einem Raum, der mit Kreuzwegpostern geschmückt ist. Auf dem Hochaltar befinden sich zur Verschönerung
Lichterketten. Die lokalen Beamten wissen, daß Hw. Hieronymus hier die Messe liest. Bisher gab es noch
keine Schwierigkeiten.
Für den Untergrundpfarrer steht ein Beitritt zur
Patriotischen Vereinigung nicht
zur Debatte, obwohl sich diese Gruppierung in letzter Zeit
Rom angenähert haben soll.

Der hl. Freinademetz liebte die Chinesen: „Ich will auch im Himmel ein Chinese sein“.
Es gebe unter
den Katholiken in China drei Positionen: solche die ganz dem Papst und solche die ganz der Patriotischen
Vereinigung treu sind sowie jene, die sich der Kirche und der Vereinigung zugehörig fühlen.
Kinder
oder Möbel?Der Organist und Pastoralhelfer im Nachbardorf hat fünf Kinder. Wegen vielfacher Verstöße
gegen die Ein-Kind-Politik wurde die Polizei immer wieder auf die Familie aufmerksam. Die Mutter mußte
sogar einmal ins Gefängnis.
Die Familie konnte die Geldbußen für die überzähligen Kindern nicht
bezahlen. Deshalb pfändeten chinesische Beamte ihre Möbel.
In dieser ausweglosen Situation dachte der
Familienvater sogar an Abtreibung. Letztere sei im Dorf ganz normal: „Ich weiß, daß es gegen das fünfte
Gebot ist. Aber ich hatte Angst“ – erklärt er für den Dokumentarfilm.
Doch dann habe er sich an den
heiligen Joseph erinnert. Das und der Mut seiner Frau halfen ihm. Die Mutter wollte ihre Kinder unter
allen Umständen zur Welt bringen.
Im PriesterseminarDas Filmteam besuchte auch ein städtisches Untergrundseminar.
Wegen der Kommunisten muß das Seminar während der sechsjährigen Ausbildung oft umziehen.
Die Seminaristen
stehen um 4.00 Uhr morgens auf. Ihr Tag ist von einem strengen Programm bestehend aus Gebet, Studien und
Arbeit geprägt.
Es fehlt an allem – vor allem an Büchern und Dozenten. Fleisch gibt es beim Mittagessen
nur für Gäste.
Die Kapelle ist als ganz normales Zimmer getarnt – inklusive Bett und Schrank. Auf dem
Fensterbrett steht eine in Rot und Gold schön verzierte Kiste. Es handelt sich um den Geschenkkarton
einer Likörflasche. Darin wird das Allerheiligste aufbewahrt.
Diözese mit SonderstatusEin weiteres
Reiseziel des Filmteams war die Diözese Fengxian in der zentralchinesischen Provinz Shaanxi. Der Bischof
des Bistums ist Mons. Lucas Li Jinfeng.
Die Diözese besitzt einen Sonderstatus. Sie ist laut Frau Schmid
vom chinesischen Regime anerkannt, obwohl ihr Bischof nicht der Patriotischen Vereinigung beigetreten
ist.
Aber Mons. Jingfeng tritt öffentlich auf, als wäre er Mitglied der kommunistischen Staatskirche.
Dennoch will er mit dieser nichts zu tun haben.
Post von der ‘Patriotischen Vereinigung’ schickt er ungeöffnet
zurück.
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#17
Lutheraner 13:29:59 | Montag, 9. April 2007
#14
Adamah 09:26:04 | Donnerstag, 5. April 2007
#12
Marina 22:33:07 | Mittwoch, 4. April 2007
#3
Ydefix 16:14:26 | Mittwoch, 4. April 2007
#2
randolf 16:07:19 | Mittwoch, 4. April 2007
#1
hähnchen 15:46:13 | Mittwoch, 4. April 2007