18:14:03 | Sonntag, 8. April 2007
„Sie galten einst als Kritiker von Kardinal Joseph Ratzinger. Hat sich Ihre Haltung geändert?“
(kreuz.net) Am Karsamstag veröffentlichte das Online Angebot der deutschen Tageszeitung ‘Welt’ ein Interview
mit dem Generalabt der Benediktiner,
Notker Wolf.
Abt Wolf residiert im Kloster Sant’Anselmo auf dem
Aventin – dem südlichsten der sieben Hügel Roms.
Der Heilige Benedikt wäre ChristdemokratEr kann
sich nicht vorstellen, daß der Heilige Benedikt, hätte er heute gelebt, Mitglied bei der SPD geworden
wäre:
„Ich denke, er hätte sich für die Union engagiert, allerdings nur für eine solche, welche die
wirtschaftlichen Prinzipien von Ludwig Erhard vertritt und dem C in ihrem Namen stärker gerecht wird.“
„Benedikt wäre zur CSU gegangen und hätte den Herren Politikern die Leviten gelesen – was ich übrigens
auch getan habe“ – so der Abt.
Mann oder MutterDie Politik der deutschen Familienministerin, Ursula
von der Leyen, hält Abt Wolf „nicht für besonders glücklich“.
„Wenn sie sagt, daß die Plätze in
Kindertagesstätten ausgebaut werden müßten und das Kind schon mit zwei Jahren von der Mutter weggegeben
werden soll, dann sehe ich darin eine Wiederkehr der DDR-Verhältnisse.“
Der Ausbau der Kindertagesstätten
sei mehr als ein „Angebot“ an die Frauen: „Offenbar zählt eine Frau nur etwas, wenn sie wie ein Mann
arbeitet und nicht wie eine Mutter für ihr Kind sorgt.“
Rat an die PolitikDer deutschen Regierung
würde der Heilige Benedikt raten: ora et labora – bete und arbeite.
Das habe den Benediktinern eine
lange Tradition der Freiheit beschert: „Wir Mönche schöpfen aus dem Gebet geistige Unabhängigkeit.“
Die Benediktiner seien mittlerweile auch total globalisiert: „Und es klappt wunderbar.“
In Deutschland
würden die Prinzipien von Freiheit und Mitverantwortung „zunehmend verletzt“: „Da gibt es eher einen
fatalen Hang zum Sozialismus.“
Den Politikern gehe es vor allem um ihre Wiederwahl:
„Einer Jungpolitikerrunde
habe ich mal geraten, mit der Parole in den Wahlkampf zu ziehen: Wählt uns, wir betrügen euch nicht.
Daraufhin blickte ich aber nur in betretene Gesichter.“
Positiv überrascht von Benedikt XVI.Der Abt
wird auch gefragt, wie seine Gedanken beim Papst ankommen:
„Wenn der Papst sagen würde: „Dieser Mann
muß weg!“ – ja, dann ginge ich in mein Kloster zurück und putzte das Gemüse.“
Auch darin könne er
als leidenschaftlicher Koch Zufriedenheit finden.
Er habe früher als Kritiker von Kardinal Joseph Ratzinger
gegolten: „Hat sich Ihre Haltung geändert?“ – wird der Abt gefragt.
Die Antwort: „Papst Benedikt setzt
heute ganz andere Akzente als in früheren Zeiten, als er noch Kardinal war.“
„Damals habe ich kritisiert,
daß die Kirche viel zu sehr als Verbotsinstitution präsentiert und verstanden wurde.“
Als Chef der
Glaubenskongregation habe gerade Kardinal Ratzinger „sehr kühl und dogmatisch“ gewirkt.
Seine Enzyklika
„Gott ist Liebe“ habe viele – den Abt eingeschlossen – „ungemein positiv überrascht“.
Türkei-Besuch
des PapstesAuch der Türkei-Besuch des Papstes beeindruckte Abt Wolf: „In Ephesus etwa nahm er die türkische
Fahne in die Hand und winkte dem Volk zu. Ein starkes Zeichen, ein wunderbarer Moment.“
In Sachen Islam
sieht Abt Wolf ein Ungleichgewicht:
„Wie kann es sein, daß diese Leute sämtliche Rechte in Deutschland
für sich beanspruchen, während Christen in der Türkei massiv benachteiligt sind?“
Der Abt stellt die
Frage, weshalb die Christen in der Türkei keine theologische Fakultät bekommen: „Warum dürfen wir dort
kein kirchliches Eigentum haben?“
Mittlerweile umgehe sogar der Oberbürgermeister von München die Bauordnung
bei der Genehmigung einer Moschee, um die Wahlstimmen der Türken einzuheimsen.
„Das ist unglaublich!
Toleranz ist gut, heißt aber nicht, sich selbst aufzugeben.“
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#17
Typ 09:43:57 | Donnerstag, 12. April 2007
#11
Aloah 09:31:56 | Montag, 9. April 2007
#1
matt 18:58:21 | Sonntag, 8. April 2007