China
Die Post geht ungeöffnet zurück
Bei dem Geschenkkarton, der ursprünglich eine Likörflasche enthielt, erkennt man nicht auf Anhieb, welchem Zweck er dient.
Der aus Südtirol stammende, im Oktober 2003 heiliggesprochene Chinamissionar Josef Freinademetz († 1908)
Der aus Südtirol stammende, im Oktober 2003 heiliggesprochene Chinamissionar Josef Freinademetz († 1908)
(kreuz.net) Die in Rom lebende deutsche Theologin Rafaella Schmid begleitete kürzlich ein Filmteam nach China.

Ziel der Reise war die Produktion eines Dokumentarfilmes über die chinesische Untergrundkirche.

Frau Schmid berichtet in der März-Ausgabe des Monatsmagazins ‘Vatican’ über drei Etappen der Reise. Der Text ist auch online abrufbar.

Das Filmteam begegnete während seines Aufenthaltes im Reich der Mitte einfachen Katholiken am Land, besuchte ein Priesterseminar im Untergrund und einen von den chinesischen Kommunisten geduldeten Bischof.

März-Ausgabe des neuen Magazins 'Vatican'
März-Ausgabe des neuen Magazins ‘Vatican’
Pfarrer von 23 Dörfern

Die Reise begann in einem ungenannten, katholischens Dorf auf dem Land. Die Gläubigen leben in von Schutzmauern umzäunten, fensterlosen Scheunen. Es gibt keine Heizung – obwohl die Außentemperaturen bis minus zehn Grad fallen können.

Das Dorf wird mit 22 weiteren Dörfern von einem etwa 30jährigen Priester namens Hieronymus betreut. Wenn er kommt, knien die Gläubigen nieder, um den Segen zu empfangen.

Pfarrer Hieronymus erkundigte sich beim Filmteam nach dem Papst. Er wollte auch wissen, ob sich die Geistlichen im Westen als Priester kleiden.

Er besitzt keine eigene Wohnung, sondern lebt bei verschiedenen katholischen Familien.

Der Geistliche zelebriert in einem Raum, der mit Kreuzwegpostern geschmückt ist. Auf dem Hochaltar befinden sich zur Verschönerung Lichterketten. Die lokalen Beamten wissen, daß Hw. Hieronymus hier die Messe liest. Bisher gab es noch keine Schwierigkeiten.

Für den Untergrundpfarrer steht ein Beitritt zur Patriotischen Vereinigung nicht zur Debatte, obwohl sich diese Gruppierung in letzter Zeit Rom angenähert haben soll.

Der hl. Freinademetz liebte die Chinesen: "Ich will auch im Himmel ein Chinese sein".
Der hl. Freinademetz liebte die Chinesen: „Ich will auch im Himmel ein Chinese sein“.
Es gebe unter den Katholiken in China drei Positionen: solche die ganz dem Papst und solche die ganz der Patriotischen Vereinigung treu sind sowie jene, die sich der Kirche und der Vereinigung zugehörig fühlen.

Kinder oder Möbel?

Der Organist und Pastoralhelfer im Nachbardorf hat fünf Kinder. Wegen vielfacher Verstöße gegen die Ein-Kind-Politik wurde die Polizei immer wieder auf die Familie aufmerksam. Die Mutter mußte sogar einmal ins Gefängnis.

Die Familie konnte die Geldbußen für die überzähligen Kindern nicht bezahlen. Deshalb pfändeten chinesische Beamte ihre Möbel.

In dieser ausweglosen Situation dachte der Familienvater sogar an Abtreibung. Letztere sei im Dorf ganz normal: „Ich weiß, daß es gegen das fünfte Gebot ist. Aber ich hatte Angst“ – erklärt er für den Dokumentarfilm.

Doch dann habe er sich an den heiligen Joseph erinnert. Das und der Mut seiner Frau halfen ihm. Die Mutter wollte ihre Kinder unter allen Umständen zur Welt bringen.

Im Priesterseminar

Das Filmteam besuchte auch ein städtisches Untergrundseminar. Wegen der Kommunisten muß das Seminar während der sechsjährigen Ausbildung oft umziehen.

Die Seminaristen stehen um 4.00 Uhr morgens auf. Ihr Tag ist von einem strengen Programm bestehend aus Gebet, Studien und Arbeit geprägt.

Es fehlt an allem – vor allem an Büchern und Dozenten. Fleisch gibt es beim Mittagessen nur für Gäste.

Die Kapelle ist als ganz normales Zimmer getarnt – inklusive Bett und Schrank. Auf dem Fensterbrett steht eine in Rot und Gold schön verzierte Kiste. Es handelt sich um den Geschenkkarton einer Likörflasche. Darin wird das Allerheiligste aufbewahrt.

Diözese mit Sonderstatus

Ein weiteres Reiseziel des Filmteams war die Diözese Fengxian in der zentralchinesischen Provinz Shaanxi. Der Bischof des Bistums ist Mons. Lucas Li Jinfeng.

