13:45:06 | Donnerstag, 5. April 2007
Eine österreichische Abgeordnete ist mit großer Keule gegen eine dynamische katholische Jugendorganisation vorgegangen.
(kreuz.net, Linz) „Die Vergewaltigung hätte ich noch verkraftet, aber die Abtreibung war zuviel.“
Diese
Aussage steht auf einem Informationsblatt der Lebensschutz-Organisation ‘Jugend für das Leben’.
Die
jugendlichen Lebensschützern sandten das Informationsblatt an Wiener Haushalte. Das brachte linke Kinder-
und Familienfeinde auf die Palme.
Das von den Lebensschützern verwendete Zitat stammt von einer Frau,
die vergewaltigt wurde und ihr dabei gezeugtes Kind abtreiben ließ – erklärte die Pressesprecherin des
Vereins, Margret Parzmair.
Die doppelt Geschändete habe bei der Selbsthilfegruppe
‘Rahel e.V.’ in Deutschland
um Hilfe gesucht.
Auf einem Video spricht die Frau, die ihre Identität nicht preisgeben will, ausführlich
über ihre „schmerzlichen Erfahrungen mit Vergewaltigung und Abtreibung“.
Das Video kann bei ‘Jugend
für das Leben’ angefordert werden.
Frau Parzmair wies den polemischen Vorwurf zurück, Vergewaltigungen
verharmlosen zu wollen:
„Ich kann mir kaum etwas Schlimmeres vorstellen als Vergewaltigung.
Sie verstehe
die Not jeder Frau, die nach einer Vergewaltigung glaube, zu einer Abtreibung gezwungen zu sein. Man müsse
aber davor warnen, der Vergewaltigung ein weiteres Trauma hinzuzufügen:
„Durch eine Abtreibung wird
das Problem nicht aufgearbeitet, sondern nur verdrängt.“
Frauen, die zusätzlich zur Vergewaltigung
an einer Abtreibung leiden, dürfe man den Mund nicht verbieten.
Der Weg zur Wiedergewinnung des verlorenen
Selbstwerts der Opfer liege darin, die Spirale der Gewalt „bewußt und selbstbestimmt“ zu unterbrechen:
„Dem heranwachsenden, unschuldigen Kind das Leben zu schenken, erfordert absoluten Mut. Viele haben durchgehalten
und so ihren inneren Frieden wieder gefunden.“
Man müsse Frauen dies zutrauen, sie darin bestärken
und mit allen Mitteln unterstützen.
„Geschmacklos und dumm“Die Nationalratsabgeordnete und Bundesgeschäftsführerin
der Sozialdemokraten, Bettina Stadlbauer, empörte sich über die Verteilung der Informationsblätter
von ‘Jugend für das Leben’.
Hier würden „geschmacklose und dumme Vergleiche zur Vergewaltigung“ gezogen –
so ihre Behauptung.
Frau Stadlbauer begrüßte das Vorgehen der Genossin und steirischen Jugend-Landesrätin,
Bettina Vollath, gegen Schulvorträge von ‘Jugend für das Leben’:
„Wir müssen alle Möglichkeiten nützen,
damit diese FanatikerInnen ihre Hetztiraden nicht ungehindert verbreiten können“ – so der rabiate Originalton
der Abgeordneten.
Die grobschlächtige Sozialistin ärgert sich auch über die Haltung der Jugendlichen
zur Verhütung.
‘Jugend für das Leben’ versuche, Jugendliche mit Vorträgen oder Publikationen angeblich
„einzuschüchtern“ und bezeichne „Verhütungsmittel als Frühabtreibung“.
Die Befürworterin der Kinderabtreibung
unterstellt der Jugendorganisation sogar, „in einem Fort an der Grenze des Rechstaates zu agieren“.
„Wir
sollten uns derartige Aktionen nicht bieten lassen“ – so die zornige Sozialistin: „Ich habe die ewigen
dummen und geschmacklosen Vergleiche wirklich satt.“
KlagedrohungDer Vorsitzende von ‘Jugend für das
Leben’ – Norbert Rauscher – wehrt sich gegen die Polemik der Sozialistin.
Frau Stadlbauers Vorwürfe,
„wir seien ‘FanatikerInnen’ und verbreiteten ‘Hetztiraden’, sind rufschädigend und völlig aus der Luft
gegriffen.“
‘Jugend für das Leben’ überlegt derzeit rechtliche Schritte, weil Inhalte und Methoden
ihrer Schulvorträge in der Öffentlichkeit falsch wiedergegeben wurden.
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matt 08:20:53 | Freitag, 6. April 2007
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hans 21:51:43 | Donnerstag, 5. April 2007
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matt 16:05:30 | Donnerstag, 5. April 2007
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matt 14:38:58 | Donnerstag, 5. April 2007