Wo die Heiligen vorüberzieh’n
An diesem hochheiligen Osterfest wird in der orthodoxen Gemeinschaft in allen Kirchen die Osterpredigt des Kirchenvaters Johannes Chrysostomus († 407) gelesen. Keine andere Predigt sei diesem Fest angemessener – sagen die Orthodoxen.
"Auferstehung Christi" des italienischen Malers Pietro Perugino († 1523)
„Auferstehung Christi“ des italienischen Malers Pietro Perugino († 1523)
(kreuz.net) Wer fromm und gottesfürchtig ist, labe sich an diesem schönen strahlenden Fest.

Wer ein getreuer Knecht ist, gehe fröhlich ein zu seines Herrn Freuden.

Wer sich im Fasten verzehrt hat, empfange jetzt seinen Dinar.

Wer von der ersten Stunde an gearbeitet hat, empfange heute seinen gerechten Lohn.

Wer um die dritte Stunde gekommen ist, feiere mit Danken.

Wer um die sechste Stunde gekommen ist, zweifle nicht. Er wird nichts einbüßen.

Wer nach der neunten Stunde gekommen ist, trete herzu ohne Zaudern und Furcht.

Wer um die elfte Stunde gekommen ist, fürchte sich nicht ob seines späten Kommens. Der Herr ist großzügig. Er empfängt den Letzten wie den Ersten.

Maria Magdalena, sag uns, was Du gesehen
Singt das Lob dem Osterlamme,
bringt es ihm dar, ihr Christen.Das Lamm erlöst' die Schafe:
Christus, der ohne Schuld war,
versöhnte die Sünder mit dem Vater.Tod und Leben, die kämpften
unbegreiflichen Zweikampf;
des Lebens Fürst, der starb
herrscht nun lebend.

Er läßt den Arbeiter der elften Stunde wie den der ersten Stunde zur Ruhe eingehen. Er erbarmt sich des Letzten und sorgt für den Ersten. Jenem gibt er. Diesem schenkt er.

Die Werke nimmt er an und begrüßt den Entschluß. Die Tat ehrt er, und die Absicht lobt er. So geht alle ein zu eures Herrn Freuden!

Empfangt euren Lohn, die Ersten wie die Letzten. Reiche und Arme jubelt miteinander. Ausdauernde und Achtlose, ehrt diesen Tag.

Wer das Fasten gehalten, und wer es vermieden hat, freue sich heute. Der Tisch ist gedeckt. Tretet alle herzu und tut euch gütlich. Das gemästete Kalb ist bereit. Niemand gehe hungrig von dannen.

Jeder erquicke sich am Gastmahl des Glaubens. Jeder genieße den Reichtum seiner Güte.

Niemand beklage seine Armut. Denn das Reich ist allen erschienen. Niemand beweine seine Schuld. Denn Vergebung leuchtet vom Grabe.

Niemand fürchte den Tod. Denn des Erlösers Tod hat uns befreit. Er hat den Tod vernichtet, von dem er umfangen war.

Er hat die Hölle gefangen geführt, in die er hinabfuhr. Er erzürnte sie, der er sein Fleisch zu kosten gab.

Jesaja weissagt und spricht:

„Die Hölle ward betrübt, als sie dich gewahrte.
Sie ward betrübt, denn sie ward zu Spott.
Sie ward betrübt, denn sie ward vernichtet.
Sie ward betrübt, denn sie ward gestürzt.
Sie ward betrübt, denn sie ward gefesselt.“

Die Hölle nahm einen Leib und begegnete Gott.
Sie nahm Erde und traf auf den Himmel.

Sie nahm das Sichtbare und fiel durch das Unsichtbare.

O Tod, wo ist dein Stachel? O Hölle, wo ist dein Sieg?

Christ ist erstanden, und du bist gestürzt.
Christ ist erstanden, und die Dämonen sind gefallen.
Christ ist erstanden, und die Engel frohlocken.
Christ ist erstanden, und das Leben ist Sieger.
Christ ist erstanden, und leer sind die Gräber.

Christus ist unter denen, die da schlafen, der Erstling geworden, da er von den Toten auferstanden ist.

Ihm sei Lob und Preis von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden.
      
5 Lesermeinungen
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#5   Jörg Guttenberger, Köln   22:22:53 | Samstag, 21. April 2007
Chrysostomus-Oserpredigt
Es stimt, diese herrliche Oserpredigt ist das Beste, was je über Ostern geschrieben wurde, und tatsächlich hält kein Zelebrant in der Ostermatutin eine eigene Predigt, sondern es wird die vom hl. Chrysostomus, Erzbischofs von Konstantinopel vorgelesen! Eine wunderbare Harmonie von analythischem und verknüpfenden Denken!
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#4   Chrysostomos   08:16:20 | Montag, 9. April 2007
Ostepredigt Johannes Chrysostomos
Wer die hier angeführten Meinungen liest, kann sich nur wundern über so viel Dummheit, Unwissenheit oder gar Bosheit! Dem Hl. Johannes Chryosostomos, einem der drei großen Hierarchen in der Ostkirche vorzuwerfen, er sein ein Häretiker, grenzt wirklich an bodenlose Unwissenheit. Leider wird das im griechischen Original verwendete Wort „Hades“ immer wieder ungenau mit Hölle (im Sinne des Ortes ewiger Verdammnis) übersetzt.
Man müsste es eigentlich sinngemäß mit „Unterwelt“ oder „Totenreich“ wiedergeben. Das Totenreich nahm einen sterblichen Leib auf und begegnete dabei Gott! Die Ostkirche singt am Karsamstag in der Vesper: „Stöhnend ruft heute die Unterwelt… denn einen Sterblichen nahm ich auf wie einen Toten,… doch da er zu mir gekommen, hat er meine Herrschaft vernichtet…“
Auch ich habe in der Osternacht die Predigt von J.Ch. verwendet, aber von der Unterwelt gesprochen. Und Frage an alle „Rechtgläubigen“ hier im Forum: Wir haltet ihr es dann mit dem Artikel aus dem Glaubensbekenntnis: was betet ihr „…hinabgestiegen in das Reich des Todes“
– ist das auch für Euch Häresie?????
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#3   Fabianus   19:14:38 | Sonntag, 8. April 2007
Frage
Ich habe eine Frage, dankeschön schonmal an den Antwortenden. Ist mit Adam nur die menschliche Natur verfallen,d.h. sterblich geworden oder auch die Tiere?Diese sind doch auch sterblich (geworden durch den Sündenfall?). Wurden diese dann auch (mit dem Menschen aus dem Paradiese vertrieben und mussten die Schuld des Menschen ebenso tragen (Tod?) Dann wäre Jesus auch für die Tier und Pflanzenwelt gestorben, dies wiederum bringt die Frage nach einem Himmel für alle Geschöpfe mit sich. Danke nochmal an die Antwort. Der Mensch sollte sich die Erde doch untertan machen, das hieße, er ist stellvertretend für diese auch sündhaft geworden.
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#2   Desperatus †   17:30:15 | Sonntag, 8. April 2007
Hilfe
Häresie!!!
und das hier!!!!
und auch noch am Hochfest der Auferstehung der Herrn!!!!
und aus dem Mund eines Kirchenlehrers!!!!
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#1   Schüttel   16:26:14 | Sonntag, 8. April 2007
Ist kreuz.net jetzt
bei den Allerlösern, Hölle-Negierern?
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