Der Papst und die römische Politik + 160 Rabbiner beim Papst + Endlich: Die Ordnung wiederherstellen + Vertrocknen die katholischen Wurzeln Polens? + Ein Bischof klagt gegen halb Europa
Der Papst und die römische Politik
Vatikan. Beim Zusammentreffen am Donnerstag zwischen Papst Johannes
Paul II. und dem ex-kommunistischen Bürgermeister von Rom, Walter Veltroni, sowie 250 weiteren führenden
Politikern der Stadt und der angrenzenden Region Latium, unterstrich der Heilige Vater, die Werte des
Lebens und der Familie. Der Papst zeigte sich außerdem besorgt, über die hohen Mieten in Rom, welche
die Existenz junger Familien gefährdeten, sowie über den Straßenverkehr, der die italienische Hauptstadt
täglich überlastet.
160 Rabbiner beim Papst
Vatikan. Eine Delegation von 160 jüdischen Rabbinern
wird nächste Woche Papst Johannes Paul II. im Vatikan besuchen. Das Treffen, das für Dienstag angesetzt
ist, soll den Dank der Juden an den Heiligen Vater für seine laufenden Bemühungen um die Beziehung zwischen
Katholiken und Juden zum Ausdruck bringen. Bei dieser Gelegenheit werden auch kostbare hebräische Manuskripte
aus dem vatikanischen Archiv, so etwa die „Mischnah Torah“, an die Juden ausgeliehen. Die „Mischnah Torah“
ist ein Werk des spanisch-jüdischen Theologen Moses Maimonides († 1204) über den Talmud.
Endlich: Die
Ordnung wiederherstellen
Österreich. Der neue Bischof von St. Pölten, Klaus Küng, sprach am Mittwochabend
bei einer Pressekonferenz in Wien. Im Zentrum standen Bischof Küngs Zukunftspläne für das Priesterseminar.
Derzeit konzentriere sich die Arbeit auf die Neubesetzung der Seminarleitung. Der neue Regens und der
neue Spiritual sollen nach dem Wunsch des Bischofs aus der Diözese kommen. Auf die Frage wie er sich
gegenüber Priestern mit „extrem traditionalistischer Ausrichtung“ oder Priestern „aus umstrittenen Gemeinschaften“
verhalte, meinte Bischof Küng, daß er um diese Fälle wisse. Er habe diesen Geistlichen klar gemacht,
daß sie sich ausnahmslos „an diözesane und weltkirchliche Richtlinien zu halten haben, auch in der Liturgie“.
Es sei seine Pflicht, in diesen Pfarren die Ordnung wiederherzustellen.
Vertrocknen die katholischen
Wurzeln Polens?
Die „Initiativkreis-Nachrichten“ vom Januar dokumentieren eine Statistik des Warschauer
Dogmatikers Prof. Bubel. „Weit mehr als 90% der Polen haben sich 2002 als gläubig bezeichnet, fast 60 %
haben am sonntäglichen Gottesdienst teilgenommen und mehr als 80% sind wenigstens einmal pro Jahr zur
Beichte gegangen.“ Die Mehrheit der polnischen Katholiken akzeptiere laut Prof. Bubel nur ungern liturgische
Änderungen. „61% sind gegen die Handkommunion, 59 % gegen die Austeilung der Kommunion durch Frauen.“
In moralischen Fragen folge das katholische Polen aber ganz den westlichen Trends. Verhütungsmittel würden
von 64 % der Katholiken befürwortet, unter den Jugendlichen steige die Zahl auf 84%. Den voreheliche
Geschlechtsverkehr bewerteten 40% der Polen als zulässig, bei den Jugendlichen sogar 68%. 35 % halten
die katholische Morallehre für absolut richtungsweisend.
Ein Bischof klagt gegen halb Europa
Kosovo.
Die Kirchenführung in Belgrad legte dem serbisch-orthodoxen Bischof im Kosovo, Armetije, nahe, seine
Klage vor dem „Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte“ zurückzuziehen. Armetije, der einer südserbischen
orthodoxen Eparchie (Diözese) vorsteht, verklagte vergangenen Dezember Italien, Frankreich, Deutschland
und Großbritannien. Die Soldaten dieser Staaten hätten, so die Klage, im Rahmen der internationalen
Schutztruppe „Kosovo Force“ die Vernichtung von orthodoxem Kulturgut im Kosovo nicht verhindert. Seit
Kriegsende im Juni 1999 wurden in der Region rund 150 Kirchen und Klöster zerstört oder beschädigt.
Kosovo steht seit Juni 1999 unter UNO-Verwaltung. Bischof Armetije meinte gestern gegenüber einer bosnisch-serbischen
Presseagentur, er habe seinen Standpunkt zur Klage nicht geändert und habe dies auch nicht vor.
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