Die Diözese besitzt einen Sonderstatus. Sie ist laut Frau Schmid vom chinesischen Regime anerkannt, obwohl ihr Bischof nicht der Patriotischen Vereinigung beigetreten ist.

Aber Mons. Jingfeng tritt öffentlich auf, als wäre er Mitglied der kommunistischen Staatskirche. Dennoch will er mit dieser nichts zu tun haben.

Post von der ‘Patriotischen Vereinigung’ schickt er ungeöffnet zurück.
      
17 Lesermeinungen
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#17   Lutheraner   13:29:59 | Montag, 9. April 2007
@ Marina – christliches Volk?
Vaterlandsliebe ist erweiterte Familienliebe (Marie v.Ebner-Eschenbach)
Was bitte verstehen Sie unter „christliches Volk“? Sehen Sie keinen Unterschied zwischen Chinesen und Österreichern? Dann können sie ja alle Grenzen niederreissen und mit Karl Marx ausrufen: Proletarier aller Länder, vereinigt euch!?
Sie untergraben Völkerverständigung und Verfassungsrecht mit derart unüberlegten Floskeln im selben Maße wie der Marxist mit seiner hinterhältigen Forderung eines „proletarischen Volks“.
Marx Ideologie hat mehr Unheil über die Welt gebracht als alle Tyrannen zusammen. Allein in China mußten 80 Mill. Menschen ihr Leben lassen, weil ihnen die Volkszugehörigkeit abgesprochen wurde.
Ein christliches Volk kann es nur im Zusammenspiel mit der Nation geben. Was sich bei Ihnen eingeschlichen hat, ist brandgefährlich. Also aufgepaßt.
Mit dem Wissen wächst der Zweifel:
www.mlwerke.de/me/me04/me04_459.htm
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#16   Rembert Rosenbaum   09:58:42 | Samstag, 7. April 2007
Gott ist gerecht
Bitte! Wir Katholiken glauben, „dass Gott ein gerechter Richter ist, der das Gute belohnt und das Böse bestraft, entweder bald oder mit der Zeit, wenn nicht in diesem, so doch im künftigen Leben“! (siehe: www.fsspx.info/katechismus/)
Das geht auch deutlich aus der Bibel hervor.
Was Protestanten glaube, weiss ich nicht.
In China besinnt man sich zunehmend der Religion und auch des Konfuzionismus. Allerdings muss (weltweit) noch einiges zur Ueberwindung des einstigen europaeischen „Exportschlagers“, des Kommunismus, getan werden.
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#15   Jörg Guttenberger, Köln   15:16:17 | Donnerstag, 5. April 2007
Desperatus: Liebe und Gerechtigkeit Gottes
Gott ist lt. Johannes die Liebe. Liebe zwingt aber nicht. Wenn sich jemand durch Sünde ganz bewußt von Gott lossagt, zwingt er ihn ebenfalls nicht. In letzter Konsequenz bedeutet das ewige Verdammnis. Nichts verpflichtet uns allerdings, zu glauben, daß es ewig Verdammte gibt.
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#14   Adamah   09:26:04 | Donnerstag, 5. April 2007
„Hängematten Christen“
Der wiederliche Luxus der „Hängematten Christen“ ist es
Über Vorschriften etc. zu diskutieren während andere aufgrund ihrer Glaubenstreue verfolgt werden. :-!
Marina hat vollkommen recht! :)3
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#13   möchtegern-kathole   23:43:08 | Mittwoch, 4. April 2007
@Desperatus: „aber hier scheinen viele anderes zu glauben“
Gott wird Sie äußerst liebevoll richten. Er wird niemanden in die Hölle schubsen, der ihn anfleht.
Jedoch richtet sich der Mensch auch selbst. Wer ein Leben lang seine Seele mit Sünden zerstört, vor Gott davonläuft, irgendwo hin, dem wird Gott nicht nachlaufen, oder nur ein Stück. Er wird den Sünder suchen, aber er wird ihn nicht zurücktragen, gegen seinen Willen. Wer selbst die Hölle wählt, selbst dorthin geht, wird dort auch ankommen – der Liebe Gott wird ihn nicht zurückhalten – ihm vielleicht Mahner schicken, die Augen öffnen, aber er wird ihm nicht Gewalt antun, niemandem den Himmel aufzwingen. Gott wird Ihre Entscheidung – für den Himmel oder für die Hölle – akzeptieren. Wenn sie also in sünde leben – Ihre persönliche Entscheidung – dann gehen Sie selbst in die Hölle, frei und ohne geschubst zu werden.
Und wenn Sie nicht an seine Türe klopfen wird er Sie am jüngsten Tag nicht kennen: „ich kenne euch nicht“.
Und das Fegefeuer? Wenn Ihre Seele Makel hat, grau ist aber nicht ganz schwarz und ein bisschen stinkt, werden Sie freiwillig das Fegefeuer auf sich nehmen, um das los zu werden, und um in ewiger Freude vor Gott treten zu können.
Also trennen wir uns von der Sünde, laufen wir lieber dem Lieben Gott nach, auch wenn der Kreuz-Weg tatsächlich schwer ist.
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#12   Marina   22:33:07 | Mittwoch, 4. April 2007
