Wo die Heiligen vorüberzieh’n
„Nur die Mutigen und jene, die sich Gewalt antun, reißen das Himmelreich an sich.“ Vom Heiligen Ludwig Maria Grignion von Montfort.
Christus ist geopfert worden, die Sünden vieler hinwegzunehmen
Christus ist geopfert worden, die Sünden vieler hinwegzunehmen
(kreuz.net) Betrachtet, meine treuen Mitbrüder, die beiden Parteien, die täglich an euch herantreten: die Anhänger Jesu Christi und die Anhänger der Welt.

Die Partei unseres liebenswürdigen Erlösers steht auf der rechten Seite und steigt auf einem schmalen und engen Weg zum Himmel empor.

Ihr guter Meister zieht voran: barfuß, mit blutigem, dornengekröntem Haupt, mit zermartertem Leibe und mit einem schweren Kreuz.

Nur ein Häuflein Getreuer folgt ihm. Es sind aber die Tapfersten. Inmitten des Getümmels der Welt hören nur wenige seine sanfte Stimme.

Weinend unter dem Kreuz
Christi Mutter stand mit Schmerzen
bei dem Kreuz und weint' von Herzen,
als ihr lieber Sohn da hing.

Durch die Seele voller Trauer,
seufzend unter Todesschauer,
jetzt das Schwert des Leidens ging.Welch ein Schmerz der Auserkornen,
da sie sah den Eingebornen,
wie er mit dem Tode rang!

Angst und Trauer, Qual und Bangen,
alles Leid hielt sie umfangen,
das nur je ein Herz durchdrang.Wer könnt' ohne Tränen sehen
Christi Mutter also stehen
in so tiefen Jammers Not?

Wer nicht mit der Mutter weinen,
seinen Schmerz mit ihrem einen,
leiden bei des Sohnes Tod?

Auf der linken Seite wandelt die Partei der Welt oder des Teufels. Sie ist – wenigstens dem Anschein nach – zahlreicher, prächtiger und glänzender.

Obgleich die Wege breit und geräumig sind, drängen sich die Massen. Sie wälzen sich gleich einem Strom dahin. Die Wege sind mit Blumen bestreut, mit Gold und Silber bedeckt.

Überall locken Orte des Vergnügens, Tanzes und Spiels.

Tränen, Bußübungen, Weltverachten

Auf der rechten Seite – bei der kleinen Herde, die Jesus nachfolgt – spricht man von Tränen, Bußübungen, Gebet und Weltverachten.

Man hört Worte, die durch Schluchzen oft unterbrochen sind:

„Laßt uns leiden, weinen, fasten und beten. Laßt uns verborgen, demütig, arm und abgetötet sein. Wer nicht den Geist Christi – den Geist des Kreuzes – hat, kann unserem Meister nicht angehören. Entweder dem Bilde Christi ähnlich sein oder verdammt werden.“

„Mut“
 – rufen sie einander zu: „Mut. Wenn Gott für uns, mit uns und vor uns ist, wer kann dann gegen uns sein? Gott – der in uns wohnt – ist stärker als der Fürst dieser Welt. Der Diener ist nicht größer als sein Herr.

Ein Augenblick leichter Trübsal bringt uns die Freuden der ewigen Herrlichkeit.

Es gibt weniger Auserwählte als man glaubt. Nur die Mutigen und die sich Gewalt antun, reißen das Himmelreich an sich.

Niemand wird gekrönt, der nicht gekämpft hat. So sagt es das Evangelium – nicht die Mode.

Kämpfen wir also tapfer und laufen wir schnell, damit wir das Ziel erreichen und die Krone gewinnen.“


Das ist ein Teil der erleuchteten Aussprüche, mit denen sich die Freunde des Kreuzes gegenseitig ermutigen.

Sorglose Beharrlichkeit in der Bosheit

Die Weltkinder dagegen spornen sich ihrerseits zur sorglosen Beharrlichkeit in ihrer Bosheit an und rufen einander zu:

„Leben. Friede. Freude. Laßt uns essen, trinken, singen, tanzen und spielen:

Gott ist gut. Gott hat uns nicht erschaffen, um uns zu verdammen. Gott verbietet nicht, uns zu belustigen. Wir werden deshalb nicht verdammt werden. Machen wir uns keine Vorwürfe.

