14:01:48 | Sonntag, 8. April 2007
An diesem hochheiligen Osterfest wird in der orthodoxen Gemeinschaft in allen Kirchen die Osterpredigt des Kirchenvaters Johannes Chrysostomus († 407) gelesen. Keine andere Predigt sei diesem Fest angemessener – sagen die Orthodoxen.

„Auferstehung Christi“ des italienischen Malers Pietro Perugino († 1523)
(kreuz.net) Wer fromm und gottesfürchtig ist, labe sich an diesem schönen strahlenden Fest.
Wer ein
getreuer Knecht ist, gehe fröhlich ein zu seines Herrn Freuden.
Wer sich im Fasten verzehrt hat, empfange
jetzt seinen Dinar.
Wer von der ersten Stunde an gearbeitet hat, empfange heute seinen gerechten Lohn.
Wer um die dritte Stunde gekommen ist, feiere mit Danken.
Wer um die sechste Stunde gekommen ist, zweifle
nicht. Er wird nichts einbüßen.
Wer nach der neunten Stunde gekommen ist, trete herzu ohne Zaudern
und Furcht.
Wer um die elfte Stunde gekommen ist, fürchte sich nicht ob seines späten Kommens. Der
Herr ist großzügig. Er empfängt den Letzten wie den Ersten.
Maria Magdalena, sag uns, was Du gesehen

Fra
Angelico († 1455)

Piero della Francesca († 1492)

Fresko in der Erlöserkirche in Istanbul

Alexander Andrejewitsch
Iwanow († 1858)

Edward Burne-Jones († 1898)

Szymon Czechowicz († 1775)

„Der ungläubige Thomas“ von Caravaggio
(† 1610)
Er läßt den Arbeiter der elften Stunde wie den der ersten Stunde zur Ruhe eingehen. Er erbarmt
sich des Letzten und sorgt für den Ersten. Jenem gibt er. Diesem schenkt er.
Die Werke nimmt er an und
begrüßt den Entschluß. Die Tat ehrt er, und die Absicht lobt er. So geht alle ein zu eures Herrn Freuden!
Empfangt euren Lohn, die Ersten wie die Letzten. Reiche und Arme jubelt miteinander. Ausdauernde und
Achtlose, ehrt diesen Tag.
Wer das Fasten gehalten, und wer es vermieden hat, freue sich heute. Der Tisch
ist gedeckt. Tretet alle herzu und tut euch gütlich. Das gemästete Kalb ist bereit. Niemand gehe hungrig
von dannen.
Jeder erquicke sich am Gastmahl des Glaubens. Jeder genieße den Reichtum seiner Güte.
Niemand beklage seine Armut. Denn das Reich ist allen erschienen. Niemand beweine seine Schuld. Denn Vergebung
leuchtet vom Grabe.
Niemand fürchte den Tod. Denn des Erlösers Tod hat uns befreit. Er hat den Tod
vernichtet, von dem er umfangen war.
Er hat die Hölle gefangen geführt, in die er hinabfuhr. Er erzürnte
sie, der er sein Fleisch zu kosten gab.
Jesaja weissagt und spricht:
„Die Hölle ward betrübt, als
sie dich gewahrte.
Sie ward betrübt, denn sie ward zu Spott.
Sie ward betrübt, denn sie ward vernichtet.
Sie ward betrübt, denn sie ward gestürzt.
Sie ward betrübt, denn sie ward gefesselt.“
Die Hölle nahm
einen Leib und begegnete Gott.
Sie nahm Erde und traf auf den Himmel.
Sie nahm das Sichtbare und fiel
durch das Unsichtbare.
O Tod, wo ist dein Stachel? O Hölle, wo ist dein Sieg?
Christ ist erstanden,
und du bist gestürzt.
Christ ist erstanden, und die Dämonen sind gefallen.
Christ ist erstanden, und
die Engel frohlocken.
Christ ist erstanden, und das Leben ist Sieger.
Christ ist erstanden, und leer sind
die Gräber.
Christus ist unter denen, die da schlafen, der Erstling geworden, da er von den Toten auferstanden
ist.
Ihm sei Lob und Preis von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig
auferstanden.
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