Witze über die Not in China sind pervers
ich glaube, man darf die Situation in China nicht verulken, denn es geht den Gläubigen wirklich sehr schlecht dort. Beten wir für die Erleuchtung der Bedrücker des christlichen Volkes. und für die Demütigung der Feinde des wahren GLaubens an unseren Herrn Jesus Christus.
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#11   Jörg Guttenberger, Köln   21:59:07 | Mittwoch, 4. April 2007
hähnchen
Seit wann hat der Vatikan einen eigenen Geheimdienst?
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#10   Desperatus †   20:58:51 | Mittwoch, 4. April 2007
Dann verstehe ich was nicht
„Zum Glück ist der ewige Richter die netteste und freundlichste Person, die es im ganzen Universum gibt.“
Der Meinung bin ich zwar auch, aber hier scheinen viele anderes zu glauben. Was ist denn dann die katholische Position?
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#9   möchtegern-kathole   20:51:04 | Mittwoch, 4. April 2007
ob eine Vorschrift …
… sinnvoll ist, entscheidet der der sie macht, sonst würde er sie nicht machen. Sicher kommt da manchmal Unsinn raus, wenn die Vorschrift ein Mensch macht.
Ob eine Notlage vorliegt, entscheidet immer der Mensch vor Ort. Er muss sich aber hinterher – und das kann durchaus tragisch enden – von einem Richter sagen lassen, ob es tatsächliche eine Notlage war. Zum Glück ist der ewige Richter die netteste und freundlichste Person, die es im ganzen Universum gibt.
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#8   Desperatus †   20:45:43 | Mittwoch, 4. April 2007
und wer entscheidet
1. ob eine Vorschrift sinnvoll ist
und
2. wann eine Notlage vorliegt?
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#7   möchtegern-kathole   20:23:28 | Mittwoch, 4. April 2007
@Desperatus
wenn gegen die Vorschriften ohne Not gehandelt wird, dann ist es sündhaft.
Beispiel: Laut STVO dürfen sie sich nach einem Unfall nicht einfach entfernen (Fahrerflucht). Wenn sie aber – hier der Notfall – einen Arzt brauchen, dann müssen Sie den sogar holen und sich damit entfernen. das ist keine Fahrerflucht.
Hier: wenn sie die Tabernakelvorschriften einhalten können, dann müssen sie das auch tun, andernfalls ist es ein Verstoß gegen die (hoffentlich sinnvolle) Vorschrift. Können Sie aus irgendwelchen Gründen keinen ‘richtigen’ Tabernakel kaufen, dann müssen Sie eben die beste Kiste nehmen, die Sie haben.
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#6   Desperatus †   20:16:01 | Mittwoch, 4. April 2007
Und warum dann
hier die allewige Diskussion um Vorschriften?
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#5   möchtegern-kathole   20:13:28 | Mittwoch, 4. April 2007
„klare eindeutige Vorschriften „
die wichtigste kath. Vorschrift lautet immer: vergiß die Vorschrift, wenn Du sie nicht halten kannst. Praktisch alle liturgischen Vorschriften setzen sich selbst ausser Kraft, wenn sie nicht einzuhalten sind. Das gilt für: Altarzwang (wenn keiner in Reichweite ist, dann halt ohne), Vorschriften zur Kommunionausteilung (wenn der uralte Priester es nicht mehr kann, macht es halt jemand anderes) usw.
So als Extrembeispiel: Sie müssen sogar als Laie den Tabernakel aufbrechen, die Hostien entwenden und zur Kommunion verteilen, wenn Soldaten die Kirche zur Sprengung vorbereiten. Normal ist das verboten ;- )
Der Buchstabe darf nicht töten.
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#4   Desperatus †   16:15:08 | Mittwoch, 4. April 2007
Aufbewahrung des Allerheiligsten
Wenn ich mich richtig erinnere, gibt es klare eindeutige Vorschriften zur würdigen Aufbewahrung des Allerheiligsten. Von leeren Liqueurflaschenverpackungen ist da allerdings nicht die Rede.
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#3   Ydefix   16:14:26 | Mittwoch, 4. April 2007
Weiheriten
Werden von der „patriotischen Kirche“ in China eigentlich die modernistischen „Weiheriten“ benutzt, weiß das jemand ?
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#2   randolf   16:07:19 | Mittwoch, 4. April 2007
Pius X in China
Ist das nicht der Pius X Bischof mit dem aufblasbaren Hochaltar?
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#1   hähnchen   15:46:13 | Mittwoch, 4. April 2007
Pius X in China
In China soll es ja auch Underground Priorate und einen Underground Bischof von der Priesterbruderschaft geben, hat kürzlich ein Mitarbeiter des vatikanischen Geheimdienstes durchblicken lassen.
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