Non moriemini – ihr werdet nicht sterben.“


Aus dem „Rundschreiben an die Freunde des Kreuzes“ des Heiligen Ludwig Maria Grignion von Montfort († 1716).
      
5 Lesermeinungen
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#5   Lutheraner   11:30:19 | Dienstag, 10. April 2007
Laßt und jammern und wehleidig sein …
„Laßt uns leiden, weinen, fasten und beten. Laßt uns verborgen, demütig, arm und abgetötet sein. Wer nicht den Geist Christi – den Geist des Kreuzes – hat, kann unserem Meister nicht angehören. Entweder dem Bilde Christi ähnlich sein oder verdammt werden.“
Jammerlappentum als Lebenskunst? Ich frage mich ernsthaft, was in euren Köpfen vorgeht?
An Christus wurde sich versündigt. Daß er mit der Kreuzigung irgendwem die Sünden abgenommen haben könnte, halte ich für einen schweren Irrtum. Besser, ihr lest die Bibel noch mal.
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#4   Nachtlaterne   16:51:08 | Samstag, 7. April 2007
Last und Laster
Wer möchte schon Laster als Last begreifen? Das geschieht wohl erst wenn man unter der Last der Laster zu stöhnen beginnt und bemerkt wie sehr die Seele darunter leidet. Man muss Gott so dankbar für die Möglichkeit der Beichte sein, die maum mehr wahrgenommen wird zumal die Geistlichen sie nicht mehr deutlich anbieten.
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#3   Bruder Theophil   12:44:22 | Samstag, 7. April 2007
@ Nachtlaterne und matt
Ich denke, entscheidend vor GOTT ist, dass man nimmermüde ist wieder aufzustehen, nachdem man unter der Last seiner Sünden zusammengesackt ist, um neue Wege zu beschreiten. Wege der Umkehr. Wege der Liebe zu GOTT und seinen Weisungen.
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#2   Nachtlaterne   15:35:59 | Freitag, 6. April 2007
Zu Herzen gegangen
Ein Artikel der mir zu Herzen geht, finde ich mich doch auch auf dem breiten und bequemen Weg wieder. Tiefes niederknien ist angesagt und die demütige Bitte: „Oh Herr, sei mir armen Sünder gnädig!“
In der Bibel heißt es: „Die Welt vergeht mit ihrer Lust doch der Name des Herrn bleibt in Ewigkeit.“ Obwohl man weiß, dass in diesem Freudenhaus niemals echte Freude sein kann, kniet man vor diesem Tempel doch immer wieder nieder.
Laßt uns Beichten! Wir brauchen eine neue Sehnsucht nach Reinheit! Lasst uns den ernsthaften Versuch wagen mit der Hilfe Gottes geläutert zu werden und umzukehren. Ich schäme mich meiner Sünden!
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#1   matt   15:32:52 | Freitag, 6. April 2007
in diesem Sinn…
heute sah ich ein Plakat im Schaukasten der Kirche hängen: „Freischütz auf der Jagd nach lustigen Weibern“, wird da geworben für eine frivole Veranstaltungen, die zur Osterzeit in den Räumlichkeiten des Pfarrhofes stattfinden soll. Die Gemeinde und die Geschäftemacher der Umgebung sind sehr erfreut diesen Event organisieren zu können zum Erhalt des Kirchengebäudes.
Ich weiß nicht… bin nur ich das, der das für pervers hält, für einen Ausverkauf der Moral? Heute sah ich auch allerhand Leute in die Messe gehen.
Z.B. eine Frau mit grellblond gefärbten Haaren, massig-goldenen Ohrringen und Lederoutfit. In welcher Gesinnung, in welcher Aufmachung manche vor Gott treten, so als gingen sie ins Theater. Fürwahr, diese Menschen haben keinerlei Ehrfurcht vor Gott. Sie glauben es handelte sich um ein ges, Happening um gesehen zu werden.
Kann mir einer verdenken, dass ich es ablehne mit solchen Menschen an einem Gottesdienst teilzuhaben, dass es mir graut vor ihnen, dass ich ihnen nicht die Hände reichen will?
Am liebsten würde ich hergehen und dieses Kirchengebäude eigenhändig einreissen, damit diesem gotteslästerlichen Treiben ein Ende bereitet wird. Es kommt mir so vor, als wäre darin auf perverse Art ihr Stumpfsinn und ihre Gottesverachtung in Stein verewigt.
Allen aufrechten Christen an dieser Stelle eine schöne Osterfeier.
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